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Ausland, Naher Osten

Der Januar 2019 im Leben von Nova-Atlantis – Teil 1

von Jochen Mitschka – https://kenfm.de

Ein Land und seine Abenteuer, im Spiegel von Medienberichten.

Dieses Essay erzählt die Geschichte des Landes Nova-Atlantis im Januar 2019. Dies ist keine Satire. Es sind wahre Begebenheiten, echte Vorfälle, nur mit geänderten Namen. Versuchen Sie einfach, die Fakten auf sich wirken zu lassen, ohne erkennen zu wollen, welche Personen und Länder dahinterstecken. Die Idee ist, dass Sie das Essay lesen, ohne auf die Links zu klicken, um die wirklichen Namen zu erkennen. Diese Dinge passierten wirklich im Januar 2019, nicht vor hundert Jahren. Die Artikelserie basiert auf einem im NIBE-Verlag erschienenem Essay (1).

Es sind Fakten, sicher, sie sind zum Teil einseitig dargestellt, ohne ausgewogene Bewertung von beiden Seiten. Aber es bleiben Fakten. Und wenn Sie Ähnlichkeiten zum Verhalten von Kolonialländern vergangener Jahrhunderte finden, sollte mich das nicht verwundern. Die Kolonialzeit wurde auch nicht beendet durch „ausgewogene“ Darstellung von beiden Seiten, sondern durch die Parteinahme für die Unterdrückten und Schwachen.

Lesen Sie sich einfach durch die Geschichte des Januars, und dann der Vorgeschichte, die zu diesem Januar führte, und machen Sie sich ihre Gedanken. Dann im Anschluss prüfen Sie die Links und ob die Tatsachen richtig geschildert wurden. Damit eröffnen Sie sich die Chance, einen Eindruck von den Fakten zu erhalten, ohne durch Vorurteile geblendet zu werden.

Und los geht es mit einer Nachricht am 1. Januar 2019:

Die kritische linke Zeitung Kritika von Nova-Atlantis veröffentlichte Anfang Januar einen Artikel, in dem erklärt wurde, dass eine Ausstellung über Zensur in dem Land zensiert wurde, und die Künstler daher ihre Kunstwerke wieder zurückzogen. „Die Kuratoren entfernten eine Arbeit über das Gedicht ‚Widerstehe, mein Volk‘ und stellten stattdessen den Zensurvorgang aus“ (2). Der Beschluss der Zensur war vom Kultusminister erteilt worden. Daraufhin zogen vier Künstler ihre Arbeit aus der Ausstellung zurück.

Wie schon länger angekündigt, zog sich Nova-Atlantis zum Anfang des Jahres aus der weltumspannenden Organisation zum Schutz von Kulturgütern zurück, mit der Begründung, dort unfair behandelt zu werden. Das von Nova-Atlantis besetzte und kolonialisierte Land Aboringina war von der Organisation als Mitgliedsstaat zugelassen worden, und die Kolonialisierung von der Organisation verurteilt worden (3).

Eine Organisation, die weltweit dazu aufrief, Nova-Atlantis zur Beachtung von Völkerrecht und der Menschenrechte zu drängen, und der letzten Kolonie des 21. Jahrhunderts Unabhängigkeit zu gewähren, oder seinen Einwohnern volle Staatsbürgerschaft einzuräumen, wurde von den meisten Kolonialstaaten unterdrückt. Diese führten derweil selbst neokoloniale Kriege, um Nachbarländer von Nova-Atlantis wieder stärker unter ihre Kontrolle zu bekommen. Trotzdem wuchs die Kampagne der Kolonialgegner weltweit. Ein Artikel berichtete darüber.

„Das Jahr 2018 war eines der Siege für Menschenrechtsaktivisten trotz starken Drucks, Angriffen und Propaganda-Anstrengungen von Nova-Atlantis und seinen Lobby-Gruppen, die bemüht waren, das Image des Landes zu säubern.“ (4)

Der Bericht zeigte dann einzelne Erfolge der Bewegung auf, die insbesondere darauf beruhten, dass immer mehr junge Menschen nicht mehr den Erklärungen des Establishments folgen wollten. Das wiederum führte zu immer härteren Maßnahmen in den Ländern mit kolonialen Ansprüchen. Im wichtigsten Land, Great-Unistan gingen die Maßnahmen so weit, dass man von Angestellten des Staates forderte, zu schwören, nichts zu unterstützen, was der Wirtschaft des Landes Nova-Atlantis schaden könnte. Wer den Schwur nicht ablegte, wurde entlassen (5).

