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Asien, Ausland

Der Westen findet eine neue anti-China-Marionette nach den Wahlen in Thailand

von Tony Cartalucci – https://einarschlereth.blogspot.com

Bild: Thanathorn ist die neueste – jedoch erfolglose – Marionette der USA

Eigenartigerweise wird Thailand in westlichen MSM als üble Militärdiktatur beschrieben – sogar von André Vltchek, der es auf eine Stufe mit Indonesien stellt – während es von Tony Cartalucci und Freunden in Thailand als gemäßigte, nicht korrupte Militärregierung angesehen wird, die sich weigert, sich von den Yankees als Bollwerk gegen China einspannen zu lassen, sondern im Gegenteil sich Chinas BRI Initiative angeschlossen hat. Bei einem 10-tägigen Aufenthalt in Thailand vor 3 Jahren hatte ich auch nicht den Eindruck eines Gewaltregimes. Weder in Bangkok noch Pattaya sah ich Militär auf den Straßen, die sich im übrigen in keinster Weise mit dem vergleichen lasssen, was André in seinen Reportagen über Indonesien schildert.

Die westliche politische Einmischung hat eine weitere ernste Niederlage erlitten – diesmal in dem südostasiatische Thailand.

Mit einer Bevölkerung von 70 Millionen Menschen, der 2.-größten Wirtschaft in Südostasien und sich wandelnd in eine regionalen Schlüsselpartner für Beijings BRI-Initiative (ein Gürtel, eine Straße) versuchten die USA und ihre Partner die Oppositions-Parteien an die Macht zu bringen bei den kürzlich abgehaltenen Wahlen im März.

Die mit dem Militär verbundene Palang Pracharath Party (PPRP) gewann jedoch die Volksabstimmung und lieferte den von den USA unterstützten Oppositionsparteien ihre erste ernsthafte Niederlage bei den Wahlen seit ihrer Machtübernahme im Jahr 2001.

Die von den USA unterstützte thailändische Opposition wird von dem flüchtigen Milliardär, dem ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra, angeführt. Er wurde 2006 nach einer Reihe von Korruptionsskandalen, Verletzungen der Menschenrechte und Versuchen, die Macht illegal zu festigen, von der Macht verdrängt.

Shinawatra hat seitdem versucht, durch eine Reihe von nepotistischen Stellvertretern an die Macht zurückzukehren, darunter seine Schwester Yingluck Shinawatra, die von 2011-2014 Premierminister war, bis sie ebenfalls durch gerichtliche und militärische Intervention verdrängt wurde.

Neben Thaksin Shinawatras Pheu Thai-Partei unterhält er auch eine gewalttätige Straßenfront, die als „rote Hemden“ bekannt ist und von US-geförderten Nichtregierungsorganisationen (NGOs), „Studentenaktivisten“-Gruppen und umfassender Unterstützung in den westlichen MSM der Multis unterstützt wird.

Bei den jüngsten Wahlen teilte Shinawatra seine politischen Kräfte in mehrere Parteien auf, um mindestens eine Partei vor der Auflösung zu bewahren, weil sie illegal als Vertreter des flüchtigen Milliardärs diente.

Zusätzlich zu Pheu Thai hat Shinawatra auch Thai Raksa Chart, Pheu Tham, Pheu Chart und Future Forward eingesetzt.

US findet „neuen“ Proxy in „Future Forward“Während Pheu Thai und andere Parteien offen von Shinawatra als Bevollmächtigte geführt werden, hat letztere – Future Forward – versucht zu behaupten, dass sie keine nominierte Partei ist.

Nichts könnte jedoch weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Die Partei – angeführt vom Milliardär Thanathorn Jungrungreangkit (normalerweise als Thanathorn bezeichnet) – setzt sich nicht nur für eine identische Agenda zur Entfernung von Thailands Militär aus der Politik ein – und damit für die Rückkehr Shinawatras an die Macht – sie hat buchstäblich ihren Parteizentrale neben Shinawatras Pheu Thai Party eingerichtet. Ihr gehören verschiedene Pro-Shinawatra-Politiker an und sie wurde von Shinawatras Thai Raska Chart (TRC) Partei als Kandidat gefördert, nachdem sich TRC vor den Wahlen aufgelöst hatte.

