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Die Welt in Armut halten: Der monopolistische Plan hinter dem „Regimewechsel“-Chaos

von Caleb Maupinhttp://www.theblogcat.de

Entwicklung und Armutsbekämpfung mögen im allgemeinen Interesse der Menschheit liegen, aber einige mächtige Kräfte sehen darin eine Bedrohung für ihre Position als hegemoniale Herrscher über die Weltwirtschaft.

Vor 2011 war Syrien ein wohlhabendes Land im Nahen Osten. Die baathistische Regierung hatte enorme Schritte unternommen, um das Leben der syrischen Bevölkerung zu verbessern. Zwischen 1970 und 2009 stieg die Lebenserwartung der Syrer um 17 Jahre, und die Kindersterblichkeitsrate wurde exponentiell reduziert. Nach Angaben der US Library of Congress waren 1981 zweiundvierzig Prozent der erwachsenen Bevölkerung Syriens Analphabeten, aber nur zehn Jahre später, 1991, war der Analphabetismus durch eine Massenaufklärungskampagne ausgelöscht worden.

Syrien baute den Tabqa-Staudamm am Euphrat mit Unterstützung von 900 Technikern und einem Darlehen von 100 Millionen Euro aus der Sowjetunion. Bereits 2007 hatte China begonnen, „Hunderte von Millionen Dollar“ in Syrien zu investieren, um seine „Öl- und Gasinfrastruktur“ zu modernisieren.

Aber schauen Sie sich Syrien heute an. Millionen sind als Flüchtlinge geflohen. Über eine halbe Million sind gestorben. Terroristengruppen kontrollieren riesige Flächen. Ein Großteil der gesamten Infrastruktur des Landes, einschließlich Wasseraufbereitungsanlagen, Kraftwerke und Schulen, wurde zerstört.

Kann jemand rational argumentieren, dass Versuche westlicher Länder, die baathistische Regierung unter der Führung von Bashar Assad zu beseitigen, der Bevölkerung zugute gekommen sind?

Die Zerstörung von Ländern im Namen der „Demokratie“

Nicaragua ist eine ähnliche Geschichte. Die Regierung der Sandinisten hat unter dem Motto „Christentum, Sozialismus und Solidarität“ enorme Anstrengungen unternommen, um das Leben der Menschen zu verbessern. Zwischen 2005-2014 wurde die Armut in Nicaragua um 30% reduziert. Das BIP stieg zwischen 2007-2016 um 36%. Während seine Nachbarn in Mittelamerika, Guatemala und Honduras, berüchtigte Wracks aus Armut, Kriminalität und Unterentwicklung sind, war Nicaragua ein Kraftwerk des Wachstums. Der Welt-Glücks-Index wies sogar darauf hin, dass der Optimismus über das Leben unter den Nicaraguanern 2016 so stark zugenommen hat wie in keinem anderen Land.

Aber ähnlich wie in Syrien ist dies in einer Orgie der Gewalt weggefegt worden, die von den westlichen Medien als „Revolution“ angefeuert wurde. The Economist schreibt: „Die Wirtschaft war mit einem jährlichen Wachstum von 5% eine der stärksten in Mittelamerika“, aber nach den Unruhen gegen die Regierung „hat Kapital in Höhe von rund 1 Milliarde Dollar, das entspricht 8% des BIP, das Land verlassen und die Banken geschwächt“, und der Tourismus ist „eingebrochen“.

In Venezuela hat die bolivarische Regierung unter der Führung von Hugo Chavez der Bevölkerung enorme Vorteile gebracht. Die Armut wurde reduziert. Der Analphabetismus wurde ausgelöscht. Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung wurde sichergestellt. Sogar das Wall Street Journal hat das zugegeben: „Im Jahr 2013 war die Party noch nicht vorbei. Öl brachte $100 pro Barrel und Mr. Maduros populistische Regierung überschüttete alle mit Petrodollars. Die Skyline von Caracas war übersät mit grandiosen Bauprojekten, Steakhäuser kauften Containerweise Vintage Scotch und Hotels mussten Wochen im Voraus reserviert werden.“

Jedoch ist Venezuela jetzt mit internen Turbulenzen konfrontiert, mit wirtschaftlicher Sabotage durch Lebensmittelimporteure und zuletzt mit einem Anschlag auf Präsident Maduro, der mit Drohnen durchgeführt wurde. Wie in Syrien und Nicaragua werden jene Kräfte, die Lebensmittellager anzünden und Polizisten erschießen, von den westlichen Medien angefeuert und sind in vielen Fällen direkt mit dem US-Außenministerium oder in den USA ansässigen NGOs verbunden.