Trotz des Drucks begannen auch immer mehr Künstler, nicht mehr in Nova-Atlantis auftreten zu wollen. Was in vielen Fällen erhebliche Nachteile für sie mit sich brachten. Denn das Establishment in der Wirtschaft, Politik und den Medien, von mehr als der Hälfte der Weltwirtschaft, unterstützte die Kolonialpolitik von Nova-Atlantis.
Da die eigenen Bevölkerungen aber gegen Kolonialismus war, der im 21. Jahrhundert anachronistisch erschien, gewährten Sie doch dem unterdrückten Volk, das unter der Kolonialherrschaft litt, Hilfen, die wiederum in vielen Fällen von den Behörden von Nova-Atlantis zerstört wurden. Darunter besonders Schulen (6) und Infrastrukturprojekte (7) .

Das Establishment der Spenderländer schweigt weitgehend still, wenn die mit Steuergeldern finanzierten Projekte durch Nova-Atlantis zerstört werden, was deutlich macht, dass diese Projekte nur zur Beruhigung der eigenen Bevölkerung, und auf deren Kosten, gefördert wurden.

Der Artikel berichtete, dass trotz der Unterstützungs-Politik der Eliten der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt für die Kolonialpolitik von Nova-Atlantis, einzelne Graswurzelbewegungen erreichten, dass immer mehr Städte, Regionen und sogar ein erstes Land in demokratischen Abstimmungen entschieden, keine Waren mehr zu akzeptieren, die in den von Nova-Atlantis besetzten Kolonialgebieten hergestellt worden waren.

Nova-Atlantis droht mit allen möglichen Folgen, sollte eine Regierung den Boykottaufrufen der Menschenrechtsaktivisten nachgeben. Das Gesetz nennt, in jenem ersten Land der Welt, in dem auf dem Rücken von Kolonialvölkern gemachte Gewinne nicht mehr legal sein sollen, jedoch nicht direkt Nova-Atlantis. Allerdings ist es derzeit das einzige Land, das solche illegalen Kolonialgüter weltweit vermarktet. Und so schreibt eine Zeitung von Nova-Atlantis: „Nova Atlantis schäumt während der (…) Senat den Gesetzentwurf zum Verbot von Siedlergütern weiterleitet“ (8).

Im Januar wurde bekannt, dass die Selbstverwaltungsbehörden des von Nova-Atlantis kolonialisierten Aboringina forderten, dass eine internationale Kommission eingerichtet werden sollte, die Ausgrabungen von Nova-Atlantis zu untersuchen, die an einem ihrer wichtigsten historischen Stätten Ausgrabungen vornahmen, ohne dass Aboringinas Rechte in irgendeiner Weise berücksichtigt wurden.

„‘Diese Ausgrabungen beabsichtigen Risse in Häusern von Einwohnern Aboringinas zu erzeugen, worauf Behörden von Nova-Atlantis den Bewohnern befehlen, diese Häuser zu verlassen, da sie nicht mehr als Wohnungen geeignet wären‘ erklärte die Behörde von Aboringina. (…) Die Behörde beschreibt dann die Vertreibung der Menschen Aboringinas aus ihren Häusern als ‚im großen Stil, systematisch durchgeführte ethnische Säuberung‘.“ (9)

Nova-Atlantis verweigerte internationalen Organisationen den Zugang.

In den ersten Januartagen erschienen Berichte über die Abstimmung im Parlament von Nova-Atlantis, nach denen in Zukunft die Todesstrafe für „Terroristen“ verhängt werden kann. „Wegen terroristischer Verbrechen sollen (…) Militärgerichte die Todesstrafe verhängen können. Das hat das Parlament entschieden.“ Allerdings muss man wissen, dass jene, die von Nova-Atlantis als „Terroristen“ angesehen werden, tatsächlich Menschen sind, die nach UNO-Statut und mehreren Resolution des Weltgremiums von ihrem legalen Widerstandsrecht gegen einen Angreifer und Besetzer wahrnehmen.