Thanathorn selbst ist Miterbe des Jungrungreangkit-Vermögens, das sein verstorbener Vater angesammelt und seine Mutter übernommen hat. Die Familie Jungrungreangkit ist seit langem mit Shinawatra verbündet.

Medieninteressen, die von der Familien kontrolliert werden, dienen seit Jahren als unerschütterliche Anhänger von Shinawatra und seiner politischen Agenda. Diese Unterstützung erstreckt sich auch auf die Förderung derselben westlichen Interessen und Agenden, die wiederum Shinawatras Versuch, an die Macht zurückzukehren, unterstützen und davon profitieren.

Thanathorn selbst – im Vorfeld der Wahlen – setzte sich für ausländische Interessen und Unterstützung ein – unter anderem durch Besuche beim kanadischen Premierminister Justin Trudeau und Vorträge an Orten wie dem Concordia-Gipfel – unter dem Vorsitz von eingefleischten Regimewechselpromotoren und Kriegsbefürwortern wie John Negroponte und David Petraeus sowie Vertretern gestandener Diktaturen wie Prinz Abdulaziz bin Talal bin Abdulaziz Al Saud von Saudi-Arabien.

Thanathorn hat wiederholt seine Absicht erklärt, gemeinsame thailändisch-chinesische Infrastrukturprojekte zurückzunehmen und den Haushalt des thailändischen Militärs zu kürzen, womit er sich auf die Seite ausländischer Einmischung stellt – denn beides sind Träume der Außenpolitik, die Washington seit langem verfolgt.

Es sollte daher nicht verwundern, dass Thanathorn und seine Future Forward Party in den westlichen MSM konzertierte Unterstützung finden – als Alternative zur Unterstützung von Shinawatra, deren Glaubwürdigkeit und Popularität trotz jahrelanger umfangreicher westlicher Lobbyarbeit nachlässt.

Thanathorns Zukunftspartei Future Forward Party belegte den dritten Platz hinter der militärisch vernetzten PPRP und Shinawatras Pheu Thai Party. Dennoch wurde sie von den westlichen Medien unerklärlicherweise mit einem unverhältnismäßigen und imaginären Mandat ausgestattet. Thanathorn befand sich nach der Wahl in rechtlichen Schwierigkeiten und sah sich mit mindestens 3 Anklagen einschließlich Vollksverhetzzung konfrontiert. Als er von der thailändischen Polizei vorgeladen wurde, begleiteten ihn Mitarbeiter dreier ausländischer Botschaften begleitet, darunter Vertreter aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und Kanada.

Während dies von den westlichen Medien als „internationale Unterstützung“ für einen „prodemokratischen“ Kandidaten dargestellt wird – selbst ein flüchtiger Blick auf die US-amerikanisch-kanadische Außenpolitik zeigt, dass egoistische Interessen – nicht „Demokratie“ – als gemeinsamer Nenner einet solchen „Unterstützung“ dient.

Die Leser sollten sich an die Rolle der USA-England-Kanada bei mehreren illegalen Kriegen erinnern, die sich von Libyen in Nordafrika über den Irak und Syrien im Nahen Osten bis hin zu Afghanistan in Zentralasien erstrecken, und an ihre kollektive, anhaltende Unterstützung für echte Diktaturen wie Saudi-Arabien, Katar und die neonazistischen Länder.

Die Unterstützung des Westens für Thanathorn und Future Forward ist folglich nichts anderes als eine direkte Einmischung in Thailands innenpolitische Angelegenheiten, lediglich versteckt hinter Demokratie und nicht zu ihrer Verteidigung.

Der Westen – durch Proxies wie Shinawatra und Thanathorn – versucht, die unabhängigen Institutionen Thailands einschließlich seiner Gerichte, des Militärs und der konstitutionellen Monarchie zu schwächen oder ganz zu entfernen – und der Weg für eine ungehinderte wirtschaftliche „Liberalisierung“ und die Kooptierung der thailändischen Außenpolitik geebnet wird, um die Beziehungen zu Peking aufzuheben, wodurch der südostasiatische Staat auf eigene Kosten zu einem Bollwerk gegen China wird.

Washingtons Verlorene Wette

Auf dem Höhepunkt der Macht von Thaksin Shinawatra war er der vierreichste Mann Thailands. Seine politische und finanzielle Macht war so groß, dass fast zwei Jahrzehnte intensiver Bemühungen – darunter zwei Staatsstreiche – erforderlich waren, um erheblich zu sinken. Dies gipfelte erst kürzlich darin, dass Shinawatras Pheu Thai politische Partei bei den letzten Wahlen die Stimme des Volkes verlor.

