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Ausland, Europa

Europa driftet auseinander

von Ein politischer Junkie – http://viableopposition.blogspot.com

Übersetzung LZ

Während die meisten Länder der Welt weitgehend ignorieren, was in Europa geschieht (mit Ausnahme von Brexit und den Gilettes-Jaune-Protesten im Vereinigten Königreich bzw. in Frankreich), besteht kein Zweifel daran, dass die Union unter Druck steht und dass seit den Schuldenkrisen der PIIGS-Regierungen in der Zeit nach der Rezession sehr wenige der Probleme gelöst wurden.  In diesem Beitrag möchte ich untersuchen, wie Europa zunehmend zu einer Union der Ungleichgewichte geworden ist, da das wirtschaftliche Schicksal der Mitgliedstaaten voneinander abweicht.

Beginnen wir mit dieser Karte, die das BIP pro Kopf (in aktuellen US-Dollar) zeigt:

Hier sind die vier wichtigsten Nationen, gemessen am BIP pro Kopf:

Luxemburg – $104.103

Schweiz – $80.190

Norwegen – $75.505

Irland – $69.331

Im Gegensatz dazu finden wir Kroatien bei 13.924 $, Polen bei 13.812 $, Ungarn bei 14.225 $ und Lettland bei 15.594 $.

Die Europäische Union verfügt über eine Politik, die die wirtschaftliche Divergenz bekämpfen soll, indem sie den Reichtum von reicheren zu ärmeren Nationen umverteilt. Laut dieser Veröffentlichung der Weltbank ist ein Markenzeichen der EU-Politik der Umverteilungscharakter von Steuer- und Leistungssystemen, die darauf abzielen, Armut und Ungleichheit in den EU-Ländern zu verringern und allen ihren Bürgern Zugang zu annähernd gleichen Sozialprogrammen einschließlich Renten zu verschaffen.
Tatsächlich ist dies nicht besonders der Fall.  Wie Sie dieser Grafik entnehmen können, ist das BIP im Kaufkraftstandard (gemessen am Volumen des BIP jeder Nation und geteilt durch die Kaufkraftparität der Nation, die Preisniveauunterschiede zwischen den Nationen beseitigt) pro Einwohner für die osteuropäischen Nationen im Allgemeinen sowie für Italien, Spanien und Portugal im Vergleich der Daten von 2004 bis 2014 niedrig geblieben:

Hier ist ein Balkendiagramm, das die gleichen Informationen zeigt, die bis Juni 2018 aktuell waren, was deutlich zeigt, dass das BIP in Kaufkraftstandards in der EU stark variiert:

Schließlich gibt es hier Liniendiagramme für mehrere europäische Länder, die zeigen, wie sich das BIP in Kaufkraftstandards im Laufe der Zeit verändert hat:

1.) Deutschland:

2.) Spanien:

3.) Italien:

4.) Portugal:

5.) Griechenland:

6.) Vereinigtes Königreich:

Da Irland einer der Schuldübertreter der europäischen Schuldenkrise war, lassen Sie uns einen Blick auf die Grafik werfen, die zeigt, wie sich die wirtschaftliche Situation Irlands verbessert hat:

Es wird sehr deutlich, dass in Europa wirtschaftliche Unterschiede bestehen, wobei die nordeuropäischen Nationen wirtschaftlich stärker werden, während ihre Pendants im Süden auch mit dem Umverteilungsmandat der Europäischen Union wirtschaftlich schwächer werden.

Obwohl es dank der massiven Rettungsbemühungen Anfang der 2010er Jahre keine aktuelle Schuldenkrise für Europa gibt, ist es offensichtlich, dass es zwei Europa gibt: die Besitzenden und die Nicht-Besitzenden, eine Situation, die es der Union der Ungleichen erschweren wird, diese zu erhalten.  Im Laufe der Zeit scheint es, dass die Mitgliedstaaten der EU eher unter wirtschaftlichen Divergenzen als unter wirtschaftlicher Konvergenz leiden, einem der Ziele der Vereinigung europäischer Staaten überhaupt.

http://viableopposition.blogspot.com/2019/03/divergence-in-europe.html

 

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Europa driftet auseinander

  1. Das ist so. Wenn Eisberge auseinander driften und langsam schmelzen,
    ist der Zustand erreicht, der vorher war. Was ist daran so schlimm??
    Die Einzigen die wieder schwimmen müssen sind die Konzerne, denn Wir
    waren immer im Wasser und mußten nur aufpassen, das Wir nicht zwischen
    den Eisbergen zerrieben werden, auf die sich die Konzerne es sich gemütlich
    gemacht hatten! Und wenn Sie in der Zwischenzeit das schwimmen verlernt
    haben, na dann gehen Sie halt unter! Was ist daran so schlimm??