Die Generalsversammlung der Vereinigten Nationen hat bei mehreren Gelegenheiten das Recht von kolonialisierten Völkern, und insbesondere den Menschen von Aboringina bestätigt, sich „mit allen verfügbaren Mitteln, besonders auch dem bewaffneten Kampf“ zu widersetzen (10).

Die UNO Generalversammlung hatte außerdem erklärt, sie „verurteile scharf alle Regierungen, die das Recht auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von Menschen unter kolonialer und ausländischer Herrschaft sowie Unterjochung durch Fremde nicht anerkennen, insbesondere dem Kampf der Menschen von Afrika und des Volkes von Aboringina“. (11)

Obwohl also, was der Kolonialstaat Nova-Atlantis als „Terrorismus“ betrachte, von der internationalen Gemeinschaft als legaler Widerstand gegen eine illegale Besatzung bezeichnet wird, führte die Entscheidung, solche Taten mit dem Tode zu bestrafen in den Hauptstädten der westlichen Welt keineswegs zu einem Aufschrei.

Ebenfalls im Januar machte ein Artikel von Kritika aus dem Jahr 2018 noch einmal die Runde in den sozialen Medien, in denen der Umgang mit Kindern des kolonialisierten Volkes von Aboringina bemängelt wird. Hunderte von Kindern des Kolonialvolkes waren von ihren Familien getrennt und in Gefängnissen untergebracht worden (12).

Anlässlich des Todes eines „guten Kolonisten“ erschien ein Artikel in Kritika, der den Kritiker des Kolonialstaates beschrieb. „Er war der ideale Schlüssel, mit dem Außenseiter ihre eigenen Ideen eines ‚besseren Nova-Atlantis‘ finden konnten: philosophisch, progressiv, nach Frieden suchend. Aber dieser idealistische Traum, (…) war längst Vergangenheit.“ (13)

Immer noch am 1. Januar berichtete eine Zeitung der Region, dass Nova-Atlantis „Operationen“ im Nachbarland intensivieren wolle, und zwar gemeinsam mit Great-Unistan, das einen Teil des Nachbarlandes besetzt hielt und mehrere Angriffe gegen die militärischen Kräfte von Muntada durchgeführt hatte, während diese gegen Terroristen im Land kämpften.

„Der Premierminister von Nova-Atlantis, Anan Katarakt sagte, dass er und der Außenminister von Great Unistan Wege diskutierten, um Aufklärung und die Zusammenarbeit bei Operationen zwischen Great Unistan und Nova-Atlantis in Muntada zu intensivieren, und um andererseits zu blockieren, was er eine „Aggression von Semistan“ in der Region nannte.“

Tatsächlich hatte Semistan keinerlei Angriffe gegen Nova-Atlantis ausgeführt. Vielmehr war es auf Bitte von Muntada gekommen, um dem Land zu helfen, sich gegen angreifende Terroristenarmeen zu verteidigen, die von Great-Unistan, Nova-Atlantis, und insbesondere einigen Diktaturen der Region finanziert und unterstützt worden waren. Semistan war jedoch kritisch gegenüber der Kolonialpolitik von Nova-Atlantis eingestellt und unterstützte die Widerstandsbewegungen.

Der Premierminister von Nova-Atlantis erklärte, sein Land würde niemals zulassen, dass ein anderes Land, gemeint war Semistan, an seinen Grenzen eine Militärmacht aufbauen könnte, die dem eigenen Staat bzw. den Ansprüchen auf die kolonialisierten Regionen gefährlich werden könnte. Dabei vergaß er jedoch darauf hin zu weisen, dass Nova-Atlantis das einzige Land der Region war, das über 200 bis 400 Kernwaffen verfügte, die auf Semistan gerichtet waren.

Ebenfalls im Januar, wurden Berichte verbreitet, die an die Vertreibung von hunderttausenden von Ureinwohnern in Nova-Atlantis erinnern und aufzeigten, dass Siedler die Nova-Atlantis aus aller Welt in die Kolonialgebiete gerufen hatte, dort fast täglich Angriffe gegen die kolonisierte Bevölkerung durchführen (14) . Eine der Siedlungen wurde von einer der führenden Zeitungen in Great-Unistan als „eine Bastion von Extremisten auf den Hügeln, welche die Stadt Sulban in Aboringina (…) beherrscht“ beschrieben. Dort lebten ungefähr 1.000 radikale Kolonisten, die 20.000 Menschen Aboringinas terrorisierten (15).

