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Nach dem 2019-Crash entweder Räterepublik oder die Hölle auf Erden

von Norbert Nelte

Alle 10 Jahre gibt es in Deutschland eine Krise. Bisher war sie immer nur ganz klein, aber 2008 riss sie alle Staaten um 5-7% in den Keller, so, dass sich die südeuropäischen Staaten bis heute noch nicht davon erholt haben.

Alle unabhängigen Marktbeobachter analysieren die nächste Krise als riesig. 2008 dagegen war ein Kindergeburtstag, schrieben Weik und Friedrich Aktuell beispielsweise schreiben sie: Die Zeichen stehen global verstärkt auf Sturm: Brexit, Trump, Italien, Absturz der Deutschen Bank, Blasen an Aktien- und Immobilienmärkten, Nullzinsphase in Europa und eine global aufziehende Rezession verheißen alles, aber nichts Gutes. Die Chance, dass nur eine dieser Baustellen den nächsten Knall auslöst, ist riesig. Noch nie hatten wir so viele Warnsignale auf einmal.
“ (
Weik und FriedrichNach der Krise ist vor der Krise“, Prometheus  11.12.18)

Ernst Wolff schreibt: “ Ende 2018 hat die Finanzwelt einen Wendepunkt erreicht. Fast zehn Jahre lang haben die Zentralbanken das globale Finanzsystem künstlich am Leben erhalten, indem sie Billionen an Dollars, Euros, britischen Pfund, japanischen Yen und Schweizer Franken aus dem Nichts erzeugt und zu immer niedrigeren Zinsen vergeben haben.

Damit haben sie eine Entwicklung eingeleitet, die niemand vorausahnen konnte: Die Finanzmärkte haben über einen Zeitraum von 115 Monaten eine Rekordmarke nach der anderen gerissen. Das Ganze hatte aber auch eine Schattenseite, denn die Maßnahmen haben zugleich bewirkt, dass

  1. im Verhältnis zu den Finanzmärkten immer weniger Geld in die Realwirtschaft floss,
  2. das Steueraufkommen wegen der im Finanzsektor intensiv praktizierten Steuervermeidung nicht mit der Geldentwicklung mithalten konnte,
  3. immer weniger öffentliche Investitionen getätigt wurden,
  4. die Infrastruktur weltweit zerfiel,
  5. konservative Anleger wie Versicherungen, Renten- und Pensionskassen gezwungen wurden zu spekulieren und unverhältnismäßig hohe Risiken einzugehen,
  6. die Altersvorsorge durch Sparen erschwert und einer zukünftigen Zunahme der Altersarmut der Weg bereitet wurde
  7. Privathaushalte, Unternehmen und Staaten sich immer höher verschuldeten,
  8. immer mehr Anleger mit geliehenem Geld in die Märkte einstiegen,
  9. an den Finanzmärkten die größten Blasen aller Zeiten entstanden,
  10. die soziale Ungleichheit weltweit explodierte.“

(Ernst Wolff: Globales Finanzcasino: Die Botschaft zum Jahresende lautet „Game over Goldseiten-de 7.12.18)

Mr. Dax, Dirk Müller schreibt

Die Dollar-Aufwertung über das Anheben der US-Zinsen ist das Hauptmittel für die Amerikaner, sich gegenüber China zu behaupten. Diese Politik bringt die Währungen der Schwellenländer und die Unternehmen dort in große Schwierigkeiten. In Zeiten der Niedrigzinsen haben diese Unternehmen Dollar-Kredite in Milliardenhöhe aufgenommen. Jetzt sind die Schwellenländer hochverschuldet in US-Dollar und nun steigen die amerikanischen Zinsen. Die Konsequenz wird sein, dass die Refinanzierungskosten explodieren, die Wirtschaft stark abkühlt und die heimischen Währungen abschmieren. Das ist ein Teufelskreis, er wird in die Katastrophe führen. China ist hier ebenso betroffen wie andere Schwellenländer.“

(Dirk Müller: Dirk Müller: „Die Crashgefahr ist eklatant“ finanzen.net 28.09.18)

Das waren  nut 3 deutsche Marktbeobachter, aber im Ausland sehen das die Kollegen ebenso.
James Richards analysiert.

„Aber während das globale Wirtschaftswachstum sich verlangsamt, die Verschuldung tut es nicht. China habe ich bereits erwähnt. Aber es geht weit über China hinaus. Dem Institute of International Finance (IIF) zufolge, stieg die Gesamtverschuldung der Volkswirtschaften, die es beobachtet (sowohl Industrie- als auch Schwellenländer), auf eine Rekordsumme von 247 Billionen Dollar im ersten Quartal von 2018. Das sind 11% mehr als im Vorjahreszeitraum.

