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Ausland, Naher Osten

Wird der Westen die Eisenbahn zwischen dem Golf und dem Mittelmeer bauen lassen?

von Thierry Meyssanhttp://www.voltairenet.org

Während die USA und ihre Verbündeten absichtlich die Bedingungen der Hungersnot in Nordkorea geschaffen haben, später im Sudan, in Tunesien und heute im Jemen, beginnen sie auch Syrien dahin zu bringen. Der einzige Weg um das zu verhindern, ist, die regionale Wirtschaft, die während der Kriege in Irak und Syrien zusammengebrochen ist, wieder zu beleben. Zwei Eisenbahnprojekte machen sich Konkurrenz: eines um die Region zu entwickeln, das andere um sie zu spalten. Werden sich die Westmächte wie wirkliche Menschen verhalten oder werden sie ihren Herrschaftstraum weiter verfolgen?

Für seinen Wiederaufbau kann sich Syrien nur auf sich selbst verlassen, weil keiner von denen, die Hunderte von Milliarden Dollar für seine Zerstörung ausgegeben haben, bereit ist, einen Cent auszugeben, um es wieder aufzubauen.

Unter diesen Bedingungen besteht die Zukunft des Landes darin, wieder an seine Vergangenheit anzuknüpfen: als Syrien das unumgängliche Durchgangsland zwischen dem indischen Ozean und dem Mittelmeer war. In der Antike ging die „Seidenstraße“ von der alten chinesischen Hauptstadt Xi’an bis Antiochia und Tyrus.

Diese Straße war nicht nur ein Durchgang, der den Warenaustausch von Stadt zu Stadt erlaubte, sie war auch ein Kulturweg über den die chinesische Philosophie sich in Asien verbreitete und die Islamische Religion in China; eine Route, deren gemeinsame Sprache nicht die Mandarinsprache war, sondern die persische Sprache. Anschließend blieb Syrien die Passage zwischen dem indischen Ozean und dem Mittelmeer, die Syrien den Wohlstand bis zum Bau des Suez-Kanals sicherte.

Das Projekt einer Eisenbahn, die den iranischen Hafen Khorramshahr an der irakischen Grenze, über Bagdad, mit der syrischen Mittelmeerküste verbindet, ist nicht neu. Es wurde bereits vor dem Krieg geplant, zur Zeit des gemeinsamen türkisch-iranisch-syrischen Marktes. Seine Wege wurden durch pro-westliche Söldner systematisch sabotiert, indem man Züge entgleisen liess, und die Reisenden und das Zug-Personal getötet wurden.

So verstanden sich seit Jahresbeginn die Kriegshetzer – mit dem Vereinigten Königreich an der Spitze -, die Wirtschaftstätigkeit von Syrien zu verhindern. Es ist ein charakteristisches Verhalten des britischen Kolonialismus: sicherzustellen, dass die kolonisierten Völker immer abhängig bleiben.

Zum Beispiel gewährleistete London die Baumwollproduktion Indiens, als Indien der größte Baumwolle-Produzent war, aber verbot Indien die Baumwolle zu spinnen, so dass der Stoff nur in England produziert werden konnte. Das war der Grund, warum Mahatma Gandhi als Auflehnungsakt die Baumwolle am Spinnrad spinnte.

Die Vereinigten Staaten wollen jetzt gegen dieses Eisenbahnprojekt Einspruch erheben, um zu verhindern, dass schwere iranische Waffen in den Libanon gesendet werden. Wir wissen, dass dies nur eine Ausrede ist, da der Staatssekretär Mike Pompeo es selbst im letzten Monat gesagt hat. Das einzige Ziel von Washington ist, den Beginn der syrischen Öl- und Gas-Ausbeutung zu verzögern, solange die USA ihr Schieferöl verkaufen (dessen Produktion ab 2023 schnell zurückgehen dürfte, laut der Internationalen Energieagentur).

Im April 2017, dann im November letzten Jahres, hat Israel vorgeschlagen, eine andere Eisenbahn zwischen den beiden Meeren zu bauen. Der Minister für Information und Transport, Israel Katz, hat anscheinend die Zustimmung von Jordanien, Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Sultanat Oman erhalten. Der US-Sondergesandte, Jason Greenblatt, hat vorgeschlagen, dass das israelische Projekt in den „Deal des Jahrhunderts“ aufgenommen werden könnte.

Die zu transportierende Menge an Gütern ist derart, dass die beiden Projekte, trotz des Wettbewerbes, tatsächlich nebeneinander existieren können, aber Tel Aviv hat nicht den Ruf, bereit zu sein zu teilen.

Ehrlich gesagt, die einzigen Verlierer werden die Westeuropäer sein. Denn die Waren von heute sind nicht mehr diejenigen der alten Seidenstraße. In der Vergangenheit produzierten die Europäer keine Seide, während China sie ihnen anbot. Heute produzieren die einen und die anderen die gleichen Waren, die chinesischen sind von geringerer Qualität, aber viel billiger. Ihr Import könnte schnell zerstören, was von der europäischen Industrie übrig bleibt. Um sich zu schützen, sollten die Westeuropäer ihren Handel regulieren.

Übersetzung
Horst Frohlich
Korrekturlesen : Werner Leuthäusser

Quelle
Al-Watan (Syrien)

https://www.voltairenet.org/article206180.html

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