Ziemlich zeitgleich kursierte ein Video im Internet, das darstellte, wie eine Stadt in Great-Unistan, nach Aufständen wegen Tötung von Menschen durch die Polizei, von Fachleuten der kolonialen Unterdrückung in Nova-Atlantis lernen, wie Aufstände am besten niedergeschlagen werden. Dazu gehört zum Beispiel Wirkstoffe des Stinktiers, die von den Behörden von Aboringina entwickelt worden waren, und in Wasserwerfern und Tränengas eingesetzt werden. Deren Einsatz aber nur gegen das kolonialisierte Volk erlaubt wurde (16) .

Auch Anfang 2019 erklärte der Präsident von Semistan die weitere Unterstützung für das kolonialisierte Volk Aboringina. Er verurteilte die Versuche, die illegale Kolonialisierung zu legalisieren (17).

Und eine lokale Zeitung berichtete, dass Nova-Atlantis das neue Jahr begänne, wie es das alte abgeschlossen hätte, mit der Zerstörung von Häusern der Ureinwohner Aboringinas. Das Haus wurde abgerissen, weil es nicht über eine Bauerlaubnis der Kolonisten verfügte, die aber für Ureinwohner nicht erteilt wird, sondern nur für Kolonisten (18) .

Nova-Atlantis hatte zwei Male das Nachbarland Nonabil angegriffen, war aber immer wieder von Widerstandsgruppen des Landes gezwungen worden, die Kontrolle am Boden wieder aufzugeben. Aus diesem Grund hatten Nova-Atlantis und Great-Unistan diese Widerstands-Gruppen zu Terroristen erklärt. Gefolgt von mehreren anderen Regierungen, die unter der Kontrolle von Great-Unistan standen. Um sich vor Angriffen dieser „Terroristen“ zu schützen, verbreitete Nova-Atlantis nun in einem Video, welche Maßnahmen Nova-Atlantis realisiert hatte, um ein Eindringen auf dem Seeweg zu verhindern (19) .

Ebenfalls Anfang Januar wurde bekannt, dass Nova-Atlantis die Blockade eines Teils der Kolonie Aboringina perfektioniert hatte, indem es eine so genannte „See-Wand“ ins Meer baute. In den belagerten und blockierten Teil der Kolonie Aboringina ließ Nova-Atlantis nur die lebensnotwendige Menge an Kalorien in Form von Lebensmittelimporten. Die Menschen durften nicht ausreisen, kaum jemand erhielt eine Einreiseerlaubnis. Nur in einigen besonderen Notfällen wurde einem Zivilisten der belagerten Region erlaubt, diese zu verlassen. Wobei die Erlaubnisse entweder willkürlich oder erst nach internationalen Beschwerden erteilt wurden.

Die belagerte Region war einst auch durch Nova-Atlantis besetzt gewesen, aber auf Grund des Widerstandes musste sich der Kolonialstaat dann daraus zurückziehen. Seitdem führte das Land zwei größere und immer mal wieder kleinere Bombenkriege gegen die Region und zerstörte immer mehr Häuser und Wohnraum. Da Baumaterialien praktisch nicht eingeführt werden dürfen, konnten diese Häuser in der Regel auch nicht wiederaufgebaut werden.

Das Trinkwasser war bekannterweise verseucht, unter anderem durch exzessive Nutzung Chemie im Grenzbereich, auch und besonders auf der Seite der Belagerten, um einen Ausbruch rechtzeitig erkennen zu können. Jeder der sich dem Grenzzaun näherte wurde er- oder angeschossen. Die Abwässer mussten ungeklärt ins Meer geleitet werden. Aber Nova-Atlantis verlangte die Aufgabe des Widerstandes gegen die Kolonialmacht und Unterwerfung unter seine Regeln, bevor man über Erleichterungen verhandeln wollte.

Die „See-Wand“ war nun eine weitere Perfektion der Blockade, wodurch auch Schwimmer und Taucher davon abgehalten werden sollten, aus dem blockierten Gebiet zu fliehen (20) .

