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Ausland, Naher Osten

Nach proklamierten Sieg über Islamischen Staat, fordern SDF mehr Separatismus als sie schlucken können…

von https://orbisnjus.com

Die Verlagerung und Sammlung von vorgeblich bekämpften ISIS-Elementen im Südosten Syriens scheint vollbracht zu sein. Washington und seine kurdischen Stellvertreter verkünden derweil abermals mit Stolz, das sie den Islamischen Staat eigenhändig vollständig ausgemerzt hätten.

Ob von einer totalen Vernichtung die Rede sein kann sei dahingestellt. Schließlich hat die US-geführte Koalition und ihre vorwiegend aus kurdischen Milizen zusammengeworfene Truppe, bereits desöfteren dahingehende sich nicht mit der Realität deckende Behauptungen aufgestellt.

Die syrische Stadt Rakka ist ein Mahnmal für rigorose US-Interventionen. Obwohl zum Zeitpunkt der medial aufgeblasenen Befreiung Rakkas, stetig davon gesprochen wurde das unerbittliche Gefechte zwischen den Parteien stattfinden würden, wurden Vereinbarungen getroffen die dazu führten das der Islamische Staat mit Mann und Maus unbehelligt aus der Stadt abziehen konnte, und sich vorwiegend in Deir-Ezzor niederließ.

Nebenher legten US-Kampfflugzeuge Rakka in Schutt und Asche, und die kurdisch dominierten Syrisch Demokratischen Kräfte (SDF) spielten die Hauptrolle in der vorgegaukelten Kriegstheatralik von dahinscheidenden SDF-Kämpfern, im unerbittlichen Kampf gegen den IS.

Vor dem Hintergrund der fadenscheinigen Kriegserinnerungen Rakkas und insgeheim geschmiedeten Allianzen und Plänen mit dem IS, sind Angaben und Pyrrhussieges-Erklärungen mit Vorsicht zu genießen.

Die seit 6 Monaten angeblich unter Beschuss stehenden ISIS-Einheiten in dem Gouvernement Deir-Ezzor unweit der östlichen Küste des Euphrats, sind nicht aus heiterem Himmel wie Pilze aus dem Boden geschossen.

Nein dies sind die Überbleibsel beziehungsweise der Löwenanteil der Terroristen, die man samt Waffen und Familien aus Rakka evakuierte. Nach der Entlassung aus Rakka ließ sich die ISIS wie gesagt in Deir-Ezzor nieder, wo sie in unmittelbarer Nähe von US-Stützpunkten ihre Zelte aufschlug und fast ein Jahr lang ihre Wunden lecken konnte, genügend Zeit zum reformieren bekam und in Vergessenheit geriet.

Erst als es dem Islamischen Staat im Rest des Landes an den Kragen ging und die syrische Armee und ihre Verbündeten machten kurzen Prozess mit Mini-Kalifaten und ISIS-Zellen, kam der US-geführten Koalition und ihrer separatistischen Infanterie in den Sinn, der gut behüteten Terroristen-Organisation vor ihrer Nase den Garaus zu machen.

Zumindest tat man so! Wenn die Amerikaner den IS wirklich auslöschen wollten, dann würde die Mission innerhalb von 48 Stunden mit Bravur erfüllt werden. Stattdessen machen sie der Weltöffentlichkeit etwas vor und porträtieren die Schlacht gegen den vermeintlichen Feind, als überaus schwierig und komplex. Die vorgespielte schon zum Teil lächerlich dargestellte Überforderung einer Schar von Terroristen erhaben zu werden, zeugt entweder von Unterlegenheit oder gezielter Nachlässigkeit die von insgeheimer Kooperation mit dem Feind herrührt. Letzteres ist hinsichtlich der gemeinsamen Eskapaden beider Akteure, längst bestätigt worden.

Die SDF und Amerikaner zelebrieren derweil frenetisch die Wiederholung des Szenarios von Rakka, und behaupten abermals das der Islamische Staat in die ewigen Jagdgründe eingegangen sei.

Wahrscheinlich darüber erfreut eine weitere Verlagerung von der Terroristen-Organisationen im Auftrag der Amerikaner hinter sich gebracht zu haben, klopfen die SDF sich gegenwärtig selbstherrlich auf die Brust und versinnbildlichen ihre blauäugige Abhängigkeit von der amerikanischen Präsenz in Syrien.

