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Ausland, Nordamerika

Die orchestrierte Russophobie ist das Vorspiel zum Krieg

von Paul Craig Roberts – http://www.theblogcat.de

Die russische Botschaft in Washington hat einen präzisen 121 Seiten langen Bericht erarbeitet: DIE RUSSIAGATE HYSTERIE: EIN FALL VON SCHWERER RUSSOPHOBIE

https://washington.mid.ru/upload/iblock/3c3/3c3d1e3b69a4c228e99bfaeb5491ecd7.pdf

(Anm.d.Ü.: An dieser Stelle nur die drei zitierten „Vorworte“ aus dem Bericht):

Wenn die amerikanische Demokratie innerhalb der nächsten Generation zerstört wird, dann wird sie nicht durch die Russen oder die Chinesen zerstört werden, sondern durch uns selbst, mit eben jenen Mitteln, mit denen wir sie verteidigen.“ – Senator William J. Fulbright, „American Militarism“, 1970, Epilog

Es ist der Versuch, die Schuld bei jemand anderem zu suchen. Das ist nicht unser Problem. Das Problem ist die US-Politik … Die andere Mannschaft hat verloren. Sie weigern sich, den Fehler anzuerkennen. Es ist einfacher zu sagen: ‚Wir sind nicht schuld, die Russen sind schuld, sie haben sich in unsere Wahl eingemischt.‘ Das erinnert mich an den Antisemitismus: Die Juden sind an allem schuld. Wir wissen, wohin solche Gedanken führen können. Sie führen zu nichts Gutem. Man muss einfach arbeiten und überlegen, wie man die Dinge hinbekommt.“ – Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation (eine Antwort auf eine Frage der amerikanischen Journalistin Megyn Kelly bei der Podiumsdiskussion beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg, 2. Juni 2017)

Ich glaube, dass das Problem in den internen Entwicklungen der Vereinigten Staaten wurzelt.

Die gegenwärtigen Entwicklungen gefallen uns nicht, aber wir haben sie nicht begonnen. Man nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau wenn man sagt, dass dies eine Bestrafung für die Ukraine und die Krim sei. Es begann alles unter Präsident Barack Obama, lange bevor Washington seine „Farbrevolution“ in der Ukraine begonnen hat. Es begann mit Edward Snowden, der in Russland festsaß, weil er nirgendwo anders hinfliegen konnte – sein Pass wurde annulliert. Der US-Präsident, der Außenminister und die Direktoren des FBI und der CIA übten Druck auf uns aus, ihn unverzüglich auszuliefern. Wir sagte, das können wir nicht tun, weil alle Begleitinformationen darauf hindeuteten, dass er vor einer Todesstrafe stand. Aus diesem Grund hat Obama die bilateralen Kontakte abgebrochen und seine Teilnahme am G20-Gipfel in St. Petersburg abgesagt. Übrigens haben wir für dieses Treffen ein Abkommen über eine weitere Reduzierung strategischer Offensivwaffen vorbereitet, das auf das Prager Abkommen von 2010 folgen sollte, und ebenso eine Erklärung, die eine Agenda für strategische Stabilität für viele weitere Jahre sein sollte. Obamas Unfähigkeit, auf persönliche Feindseligkeiten zu verzichten, hat ein sehr wichtiges Dokument begraben, das wir heute sehr gut gebrauchen könnten.

Dann folgten die Sanktionen durch das Magnitsky-Gesetz. Ein näherer Blick auf das Problem brachte zutage, dass Bill Browder, der das ganze Tamtam ausgelöst hat, Probleme mit dem Gesetz hatte, und nicht nur dem russischen Gesetz. Der russische Generalstaatsanwalt hat in den Vereinigten Staaten Anklagen gegen Browder vorgebracht. Amerikanische Gerichte mussten zahlreiche Fakten anerkennen, die unseren Verdacht unterstützten. Jedoch haben sich jene in die Vorgänge bei Gericht eingemischt, die nicht wollten, dass der Druck auf Russland nachlässt, das heißt, Browder selbst und seine Unterstützer. Mit anderen Worten, die Ukraine war nur ein Vorwand.

Der US-Elite gefielen die Veränderungen nicht, die kamen, als Wladimir Putin unser Präsident wurde, als wir uns wieder aufrichteten und unsere Unabhängigkeit zurückeroberten. Das Wichtigste: Wir begannen unabhängig zu denken und hörten nicht mehr auf die Berater, die sich in den 1990ern in unseren Schlüsselministerien eingenistet hatten.

