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Geschichte, Kultur

Was trieb Stalin zu den Massenmorden?

von Norbert Nelte

Geblieben von Stalins Massenmorden ist seitens der großen Mehrheit der Lohnabhängigen die ewige Verdammung von dem marxistischen Sozialismus. Bei der Frage nach dem Täter muss man sich immer die Frage stellen, wem nützt es? Zu wessen Vorteil war das, Cui bono?

Nun kann man gerade nicht sagen, dass es der staatskapitalistischen Bürokratie einen Vorteil gebracht hätte. Gut 10-20 Morde an den Führern der Oktoberrevolution hätte bei einer Arbeiterklasse von 2,5% gelangt, um eine Revolution für die Räterepublik in eine Diktatur der Kleinbourgeoisie umzulenken. Aber es handelt sich ja um bis zu 60 Millionen Morde, die machen überhaupt keinen Sinn für die Bürokratie, eher bringen sie noch Nachteile, dass z, B. ausgebildete Leute eher flüchten oder eben keine  marxistischen Revolutionen die Arbeiter mehr machen wollen.‘

Auf alle Fälle haben die privatkapitalistischen Staaten und Superreichen davon profitiert, dass es zu ihrem System für Hunderte von Jahren keine Alternativen mehr zu ihnen gibt. Wir Lohnabhängigen sind scheinbar für immer deren Gefangene. Stecken vielleicht deren Geheimdienste zusammen mit Stalin hinter dieser Sache?

Geheimdienste

So absurd ist das gar nicht. Da haben bestimmt die US-Amerikaner schon solche dämlichen Deals vorgeschlagen. Schon Trotzki berichtet ja von dümmlichen Fragen der Amis, obwohl der Seperatsfriedensplan mit den Deutschen in allen ihrer Zeitungen stand.

„Am 18. November (1917) besuchte mich im Smolny unerwartet der General Jodsen, der Chef der amerikanischen Mission. Er schickte voraus, dass er noch keine Möglichkeit habe, im  Namen der amerikanischen Regierung zu sprechen, aber er hoffe, dass alles allright sein werde, ob die Sowjetregierung die Liquidierung des Krieges gemeinsam mit den Alliierten anstrebe? (Trotzki, Mein Leben mit  Bildern, S. 70)

1922 hatten sie dann bei Außenminister Tschitscherin ihre Wühlarbeit begonnen. Lenin schickt eine Kurznotiz an Trotzki:

»Ich habe soeben zwei Briefe von Tschitscherin [Außenminister der SU, Nachfolger Trotzkis]erhalten (vom 20. und 22. 1922). Er stellt darin die Frage, ob man nicht gegen eine anständige Kompensation kleinen Änderungen unserer Verfassung zustimmen sollte, nämlich der Vertretung der parasitären Elemente in den Sowjets, den Amerikanern zu Gefallen. Dieser Vorschlag Tschitscherins zeigt, meiner Meinung nach, dass man ihn unverzüglich in ein Sanatorium schicken sollte, jegliches Gewährenlassen,  jede Verzögerung und so  weiter  bedeutet  meiner  Meinung nach die größte Gefahr für alle Verhandlungen.« (Trotzki, Mein Leben mit  Bildern, S. 248)

Dazu muss man noch Sagen, dass Tschitscherin zwar kein Marxist war, aber ein absoluter Kriegsgegner, weshalb er treu zur Sowjetregierung stand, aber er verstand eben nicht, dass die Parasiten, die nur vom Geldzins lebten, nicht in den Arbeiterräteparlament vertreten waren und da auch  nichts zu suchen haben.

Man muss sich fragen, warum die Couponschneider in die Räte nur zum Gefallen der Amerikaner gehen sollen, warum nicht auch zum Gefallen der Deutschen, mit denen Tschetscherin ja in Rapallo die gegenseitige Anerkennung und weiteres Interesse der Zusammenarbeit ausarbeitete, oder zum Gefallen der Engländer.

So werden die Amerikaner ihre dümmlichen Fragen und Deals sicher nach 1924 bei Stalin weiter gemacht haben. Und ich weiß nicht, ob Stalin, bei solchen Fragen wie Lenin immer ein klares Nein gesagt hätte. Jedenfalls hat Stalins Diktatur alle Menschen vom Kommunismus gehörig abgeschreckt.
Aber letztlich bleiben uns da nur unbefriedigende unbewiesene Vermutungen.