Am 2. Januar wurde ein Video verbreitet, dass berichtete, wie Nova-Atlantis vor fast 60 Jahren zu seinen Kernwaffen gekommen war, durch die das Land nun in der Lage ist, die ganze Region zu dominieren und jeden Angriff mit totaler Vernichtung des Gegners bedrohen kann. Darüber hinaus hatte das Land eine Doktrin entwickelt, im Falle der entscheidenden Niederlage in einem Krieg, alle Atomwaffen zu zünden (21) (22) .

Eine regionale Zeitung berichtete Anfang Januar auch, dass ein größerer Militärkonvoi der Armee von Nova-Atlantis zur Grenze von Nonabil unterwegs war. Es ging anscheinend darum, die Befestigungsanlagen zu verbessern, und Tunnel zu finden, mit denen Widerstandskämpfer aus Nonabil in die durch Nova-Atlantis kontrollierten Kolonialgebiete eindringen könnten (23) .
Zeitgleich wurde durch Quellen aus Aboringina Videoaufnahmen veröffentlicht, die zeigen sollen, dass von den Kolonialtruppen am Vortag extrem toxisches Gas gezielt auch gegen Sanitäter und Ärzte eingesetzt worden war (24) .

Am folgenden Tag wurde berichtet, dass Soldaten aus Nova-Atlantis, die die Blockade eines Teils von Aboringina bewachten, auf einen Beobachterposten geschossen hatten. Von Opfern wurde nicht berichtet (25) . Am gleichen Tag schrieb Kritika, dass ein ehemaliger Richter am höchsten Gericht von Nova-Atlantis den Premierminister des Landes mit dem Kopf einer kriminellen Vereinigung verglichen hätte.

„Ein ehemaliger Vizepräsident des höchsten Gerichtes, griff den Premierminister Anan Katarakt am Sonntag wegen des Aufrufs an, keine Entscheidung über eine Anklage gegen ihn in drei Strafverfahren vor den Wahlen zum Parlament am 9. April zu fällen.“ Hintergrund war, dass der Premierminister nach den Wahlen wegen der Immunität als Abgeordneter und der vermutlichen Wiederwahl als Premierminister nicht strafrechtlich verfolgt werden kann (26) .

Ebenfalls am gleichen Tag wurde bekannt, dass die Polizei von Nova-Atlantis fünf Minderjährige aus Nova-Atlantis wegen des Mordes an einer Frau aus Aboringina verhaftet hatten. Sie sollen in den Kolonialgebieten Steine auf das Auto der Frau geworfen haben, durch die sie zu Tode kam. In der Vergangenheit waren ähnliche Taten durch Bewohner von Nova-Atlantis regelmäßig mit sehr geringen Strafen geahndet. Oft wurden die Täter anschließend wie Helden gefeiert (27)(28) . Da im vorliegenden Fall die Straftäter minderjährig waren und auch eine Tötungsabsicht bestritten wird, dürfte die Strafe noch geringer ausfallen als sonst üblich.

Einer der führenden Geistlichen von Nova-Atlantis forderte denn auch die sofortige Freilassung der Jugendlichen. Die „Kinder“ welche die Mutter von sieben Kindern in ihrem Auto zu Tode gesteinigt hatten, sollten sofort entlassen werden, weil es keine Terroristen wären (29).

Immer noch am gleichen Tag veröffentlichte Kritika einen Artikel, der beschrieb, wie eine weitere historische Stätte von Aboringina, eine 1.200 Jahre alte Stadt, unter Neubauten verschwinden wird, die der Kolonialstaat Nova-Atlantis darauf baute (30). Als Grund für die Vernichtung von Kulturstätten wurde von Kritikern angegeben, dass der Kolonialstaat möglichst alle Spuren von Kultur des kolonialisierten Gebietes vernichten wollte.

