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Ausland, Naher Osten

Syrien: IS-Anschläge auf US-Soldaten vermehren sich plötzlich- Nebenher wird Al-Qaida ignoriert

von https://orbisnjus.com

Erneut sind US-Soldaten auf syrischem Boden von einer bisher unbekannten Entität angegriffen worden. Laut Medienberichten sei
im Nordwesten Syriens an einem SDF-Checkpoint in der Hasakah-Provinz ein “ISIS-Selbstmordfahrzeug” detoniert, während eine Kolonne der US-geführten Koalition den Kontrollpunkt passierte. Es hieß das bei dem Anschlag zwei US-Soldaten und fünf SDF-Kämpfer verwundet worden seien.

Wie gehabt hat der Islamische Staat auf seiner Amaq-Nachrichtenagentur die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

Innerhalb von einer Woche trugen sich zwei Angriffe zu denen US-Soldaten zum Opfer fielen. Tendenz wahrscheinlich steigend! Wenn man in Betracht zieht das in der nicht abreißenden Debatte über den “bevorstehenden” US-Abzug aus Syrien stetig der noch “längst nicht besiegte” Islamische Staat als Gegenargument hervorgehoben wird und aus heiterem Himmel noch nie dagewesene ISIS-Angriffe auf US-Militärpersonal in Syrien allmählich zur Norm werden, kann man wohl kaum mehr von zufälligen Ereignissen sprechen.

Die Stimmen der Gegner von Donald Trumps Entscheidung die Mission in Syrien zu beenden, sind nicht verstummt. Aus US-Regierungskreisen und Medienberichten verlautet es kontinuierlich, das die Abstinenz der Amerikaner die Hölle nach sich ziehen würde.

Sprich folgenschwere Konsequenzen nicht zu vermeiden seien die darauf hinauslaufen würden, das der Iran seinen willkommenen Einfluss in Syrien ausbaut und ein Wiedererstarken der ISIS begünstigt wird.

Brett McGurk der ehemalige Sonderbeauftragte für die Anti-ISIS-Koalition in Syrien meldete sich jüngst zu Wort und sagte das die USA keinen blassen Schimmer hätten, was nach dem US-Rückzug aus Syrien geschehen soll. Sprich kein konkreter Plan für das Nachspiel bestehen würde.

Das libanesische Nachrichtenportal Al-Masdar-News verwies auf die CBS-Sendung “Face The Nation” in der McGurk wie folgt äußerte:

“Anzukündigen das du abziehen wirst und dies ohne einen Plan -und glauben sie mir es gibt keinen Plan dafür was als nächstes kommen wird. Momentan haben wir keinen Plan- wird die Verwundbarkeit unserer Kraft steigern, dies erhöht das Risiko am Boden in Syrien.”

Zudem suggerierte er das Trump sich gegen den Rat seines nationalen Sicherheitsteams dazu entschied den abrupten Abzug einzuleiten.

“In diesem Fall, denke ich hatte das gesamte nationale Sicherheitsteam eine Sicht, und der Präsident hat in einem Telefongespräch mit dem türkischen Präsidenten Erdogan die Strategie komplett über den Haufen geworfen.”

Desweiteren wies er die Vorstellung zurück das die Türkei in der Lage sei die Rolle der USA zu ersetzen.

Die Washington Post hat jüngst einen Beitrag von Brett McGurk veröffentlicht, in dem er Bezug auf den US-Abzug nimmt, und einige bemerkenswerte Dinge über die Türkei zu berichten hatte.

Zunächst stellte er die Fähigkeit der Türkei in Frage den Kampf gegen die ISIS aufzunehmen und argumentierte :

“In der Tat kann die Türkei ohne beträchtliche US-Unterstützung nicht hunderte Meilen von ihrer Grenze entfernt in feindlichem Gebiet operieren. Und viele der syrischen oppositionellen Gruppierungen die von der Türkei gestützt werden schließen Extremisten ein die offenkundig ihre Intention kundtaten die Kurden zu bekämpfen, nicht den Islamischen Staat.”

Laut dem ehemaligen Sonderbeauftragten sei Trumps via Twitter offerierter Vorschlag für eine “Sicherheitszone” ebenfalls ein ad hoc gefällter und undurchdachter Vorstoß, dem jegliche Analyse entbehrt.

Ferner erörterte McGurk das sich die strategischen Konsequenzen von Trumps Entscheidung bereits abzeichnen würden:

“Je mehr die Türkei ihre Reichweite in Syrien expandiert, desto schneller bewegen sich unsere arabischen Partner auf Damaskus zu. Es ist kein Zufall das unmittelbar nachdem Trump verlauten ließ das wir abziehen, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Botschaften wiedereröffneten. Diese Länder sowie Saudi-Arabien, Ägypten und Jordanien glauben sich auf Damaskus einzulassen, kann dabei helfen russischen, iranischen und türkischen Einfluss in Syrien zu mindern, zudem ignorieren sie gegensätzliche Ansichten von Washington,” so McGurk.

