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Ausland, Naher Osten

Gegenreaktion im US-China-Handelskrieg. China widersetzt sich Sanktionen gegen den Iran, nimmt den Kauf von iranischem Öl wieder auf

Bild: Chinas Tanker „PACIFIC BRAVO“ lud etwa 2 Millionen Barrel iranisches Öl.

Übersetzung LZ

von Prof. Michel Chossudovsky – http://www.globalresearch.ca

Am 5. Mai kündigte Donald Trump einen verheerenden Zoll von 25% auf chinesische Rohstoffimporte im Wert von 200 Milliarden Dollar an.

Laut Trump:

„China betrügt das System“.

„Dreckige Bürokraten in Washington haben es China erlaubt, die Vorteile unserer großen Nation viel zu lange zu nutzen“.

Wie hat Peking reagiert?

Schauen Sie sich die Chronologie des Handelskrieges an.

Der Handelskrieg und das iranische Sanktionsregime stehen in engem Zusammenhang. Die Zollentscheidung von Trump wurde zwei Wochen nach dem Beschluss der US-Regierung bekannt gegeben, „die iranischen Öl- und Gaseinnahmen auf Null zu drücken“.

Am 20. April kündigte die Trump-Administration an, dass sie damit beginnen werde, Sanktionen gegen mehrere Länder, darunter China, zu verhängen, „es sei denn, sie kaufen kein Öl mehr vom Iran[wenn die Außnahmeregelung ausläuft]“…..

„Wenn Sie sich nicht daran halten, wird es Sanktionen geben“, sagte Außenminister Mike Pompeo.

„Wenn die Ausnahmeregelungen am 2. Mai auslaufen, könnten die Vereinigten Staaten die verbleibenden fünf Länder“, einschließlich China, sanktionieren (WP, 22. April 2019).

Wie hat Peking auf den 25%igen Zoll von Trump auf Chinas Importe reagiert? 

Trump machte die Ankündigung über den 25%-Zoll am 5. Mai, drei Tage nach dem angekündigten Auslaufen der Aufhebung der iranischen Sanktionen am 2. Mai.

Chinas Außenminister Wang Yi war unnachgiebig. Er soll Staatssekretär Pompeo in einem Telefongespräch gesagt haben, er solle nicht „zu weit gehen“.  Ironischerweise war der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif in derselben Woche am 17. Mai in Peking zu Gesprächen mit Wang Yi.  Auf der Tagesordnung stand die rechtzeitige Frage der Sanktionen gegen iranische Ölexporte.

Und wie hat Peking auf das iranische Sanktionsregime reagiert?  China hatte bereits seine „Absicht, den US-Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie zu trotzen“ (23. April 2019) bestätigt, bevor Trump beschloss, den 25 %igen Zoll zu erheben:

„Die normale Energiekooperation nach dem Völkerrecht zwischen dem Iran und anderen Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft, einschließlich China, ist legitim und rechtmäßig; daher muss sie respektiert und geschützt werden“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Geng Shuang, vor Journalisten.

Berichten zufolge:

Am selben Tag, an dem Irans Außenminister Javad Zarif in Peking zu Gesprächen mit Wang Yi war, soll Chinas riesiger Öltanker PACIFIC BRAVO „etwa 2 Millionen Barrel iranisches Öl von den Terminals Soroosh und Kharg im Persischen Golf geladen haben“.

Laut einer Analyse von TankerTrackers.com ist PACIFIC BRAVO der erste große Tanker, der iranisches Rohöl verlädt, nachdem die Trump-Administration die Ausnahmeregelungen widerrufen hat, die es acht iranischen Ölkunden erlauben, berichtete Bourseandbazaar Web Site. (Iranische Presse)

Trump’s Sanktionsregime gegen die iranischen Ölexporte ist „abgeflacht“: ein völliger Misserfolg.