„Archäologen die in Zentral Nova-Atlantis Ausgrabungen vornehmen, entdeckten die Überreste einer einst wohlhabenden ländlichen Stadt aus der frühen Periode (…). Sie holten aus der Erde luxuriöse Dekorationen von Häusern mit Mosaiken und Gewölbebögen, verputzte Wasserzisternen und einst betriebsame Ölpressen und Glaswerkstätten, alle ungefähr 1.000 Jahre alt. (…) All das werden die meisten Menschen nie sehen, da das Gebiet schon an einen Immobilienentwickler abgegeben wurde, und die Ruinen schon bald durch die Neubauten eines neuen Logistik-Zentrums für die nahe liegende Stadt (…) zerstört sein werden.“(31)

Kritiker von Nova-Atlantis behaupteten, dass mit der Vernichtung solcher archäologischen Stätten das Narrativ der „unbewohnten Gebiete“ geschützt werden soll.

Fast zeitgleich wurde bekannt, dass die Armee von Nova-Atlantis zwei Positionen der Widerstandsgruppe im belagerten und blockierten Teil von Aboringina unter Beschuss genommen hatte (32) .

Im Vorjahr hatte das Parlament ein der Verfassung gleichgestelltes Gesetz erlassen, nach dem nur Mitglieder einer bestimmten Religion alle Bürgerrechte uneingeschränkt beanspruchen können. Kritiker erklärten, dass hierdurch Apartheidregeln, ähnlich wie im Südafrika unter der Herrschaft weißer Siedler, legitimiert würden. Da aber nur 40% der Bevölkerung, die durch den Staat beherrscht wird, so eine These, dieser Religion angehöre, kann man den Staat eigentlich nicht auf diese Religion reduzieren (33) .

Und immer noch am gleichen Tag wurde bekannt, dass ein Gesetzentwurf in Great-Unistan, mit dem nicht nur Staatsangestellte, sondern alle Bürger mit Strafen belegen würden, die dem Kolonialstaat Nova-Atlantis wirtschaftliche Schäden durch Boykottunterstützungen zufügen, abgelehnt würde. Der Grund war, dass nach den letzten Wahlen zwei neue Unterstützer der Boykottaufrufe in das Parlament gewählt worden waren (34).

Im gleichen Zeitraum antwortete die Regierung von Nova-Atlantis auf den Vorwurf einer großen Zeitung in Great-Unistan, dass die Erschießung von Sanitätern und Ärzten an der Grenze zu den blockierten und belagerten Gebieten von Aboringina Kriegsverbrechen sein könnten.

„Am Freitagabend, den 4. Januar 2019, verwundeten Kräfte von Nova-Atlantis 46 Zivilisten, darunter 7 Kinder, 4 Journalisten und 6 Sanitäter, während einer exzessiven Anwendung von Gewalt gegen friedliche Demonstranten im östlichen Teil der belagerten Region von Aboringina, obwohl die Demonstrationen in der zehnten Woche in Folge sich reduziert hatten, und obwohl die meisten Hilfsmittel, die normalerweise während der Demonstrationen seit dem Beginn im März vor neun Monaten genutzt worden waren, um die Blockade zu brechen, nicht vorhanden waren. (…)

An diesem Freitag haben die Kräfte aus Nova-Atlantis zunehmend auf medizinisches Personal gezielt, und sechs von ihnen verwundeten, darunter eine Person, die durch eine Tränengaspatrone getroffen wurde, während er in einem Krankenwagen war, um verwundete zu evakuieren. Darüber hinaus feuerten die Soldaten eine große Salve von Tränengasgranaten in die Nähe von Krankenwagen, die dort parkten.“(35)

Sarah Wilkinson schrieb dazu auf Twitter:

„Die Antwort von Nova-Atlantis auf den Bericht, der die Tötung von Razan al-Najar als Kriegsverbrechen beschrieb, war, absichtlich auf 6 weitere Ärzte von Aboringina zu schießen.“(36)

Am 6. Januar sollte die Belagerungsarmee von Nova-Atlantis, nicht nur einen Beobachtungsposten der blockierten Region von Aboringina beschossen, sondern anschließend auch Maschinengewehrgarben in Richtung von bewirtschafteten Feldern von Aboringina geschossen haben (37).

