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Ausland, Nordamerika

Zwei Dinge sind Trump wichtig – Das Imperium und der Aktienmarkt

von Michael Krieger – http://www.theblogcat.de

Es ist zwar keine Überraschung, aber es ist dennoch außergewöhnlich, zuzusehen, wie sich Donald Trump öffentlich und schamlos in einen Neokon aus der George W. Bush-Ära verwandelt, wenn es um Außenpolitik geht, und einen CNBC-Börsen-Cheerleader, wenn es um die Wirtschaft geht. Genau wie Barack Obama zuvor hat Trump ein stark populistisches Spiel zu zwei Themen von monumentaler Bedeutung (Außenpolitik und die manipulierte Wirtschaft) betrieben. Aber erst einmal gewählt, hart er sich sofort umgedreht und priorisiert jetzt die Kerninteressen der Oligarchie.

Trump gibt nicht einmal mehr Lippenbekenntnisse zu populistischen Themen der großen Zusammenhänge ab, es sei denn, sie stehen in irgendeiner Weise im Zusammenhang mit dem Kulturkrieg, der für die festgefahrene Oligarchie perfekt funktioniert, da der Kulturkrieg in erster Linie als nützliche Ablenkung dient, um den Pöbel am Zanken zu halten, während gesellschaftliche Raubtiere an der Spitze das plündern, was von dieser ausgehöhlten neofeudalen Wirtschaft übrig ist.

Die Hinwendung zum Status-quo-Konsens, wenn es um zwei der existentiellsten Themen geht, mit denen die Nation konfrontiert ist, sollte für alle von großer Bedeutung sein – aber vor allem für diejenigen, die dachten, Donald Trump wäre anders. Wenn es um Militarismus und Imperium geht, ist Trumps Heuchelei und Lockvogeltaktik etwas für die Rekordbücher. Genauso als sich herausstellte, dass Obama ein Betrüger war, als er Larry Summers und Timothy Geithner einstellte (später erfuhren wir, dass sein Kabinett anscheinend von der Citibank ausgewählt wurde), hat Trump, Neokons wie Mike Pompeo und John Bolton in Schlüsselpositionen platziert, ein klares Zeichen dafür, dass man „Make America Great Again“ nehmen und es die Toilette hinunterspülen konnte. Diese Regierung ist nun scharf auf die Aufrechterhaltung und sogar Erweiterung der imperialen Reichweite ausgerichtet.

Wie bei Obama vor ihm war Trumps Verzicht auf alles Wichtige, wofür er kandidiert hatte, schon früh spürbar. Erinnert ihr euch, dass Trump während des Wahlkampfes die Saudis wegen ihrer Schlüsselrolle bei den Angriffen vom 11. September korrekt adressierte:

„Wer hat das World Trade Center in die Luft gejagt? Das waren nicht die Iraker, es waren die Saudis – schaut euch Saudi-Arabien an, öffnet die Dokumente“, sagte Trump den Gastgebern bei Fox&Friends am Mittwoch morgen…

„Es waren nicht die Iraker, die das World Trade Center zum Einsturz brachten“, sagte Trump zur Menge in Bluffton, South Carolina. „Das waren nicht die Iraker. Ihr werdet herausfinden, wer wirklich das World Trade Center zum Einsturz gebracht hat, denn es gibt da Papiere, die sehr geheim sind. Ihr könntet erfahren, dass es die Saudis waren, okay? Aber ihr werdet es erfahren.“

Kurz nachdem er diese Sätze sprach, wurden die berüchtigten „28 Seiten“ veröffentlicht, die zeigen, wie die saudischen Eliten bei der Finanzierung der ganzen Operation halfen.

https://libertyblitzkrieg.com/2016/07/15/the-28-pages-are-way-worse-than-i-thought/

(„Dies 28 Seiten sind viel schlimmer als ich dachte“)

Hat das Trump davon abgehalten, bei seinem ersten Staatsbesuch nach seiner Wahl Saudi-Arabien zu besuchen? Seid nicht albern.

Das was unsere Regierung getan hat, nenne ich nicht mehr eine Vertuschung. Eine Vertuschung meint ein passives Vorgehen. Was unsere Regierung jetzt tut, das nenne ich aggressive Täuschung.“ – Der ehemalige Senator Bob Graham, Ko-Vorsitzender im gemeinsamen 9/11 Untersuchungsausschuss des Kongresses.

Donald Trump kennt die Partitur, wenn es um Saudi-Arabien geht. Er weiß über ihre Rolle beim 11. September Bescheid und er weiß, dass sie die wichtigsten globalen Verbreiter einer terroristischen Ideologie auf dem Planeten sind. Dennoch ist Trump nun mit den Saudis enthusiastisch verbunden und ist damit ein Verteidiger und Beschützer des Status quo. Verteidige ihn so viel du willst, aber das ist nicht die Art von Sache, die er in Bezug auf Amerikas Außenpolitik in seinem Wahlkampf betrieben hat.