Von 2010 bis heute ist Shinawatra von Platz 4 auf Platz 19 entwickelt. Seine Glaubwürdigkeit und sein Einfluss sind so geschwächt, dass seine Vertreter – einschließlich Thanathorn – jegliche Bindung an ihn leugnen müssen.

Thanathorn – der „neue“ Stellvertreter des Westens – ist dennoch ein Stellvertreter für Shinawatra. Er stammt jedoch aus einer Familie, die nach Reichtum an 28. Stelle steht – und sein persönlicher politischer und finanzieller Hintergrund ist bereits von Korruption und Skandalen geprägt.

Der Westen greift auf Proxies zurück, die vielfach finanziell schwächer und politisch kompromittierter sind als Shinawatra im Jahr 2001 – und stösst auf thailändische Institutionen, die gut organisiert und bereit sind, besser die thailändische Souveränität zu verteidigen als je zuvor.

Die Versuche der westlichen Medien, die politische Krise Thailands in eine Form zu bringen, die ihren Interessen dient, funktionierten für Thaksin Shinawatra nicht auf dem Höhepunkt seiner Macht, brachten nichts bei den jüngsten Wahlen und werden auch nicht für Shinawatras Marionetten funktionieren, der nach den Wahlen um ein Vielfaches schwächer sind als Shinawatra 2001.

Die Rückschläge des Westens in Thailand sind nur ein Teil eines viel breiteren Musters von US-europäischen außenpolitischen Misserfolgen, das sich über die ganze Welt erstreckt, von ungeschickten Bemühungen um einen Regimewechsel in Venezuela über eine demütigende Niederlage in Syrien bis hin zu einem stagnierenden, zwei Jahrzehnte andauernden Krieg in Afghanistan. Regional sind Rückschläge in Thailand Teil eines breiteren Trends, bei dem das US-Primat in Asien sowohl durch China als auch durch den Aufstieg anderer regionaler Mächte verdrängt wird.

Die Vorstellung, dass Charaktere wie Thanathorn und Parteien wie Future Forward „Demokratie“ repräsentieren, während ihre Agenda von dem flüchtigen Thaksin Shinawatra und seinen westlichen Sponsoren von außen diktiert und in Thailand von Vertretern westlicher Botschaften in Bangkok verteidigt wird, ist ein unhaltbares Paradoxon. Demokratie ist per Definition ein Prozess der Selbstbestimmung – nicht ein Prozess, in dem das Schicksal einer Nation vom Ausland diktiert wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Realität dieses Paradoxons die heuchlerische Rhetorik, mit der sie aufrechterhalten wird, einholt.

Diejenigen, die auf Shinawatra, seinen Kandidat Thanathorn, seine Partei Future Forward oder sogar den amerikanischen Primat in Asien setzen, müssen sich fragen, ob sie bis zu diesem Zeitpunkt im nächsten Jahr – oder sogar im nächsten Jahrzehnt – glauben, dass diese unhaltbare Agenda endlich an Fahrt gewinnen wird oder ob sie sich tiefer mit vermehrten Misserfolgen beschäftigen müssen.

Tony Cartalucci ist in Bangkok ansässiger geopolitischer Forscher und Autor, insbesondere für das Online-Magazin „New Eastern Outlook“, in dem dieser Artikel ursprünglich veröffentlicht wurde. Er ist ein regelmäßiger Mitarbeiter von Global Research.
Quelle – källa – source

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

https://einarschlereth.blogspot.com/2019/04/eigenartigerweise-wird-thailand-in.html

 

 

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Der Westen findet eine neue anti-China-Marionette nach den Wahlen in Thailand

  1. Welche Staaten meint der Autor denn bitte wenn er von „neonazistischen Ländern“ spricht? Der Begriff Neonazismus darf nicht leichtfertig gebraucht werden! Doch nicht etwa die faktisch vom PiS-Vorsitzenden und biogotten und verschwörungstheorieaffinen Nationalisten Kaczynski regierte Regionalmacht Polen? Oder die Bananenrepublik Ukraine, deren faktische Machthaber die Oligarchen, die die neofaschistischen Freischärlerverbände lediglich für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren.
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    Verfasst von Ansgar Grauwind | 18. Juni 2019, 11:51

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