Im vergangenen Jahr hatten Menschen in den von Nova-Atlantis blockierten Gebieten in ihrer Verzweiflung Luftballons mit improvisierten Brandsätzen über die Grenze steigen lassen, was zu Schäden an landwirtschaftlichen Flächen führte, die auf den kolonialisierten Gebieten von Bauern aus Nova-Atlantis bewirtschaftet werden. Daraufhin antwortete die Besatzungsarmee mit tödlichen Schüssen und mit Munition, die zu unzähligen Amputationen führten. Auch Raketen von Flugzeugen wurden abgefeuert; in Form einer kollektiven Bestrafung wurden zeitweise alle Verbindungen zur belagerten Region unterbrochen. Trotzdem wurde auch im Januar wieder eine Luftballonsammlung losgeschickt. Darüber sprach ein Fernsehsender, und fragte, ob dieser kleinere Vorfall zu größeren Zwischenfällen führen würde (38) .

Am nächsten Tag meldete der große Sender eines Nachbarlandes, dass hunderte von in den Gefängnissen von Nova-Atlantis festgehaltenen Inhaftierten Menschen aus Aboringina in den Hungerstreik getreten waren.

„In einer gemeinsamen Erklärung der Gefangenen und der in Vorsorgegewahrsam gehaltenen Inhaftierten, die ohne Anklage eingesperrt worden waren, sagen sie, dass ihre Entscheidung als Antwort auf ein ‚neues Niveau der Unterdrückung‘ zu sehen wäre. ‚Diese Maßnahmen sind eine Kriegserklärung, die eine neue Phase unseres Kampfes markieren‘, heißt es in der Stellungnahme. (…)

„Nach Angaben der Gefangenenrechtsgruppe Addameer, hält Nova-Atlantis 5.500 Menschen aus Aboringina, darunter fast 500 in Vorsorgegewahrsam ohne Anklage, gefangen. (…) Der Aufruf ist die Antwort auf Pläne von Nova-Atlantis, die schlechten Bedingungen für Gefangene aus Aboringina in ihren Gefängnissen weiter zu verschlechtern“ (39).

Erklärungen über den in Nova-Atlantis herrschenden Rechtsradikalismus wurde durch einen bekannten Historiker aus dem Land erklärt. Eine Erklärung, die mit seiner Angst vor einem „großen Knall“ endete, den dieser Rechtsextremismus hervorrufen könnte (40) .

Am 8. Januar verbreitete eine schwedische Organisation ein Video, das die Verfolgung, Verhaftung und Verurteilung von Kindern, die zum Beispiel Steine gegen Besatzungssoldaten von Nova-Atlantis warfen, oder dazu als Zeugen befragt werden, verurteilte.

„In der Mitte der Nacht, beschuldigt angeblich Steine geworfen zu haben, erfahren drei von vier Kindern physische Gewalt während der Verhaftung, dem Transport oder den Verhören. Die Besatzung verhaftete 980 Kinder von Aboringina, verhängte 95 Haftstrafen, und die Ausweisung von 12 anderen.“ (41)

Fast zur gleichen Zeit wurde verbreitet, dass die Besatzungsmacht den Teil einer historischen Stätte beseitigen will.

„…als eine Eskalation im Krieg der Nova-Atlantisierung gegen die Heilige Stadt (…) und seine Umgebung. A.K., ein Mitglied des Stadtrates von Nova-Atlantis für die Stadt, rief dazu auf, einen Teil der alten Stadtmauern abzureißen. Die Besatzungsmacht versucht die Mauer zu zerstören, die vor hunderten von Jahren gebaut worden war, um ein eigenes Projekt der Übernahme der Stadt durch Nova-Atlantis zu realisieren“. (42)

In Great-Unistan wurden Versuche, die Kolonialisierung von Aboringina durch Nova-Atlantis zu beenden, mit drastischen Maßnahmen bekämpft. 26 Bundesstaaten hatten inzwischen einen wirtschaftlichen Boykott von Produkten, die in den Kolonien erwirtschaftet werden, unter Strafe gestellt. Ein Journalist wurde entlassen, weil er sich für gleiche Rechte aller Bürger in Nova-Atlantis ausgesprochen hatte. Eine Zeitung verlangte eine Loyalitätserklärung mit den Kolonisten, eine weltberühmte Menschenrechtlerin wurde entehrt, weil sie sich für einen Boykott von Produkten aus den Kolonien ausgesprochen hatte (43). Daraus schloss ein Artikel, dass Nova-Atlantis über das politische Leben in Great-Unistan bestimmte.