Ihre Hybris mal wieder nicht im Griff habend bilden sich die US-gestützten Kräfte etwas darauf ein Vasalen des US-Imperialismus zu sein, und stellen Forderungen an Damaskus die verdeutlichen das sie keine vertrauenswürdige Verhandlungspartner sind, und um jeden Preis ihrem separatistischen Traum eines föderalistischen Syriens nachjagen werden.

In Anwesenheit von amerikanischen Regierungsvertretern ließen sich SDF-Führungspersönlichkeiten während ihrer fadenscheinigen Siegeserklärung dazu hinreißen von der syrischen Regierung zu fordern, ihre selbst proklamierte “Autorität” anzuerkennen. In der Erklärung heißt es wie folgt:

“Wir fordern von der Zentralregierung in Damaskus den Prozess des Dialogs zu begünstigen und praktische Schritte zu vollziehen um eine politische Lösung zu erreichen, basierend auf der Anerkennung von gewählten Selbstverwaltungen in Nordost-Syrien und auf der Akzeptanz für die Besonderheit der Syrisch Demokratischen Kräfte.”

Laut dem Nachrichtenportal Southfront würden die SDF versuchen den jüngsten Sieg über die ISIS als Druckmittel auf der politischen Bühne einzusetzen. Dieser Versuch sei kaum aussichtsreich, da die Gruppierung mitnichten gewillt ist auf irgendeiner Ebene Zugeständnisse zu machen, so das Portal.

Syriens Verteidigungsminister, Ali Abdullah Ayoub, hat indes verlauten lassen, das seine Regierung früher oder später das von kurdischen Milizen okkupierte Gebiet zurückerobern würde. Kurzum erläuterte Ayoub:

“Die syrische Regierung wird sich innerhalb von einem zweier Tage dieser Angelegenheit annehmen: Ein Versöhnungs-Abkommen oder die gewaltsame Befreiung des von ihnen kontrollierten Gebiets.” Dem fügte er hinzu: ” Die SDF sind die einzig verbliebene Karte in den Händen der Amerikaner und ihren Alliierten.”

Das irakisch-kurdische Autonomiegebiet scheint aus der jüngsten Geschichte seine Lehren gezogen zu haben, und rät seinen syrischen Brüdern davon ab sich auf waghalsige Abenteuer einzulassen um ihre Sache zu erzwingen. Der irakisch-kurdische Premierminister ,Nechirvan Barzani, forderte jüngst von den syrischen Kurden mit Damaskus Frieden zu schließen. “Ich denke die Kurden in Syrien sollten versuchen im Rahmen eines vereinten Syriens eine Lösung zu finden, “ so Barzani.

Das Debakel das sich infolge des kurdischen Referendums im Norden Iraks abspielte, hat die irakischen Kurden den Separatismus augenscheinlich abschwören lassen.

Die SDF und ihr “politischer-Arm” der “Syrisch Demokratische Rat “(SDC) sind Opportunisten wie sie im Buche stehen. Als sich zu Beginn des Jahres kurzweilig die Anzeichen verdichteten, das die Vereinigten Staaten aus Syrien abziehen und die Türkei die Gunst der Stunde ergreifen würde um sämtliche Gebiete entlang der syrischen Grenze zur Türkei von kurdischen Militanten zu säubern, riefen die SDF die syrische Regierung an, um sie vor dem anrückenden Unheil zu bewahren.

Der Hotspot einer bevorstehenden türkischen Invasion ist nach wie vor die von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und der US-Armee besetzte Stadt Manbij.

Ankaras Drohungen die YPG in Manbij zu vernichten sobald die Amerikaner abgezogen sind, forcierten die Kurden Maßnahmen zu treffen die eine türkische Offensive erschweren oder gar verhindern würden.

Somit gewährte man dem russischen-Militär und der syrischen Armee sich in der Peripherie von Manbij an den Flanken zu positionieren, von wo aus potenzielle Angriffe von türkisch-gestützten Al-Qaida affiliierten FSA-Jihadisten erwartet wurden.

Hingegen war deren Präsenz im Stadtinneren von den YPG unerwünscht. Über alle Zweifel erhaben nahm dieser Schritt Ankara den Wind aus den Segeln, und veranlasste es dazu seine Söldner zurückzupfeifen.