Doch das IIF berichtet, dass eine Neuverschuldung von 8 Billionen Dollar nötig war, um gerade einmal 1,3 Billionen Dollar weltweiten BIP´s zu schaffen. Der Trend ist offensichtlich. Die massiven Schulden, mit denen man Wachstum erreichen wollte, häufen sich jeden Tag mehr an. Aber Wachstum verlangsamt sich. Unterdessen sind viele der Schulden, die seit 2009 aufgenommen wurden, immer noch vorhanden.

(James Richards Die Voraussetzungen für eine globale Schuldenkrise sind da goldseiten.de 12.12.18)

(Egon von Greyerz., ein Schweizer Analyst schreibt: „Derartige Exzesse und moralische Dekadenz, wie wir sie heute erleben, können niemals auf geordnetem Weg verschwinden. Traurigerweise kann das Problem nur durch einen wirtschaftlichen Totalzusammenbruch gelöst werden. Natürlich ist so etwas unvermeidlich. Keine Regierung, kein Unternehmen und auch sonst niemand kann die ausstehenden 250 Billionen $ Schulden jemals begleichen. Auch Werte und Anstand werden nicht einfach von selbst zurückkehren.“

(Egon von Greyerz: Globale Verschuldung: Eine Plage, die vernichtet werden muss Gold, Switzerland, 11.10.18)

Jetzt kommt die berechtige Frage: „warum zitiert Du als Linker nicht die linken revolutionären Gruppen?“ Gute Frage, weil die linken marxistischen Gruppen nichts darüber schreiben. Wirtschaft  kommt bei ihnen nicht vor, oder ganz selten und dann ganz falsch.
Wir sehen, dass alle Zitierten den Supercrash am Anrollen sehen. Ernst Wolff sogar bis Jahresende 2008. Aber ich denke doch, dass es erst nächstes Jahresende wird, darauf deutet

  1. der Investitionsmangel in Japan und Deutschland hin und
  2. der Inversion (Zahlendreher) bei den amerikanischen Zinsen für die Staatsanleihen

Aber alle Zitierte bürgerlichen Analysten denken, dass es dann nach einer kurzen oder längeren Agrarphase wieder aufwärts gehen wird. Sie kennen alle nicht den Fall der Profitrate oder die organische Zusammensetzung des Kapitals, und denken, die Politiker machen diese Crashpolitik aus Dummheit. Nein, die Profirate ist auf 1% gefallen, weil der tendenzielle Fall der Profitrate im Kapitalismus von Anfang an gegeben ist. Der Kapitalismus hat fertig.

Dass die Profitrate in der Produktion nur noch 1% beträgt, ist nicht nur eine spinnerte Beobachtung von mir, sondern das sagt auch der Chefökonom von Blackrock. Im Finanzbereich sind das nach ihrer Aussage noch 4%.

Der eine oder andere sieht schon mal das Ende des Wachstums, da die Erde eine Kugel ist, aber sie wissen auch nicht, was  das nun genau bedeutet. Um wegen der Konkurrenz zu rationalisieren, muss ich Leute entlassen, oder wachsen. Ein ausbleibendes Wachstum heißt dann also, immer mehr Arbeitslose und ständige Schrumpfung.

Und das ist genau das  was auf uns zukommen wird. Wenn die Investitionen 2019 schneller fallen als die Löhne, tritt das Überprodukt im Produktionsmittelsektor auf, und der ist nicht mehr auf den Konsumsektor zu übertragen. Für jeden Arbeitsplatz im Produktionsmittelsektor gehen 7 Arbeitsplätze im Konsumsektor verloren. Wenn das Werk AUDI in Ingolstadt schließt, müssen die Metzger, Frisöre und Supermärkte auch schließen. Die Wirtschaften von allen Ländern fahren wie  gegen die Wand.

Dann wird sich kein Land mehr davon erholen. Die Tausende ISIS Terroristen werden dann sich den Menschen, die sich ihnen in den Weg stellen, einfach den Kopf abschneiden. Die Löhne werden um 60% gekürzt und die Wirtschaften schrumpfen jedes Jahr um 3%.

Die Vandalen ziehen über das Land. Alle Supermärkte sind schon leer geräumt. Die Bauern haben mit ihren Söhnen Landmilizen aufgebaut. In der Stadt gibt es immer wieder Versuche, eine Industrieproduktion wieder aufzubauen. Aber kaum hat jemand einen Betrieb eröffnet, ist einer von der Konkurrenz da, und schon sinkt die Profitrate auf einen Prozent, da die Kapitalzusammensetzung von der letzten Prosperitätsphase, der ganze Maschinenpark, ja immer bleiben. Letztlich organisieren die Städte und Landkreise die wichtigsten Betriebe als Monopolfabriken, aber hier wird die Korruption do stark, dass nun die Natur wieder in den Städten die Oberhand gewinnt. Aber bevor das letzte Haus von den Baumwurzeln umgarnt wurde, werden die Arbeiter sich zusammen tun, und nach dem Vorbild von Südamerika die Fabriken in Selbstverwaltung ohne Profit in Betrieb nehmen.