Die Wahlniederlage der Demokratischen Partei lieferte den Vorwand für eine Verhinderung der Normalisierung der Beziehungen mit Russland. Drei Wochen vor seinem Abschied aus dem Weißen Haus beschlagnahmte Barack Obama diplomatisches Eigentum Russlands. Und das in einem Land, in dem das aus keinem Grund geschehen kann, wo privates Eigentum ein heiliges Recht ist und man das Eigentum eines anderen nicht wegnehmen darf. Das war eine Zeitbombe, und die Uhr tickt immer noch. Die Demokraten haben ihr bestes getan, um die russische Karte zu spielen, um der gegenwärtigen Administration größtmöglichen Schaden zuzufügen. Wenn eine große Nation drei Jahre damit zubringt, um über eine ausländische Einmischung zu spekulieren, die angeblich das Ergebnis der Präsidentenwahl vorherbestimmte, so sehen wir das als eine Missachtung des großen amerikanischen Volks.

Wo wir schon von Wahlturbulenzen reden, so möchte ich die Demokratische Partei erwähnen. Im Gegensatz zu dem, was die Untersuchung des Sonderermittlers Mueller herauszufinden versucht, gibt es solide Fakten, die zeigen, dass die Demokratische Partei das Gesetz gebrochen hat, als sie illegale Methoden einsetzte, um Bernie Sanders aus dem Rennen zu werfen. Alle haben das vergessen und reden die ganze Zeit über Russland, anstatt über die Vorkommnisse in den Vereinigten Staaten.

Wir sind für einen Dialog offen, solange die USA das auch sind. Präsident Wladimir Putin hat das mehr als einmal gesagt, bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump 2017 in Hamburg, letztes Jahr in Helsinki und auch während ihrer Kontakte beim G20-Gipfel in Buenos Aires. Wir wollen uns nicht einmischen, und wir wollen keinen Vorwand liefern, um uns der Einmischung in die internen Kämpfe und Konflikte in den Vereinigten Staaten zu bezichtigen. Wir haben eine konstruktive Agenda. Wir haben eine Reihe von Kooperationsbereichen dargelegt, einschließlich der Einrichtung eines Wirtschaftsrates, mit Zustimmung unseres Präsidenten, der sich aus den fünf, sechs oder sieben Top-Vorständen der größten russischen und amerikanischen Konzerne zusammensetzen sollte. Ich bin sicher, dass so ein hochrangiger Rat ein großer Stabilitätsfaktor werden könnte, zumindest für unsere Wirtschaftsbereiche.

Wir haben auch vorgeschlagen, einen Rat führender russischer und US-amerikanischer Politikwissenschaftler einzurichten, die mit der Ausarbeitung einer positiven Agenda beauftragt werden können, falls unsere Präsidenten dies genehmigen. Wir haben ein erweitertes Programm für einen Dialog über strategische Stabilität angeboten, einschließlich des INF-Vertrags und eines künftigen Abkommens über strategische Offensivwaffen, sowie über die Zusammenarbeit im Weltraum und über Möglichkeiten, seine Militarisierung mit unvorhersehbaren Folgen zu verhindern. Sie haben das alles auf Eis gelegt. Wir haben keine klare Antwort auf diese Vorschläge erhalten. Als die Vereinigten Staaten das Verfahren zum Rückzug aus dem INF-Vertrag einleiteten, sagte Präsident Putin bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Sergey Shoigu und mir, dass wir unseren amerikanischen Partnern mehr als einmal von all unseren Initiativen erzählt hätten und dass unsere Partner sicherlich von ihnen wissen. Wenn sie sich dafür entschieden haben, diese Initiativen zu ignorieren, so werden wir nicht mehr an eine verschlossene Tür klopfen und unsere Partner nicht mehr an unsere Initiativen erinnern. Unsere amerikanischen Kollegen können uns sagen, wann sie bereit sind. Wir werden bereit sein, die Gespräche zu beginnen.“ – Sergei Lawrow, russischer Außenminister (Anmerkungen bei einem Treffen der Association of European Business, Moskau, 21. Februar 2019)

Jeder sollte diesen Bericht lesen. Er dokumentiert die Fake News, die Lügen, die Verletzungen diplomatischer Standards und des internationalen Rechts, und die bewusst aggressiven Aktionen, die gegen Russland unternommen wurden, beginnend mit dem 18. Mai 2016 und die auch nach der Veröffentlichung des Mueller-Berichts andauern.

Ohne es ausdrücklich beim Namen zu nennen, zeigt der Bericht, dass weder die US-Regierung noch die amerikanischen Medien einen Nanopartikel an Integrität besitzen. Beide sind kriminelle Organisationen, die bereit sind, einen Krieg mit Russland zu riskieren, um ihre streng politisierten Pläne zu verfolgen.