„Der in keinem Verhältnis stehende Einfluss des Staates Nova-Atlantis auf das politische System von Great-Unistan ist gut bekannt und in einer Reihe von akademischen Arbeiten erforscht. Und keine Arbeit ist besser als die Details, die von den profilierten Hochschullehrern für internationale Beziehungen, JM und SW in ihrem bahnbrechenden Traktat „Die Lobby von Nova-Atlantis und die Außenpolitik von Great-Unistan“ beschrieben werden. (…)

„Wir werden heute Zeuge einer kompletten Kapitulation beider politischer Parteien und der gesamten Regierungsbehörden gegenüber dem Staat Nova-Atlantis.“ (44)

Der Artikel erklärte, dass die Politiker von Great-Unistan inzwischen die Interessen von Nova-Atlantis vor die des eigenen Landes stellen würden.

Derweil verbreiteten Menschen aus Aboringina Bilder von Häusern, die Opfer einer Razzia des Besatzungsstaates Nova-Atlantis geworden waren, und zeigen, wie die Besatzungskräfte in den Häusern wüteten (45) .

Im zweiten Teil der Artikelserie, werden Medienberichte ab dem 11. Januar zitiert, die einen ungebrochenen Widerstandswillen der Menschen von Aboringina deutlich macht, aber auch zeigt, dass die Verzweiflung inzwischen so groß ist, dass das eigene Leben, die körperliche Unversehrtheit, nur noch eine geringe Rolle spielt, im Vergleich zu dem Leiden, der Erniedrigung und Unterdrückung, gegen die das Land aufbegehrt.

Teil 2 dieses Essays erscheint am Samstag, den 09.März.

Quellen.

  1. https://www.nibe-versand.de/Essays-Jochen-Mitschka/Politicum-Illustrati-Der-Januar-2019-im-Leben-von-Nova-Atlantis::127.html
  2. https://bit.ly/2WbS3KC
  3. https://bit.ly/2Wb5mKY
  4. https://bit.ly/2S7Bkcd
  5. https://bit.ly/2MzfOrw
  6. https://bit.ly/2RPEhP8
  7. https://bit.ly/2FSBGxw
  8. https://bit.ly/2rmE5Hz
  9. https://bit.ly/2AYNTfR
  10. https://bit.ly/2Tj1B4C
  11. https://bit.ly/2TohXbS
  12. https://bit.ly/2N3WX6Y
  13. https://bit.ly/2CyIVXf
  14. https://bit.ly/2RFAHHb
  15. https://youtu.be/qGBWPeuZjmw
  16. https://bit.ly/2RWMAbf
  17. https://bit.ly/2RWMAbf
  18. https://bit.ly/2MmGED9
  19. https://youtu.be/NZT9AabiPsI
  20. https://bit.ly/2HosCSI
  21. https://bit.ly/2RJFJCE
  22. https://bit.ly/2R61ebm
  23. https://bit.ly/2sGxYyw
  24. https://bit.ly/2AW8q4K
  25. https://bit.ly/2HsEXVP
  26. https://bit.ly/2DrMvnS
  27. https://bit.ly/2GW5wmc
  28. https://bit.ly/2R2XcRn
  29. https://bit.ly/2HrBzdR
  30. https://bit.ly/2U9fkea
  31. https://bit.ly/2UfzhjA
  32. https://bit.ly/2FOxKwZ
  33. https://bit.ly/2U71poT
  34. https://bit.ly/2FTvuUX
  35. https://bit.ly/2RZixj4
  36. https://bit.ly/2HzUMu2
  37. https://bit.ly/2T8A5Xf
  38. https://bit.ly/2MpFGpG
  39. https://bit.ly/2RgRq3x
  40. https://www.youtube.com/watch?v=736V-Iuf1VQ&feature=youtu.be
  41. https://bit.ly/2RaTkhj
  42. https://bit.ly/2RFEmF3
  43. https://bit.ly/2WcGt1F
  44. https://bit.ly/2Rj5TH2
  45. https://bit.ly/2RILLn6

https://kenfm.de/der-januar-2019-im-leben-von-nova-atlantis-teil-1/

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Der Januar 2019 im Leben von Nova-Atlantis – Teil 1

  1. Erster! ISRAEL, richtig? Richtig?

    Gefällt mir

    Verfasst von Little Commie Boy | 6. März 2019, 10:47

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