Denn in der Zwischenzeit haben in Südamerika die Arbeitermassen nach dem Supercrash tausende Betriebe besetzt und organisierten den Staat als Räterepublik, wie es Karl Marx vorgeschlagen hat.

In der Einleitung zur Schrift von Marx Der Bürgerkrieg in Frankreich“ 18.3.´1891 stellte Engels klar,  wie Marx sich die Kommune vorstellte.

„Der deutsche Philister ist neuerdings wieder in heilsamen Schrecken geraten bei dem Wort: Diktatur des Proletariats. Nun gut, ihr Herren, wollt ihr wissen, wie diese Diktatur aussieht? Seht Euch die Pariser Kommune an, das war die Diktatur des Proletariats (S. 24)

Karl Marx führt im Text die Prinzipien der Commune vor:

„1. Die Kommune bildete sich aus den durch allgemeines Stimmrecht in den verschiedenen Bezirken von Paris gewählten Stadträten. Sie waren verantwortlich und jederzeit absetzbar. Ihre Mehrzahl bestand selbstredend aus Arbeitern oder anerkannten Vertretern der Arbeiterklasse…

2. Von den Mitgliedern der Kommune an abwärts, muss der öffentliche Dienst für Arbeiterlohn besorgt werden…

3. Die Abgeordneten sollten jederzeit absetzbar und an die bestimmten Instruktionen ihrer W ähler gebunden sein…

Jawohl, meine Herren, die Kommune wollte jenes Klasseneigentum abschaffen, das die Arbeit der vielen in den Reichtum der wenigen verwandelt. Sie beabsichtigte die Enteignung der Enteigner.

Karl Marx: Der Bürgerkrieg in Frankreich“, III. Teil, S. 7

Also, das ist das ganze Geheimnis. Bei den Arbeiterräten entscheidet der Wähler und der Abgeordnete muss die Mehrheitsentscheidungen der Wähler ausführen und das sind alle außer den Aktiencouponklebern, die entscheiden bei der bürgerliche “Demokratie“. Spätestens jetzt hast Du festgestellt, dass Dir ein Leben lang hast ein Riesenbär aufgebunden wurde, gemeinsam von den Regierungen, der stalinistischen Bürokratie und den Führungen der westlichen stalinistischen Parteien. So hat das Ende des Kapitalismus schon mal was Gutes und das weitere Gute ist, dass der Lebensstandard in der Räterepublik gleich um das Doppelte gestiegen ist. Deshalb hat sich die südamerikanische Idee der Räterepublik gleich zu den gelben und roten Westen nach Frankreich, Spanien und Griechenland ausgeweitet.

Mit dem Migrationspakt in Marrakesch haben die 160 Unterzeichnerstaaten die Auflösung der Nationalstaaten und die Weltdiktatur unterschrieben. Aber, je schneller sich die südamerikanische Bewegung nach Europa überträgt, umso weniger müssen wir Deutschen durch das Tal der Tränen.

Das wird dann aber die letzte Revolution gewesen sein, denn ab dann gibt es keine Klassen und keine Klassenwiddersprüche mehr und alle Veränderungen werden nach der Vernunft entschieden werden und die Veränderungen gibt es natürlich weiter, die Entwicklung der Produktivkräfte geht dann erst richtig los.

„Das Proletariat ergreift die Staatsgewalt und verwandelt die Produktionsmittel zunächst in Staatseigentum. Aber damit hebt es sich selbst als Proletariat, damit hebt es alle Klassenunterschiede und Klassengegensätze auf und damit auch den Staat als Staat“.

Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft – S. 93 Marxismus, Bilderbuch Kapitel III

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Nach dem 2019-Crash entweder Räterepublik oder die Hölle auf Erden

  1. kann natürlich sein , dass es ende 2019 schon knallt, kann aber auch noch paar jahre so weitergehn, das Kapital wird den zustand noch bis zum ultimo versuchen zu erhalten…, es könnten noch weitere Aufkaufprogramme von anleihen +andren papieren kommen(sobalds an der Börse massiv abwärts geht, und damit nochmal 4 Jahre gewonnen werden ), Verstaatlichung von Banken, Sparer-u. Immobilienbesitzer-teil-enteignungen (zwangshypotheken ) u.andres, woran man vieleicht bisher noch garnicht denkt

    Liken

    Verfasst von tom | 17. Dezember 2018, 16:36

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