Nichtsdestotrotz lag der US-Abzug immer noch in der Luft, und es gab keine Garantie dafür das die kurdischen Milizen nicht doch unter die Räder geraten würden, falls Ankara es sich anders überlegt.

Zu diesem Zeitpunkt schickten die SDF sich an in der Öffentlichkeit kleinere Brötchen zu backen und schlugen versöhnliche Töne an. Man würde Assad einer türkischen Offensive vorziehen, verlautete es gar aus dem Führungszirkel der kurdischen Separatisten.

Inzwischen hat sich herausgestellt das Donald Trumps Proklamationen alle US-Truppen aus Syrien abzuziehen lediglich leeres Gerede eines manipulierten “Oberbefehlshaber” waren.

Eines “Besseren” belehrt entschied sich Trump dazu auf unbestimmte Zeit einen Fuß in Syriens Tür zu lassen. Mit anderen Worten die USA erhalten ihre völkerrechtswidrige Okkupation aufrecht.

Kaum konkretisierte sich das der US-Präsident sich bekehren ließ und im Nordosten Syriens weiterhin US-Soldaten patrouillieren würden, verflog die kurz aufflammende Demut der SDF schnell wieder und die Rhetorik änderte sich schlagartig.

Etwa der SDC-Funktionär, Bassam Ishak, vergriff sich eklatant in seiner Wortwahl und spielte sich pathetisch auf indem er nach Trumpscher Manier den Dicken via Twitter raushängen ließ. Ishak sagte wie folgt:

“Syriens Verteidigungsminister bedrohte gestern die SDF: versöhnen sie sich oder machen sie sich auf unsere Kräfte gefasst. Der Minister fügte hinzu das die syrische Armee die Al-Tanf Basis von den Amerikanern befreien können. Warum Herr Minister befreit ihre einschüchternde Armee dann nicht die Golan-Höhen, Afrin, Jarablus oder Al-Bab.”

Offenbar stolz darüber zum Club der Okkupanten zu gehören, schwingt sich der SDC dazu auf Szenarien hervorzuheben die in ein totales Chaos münden würden. Die Golan-Höhen werden von Israel besetzt und Afrin ,Jarablus und Al-Bab von der NATO-Macht und kurdischen Nemesis die Türkei.

Beide Entitäten sind regionale Satellitenstaaten der USA und jedweder direkter Angriff auf die jeweiligen Streitkräfte der beiden Länder, würde den totalen Krieg nach sich ziehen und den Untergang von ganz Syrien bedeuten. Glaubt Ishak wirklich daran das wenn sich der Schlund zur Hölle öffnet, er und seine Gefolgschaft verschont bleiben? Diese schon senil wirkende Kurzsichtigkeit und übermütige Attitüde, wird den SDF eines guten Tages zum Verhängnis werden.

https://orbisnjus.com/2019/03/25/nach-proklamierten-sieg-ueber-islamischen-staat-fordern-sdf-mehr-separatismus-als-sie-schlucken-koennen-kommentar/

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Diskussionen

5 Gedanken zu “Nach proklamierten Sieg über Islamischen Staat, fordern SDF mehr Separatismus als sie schlucken können…

  1. Hier das Neuste vom US – IS Terror – Tourismus am anderen Ende

    https://www.veteranstoday.com/2019/06/21/besieged-daesh-leaders-in-kunar-region-rescued-by-american-air-craft/

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    Verfasst von zivilistin | 21. Juni 2019, 18:10
  2. Die Kurden beginnen nur sehr langsam zu begreifen, das sie ein Werkzeug der US-Administration sind. Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr. Die Kurden haben von beidem sehr viel, Feinde und falsche Freunde. Sie sollten sich daran erinnern, wer die kurdischen Flüchtlinge aus der Türkei aufgenommen hat.