    Liken

    Verfasst von wolfgang fubel | 28. März 2019, 16:08
  2. Thema „EU ruiniert Sozialstaat“. Seit wann ist Hartz IV denn sozial? Wir haben doch überhaupt gar keinen Sozialstaat mehr, wie kann denn dann die EU den Sozialstaat ruinieren? Die EU ruiniert nicht den Sozialstaat, sondern die EU baut gerade einen asozialen Staat auf, wo jeder EU-Einwohner per Zwangsverfügung (Eingliederungsverwaltungsakt des SGB II) von der Agentur für Arbeit über ihre einstigen Tochterunternehmen (Personalserviceagenturen), jetzt Zeitarbeitsunternehmen genannt, an Unternehmen verliehen werden kann. Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen und kein Dach über dem Kopf haben, sprich der bekommt auch keine Sozialleistungen, die übrigens für ein würdevolles soziales Leben viel zu gering sind. Asozialer geht es ja wohl kaum noch.

    Unter den arbeitenden Deutschen gibt es einen Teil, der gönnt noch nicht einmal seinen eigenen Landsleuten die Grundsicherung für Erwerbsfähige bzw. für Erwerbsunfähige. Ebenfalls unter den arbeitenden Deutschen gibt es einen Teil, der gönnt diesen Schwächsten auch keine repressionsfreie Grundsicherung. Die arbeitenden Deutschen zeigen also auch noch asoziales Verhalten untereinander gegenüber den Schwächsten ihrer eigenen Landsleute an. Ja und selbst dann noch, wenn alle einschließlich sie selbst ein Bedingungsloses Grundeinkommen bekämen, würde sie ihre Meinung nicht ändern und zeigen somit ein asoziales Verhalten gegenüber sich selbst an! Dieses asoziale Vehalten gegenüber den eigenen Mitmenschen ist übrigens mit eine der Gründe dafür warum Deutschland jetzt ein asozialer Staat ist. Dafür Bedarf es keiner Einwanderung mehr. Das Problem ist nicht die Zuwanderung, denn die Probleme, die jetzt da sind, hatten wir bereits auch ohne Zuwanderung. Die geplante Zuwanderung wird nur als Vorwand benutzt, um von den wahren Problemen abzulenken. Solange die Deutschen die wahren Ursachen der Probleme nicht angehen, solange wird Deutschland immer asozialer werden, wie die Prämien für Agenturleiter der Jobcenter für das Erreichen der Sanktionsquote unseres asozialen Sozialsystem eindeutig belegt.

    Die meisten Menschen sind als Lern-, System-, oder Konsumsklave beschäftigt oder mit sich selbst überfordert. Die Meisten von denen haben von solchen Sachen, wie Geldschöpfung aufgrund von Schulden ohne Deckung durch Sachwerte, Geldsystem in fremden Händen, exponentielles Zinssytem und der dadurch bedingte Wachtstumszwang der Realwirtschaft, welche überflüssige und völlig sinnentleerte Dienstleistungen, wie Call-Center hervorgebracht haben, doch noch nie etwas gehört! Wenn die Realwirtschaft gesättigt ist, weil kein Markt unendlich ist, fangen die Probleme an. Überall fehlt Geld und keiner weiß warum. Das man durch Arbeiten überhaupt gar kein Geld generieren kann, sondern nur Schulden, die ein anderer aufnehmen muß – wissen auch nur die Wenigsten. Und verschulden können die Anderen sich nur, wenn sie der Bank im Gegenzug echte Sachwerte als Sicherheit überlassen. Jetzt müßte es aber doch so langsam mal bei den Deutschen im Kopf klingeln oder?

    Bei den meisten klingelt es ja erst, wenn die Arbeit weg, Einfamilienhaus weg, Porsche weg, Frau weg ist und wer ist daran jetzt schuld? Doch nicht die Arbeitslosen, die tun doch überhaupt nichts. Das ist der Preis dafür für Jahrzehnte langes wegschauen während Zentralbanken, Konzerne und Roboter, die ohne Ausgleichsabgabe und Freihandelsabkommen die Gewinne ohne jegliche Kapitalverkehrskontrolle quasi an eine Steueroase weitergeben – umgeben von schönen nackten Mädchen auf einer Südsee-Insel von der ihr noch nicht einmal wißt, daß es sie gibt und wie man da eigentlich hinkommt. Dagegen ist das Bedingungslose Grundeinkommen für 500 bis 750 Millionen Menschen in Europa mit rund 1.500 Euro im Monat nur ein Katzensprung entfernt.

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    Verfasst von Aufgewachter | 22. März 2019, 18:01

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