In Bezug auf Syrien sei die Türkei kein “vertrauenswürdiger Partner” ließ er zudem verlauten:

“In Bezug auf Syrien ist die Türkei kein vertrauenswürdiger Partner. Die syrischen oppositionellen Kräfte die sie unterstützt, sind mit Extremisten durchwachsen und zu wenig von der Anzahl her um eine effektive Herausforderung für Assad oder eine plausible Alternative zu den SDF
darzustellen. Die Gebiete Syriens die die Türkei angeblich kontrolliert, so wie die Provinz Idlib im Nordwesten, werden vermehrt von der Al-Qaida dominiert. Die Vereinigten Staaten können der Türkei dabei helfen ihre Grenze zu beschützen, doch das Einrücken des türkischen Militärs und türkisch gestützter Kämpfer der Opposition in SDF Gebiete in Nordost Syrien- wie es derweil besprochen wird- würde Chaos herbeiführen und eine Umgebung schaffen in der Extremisten gedeihen,”
so McGurk.

In seinem Beitrag rekapitulierte McGurk die inzwischen allseits bekannten derweil noch von dem US-Präsidenten halbwegs beachteten zu erledigenden Herausforderungen, die aus Sicht der Kriegstreiber in Washington einen abrupten Abzug aus Syrien unmöglich machen würden. Die ISIS müsse vollends eliminiert werden und den Iran gilt es soweit einzudämmen, sodass Alliierte wie Israel zufriedengestellt werden.

Im Großen und Ganzen hatte der Weckruf des ehemaligen Sonderbeauftragten nichts neues aufzubieten, was nicht längst hinlänglich von den US-Leitmedien und unzähligen Diplomaten hervorgehoben worden ist.

Nichtsdestotrotz sprach McGurk zumindest das am meisten ausgeblendete und gravierendste Problem in Syrien an, das wirklich noch nie von dem US-Präsidenten erwähnt wurde. Die Al-Qaida!

Bereits im vergangenen Jahr wies McGurk auf den Terror-Herd Idlib hin, als er auf einem Forum des “Middle Eastern Institutes”, das an der syrisch-türkischen Grenze liegende Gouvernement als den “sichersten Hafen für die Al-Qaida seit dem elften September,” bezeichnete.

Bemerkenswert ist das er zudem betonte das während die gesamte Welt sich ausschließlich auf den Islamischen Staat konzentrierte, die Al-Qaida in Idlib unbehelligt ihrem Treiben nachgehen konnte.

In seinem Appell in der Washington Post merkte er abermals an, das der Nordwesten Syriens von der Al-Qaida dominiert wird. Brett McGurk ist bestimmt kein Unschuldslamm und mitverantwortlich für das Chaos in Syrien, dennoch hat er mit seiner auf Ankara bezogenen Einschätzung recht.

Wenn man gegenwärtig dem türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan und seinen Höflingen sein Gehör schenkt, wird man bezüglich der angeblichen notwendigen Terrorismus-Bekämpfung auf syrischem Boden nur auf zwei Namen stoßen. Die kurdische YPG (SDF-PKK) und die ISIS.

Die an der Grenze der Türkei ansässige Al-Qaida (Al-Nusra, HTS, Hayat Tahrir al-Sham) scheint keine Bedrohung für Ankara darzustellen. Ansonsten wäre zumindest ein Hauch von Unruhe zu vernehmen, und die HTS würde Gegenstand von Debatten und dergleichen sein.

Hingegen postulieren die jeweiligen Staatsführer der USA und Türkei, unentwegt die notwendige Ausrottung der ISIS. Die Al-Qaida findet in gegenwärtigen Auseinandersetzungen über den US-Abzug nicht statt.

Die John Boltons die Mike Pompeos alle schweigen sich über den angeblichen Drahtzieher von 9-11 aus, und reiten nur auf dem Iran und der ISIS herum.

In diesem Punkt unterscheidet sich Brett McGurk von seinen Kollegen und spielt mit offenen Karten. Auch seine Angaben bezüglich der Strukturierung von türkisch gestützten Kollektiven, sind nicht realitätsfern.

Namen wie die Ahrar al-Sham und Noureddin al-Zenki Bewegung können getrost dem Al-Qaida Lager zugeteilt werden. Beide Entitäten sind alte Waffenbrüder der Al-Nusra und heutiges türkisch gestütztes Kanonenfutter, das in zentralisierten Dschihadisten-Fraktionen eingegliedert worden ist.

Man brauch kein Nah-Ost Experte zu sein, um herauszufinden was es mit den beiden Terroristen-Gruppierungen auf sich hat und welch abscheulicher Ruf ihnen meilenweit vorauseilt.

Demnach ist McGurks Analyse nur dahingehend überraschend, da er von allen die momentan ihren Senf dazugeben die Al-Qaida nicht unter den Teppich kehrt.

Wie von dem ehemaligen Sonderbeauftragten der Anti-ISIS-Koalition ferner richtig prognostiziert, würde eine türkisch-kontrollierte Sicherheitszone im Norden Syriens in ein absolutes Chaos münden. Die Al-Qaida entlang fast der gesamten syrisch-türkischen Grenze zu stationieren, hört sich wahrhaftig nicht wirklich deeskalierend an.

Wie in der Einleitung dieses Artikels erörtert steigern sich die ISIS-Übergriffe auf US-Militärpersonal in Syrien offenbar. Was von McGurk in der Washington Post Kolumne als verdichtende Anzeichen eines überstürzten US-Rückzugs bezeichnet wurde. Noch sind die Anschläge kleinerer Natur. Hingegen sind wir nur von einem verheerenden Angriff entfernt, der ausschlaggebend für ein Umdenken im Weißen-Haus sein könnte. Darüber sind sich die scheidenden Geister in Washington einig.

https://orbisnjus.com/2019/01/24/syrien-is-anschlaege-auf-us-soldaten-vermehren-sich-ploetzlich-nebenher-wird-al-qaida-ignoriert/

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