Es handelt sich um wichtige Informationen für US-Amerikaner und den Rest der Welt. Jede Person, jede Regierung und jede private Organisation, die Washingtons russophobe Politik unterstützt, trägt zu der wachsenden Gefahr eines Nuklearkriegs bei.

Man möchte auch hoffen, dass die gesamte russische Regierung, die Medien und die Bevölkerung den Bericht ebenfalls lesen, da er ebenso starke Botschaften für Russland enthält. Die Botschaften sind zweifellos unbeabsichtigt, aber sie gehen dennoch aus dem Bericht der Botschaft hervor.

Die russische Regierung sollte sich über ihre Naivität Gedanken machen, Washington, US-amerikanischen Institutionen wie der Citibank und der Einhaltung des Völkerrechts durch die USA zu vertrauen. Auf 121 Seiten listet der Bericht die Übertretung gegen Russland auf, gefolgt von Übertretung und Lüge, gefolgt von Lüge; dennoch schickte die russische Regierung weiterhin diplomatische Noten, die nie beantwortet wurden, Sitzungsanträge, die nie beantwortet wurden, Beweisanträge, die nie beantwortet wurden. Man sollte meinen, dass die russische Regierung sich nach Monaten des Missbrauchs gefragt hätte, wo die Intelligenz, der „kooperative Geist“, die Vernunft und das „gemeinsame Interesse an der globalen Sicherheit“ waren, von denen die russischen Reaktionen auf Washington annahmen, dass sie bei Russlands „Partner“ vorhanden seien.

Die naive und leichtgläubige Antwort an Washington hat Washington in die Karten gespielt. Indem man auf Washingtons inszenierte Russophobie geantwortet hat, als handele es sich um eine Art von Versehen, basierend auf schlechten Informationen, hat Russlands Regierung es Washington erlaubt, die fortlaufende Dämonisierung am Leben zu halten und hat damit zur andauernden Dämonisierung Russlands beigetragen. Hätte die russische Regierung stattdessen die Dämonisierung Russlands als Washingtons Art und Weise verurteilt, die Amerikaner auf einen Krieg mit Russland vorzubereiten, und hätte man eine mehr kriegerische als wehleidige Haltung eingenommen, so hätte sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Washingtons Politik gravierende Kosten haben würde. Und diese Erkenntnis hätte sich in den USA und in Europa verbreitet und es gäbe mehr Stimmen gegen die gefährliche und rücksichtslose Politik Washingtons. Dann gäbe es anstelle der einförmigen Stimmen gegen Russland heute einen Dissens gegen Washingtons unverantwortliche Provokationen.

Die Gefahr der russischen Selbsttäuschung ist nicht gebannt. Der Bericht der Botschaft bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass nun, da der Mueller-Bericht zu dem Schluss gekommen ist, dass die viel angekündigte Absprache/Verschwörung tatsächlich keine Grundlage hat, die Beziehungen zwischen Washington und Russland normalisiert und die Zusammenarbeit verbessert werden könnte.

Eine solche Möglichkeit gibt es nicht. Die Demokraten schreien „Vertuschung“ und fordern den Rücktritt von Justizminister Barr und ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trumps. Die Presstituierten behaupten, dass der Mueller-Bericht ihre Berichterstattung bestätigt. Trump nutzt weiterhin die US-Außenpolitik, um kriminelle Handlungen zu begehen. Er hat erklärt, dass der Präsident von Venezuela jene Person ist, die er ausgewählt hat, nicht diejenige, die die Venezolaner gewählt haben. Er hat Israel einen Teil von Syrien gegeben, als ob er syrisches Territorium verteilen könnte. Er droht dem Iran mit einem Krieg, so wie Israel es fordert. Mit anderen Worten, die amerikanische Arroganz steigt zu immer größeren Höhen auf.

Irgendwann werden die russische Regierung und das russische Volk die Tatsache akzeptieren müssen, dass Russland, um eine Einigung mit Washington zu erzielen, entweder seine Souveränität aufgeben oder so aggressiv wie Washington werden muss. Und Russlands muss seine nutzlosen Widerlegungen der Anschuldigungen Washingtons durch eigene Anschuldigungen ersetzen. Andernfalls wird Washington weiter drängen, bis ein Krieg das einzig mögliche Ergebnis ist.

The Orchestration of Russiaphobia Is The Prelude To War

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/vorspiel-zum-krieg-22-04-2019/

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