Stalins Psyche

Leo Trotzki versuchte in seinem letzten Buch 1940, einer Biografie über Stalin, ein Psychogramm, eine psychologische Persönlichkeitsstudie, diese Frage zu beantworten.
Dort beschreibt er, dass Stalins Vater trank und die Mutter und ihn oft ohne Grund schlug.

Iremaschwili, ein Schulfreund schrieb „Diese unverdienten und schrecklichen Prügel machten den Jungen genauso hart und gefühllos wie seinen Vater.“ Er habe Stalin nie weinen sehen., ein anderer Freund Stalins, schrieb, dass die Prügel auch einen Hass auf Autoritäten in Stalin hervorriefen, da jeder Mensch, der mehr Macht als er selbst gehabt hätte, ihn an seinen Vater erinnert habe“ (Wikipedia)

Tdotzki schreibt weiter „Der vorzeitige Tod des Vaters verursachte ihm keinen Kummer – er fühlte sich nun freier. Iremaschwili schließt daraus, dass das Kind frühzeitig seinen verborgenen Groll und seine Rachsucht vom Vater auf alle diejenigen übertrug, die irgendwelche Macht über ihn hatten oder   haben   sollten.  ,,Von   frühester   Jugend   an   hat   er   seiner Rachsucht alle anderen Bestrebungen untergeordnet.“ 

„Der Verfasser dieser Zeilen, der bereits zitierte Arkomed, berichtet, dass der Gendarmerieoffizier Lawrow mit Hilfe inquisitorischer Prozeduren „Geständnisse“ zu erzwingen suchte, von denen er wusste, dass sie falsch waren. Das muss Stalin tief und dauernd beeindruckt haben, dreißig Jahre später hat er Hauptmann Lawrows Methoden in bedeutend verstärktem Maße anzuwenden“

Als Stalins Frau mit 27 Jahren starb, er war 29, befiel Stalin unendlichte Trauer

Trotzki: ,,Als der kleine Trauerzug am Friedhofseingang angelangt war“, erzählt Iremaschwili, ,,drückte mir Koba heftig die Hand, zeigte auf die Bahre und sagte: ,Sosso, dieses Wesen hat mein steinernes Herz weicher gemacht; sie ist tot, und mit ihr sind meine letzten warmen Gefühle gegenüber allen Menschenwesen gestorben.‘ Und, seine Rechte aufs Herz legend: ,Da drinnen ist es leer geworden, so unsagbar leer !'“

Aber allein mit Stalins Psyche bis 60 Millionen Morde zu erklären, ist doch weit die Psyche überschätzt. Es hat ja auch der ganze Staatsapparat da mitgemacht, da werden wohl für alle bessere Gründe vorliegen.

Gibst Du mir, geb ich Dir

Und in der Tat, liegen bessere Gründe vor. Stalin hatte ja nicht gleich 1924, nachdem Lenin starb, mit seinen Morden angefangen. 1934 wurde die Sowjetunion in den Völkerbund aufgenommen und dann, 1936, legte er erst richtig los mit den Morden. Nun wurde Stalin von allen Regierungschefs als ihresgleichen angesehen.

1939 wurde mit dem Hitler-Stalin-Pakt diese Phase kurz unterbrochen. Mit dem Angriff Hitlers auf die UdSSR ging es aber schon weiter. 1941 wurdc die Komintern als Reue sozusagen nach Ufa in Baschkirien verlegt und 1943 ganz aufgelöst.

„Es wird davon ausgegangen,“ heißt es bei Wikipedia  „dass der EKKI-Beschluss unmittelbar auf eine Entscheidung Stalins zurückgeht. Dieser erklärte in einem Interview mit der Agentur Reuters am 28. Mai 1943, dass mit der Auflösung vor aller Welt zwei Momente unterstrichen werden sollten: dass Moskau sich nicht „in das Leben anderer Staaten“ einmische und dass die kommunistischen Parteien „im Interesse ihres eigenen Volkes“ und nicht „auf Befehl von außen“ handelten.[15] Allgemein gilt die Auflösung der Komintern als ein Zugeständnis Stalins an die westlichen Alliierten, die USA und Großbritannien, auf deren Unterstützung Stalin nach Hitlers Überfall auf die Sowjetunion angewiesen war. Einen politischen Einfluss hatte die Organisation zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.“