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    Verfasst von Kinesiologie Köhn Potsdam | 3. April 2019, 10:23
  3. Der Autor – ein arabischer Chauvinist? – wiederholt munter „ihrem separatistischen Traum eines föderalistischen Syriens „(„Ihre Hybris mal wieder nicht im Griff habend bilden sich die US-gestützten Kräfte etwas darauf ein Vasall des US-Imperialismus zu sein, und stellen Forderungen an Damaskus die verdeutlichen, dass sie keine vertrauenswürdige Verhandlungspartner sind, und um jeden Preis ihrem separatistischen Traum eines föderalistischen Syriens nachjagen werden“). Hingegen kann nicht oft genug betont werden, dass eine Föderation oder gar eine Autonomie nichts mit „Separatismus“ zu tun hat. Wir hier leben in einer „Bundesrepublik“, d.h. in einem „föderalen“ Staat. Die ehemalige Sowjetrepublik Ukraine z.B. hat sich von den übrigen Sowjetrepubliken getrennt („separiert“). Ein linkes Portal sollte sich an Lenins Verdikt erinnern, dass das Recht auf nationale Selbstbestimmung, auch in Gestalt von Eigenstaatlichkeit, von Marxisten zu unterstützen sei – wohlbemerkt das „Recht“, nicht etwa die „Pflicht“. Die Kurden haben dieses ihnen nach dem 1. Weltkrieg von den britischen und französischen Imperialisten verwehrte Recht selbstverständlich auch. Die syrischen Kurden sind wie seit inzwischen vielen Jahren auch ihr Vorbild jenseits der nördlichen Grenze – die PKK – offensichtlich zu der Überzeugung gekommen, dass ein eigenständiger kurdischer Staat unter den herrschenden Bedingungen nicht realisierbar ist. Es bleibt aber zu hoffen, dass sich die in Damaskus herrschende arabisch-nationalistische Baath-Partei nach ihren Erfahrungen der jüngeren Zeit mit ihren arabischen Brüdern soweit vom arabischen Chauvinismus und von ihrer machtmonopolistischen Grundhaltung lösen kann, dass sie das Angebot der PDY/YPG annimmt, diese nicht weiter in die Armee des US-Imperialismus treibt und so eine stabilere Zukunft für Syrien zu ermöglicht.

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    Verfasst von A.Holberg | 25. März 2019, 17:44
    • Mit einem Föderalismus a la BRD käme die syrische Regierung bestens klar. Was die YPG jedoch fordert ist eine de facto Separation unter dem Namen „Föderalismus“. Das eigentliche Problem ist der Umstand, daß im von den USA und ihren YPG-Bodentruppen kontrollierten Gebiet im Nordosten Syriens die Kurden eine Minderheit darstellen und die arabische Mehrheit nie befragt wurde zu ihren Absichten, vielmehr militärisch besetzt wurde und inzwischen auch aktiven Widerstand leistet. Lenins Verdikt wäre somit ebenso auf die arabische Nation unter der YPG/US-Besetzung anzuwenden. Dies Verdikt sieht aber nicht vor, die Möglichkeit eines Flickenteppichs von unabhängigen „Nationen“ zu schaffen, sondern bezieht sich auf einigermaßen geschlossene Gebiete von ethnisch und kulturell einheitlicher Bevölkerung.
      Selbstverständlich sollte im künftigen Syrien der arabische Chauvinismus der Vergangenheit nicht wiederaufleben. Vielmehr sollten alle Minderheiten das Recht auf die eigene Kultur (z.B. Schulunterricht in der Muttersprache) haben. Vorbild könnte die Verfassung und die Praxis von Eritrea sein, wo es auch einen Flickenteppich unterschiedlicher Ethnien und Kulturen gibt – im Rahmen eines einheitlichen Staates.

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      Verfasst von Eugen Hardt | 25. März 2019, 18:22
      • Abgesehen von der Frage, wie die arabische Besiedlung von Teilen des von der YPG verlangten „föderativen“ kurdischen Teilstaats zustande gekommen ist („Arabischer Gürtel“ zwecks „Entkurdisierung“ der Region) stimme ich hier weitestgehend zu. Allerdings kann das Recht auch auf Eigenstaatlichkeit, die – wie gesagt – von der PDY nicht gefordert wird, nicht durch die Gewährung kultureller Rechte aufgehoben werden. Die Frage, was konkret zu fordern sinnvoll (und progressiv) ist, ist demgegenüber nachgeordnet. Ich glaube auch, dass ein eigenständiger kurdischer Staat – und das dann auch nur in dem Gebiet, in dem die kleinste Gruppe des kurdischen Volkes lebt – weder möglich noch besonders fortschrittlich wäre.

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        Verfasst von A.Holberg | 26. März 2019, 9:46

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