Wie andere Präsidenten, die vor ihm kamen, hat er für eine außenpolitische Plattform Wahlkampf betrieben und unterstützt dann eine anderen, nachdem er gewählt wurde. Tatsächlich ist Trump jetzt so weit davon entfernt, dass man von ihm erwartet, dass er ein Veto gegen eine Maßnahme einlegt, die kürzlich von beiden Häusern des Kongresses verabschiedet wurde, um die Unterstützung Saudi-Arabiens bei dessen anhaltendem Völkermordkrieg im Jemen einzustellen.

Trump weiß es besser, wenn es um die Außenpolitik geht. Und trotzdem macht er solche Sachen. Ähnliches könnte man über seine Wirtschaftspolitik sagen. Während er im Wahlkampf genau benannte, was an den Finanzmärkten vor sich ging. Er nannte es eine „große, fette, hässliche Blase“. Aber jetzt, da er im Oval Office sitzt, kann er nicht genug davon bekommen – und die Börse bei jeder Gelegenheit anfeuern, als ob es für die Masse von Menschen, die kaum zurechtkommen, etwas bedeuten würde.

„Der Präsi stichelt bei einem Meeting mit seinem Wirtschaftsberater Larry Kudlow. „Der Markt ist heute ganz oben, Larry. Also heute bis du ganz groß. Wenn der Markt schwächelt – dann ist er nicht so toll. Aber ich muss sagen, im Großen und Ganzen läuft es gut.“ Kudlow antwortet: „Ich bin nur so gut wie mein letzter Handel, Sir.“

Und 2011 hat Trump folgendes getweetet:

Trump: „Die rücksichtslose Politik der Fed mit niedrigen Zinsen und die Flutung des Marktes mit Dollar muss aufhören oder wir werden eine Rekordinflation bekommen.“

Es stellte sich heraus, dass das QE (Anm.d.Ü.: bei der EZB nennt sich QE „Anleihenkaufprogramm“) zu einer massiven Inflation der Vermögenspreise und einer gesellschaftlich stabilisierenden Vermögensungleichheit geführt hat, die eine Schlüsselrolle bei Trumps Wahl spielte, aber er ist darüber nicht mehr besorgt. Tatsächlich bettelt er jetzt aktiv um mehr Gelddrucken der Federal Reserve.

EILMELDUNG: Trump sagt: „Ich persönlich denke, die Fed sollte die Zinsen senken“, denn sie verlangsamen die Wirtschaft und statt „kontraktiver Geldmengenpolitik sollte jetzt quantiative Erleichterung (QE)“ kommen.

Ich stehe auf der anderen Seite.

Krieger: „Die Tatsache, dass Trump die Fed zu mehr QE aufruft, ist buchstäblich ein Geschenk für die reichsten Menschen der Erde, es ist eine absolute Schande und das Gegenteil von dem, was er im Wahlkampf forderte.“

„Trump ruft jetzt öffentlich zu mehr Wohlstands-Ungleichheit auf, denn das bewirkt QE.“

Viele Leute glaubten naiv, dass Trump das ernst meinte, was er im Wahlkampf sagte. Sie dachten, weil er bereits wohlhabend und kein Karrierepolitiker war, würde er da reinkommen und den Status quo zu enorm wichtigen Themen wie Außenpolitik und der manipulierten, monopolistisch dominierten, überwachungsorientierten, finanzialisierten und korrupten Ökonomie wirklich erschüttern. Nun, es stellte sich heraus, dass Trump genau wie alle anderen ist. Er will nicht der Kerl sein, der im Weißen Haus sitzt, wenn die Betrugswirtschaft und das unhaltbare Imperium zusammenbrechen. Ich schätze, ich kann es ihm nicht verübeln, aber das macht die Situation für den Rest von uns nicht weniger schlimm.

Während es eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass sowohl das US-Imperium als auch das Weltfinanzsystem unter Trump auseinander fallen, ist es wichtig zu beachten, dass er keines dieser beiden Dinge geschaffen hat. All die gefährlichen, veralteten, korrupten und nicht nachhaltigen Dinge, die täglich verzweifelt zusammengefügt werden, um den Status quo zu erhalten, haben sich seit Jahrzehnten aufgebaut.

„Für mich ist das gesamte globale Finanzsystem zu einem Enron geworden“

Es ist klar geworden, dass kein Präsident diese tickende Zeitbombe jemals absichtlich entschärfen wird, das kann sich nur nach ihrer eigenen Zeitlinie abwickeln. Das Wichtigste ist, ehrlich darüber zu sein, was wirklich vor sich geht. Damit man nicht völlig überrascht werden will, wenn sich die Welt in den kommenden Jahren schneller und dramatischer verändert, als man es sich jemals vorstellen könnte.

Trump Cares About Two Things – Empire and the Stock Market

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/trump-das-imperium-und-der-aktienmarkt-08-04-2019/

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