Prompt wurden 1941 die „Beaverbrook-Harriman-Mission 1941“, bei der es um die Lieferung von Lastkraftwagen und Lokomotiven für über 1 Milliarde Dollar an die Sowjetunion ging und ab 1942 dann die Moskauer Konferenze

Einflusszonen in Südosteuropa hatten Stalin und Churchill bereits auf ihrer Moskauer Konferenz im Oktober 1944 in informeller Weise auf einem kleinen Zettel aufgeteilt. Churchill hatte geschrieben:

Rumänien: Sowjetunion 90 % – die anderen 10 %

Griechenland: Großbritannien 90 % – Sowjetunion 10 %

Jugoslawien: 50 % – 50 %

Ungarn: 50 % – 50 %

Bulgarien: Sowjetunion 75 % – die anderen 25 %

Stalin bestätigte laut Churchill den Vorschlag, indem er einen Haken auf das Blatt setzte.“ (Wiki)

Wir sehen, welche Vertrautheit schon unter den Machtpolitikern bestand und entsprechend lief in Moskau das Blut. Stalin äußerte an die Weltpresse schön brav, das alle es glaubten, wir sind Sozialismus, Diktatur und Blutmeere, das ist Sozialismus, und die Studenten der Welt im Chor, ja, ja, gib uns mehr Diktatur.

Anti-Hitler-Koalition

„Am 1. Oktober 1941 fand in Moskau eine gemeinsame Konferenz über die militärische und wirtschaftliche Unterstützung der Sowjetunion statt, auf denen die Lieferung von Kriegsgütern nach dem Leih- und Pachtgesetz beschlossen wurde. Im Verlaufe des Krieges sollte sie gewaltige Materiallieferungen erhalten, wobei in erster Linie nicht so sehr die Waffenlieferungen, sondern die Lieferung von – für die neuzeitliche Kriegsführung unerlässlichen – Transportmitteln wie 427.284 Lastkraftwagen, 1.966 Lokomotiven und 11.000 Waggons ausschlaggebend waren. Von größter Bedeutung aber dürften die Lebensmittellieferungen gewesen sein, welche unter anderem 4,5 Mio. Tonnen Fleischkonserven umfassten.“

Nun, da fallen vielleicht zusätzliche Millionen vom CIA für die Morde nicht mehr ins Gewicht.

Die Transportmittellieferungen waren die Gründe, weshalb dann in Stalingrad im Winter 1942/43 Stalin die Wende einleiten konnte. Wie immer, am cleversten haben das die Amerikaner gemacht. Sie haben an Deutschland und der Sowjetunion ihre Lastkraftwagen verkauft. Dadurch waren se immer beim Sieger dabei.

Aber erst einmal haben sie das mit dem Wallstreet-Vertrauten, ab 1923 Nationalbankpräsident und 1933 dann Wirtschaftsminister Hitlers Hilmar Schacht eingefädelt, dass Hitler Reichskanzler wurde und den Krieg mit Russland anfing und dann zugeschaut, wie die sich beide gegenseitig umbringen und erst, als Deutschland drohte, auf Moskau loszumarschieren, dann ihre Transportmittel an die Sowjetunion schickte.

Dass diese beiden Länder gut zusammenarbeiten, davor hat die Wallstreet große Angst, denn dann wären sie selber nicht mehr die Nr. Eins. Deshalb hetzt sie die beiden immer wieder aufeinander. (vgl. Friedman im Chicago Cou cil Video)

Zwischendurch malt die USA das Schreckensbild vom russischen Bären mit den Reißzähnen, nur, um ihre Waffen verkaufen zu können. Alles nur Theaterdonner.

Beispielsweise die Berliner Blockade 1948/49 war von und für die Amerikaneri wie bestellt. Bisher waren die Deutschen nach dem Krieg gegen den Kapitalismus nach der Devise: „Nie wieder Krupp“. Hier ein längeres Zitat von mir aus der Broschüre „Nie wieder Krupp“, um die Stimmung in Deutschland nach dem Krieg zu einzufangen.

