//
du liest...
Ausland, Naher Osten

Syrien: Alles Wissenswerte zur bevorstehenden Schlacht um Idlib (Syriana Analysis-Video)

von https://orbisnjus.com

Der Syriana Analysis-Blog hat einen aufschlussreichen Video-Bericht veröffentlicht, in dem alles wissenswerte zu der anstehenden Mutter aller Schlachten erläutert wird. Die Rede ist von der anstehenden Militäroperation zur Ausrottung der Al-Qaida in Idlib, für die die syrische Armee und das russische Militär derweil die Weichen stellen.

Es war nur eine Frage der Zeit bis die Hayat Tahrir al-Sham (Al-Nusra, HTS, Al-Qaida) ins schwarze Treffen, und die Gegenseite zum Handeln zwingen würde. Tägliche Scharmützel und schwere Raketenbeschüsse von zivilen Wohngebieten und Stellungen der syrischen Armee, verlangen halt Gegenreaktionen ab, und forcieren den Gegner letztlich dazu in die Offensive zu gehen um die Bedrohung einzudämmen. Die HTS und ihr unterwürfiges Gefolge sind salafistisch-wahabbitische Entitäten, deren Zweckmäßigkeiten auf Terror und Blutvergießen basieren, demnach ist jedweder Versuch sie von Frieden und Waffenruhen zu überzeugen bislang fehlgeschlagen.

Im vergangenen September eilten allen voran die Türkei und die USA der Al-Qaida zur Hilfe, leisteten diplomatische und mediale Rückendeckung und verhinderten ihre unabdingliche Ausrottung. Daraus resultierte die russisch-türkische Idlib-Abmachung, derer größtes Bestreben eine entmilitarisierte Zone sein sollte, die jedoch nie etabliert werden konnte da die HTS im Januar das bestimmte Gebiet fast vollständig eingenommen hatte. Seither war das vorzeitige Ende einer ohnehin wahnwitzigen Vereinbarung mit dem offiziellen Schutzpatron syrischer Jihadisten-Kollektive besiegelt. Obwohl Moskau und Ankara stetig das Gegenteil beteuern. Die damalige amerikanisch-türkische Schützenhilfe schien der Al-Qaida neuen Mut eingehaucht zu haben, da sie seither einen eskalierenden Kurs fährt und alles daran setzt den totalen Krieg anzuzetteln. Wenn man sich mal in die Lage der Terroristen versetzt und sich die Gewissheit vor Augen hält das die NATO sich mit Leib und Seele für jene einsetzt, ist es wohl kaum überraschend das die Al-Nusra sich darin bestärkt fühlt die Waffen sprechen zu lassen. Überdies kommt den Terroristen bis dato der realitätsferne Euphemismus zugute. Ein blutrünstiges islamistisch-extremistisches Al-Qaida-Kalifat, das dem so gefürchteten Islamischen Staat im nichts nachsteht, gibt es in den Augen der westlichen Masse nicht. Dafür sorgt die meinungsmachende Konsensfabrik die ihnen eintrichtert, was sie von Ereignissen auf der Weltbühne halten sollen. Westliche Leitmedien und hochrangige Politiker romantisieren die drastisch inhumane Lage in Idlib, und sprechen unentwegt von der “letzten Hochburg der Rebellen” wenn das Gouvernement öffentlich thematisiert wird. Diese Art von Schutzmechanismus besteht seit dem Ausgang des Syrien-Konflikts, und ist mitverantwortlich für unzählige Kriegsverbrechen seitens der bewaffneten Opposition, die ausschließlich von terroristischen Metastasen durchwachsen ist. Unter den Teppich kehren oder komplett ausblenden, so lautet die Devise die zum tragen kommt, um das anti Assad-Narrativ ja nicht zu gefährden.

Der Gründer des Syriana Analysis-Blogs Kevork Almassian erinnert in seinem Beitrag an die Widersprüchlichkeit, die in US-Regierungskreisen bezüglich der HTS und Idlib vorherrscht. Hierfür führt er einen Videoausschnitt an in dem zu sehen ist, wie der ehemalige Sonderbeauftragte der Anti-ISIS Koalition, Brett McGurk, erörtert das Idlib der gegenwärtig sicherste Hafen für die Al-Qaida sei, und hochrangige Funktionäre der Terroristen-Organisation dem Kalifat regelmäßig Besuche abstatten. Wie der Vize von dem Al-Qaida Oberhaupt, Ayman al-Zawahiri, der unbehelligt in Idlib auftauchen würde, obwohl er kein Fallschirmspringer sei. Womit McGurk auf die löchrige türkische Grenze anspielt, die jahrelang als Sprungbrett für zehntausende in den heiligen Krieg ziehende Terroristen fungierte. Solche hinreichenden und ehrlich dargelegten Fakten sind eher die Seltenheit, da sie zu viel Staub aufwirbeln und die USA hinsichtlich ihrer gemeinsamen Vergangenheit mit der Al-Qaida in Erklärungsnot bringen. Ferner geht Almassian auf das bereits erwähnte russisch-türkische Idlib-Abkommen ein, dessen Implementierung von Misserfolg begleitet würde, da Ankara der syrischen Regierung mitnichten einen Dienst erweise. Dem Blog zufolge würde der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, von seinem syrischen Pendant, Bashar al-Assad, Zugeständnisse einfordern, die die Schaffung einer türkisch kontrollierten Sicherheitszone beinhalten, bevor er bereit sei Idlib aufzugeben. Hingegen sei es unwahrscheinlich das Assad dem türkischen Präsidenten, auch nur im geringsten entgegenkommen würde, so Almassian. Zudem erklärt Syriana Analysis das alle in Idlib operierenden Islamisten-Fraktionen das Abkommen abgelehnt, und dies anhand terroristischer Übergriffe und Kampfhandlungen verdeutlicht hätten. Im Nordwesten von Hama ist die syrische Armee jüngst in die Offensive gegangen und laut Medienberichten sei dies im Norden Lattakias nun auch der Fall. Diesbezüglich schildert Almassian mit welcher Art von Feind es die SAA zu tun hat, welche terroristischen Kollektive die größte Bedrohung darstellen, und wie es um ihre Truppenstärke beschaffen ist.