Backlash in US-China Trade War. China Defies Sanctions against Iran, Resumes Purchase of Iran Oil

 

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Gegenreaktion im US-China-Handelskrieg. China widersetzt sich Sanktionen gegen den Iran, nimmt den Kauf von iranischem Öl wieder auf

  1. Wenn zu lesen ist, dass der Handelskrieg der USA – wie der Überschrift zu entnehmen ist, wird Prof. Chossudovsky nur den mit China meinen – im Zusammenhang mit den iranischen Sanktionen stehen, so nicht verständlich wo er einen Zusammenhang zwischen Handelskrieg und Sanktionen meint erkennen zu können. Tatsache ist vielmehr, dass die Sanktionen nichts anderes als Handelskrieg ist. Auffallend ist, dass Prof. Chossudovsky den Zusammenhang, den er meint zu erkennen, dem Leser nicht mitteilt.

    Den Begriff Handelskrieg haben nicht die USA, sondern die Mainstreamjournalisten ins Spiel gebracht, ohne den Lesern und Hörern den Unterschied zu erklären. So drängt sich die Frage auf, was für ein politisches Erfordernis ergab sich für das neu geschaffene Wort Handelskrieg? Ein ökonomisches Erfordernis ist für diese neue Wortschöpfung m. E. nicht zu erkennen.

    Das Wort Sanktionen ist in den Gedanken der Leser und Hörer bereits seit Jahren fest verankert, seit dem die USA gegen die Russische Föderation (RF) wegen der nach ihrer Meinung von der RF annektierten Krim und wegen der von ihr und der NATO behaupteten militärischen Unterstützung der um ihre Freiheit und Gleichberechtigung kämpfenden Menschen in der Ostukraine, ohne dafür Beweise vorzulegen, verhängten. Diesem völkerrechtswidrigen US-Szenario schlossen sich die EU-Staaten sofort an. Völkerrechtswidrig deshalb, weil dieses Sanktionssystem der USA und der EU insbesondere Kapitel VII Artikel 41 der UN-Charta widerspricht, wonach dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen es obliegt, Maßnahmen gegen Mitgliedstaaten zu treffen, die die Charta verletzen. Dass die USA sich als Weltpolizei aufspielen steht ebenfalls im Widerspruch zur UN-Charta, der auch nicht mit dem Hinweis auf die Monroe-Doktrin aus dem Jahr 1823 mit der Änderung der Truman-Doktrin aus dem Jahr 1947 wettgemacht wird.

    Um aber das US- und EU-Sanktionssystem gegen die RF gegenüber den Lesern und Hörern mit dem Anstrich von Legitimation aufrecht zu erhalten, wurde das Wort Handelskrieg von den Mainstreamjournalisten ins Spiel hineingeworfen. Die Notwendigkeit, einen neuen Begriff ins Spiel zu bringen, war für sie gegeben, weil sich plötzlich US-Sanktionen gegen EU-Länder richteten und die EU dem US-Sanktionssystem machtlos gegenüberstand und -steht. Was Handel und Krieg bedeutet versteht sogar ein primitiv Denkender. Mit dieser scharfen Unterscheidung kann den Lesern und Hörern verklickert werden, dass die transatlantische Freundschaft keinesfalls unter dem Handelskrieg Schaden erleidet. Das nehmen die Leser und Hörer zur Kenntnis und somit bleibt das aufgebaute Feindbild Russland bei den Lesern und Hörern unbeschadet erhalten.

    Wenn Professor Chossudovsky in dem Artikel auf die neu eingetretenen US-Sanktionen und auf die damit verbundenen chinesischen Aktivitäten hinweist, so vermisse ich in dem Zusammenhang, dass er den Leser nicht zur Kenntnis gibt, dass die am 5. Mai in Kraft getretene 25%-Zoll-Erhöhung sich am Montag, dem 6. Mai, auf den Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) auswirkte, indem er um 1,44 Dollar auf 60,50 Dollar fiel, was zeigt, dass Auswirkungen des Sanktionssystems auch negativ die US-Wirtschaft treffen. Ebenso kostete die Nordseesorte Brent am 6. Mai 69,33 US-Dollar. Das waren 1,52 Dollar weniger als am Freitag, dem 3. Mai.

    Liken

    Verfasst von Gerd Pehl | 23. Mai 2019, 16:11

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