„Die Jahre nach dem Krieg erlebten in der Tat nicht nur den Wiederaufbau,   sondern   auch   Streikwellen   gegen   Hunger   und   für „Volkseigentum“, die am 12. November 1948 kulminierten, als von insgesamt 11,7 Mio. Beschäftigten 9 Millionen in einen 24stündigen Streik traten – drei mal so viele Arbeiter wie in allen Streiks in den 20 darauf folgenden Jahren zusammen.

Hinter der Forderung nach Volkseigentum stand das Wissen, dass das Kapital, das kleine wie auch das große, gemeinsame Sache mit Hitler gemacht hatte, gar sein Steigbügelhalter war und daher sozialisiert werden müsse…. Ebenfalls  sprach  sich bei einer  Volksbefragung im Dezember 1946 in Hessen die Bevölkerung zu 72% für die Verstaatlichung der Schlüsselindustrie aus…. Die Forderung nach Sozialisierung zumindest der Großindustrie hatte einen solch breiten Konsens, dass selbst die CDU diese Forderung auf ihre Fahnen schreiben musste, um die Massen für sich gewinnen zu können… Schumacher – der spätere SPD-Vorsitzende – sprach von einem »nicht überlebensfähigen Restkapitalismus«.“

Selbst die Währungsreform 1948 änderte an der Haltung in Deutschland für die Sozialisierung nicht viel. Erst die Berliner Luftbrücke im Winter 1948 bis 1949 brachte dann eine Haltung für den Kapitalismus und für die amerikanische Armee.

Nun sind auch die ganzen Administriellen samt Minister von den Weltpolitikern wieder anerkannt und da können sie auch freien Herzens bei dem vielen Blut zwei Augen zudrücken.

Schau doch mal oben bei dem Foto von 1945, das die Außenminister Byrnes und Molotow innig eingehakt zeigt, da muss selbst Präsident Truman lachen und Stalin, na ja, leicht grinsen.

„Laut Wjatscheslaw Molotows Erinnerungen, die 1991 veröffentlicht wurden, hat Beria ihm gegenüber behauptet, er habe Stalin vergiftet.[37](Wikipedia) Wir sehen ja, wie einfach das geht, warum hat man das nicht schon früher gemacht. Damit endeten die Morde, aber was blieb, war die Diktatur.

Glücklicherweise funktioniert Marxismus nicht nur so, dass Du dem Sympathisant die Ohren vollquatschen  musst, sondern auch spontan, fast automatisch.

In dem Moment, wo ein Kapitalist pleite ist und den Betrieb dicht machen muss und es keine Aussichten auf einen anderen Arbeitsplatz mehr gibt wie 2001 in Argentinien war, dann müssen die Kollegen ihren Betrieb besetzen, wollen sie einen Arbeitsplatz behalten. Und wenn das immer mehr werden, dann wird die gewählte Koordination zuerst eine Doppelherrschaft bilden und dann die Regierung übernehmen. Das kommt dieses oder im nächstes Jahr mit dem Superash auf uns zu. Die Merkel weiß schon, warum sie den Abgang macht.

Viel Spaß im Sozialismus.

http://www.marktendenews.de/Krieg/2019/Was%20trieb/Stalin%20an.html

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Diskussionen

17 Gedanken zu “Was trieb Stalin zu den Massenmorden?

  1. Alleine schon Wiki als Quellenangabe. Eine zusammen gefabelte Trirade, schlimmsten Ausmaßes.
    Ernst Busch – Stalin, Freund, Genosse

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    Verfasst von Willi | 25. Februar 2019, 22:08
  2. Was für ein Unsinn ist das? Wer hier Lügen von Göbbels übernimmt und von 60 Mio Toten spricht hat sie doch nicht mehr alle. Das gibt keine Bevölkerungsstatistik über die SU her!
    Und was ein Nazi-Kollaboreur wie Trotzki schreibt interessiert KEINEN Sozialisten, sondern nur Nazipack.
    Stalin ist und bleibt ein Vorbild für jeden Kommunisten!
    Geschichtslügen – Fundamente des Anti-„Stalinismus“
    https://sascha313.wordpress.com/2014/12/18/andrea-schon-geschichtslugen-fundamente-des-anti-stalinismus/
    Die wichtigsten Forschungsergebnisse nach Öffnung der Kreml-Archive

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    Verfasst von joe | 24. Februar 2019, 18:00
  3. Problem: das eigentliche Räte-System beinhaltet keine Gewaltenteilung

    https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4terepublik#Zweites_R%C3%A4tesystem_ab_1917

    das basisdemokratische System muss überdacht, neu gedacht oder verändert/weiter entwickelt werden…weil , in der bisherigen form (nach meiner meinung) eine Entartung, entmachtung, unkontrollierte Entwickl. nicht ausgeschlossen werden kann…das wird dann die Aufgabe zukünftiger kluger Köpfe..

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    Verfasst von Tom | 23. Februar 2019, 9:46
  4. ++++wiki zu den sowjets++++

    Das ursprüngliche Organisationsprinzip waren die Betriebe, Dörfer, Armeeeinheiten, weshalb man von einer dem Parlamentarismus überlegenen Rätedemokratie sprach. Infolge des Bürgerkrieges konnte das Sowjetsystem aber nur in beschränktem Maße wirken. Zwar konnten entgegen vorherrschender Darstellungen durchaus freie Diskussionen geführt, friedliche Demonstrationen geplant und Arbeiterorganisationen aufgestellt sowie auf kommunaler Ebene die Macht direkt von den Arbeitern und Bauern ausgeübt werden, jedoch konnte die bolschewistische revolutionäre Staatsführung fundamentale Oppositionsbewegungen oder antibolschewistische Strömungen nicht vollkommen akzeptieren. Allerdings ist zu bemerken, dass zu dieser Zeit in der Sowjetgesellschaft verhältnismäßig große Freizügigkeit herrschte, etwa wurden sich selbst als „Arbeiteropposition“ deklarierende, in Wahrheit im Falle der Übernahme der Staatsführung für den Arbeiterstaat tödliche Bewegungen keineswegs verfolgt, solange sie nicht zu Aufständen aufriefen oder Gewalt anwendeten, wie zum Beispiel die Sozialrevolutionäre oder diverse anarchistische Zirkel. Die Jahre bis 1923 waren also von der Notwendigkeit straffer Organisation in Bezug auf die militärische Lage und die wirtschaftliche Not geprägt, was die ursprüngliche Hegemonie der Sowjets einschnürte.

    Ab 1923, also in einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, begannen die Rufe unter den Arbeitern nach der Wiederherstellung der Sowjetdemokratie immer lauter zu werden, was jedoch von der zunehmend auf die eigenen Privilegien bedachte Bürokratie, deren Macht zum einen aus temporär angelegten Maßnahmen, wie dem Verbot der Parteien und Fraktionen, und zum anderen aus im Grunde genommen illegalen Prozessen, wie der im Bürgerkrieg erfolgten und von revolutionären Bolschewiki, Anhängern des durch einen Schlaganfall paralysierten Lenin und des an der Front beschäftigten Trotzki, scharf attackierten Verschmelzung des Partei- und Staatsapparates.!!!!!!

    Nach dem Tode Lenins begann die Bürokratie, zunächst verkörpert durch das Triumvirat Stalin-Sinowjew-Kamenew, ihr Machtmonopol und ihre sozialen Vorteile massiv auszubauen, während sie die Arbeitermassen politisch expropriierte („enteignete“). Die Linke Opposition, zu der sich nun Sinowjew und Kamenew mit Trotzki verbanden, versuchte bis 1927, zuerst eine großangelegte Reform, dann eine zweite Revolution mit dem Zwecke der Wiederherstellung der vollen Sowjetdemokratie, des Mehrparteiensystems, der Abschaffung der Bürokratie an sich etc. zu erreichen. Diese Organisation artikulierte im Grunde die Forderungen der Arbeiter, was zur Folge hatte, dass die Linke Opposition eine im Stillen vom Proletariat gefeierte, halblegale Untergrundpartei wurde. Die herbeigesehnte zweite Revolution wurde jedoch hauptsächlich während des Großen Terrors blutig zerschlagen, ihre Aktivisten erschossen oder deportiert und die Arbeiterklasse gewaltsam völlig demoralisiert.