Ihren Mitstreitern weit überlegen und an erster Stelle stehend ist die Hayat Tahrir al-Sham (Al-Nusra, HTS, Al-Qaida) das Maß aller Dinge in dem Jihadi-Paradies Idlib. Geschätzterweise bis zu 30 000 Kämpfer sollen für den salafistischen Al-Qaida Ableger dienen. Gleich danach kommt die türkisch gestützte Ahrar al-Sham, deren Truppenstärke sich auf circa 20 000 Mann belaufen soll, und die dieselbe verabscheuungswürdige Ideologie vertritt wie die HTS. Die aus Douma expellierte Jaish al-Islam (Armee des Islams) wurde in der Vergangenheit von den USA mit Panzerabwehrraketen beliefert, und ist ebenfalls ein Alliierter der Al-Qaida. Laut Almassian würden etwa 3000 Militante für die Jaish al-Islam kämpfen. Die ausschließlich aus chinesischen Uiguren bestehende Islamische Turkestan Partei (TIP), soll 10 000 Jihadis aufweisen. Almassian hebt diesbezüglich hervor, das sich zu den beschriebenen Terror-Organisationen hunderte von internationale Jihadisten gesellen. Ergo niemand wirklich sagen könne mit welcher Anzahl, man es wirklich zu tun habe. Sicher ist das sich tausende wahabtisch-salafistisch terroristische Elemente in Idlib verschanzt haben. Die sich daraus ergebende Frage ist, wie mit einer solchen Gefahr umgesprungen werden soll? Über eines ist man sich im Klaren, das die Brut ausgemerzt werden soll. Laut Almassian komme die “grüne Bus Option” für die Terroristen in Idlib nicht in Frage, also eine Evakuierung in andere syrische Landesteile sei keine Alternative. Nach der Auffassung von dem syrischen Journalisten sei die völlige Vernichtung der multinationalen Terroristen, und eine damit einhergehende bedingungslose Kapitulation ein unmögliches Szenario. Die vielversprechendste Option zur Eliminierung des Terror-Herds, sei der herkömmliche Modus-Operandi der syrischen Armee, die anhand von limitierten Kampfeinsätzen und großangelegten militärischen Druck, lokale Militante letztlich dazu forciert ihre Waffen zu strecken, sich dem Friedensprozess anzuschließen und sich von multinationalen Terroristen und der Al-Qaida zu distanzieren, so Almassian. Wie der Journalist richtigerweise erörtert war diese Vorgehensweise in jüngster Vergangenheit von Erfolg gekrönt, führte zu den Befreiungen von den Städten Ost-Ghouta, Daraa etc, und könnte in vereinzelten Gebieten von Idlib umgesetzt werden. Die dritte Option sei der Kampf bis zum bitteren Ende, was laut Almassian von der Al-Qaida & multinationalen Dschihadisten scheinbar begrüßt würde. Dem fügt er hinzu das wenn einheimische lokale Kämpfer die Möglichkeit bekämen ihre eigene Haut zu retten, würden sie diese umgehend ergreifen. Hingegen bestünde eine solche Aussicht für radikale Elemente in Idlib nicht. Der Einschätzung von Almassian nach, würde die syrische Armee anstreben das anstehende Gefecht in verschiedene Phasen zu unterteilen. In der ersten Phase rücke die syrische Armee in die “entmilitarisierte-Zone” ein, um sie einzunehmen, und anschließend über Jish al-Shugour zur Stadt Saraqib vorzustoßen. Simultan sollen weitere SAA-Einheiten von der Stadt Moriq über Marat al-Numan nach Saraqib vorrücken, um die M4 und M5 Highways unter ihre Kontrolle zu bringen, und eine Wiederverbindung zwischen Damaskus, Aleppo und den Küstenstädten herzustellen. Nachdem die SAA die oben erwähnten Regionen befreit habe, könne sie die Präsenz von Terroristen im Nordwesten von Idlib ballen, unweit der Grenze zur Türkei. Nach dem Journalisten sei dies ein Schritt der eine Sicherheitsbedrohung für die Türkei bedeuten könnte, und Ankara dazu zwinge mit Damaskus in Kontakt zu treten, um seinen Abzug von syrischen Territorien und die Beendigung der Okkupation auszuhandeln, und im Gegenzug einzufordern das dieses bestimmte Gebiet von Terroristen gesäubert würde.

Diese Einschätzung von Syriana Analysis ist nicht weit hergeholt und bietet eine plausible Einschätzung zum möglichen Verlauf, der jüngst gestarteten SAA-Offensive in Nordwesten von Hama und Nord-Lattakia.

Syrien: Alles Wissenswerte zur bevorstehenden Schlacht um Idlib (Syriana Analysis-Video)

Werbeanzeigen

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Archive

Werbeanzeigen
%d Bloggern gefällt das: