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Ausland, Naher Osten

USA bekennen sich zur „unbefristeten“ Besetzung Syriens; kontrollieren Region von der Größe Kroatiens

von Tyler Durden – http://www.zerohedge.com

Übersetzung LZ

„Wir wollen keine Amerikaner. Es ist Besetzung“ – sagte ein Syrer, der im US-kontrollierten Raqqa ansässig ist, gegenüber der Militärzeitung Stars and Stripes. Zum gleichen Zeitpunkt stellte die Washington Post diese Woche fest, dass „die US-Truppen nun auf unbestimmte Zeit in Syrien bleiben werden, ein Drittel des Landes kontrollieren und an vielen Fronten mit Gefahren konfrontiert sind“.

Werden wir wie der „Ewige Krieg“ in Afghanistan die gleiche Diskussion über die unbefristete Besetzung Syriens in zwei Jahrzehnten führen? Eine neue, ungewöhnlich offene Bewertung in Stars and Stripes legt unverblümt die grundlegenden Fakten über die Entscheidung des Weißen Hauses dar, bis zum Kriegsende „den Kurs beizubehalten„:

Diese Entscheidung zementiert die Kontrolle der US-Truppen, vielleicht auf unbestimmte Zeit, über ein Gebiet, das fast ein Drittel von Syrien umfasst, eine riesige Fläche mit meist wüstenartigem Gelände, das etwa so groß ist wie Louisiana.

Das Pentagon sagt nicht, wie viele Truppen es dort hat. Offiziell werden 503 angegeben, aber Anfang dieses Jahres ließ ein Beamter verlauten, dass die wahre Zahl näher an 4.000 liegen könnte.

Eine früherer Artikel vom New Yorker beschrieb das von den USA besetzte Gebiet östlich des Euphrats als „ein Gebiet von etwa der Größe Kroatiens“. Ohne Abstimmung im Kongress, ohne öffentliche Debatte und nicht einmal als offizielle Ansprache des Präsidenten an die Nation, lassen sich die Vereinigten Staaten auf eine weitere endlose Besetzung souveränen ausländischen Bodens ein, während sie sich auf das inzwischen sehr bekannte post-911 AUMF Feigenblatt der „Legalität“ verlassen.

Ähnlich wie die amerikanische Öffentlichkeit und sogar einige Pentagon-Beamte in letzter Zeit seit Jahren auf Afghanistan hinweisen, wissen die US-Streitkräfte vor Ort überhaupt, was das Ziel dieser Mission ist? Die Mission mag undefiniert sein und zweideutig bleiben, um den Iran zu „bekämpfen“, aber die Gefahren und das Potenzial für große Verluste an Blut und Werten sind größer denn je.

Laut Stars and Stripes bedeutet das gefährliche Aufeinandertreffen von Pulverfass-Konflikten und geopolitischen Akteuren. daß ein „neuer Krieg“ am Horizont heraufzieht:

Die neue Mission wirft neue Fragen auf, über die Rolle, die sie spielen soll, und darüber, ob ihre Präsenz Gefahr läuft, ein Magnet für regionale Konflikte und Aufstände zu werden.

Das Gebiet ist von Mächten umgeben, die sowohl der US-Präsenz als auch den Bestrebungen der Kurden feindlich gesinnt sind, die das mehrheitlich arabische Gebiet auf der Suche nach einer linken Ideologie regieren, die von einem inhaftierten türkischen kurdischen Führer formuliert wurde. Anzeichen für eine Reorganisation des islamischen Staates und das Schwelen von Unzufriedenheit innerhalb der arabischen Gemeinschaft deuten auf die Gefahr eines Aufstands hin.

Ohne die Anwesenheit von US-Truppen würden diese Gefahren mit ziemlicher Sicherheit einen neuen Krieg auslösen, sagte Ilham Ahmed, eine hohe Beamtin der Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens, wie die selbsternannte Regierung der Region genannt wird.

„Sie müssen bleiben. Wenn sie gehen und es keine Lösung für Syrien gibt, wird es katastrophal sein“, sagte sie.

Aber das Bleiben bedeutet auch Risiken einzugehen und schon beginnen die Herausforderungen zu wachsen.

So sagt ein von den USA unterstützter lokaler Politiker, dass die USA nicht gehen können oder es Krieg geben wird, während amerikanische Verteidigungsbeamte gleichzeitig erkennen, dass sie das Zentrum eines bevorstehenden Aufstands aus der Hölle besetzen – was alles perfekt in die Lehrbuchdefinition eines Morastes passt.

Der New Yorker: „Die Vereinigten Staaten haben ein Dutzend oder mehr Basen von Manbij bis Al-Hasakah gebaut, darunter vier Flugplätze, und von Amerika unterstützte Streitkräfte kontrollieren nun ganz Syrien östlich des Euphrats, ein Gebiet von etwa der Größe Kroatiens.“

Aber im September kündigte das Weiße Haus eine Neuausrichtung seiner offiziellen Prioritäten in Syrien an, nämlich „als Bollwerk gegen den wachsenden Einfluss des Iran“. Das bedeutet, dass das anhaltende Potenzial und die Wahrscheinlichkeit eines Krieges mit Syrien, dem Iran und Russland in der Region immer vorhanden ist. Dazu Stripes:

Syrische Regierungstruppen und iranische Stellvertreterkräfte sind im Süden und Westen. Sie haben gedroht, das Gebiet mit Gewalt zurückzuerobern, um das Versprechen von Präsident Bashar Assad zu erfüllen, ganz Syrien unter Regierungskontrolle zu bringen.