Die gleichen Führer, die im Hauptquartier der Vereinten Nationen Reden über die Notwendigkeit einer „nachhaltigen Entwicklung“ und die Beseitigung der Armut halten, haben gleichzeitig die Nationen in die Armut geführt, sei es durch direkte militärische Angriffe oder durch westlich unterstützte „Revolutionen“.

Egal wie brutal Saddam Hussein war, niemand kann behaupten, dass der Irak von der Invasion 2003 profitiert hat. Libyen hatte die höchste Lebenserwartung auf dem afrikanischen Kontinent – vor dem Krieg 2011, als NATO-Raketen jene „Rebellen“ unterstützten, die vom Westen bewaffnet wurden. Die Bedingungen in Libyen sind so schlecht geworden, dass die Menschen regelmäßig mit Schlauchbooten aus dem Land fliehen. Afghanistan ist seit der Invasion 2002 ein Nest mit Drogenkartellen, Terroristen und allgemeiner Instabilität, mit weitaus schlechteren Bedingungen als vor dem Sturz der Taliban.

Die Instabilität im Nahen Osten, die Drogenkartelle und die Armut in Lateinamerika haben negative Folgen, die die ganze Welt betreffen. Die Massenmigration in die Vereinigten Staaten und nach Europa von denen, die diesem Chaos entkommen sind, ist die Quelle großer Kontroversen und kultureller Spaltung. Kriminalität und Terrorismus haben zugenommen, nicht nur in den Entwicklungsländern, sondern auch in den westlichen Ländern.

Die Rechtfertigung für diese destruktiven „Regimewechsel“-Kampagnen sind „Demokratie“ und „Menschenrechte“. Es ist jedoch kein Geheimnis, dass viele menschenrechtsverletzende, repressive Regime mit der Wall Street und London sehr gute Beziehungen unterhalten. Am sichtbarsten ist Saudi-Arabien, ein Land, das seine eigenen Menschen enthauptet und foltert, während es den Jemen bombardiert und Zivilisten tötet.

Der Aufstieg Russlands und Chinas

Warum sind die Streitkräfte in den westlichen Ländern so entschlossen, Unruhen zu schüren? Was ist ihre Motivation? Um dies zu verstehen, ist es notwendig, die Geschichte des 20. Jahrhunderts zu überprüfen.

Zur Zeit der bolschewistischen Revolution von 1917 war Russland ein Agrarland mit sehr wenig Industrie. Die meisten Menschen waren Analphabeten, und nur ein sehr kleiner Teil des Landes hatte Zugang zu fließendem Wasser oder Strom. Nach der Revolution gab es einen Bürgerkrieg, in dem Millionen starben, als die Bolschewiken für die Kontrolle des Landes gegen ausländische Invasoren und die inländische Opposition kämpften. Gleichzeitig sah sich die bolschewistische Regierung selbst mit innerer Spaltung und Unruhen konfrontiert, wobei die Linke Menschewiki-Partei und die Linke Sozialistische Revolutionäre Partei verboten wurden und ein Verbot von Fraktionen innerhalb der Partei zur Gewährleistung der ideologischen Einheit verhängt wurde.