    Kronstädter Aufstand März 1921
    Eine der Hauptforderung von Sozialrevolutionären und Anarchisten in den Jahren nach der Oktoberrevolution und dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk waren Räte ohne die Bolschewiki. Lenin und dessen Partei schränkten daraufhin die Kompetenzen der Räte stark ein, um die Macht zu behalten, es folgte der Kronstädter Matrosenaufstand. Trotzki, der diesen Aufstand niederschlagen ließ und den Einfluss der Anarchisten bekämpfen wollte, warf den Aufständischen konterrevolutionäre Absichten vor. Für die Bolschewiki waren sie ein gewaltiger Störfaktor, weil die Forderung der Kronstädter Matrosen nach unabhängigen Räten der Absicht der Bolschewiki, das junge Sowjetrussland zu stabilisieren und die Macht ihrer Partei zu sichern, diametral entgegenstand. Nach Lenins Tod 1924 und der Machtübernahme Stalins nahm die Bedeutung der Räte weiter ab. +++++

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    Verfasst von Tom | 23. Februar 2019, 9:33
  5. noch ein paar eigne Gedanken: 1. ein konstruktionsfehler des systems war, dass die 3 gewalten nicht voneinander getrennt wurden (nach dem kriegskommunismus 1922) -jurikative, legislative +exekutive.., (4. gewalt , Medien , mal weggelassen ) 2. pro forma war es ja so, dass über 1000 delegierte zum parteitag die ca. 130 mitglieder des Zentralkommitees wählten (=demokratisch),-aber , wie konnte es sein, dass das Amt des generalsekrätärs soviel Macht bekam(=Konstruktionsfehler ) , dass er diese Wahlen einfach anullieren konnte , indem er z.b. nach dem XX. parteitag 70 % der gewählten einfach austauschte, +vernichtete , per geheimdienst , justiz +Intrige ?…(Justiz als unabhängige kontrollierende Macht fiel vollkommen aus ) , wieso gab es keinerlei organ des staates , was den GS (generalsekr. ) selbst anklagen +entheben konnte ?, wieso konnte ganz einfach auch der Chef der Partei-Kontroll-Kommission (deren bedeutung Lenin besonders betonte ) einfach umgebracht werden ?….3. wieso hatten die Räte (sowjets )sowenig Macht, dass sie einfach kaltgestellt werden konnten +null Macht mehr hatten ?

    +++nach wiki -+++

    Für die Bolschewiki waren sie ein gewaltiger Störfaktor, weil die Forderung der Kronstädter Matrosen nach unabhängigen Räten der Absicht der Bolschewiki, das junge Sowjetrussland zu stabilisieren und die Macht ihrer Partei zu sichern, diametral entgegenstand. Nach Lenins Tod 1924 und der Machtübernahme Stalins nahm die Bedeutung der Räte weiter ab.

    Ab 1936: „Parlament“
    Das Jahr 1936 markierte das Ende der Sowjetidee, denn in der neuen Stalinschen Verfassung wurde das basisdemokratische Rätesystem auch formell abgeschafft, und durch machtlose konventionelle Parlamente (Trotzki: „Eine Karikatur eines Parlamentes!“) ersetzt.

    Die Verfassung der UdSSR von 1936 führte das allgemeine und gleiche Wahlrecht für alle Bürger der UdSSR ein. Auf allen Verwaltungsebenen wurden fortan Sowjets der Deputierten der Werktätigen[4] in geheimer Abstimmung direkt gewählt. Ihre Bezeichnung wurde mit der Verfassung von 1977 in Sowjets der Volksdeputierten geändert.
    ++++

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    Verfasst von Tom | 23. Februar 2019, 9:25
  6. @LZ -erschreckend auch , wie heutzutage wieder splitterparteien , wie MLPD +KPD (neugründung DDR 1989 ) mit Berufung auf den Verbrecher Stalin auftreten ….dann erzählen die , wie zum Hohn auch noch , NACHDEM stalin 1953 tot war, wurde der sozialismus degeneriert…- haben diese Leute das gleiche wieder vor ? ,Sind sie auf Dummenfang ? so blöd kann man doch nicht sein….Projekte des Geheimdienstes.??. sehr sonderbar