Bereits jetzt zeichnen sich Anzeichen eines Aufstands im irakischen Stil gegen die US-Streitkräfte in Ostsyrien ab.

In Raqqa, der größten syrischen Stadt im Herzen der US-Besatzung und des Wiederaufbaus, steht im Bericht der Stripes Folgendes:

Die Wut auf den Straßen ist spürbar. Einige Bewohner sind offen feindselig gegenüber ausländischen Besuchern, was in anderen Städten, die von der Kontrolle durch den islamischen Staat in Syrien und Irak befreit sind, selten ist. Selbst diejenigen, die die Präsenz des US-Militärs und der SDF unterstützen, sagen, dass sie verärgert sind, dass die Vereinigten Staaten und ihre Partner in der Anti-ISIS-Koalition, die die Stadt bombardiert hat, nicht zum Wiederaufbau beitragen.

Und viele scheinen ihre neuen Herrscher nicht zu unterstützen.

„Wir wollen die Amerikaner nicht. Es ist Besetzung“, sagte ein Mann, ein Schneider, der seinen Namen nicht nennen wollte, weil er die Folgen fürchtete, seine Meinung zu sagen. „Ich weiß nicht, warum sie so viele Waffen benutzen und die Stadt zerstören mussten. Ja, ISIS war hier, aber wir haben den Preis dafür bezahlt. Sie haben eine Verantwortung.“

Jüngste Berichte aus dem Pentagon legen nahe, dass Verteidigungsbeamte einfach mehr Geld in die Bemühungen der USA in Syrien investieren wollen, die sich weiter auf die Ausbildung und Versorgung der so genannten syrischen demokratischen Kräfte (oder der kurdisch dominierten SDF) konzentrieren, was die Konfrontation mit der Türkei verstärkt, die ihre Streitkräfte weiterhin Vorbereitungen für einen geplanten Angriff auf kurdische Enklaven in Syrien in dieser Woche treffen läßt.

In der Zwischenzeit beginnt Raqqa mehr und mehr wie Bagdad circa 2005 auszusehen:

Alle sagen, dass die Straßen jetzt nicht mehr sicher sind. In den letzten Monaten ist ein Anstieg der Morde und Entführungen zu verzeichnen, die sich vor allem gegen Mitglieder der Sicherheitskräfte oder Personen richten, die mit dem Gemeinderat zusammenarbeiten. Aber auch einige Kritiker der Behörden wurden niedergeschossen, und nachts gibt es Entführungen und Raubüberfälle.

Während sich Amerika auf eine weitere endlose und „unbestimmte“ Besetzung eines Landes im Nahen Osten einlässt, bleibt dem Präsidenten vielleicht nur noch, auf einem Flugzeugträger mit „Mission Accomplished“- Bannern zu landen?

https://www.zerohedge.com/news/2018-12-15/us-commits-indefinite-occupation-syria-controls-region-size-croatia

 

 

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Diskussionen

3 Gedanken zu “USA bekennen sich zur „unbefristeten“ Besetzung Syriens; kontrollieren Region von der Größe Kroatiens

  1. scheint, die Amis haben einfach kein Geld , um ihr zerstörtes Syrien-stück wieder aufzubauen , da müssten sie milliarden investieren

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    Verfasst von tom | 20. Dezember 2018, 20:50
  2. So kann man sich wohl täuschen. Die USA haben unter dem Vorwand, der IS sei nun besiegt, ihren Rückzug aus Syrien angekündigt. Alles deutet darauf hin, dass der reale oder irreale Sieg über den IS nicht der ausschlaggebende Punkt ist, sondern vielmehr die Ankündigen der Türkei, östlich den Euphrats eine Großoffensive zu starten, um ein irgendwie autonomes kurdisches Gebiet in Syrien zu verhindern. Ein militärischer Konflikt zwischen US- und türkischen Truppen wäre ein Konflikt zwischen NATO-Partnern. Man sollte davon ausgehen, dass den USA die NATO wichtiger ist als Assad oder der IS. Die Zerschlagung der bisherigen Ansätze kurdischer Autonomie (wohlbemerkt: nicht Separation!) in Syrien ist zweifellos ein Ziel, mit dem auch die übrigen Staaten, die Kurdistan unter sich aufgeteilt haben (oder genauer: auf die die Kolonialmächte das Siedlungsgebiet der Kurden nach dem 1. Weltkrieg aufgeteilt haben), d.h. Syrien, Iran und in begrenzterem Sinn der Irak, in dem ja seit Saddams Zeiten ein !“autonomes Kurdistan“ besteht, gut leben können. Dass die Kurden – wieder einmal – den Kürzeren ziehen würden, war abzusehen. Es bleibt zu hoffen, dass die syrische Regierung aus der Entwicklung nicht den Schluss zieht, sie könne betreffs der Kurden jetzt so weiter machen wie vor Beginn des Bürger- und Aggressionskrieges.

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    Verfasst von A.Holberg | 19. Dezember 2018, 19:10
  3. und hier das Gegenteil:

    https://de.sputniknews.com/politik/20181219323336479-usa-syrien-abzug-truppen-trump-plaene/

    gerade die USA hat mehr als nur einen Willen. Aber noch erfreut sich ihr Präsident guter Gesundheit.

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    Verfasst von Zivilistin | 19. Dezember 2018, 19:07

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