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    Verfasst von Tom | 23. Februar 2019, 1:22
  7. ein sehr interessanter auszug aus der extrem langen rede Chruschtschows 1956 : “ Die Massenrepressalien wurden zu dieser Zeit unter der Losung des Kampfes gegen die Trotzkisten durchgeführt. Stellten denn die Trotzkisten zu jener Zeit wirklich eine solche Gefahr für unsere Partei und den Sowjetstaat dar? Es sollte daran erinnert werden, daß im Jahre 1927, am Vortage des XV. Parteitages, für die trotzkistisch-zinov’evistische Opposition lediglich 4000 Personen stimmten, während sich für die Parteilinie 724000 aussprachen. Im Laufe von zehn Jahren, die zwischen dem XV. Parteitag und dem Februar/März-Plenum des CK vergingen, wurde der Trotzkismus vollkommen zerschlagen, viele ehemalige Trotzkisten sagten sich von ihren früheren Ansichten los und arbeiteten an verschiedenen Abschnitten des sozialistischen Aufbaus. Klar ist, daß unter den Bedingungen des Sieges des Sozialismus keine Gründe für Massenterror im Land vorlagen.

    „Stalins Rede auf dem Februar/März-Plenum 1937 „Über die Mängel der Parteiarbeit und die Maßnahmen zur Liquidierung der trotzkistischen und sonstigen Doppelzüngler“ enthielt einen Versuch der theoretischen Begründung der Politik von Massenrepressalien unter dem Vorwand, daß im Zuge unseres Voranschreitens zum Sozialismus der Klassenkampf sich angeblich immer mehr zuspitzen mußte. Stalin behauptete dabei, daß sowohl die Geschichte als auch Lenin dies lehrten.

    In Wirklichkeit aber wies Lenin darauf hin, daß die Anwendung revolutionärer Gewalt von der Notwendigkeit bestimmt wird, den Widerstand der Ausbeuterklassen zu ersticken, und diese Hinweise Lenins bezogen sich auf die Periode, als noch starke Ausbeuterklassen existierten.

    Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, daß, als sich die politische Situation im Lande verbesserte, nachdem im Januar 1920 Rostov von der Roten Armee eingenommen und der Sieg über Denikin in der Hauptsache errungen worden war, Lenin Dzeržinskij eine Instruktion zur Beendigung des Massenterrors und zur Aufhebung der Todesstrafe gab. Lenin begründete diesen wichtigen politischen Schritt der Sowjetmacht in seinem Bericht auf der Sitzung des Allrußländischen Zentralen Exekutivkomitees am 2. Februar 1920 auf folgende Weise:

    „Der Terror wurde uns durch den Terrorismus der Entente aufgezwungen, als die stärksten Mächte der Welt, vor nichts zurückschreckend, mit ihren Horden über uns herfielen. Wir hätten uns keine zwei Tage halten können, wären wir diesen Versuchen der Offiziere und Weißgardisten nicht ohne Erbarmen begegnet, und das bedeutete Terror, aber der Terror wurde uns durch die terroristischen Methoden der Entente aufgezwungen. Sobald wir aber den entscheidenden Sieg errungen hatten, noch vor Beendigung des Krieges, sofort nach der Einnahme von Rostov, verzichteten wir auf die Anwendung der Todesstrafe und zeigten damit, daß wir zu unserem eigenen Programm so stehen, wie wir es versprochen haben. Wir erklären, daß sich die Anwendung von Gewalt aus der Aufgabe ergibt, die Ausbeuter, die Gutsbesitzer und Kapitalisten, zu unterdrücken; wenn das getan ist, verzichten wir auf alle außerordentlichen Maßnahmen. Wir haben das durch die Tat bewiesen.“

    Stalin ging von diesen deutlichen und klaren programmatischen Weisungen Lenins ab. Später, als bereits alle Ausbeuterklassen in unserem Land liquidiert worden waren und es keinerlei ernsthafte Gründe zur massenhaften Anwendung außerordentlicher Mittel, von Massenterror, gab, da stellte Stalin die Partei, die Organe des NKVD auf den Massenterror ein.

    Dieser Terror war faktisch nicht gegen die Überreste der zerschlagenen Ausbeuterklassen gerichtet, sondern gegen ehrliche Kader der Partei und des Sowjetstaates, gegen die verlogene, verleumderische und unsachliche Vorwürfe der „Doppelzünglerei“, „Spionagetätigkeit“, „Sabotage“ und Vorbereitung irgendwelcher erdachter „Attentate“usw. vorgebracht wurden.

    ++++++

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    Verfasst von Tom | 23. Februar 2019, 1:06
  8. Man hat auch in den Reihen der Führung der SU das Recht angenommen, dass vor der Einführung von Humanität und solchem Zeug bereits bestanden hat. Die Methode war umstritten. Auch wegen der Berechnung , was ein Schuss aus heimischer Produktion kostet. Später waren Stricke teurer.

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    Verfasst von Pantharei | 22. Februar 2019, 17:52
  9. Chruschtschows Abrechnung mit den Verbrechen des Stalinismus….die eignen Mitstreiter zu hunderttausenden umzubringen- unverzeilich…https://www.1000dokumente.de/?c=dokument_ru&dokument=0014_ent&object=translation&l=de

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    Verfasst von Tom | 22. Februar 2019, 13:50
  10. auch eine übliche Methode der Stalinzeit , der Verbrecher und Massenmörder Jeschow und Berija , immer ausländischen Einflüssen die Schuld zu geben, angeblich waren alle Ermordete immer ausländische Agenten..

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    Verfasst von Tom | 22. Februar 2019, 13:47
  11. @Herr Nelte..-diese „verschörungstheorie “ im text ist ein Irrweg…-meiner meinung (nach viel beschäftigung mit dem Thema ) war eine Hauptursache der Entartung des frühen Sozialismus , dass es keine kontrollierende Basis-Demokratie in der SU gab, die solche tragischen Fehlentwicklungen (stalinismus ) korrigieren konnte , die Sowjets gabs nach Lenins Tod nur noch als machtlose Pseudo-basis, nach 1928 wurden sie völlig entmachtet…..-so konnte die Bürokratie ungehindert die Macht nehmen u. alle Gegner ausschalten+nur ihre Linie durchsetzen – quasi ein tragischer Konstruktionsfehler des 1. Sozialismus, da helfen auch Lenin-warnungen 1923 vor stalin +diesem oder jenem Kader nicht..irgendwelchen ausländern die schuld zuzuschieben ist Ablenkung von diesem konstruktions- Problem.– ähnlich liefs ja später auch in der DDR, wo sich die z.teil falsche politik der Honnecker-SED (wieder die einzige „Linie“ , „die partei hat immer recht “ usw )nicht korrigieren lies und deshalb die DDR unterging.–solange auch dieser Konstruktionsfehler nicht behoben wird, kann , bzw wird beim nächsten Versuch das Gleiche passieren

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    Verfasst von Tom | 22. Februar 2019, 13:09
    • Genau aus diesem Grund ist unser Motto: „Alle Macht den Räten“ !

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      Verfasst von LZ | 22. Februar 2019, 13:17
      • ok, richtig..muss eine basis-Demokratie sein , die zuverlässig verhindert, dass irgendwelche „alleinherrscher“ +unkontrollierbare Geheimdienste ala NKWD entstehen , als staat im staate,- es muss ein gewisses Meinungspektrum von Flügeln zulässig sein, neben der Hauptlinie , niemals darf gegen kritiker aus den eignen reihen Gewalt angewendet werden, Meinungsaustausch und versuch der Überzeugung, Abstimmung und Mehrheitsmeinung entscheidet………..wieso musste 1927 von der KP ein „kampf “ gegen die Trotzkisten geführt werden??.., wenn sie von der grossen mehrheit überstimmt wurden , ..sollten sie eben einfach als bereicherndes meinungsspektrum in der partei tolleriert werden ,… so ein Irrsinn, man verstehts nicht

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        Verfasst von Tom | 23. Februar 2019, 1:36
  12. @Herr Nelte..+LZ-Team..-bringt doch bitte mal ein special zu den über 400 führenden deutschen Sozialisten , die von den stalinisten in den 30er Säuberungen in der SU umgebracht wurden…-Kippenberger (KPD-Millitärchef), Neumann und freunde, Hoelz, Willi Münzenberg (den einflussreichsten gegner Hitlers, AIZ ) willy Löw(stellv. chef RFB ) u.viele andere , die in der DDR schon ..alle 40 jahre lang vertuscht wurden !..und auch heute wieder

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    Verfasst von Tom | 22. Februar 2019, 12:49
  13. Lese gerade Grover Furrs „Chruschtschows Lügen“. Dieser Hetzartikel und Lügenartikel gehört dazu.

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    Verfasst von Herbert Polifka | 22. Februar 2019, 11:01

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