1928, nachdem die Bucharinsche „rechte Opposition“ und die trotzkistische „linke Opposition“ besiegt worden waren, startete Stalin das Programm zum Aufbau des „Sozialismus in einem Land“. Er legte einen Fünfjahresplan zur Entwicklung der Wirtschaft der Sowjetunion vor. Der Analphabetismus wurde beseitigt. Strom und fließendes Wasser wurden in das ganze Land gebracht. Die Sowjetunion begann mehr Stahl zu produzieren als jedes andere Land der Welt. In der Sowjetrepublik Ukraine wurde das weltweit größte Wasserkraftwerk, der Dnjeprdamm, errichtet. (Anm.d.Ü.: Laut Wikipedia das drittgrößte)

Die riesigen Bauprojekte haben die Welt erschüttert. Der Fünfjahresplan war ausgelacht worden, aber als er in vier Jahren fertig war, war die Welt von den wirtschaftlichen Errungenschaften überwältigt. Maurice Dobb, Dozent für Wirtschaftswissenschaften an der University of Cambridge, beschrieb in seinem 1948 erschienenen Buch „Soviet Economic Development Since 1917“ die spezifischen Details der sowjetischen Wirtschaftsleistung.

1938 war die elektrische Energiemenge in der Sowjetunion siebenmal so hoch wie noch vor zehn Jahren. Die Kohleproduktion war 3,5 mal so hoch wie vor dem Fünfjahresplan, die Zahl der Krankenhausbetten in ländlichen Gebieten wurde verdoppelt. Es wurden 20 neue Straßenbahn- und 80 neue Bussysteme gebaut, die den Transport der Bewohner sowjetischer Städte ermöglichen. Die Welt hatte noch nie solche Ergebnisse gesehen. Ein tief verarmtes Land wurde zu einer industriellen Welt-Supermacht, gleichzeitig erlebte der Rest des Planeten eine große Depression.

Der Aufstieg Chinas im 20. Jahrhundert hatte noch drastischere und dramatischere Folgen. 1949 war China weitaus ärmer als Russland 1917. China war bekannt als der „kranke Mann Asiens“ mit sehr geringer Industrieproduktion mit feudalistischen Strukturen und primitiver Landwirtschaft auf dem Land.

Die chinesische Regierung erhielt von 1949 bis 1961 Hilfe von der Sowjetunion. Mit sowjetischer Hilfe wurden die ersten Stahlwerke und Kraftwerke gebaut. Nach dem Rückzug der sowjetischen Hilfe versuchte China, sich ohne ausländische Hilfe weiterzuentwickeln und hatte angesichts einiger dramatischer Rückschläge eine Reihe von Erfolgen zu verzeichnen. 1978 startete Deng Xiaoping die „Reform und Öffnung“ und begann mit dem Bau von Modellstädten und „Freien Wirtschaftszonen“.

Heute produziert China in seiner massiven, staatlich kontrollierten Stahlindustrie mehr als die Hälfte des Stahls der Welt. China produziert auch den größten Teil des weltweiten Kupfers und Aluminiums. China hat auch den weltweit größten Telekommunikationshersteller Huawei. 700 Millionen Menschen wurden aus der Armut geholt, mit dem Ziel, die Armut vollständig zu beseitigen, das soll bis 2020 erreicht werden.

Die monopolistische Weltstrategie

Vor dem Aufstieg Russlands und Chinas im 20. Jahrhundert hatten die westlichen kapitalistischen Länder ein Monopol. Die Entwicklung von Ländern in der kolonialen Welt zu stoppen, war eine gängige Praxis. Das britische Imperium verbrannte die Textilfabriken und Webstühle Indiens und zwang das Land, Stoffe aus England und Schottland zu importieren.

Der Aufstieg Russlands und Chinas hat auf dem globalen Markt den Wettbewerb eingeführt. Wall Street und London haben kein Monopol mehr. Das britische und das amerikanische Establishment ist offen wütend über den Bau der Nordstream-2-Pipeline, weil man es vorziehen würde, dass Länder in Europa Erdgas von US-Unternehmen beziehen, anstatt vom staatlich kontrollierten russischen Energiesektor.

Die Vereinigten Staaten und China befinden sich derzeit in einem Handelskrieg. Wall Street und London würden es vorziehen, dass die Welt ihre Stahl-, Computerchips und andere Produkte von westlichen Unternehmen bezieht, anstatt von der pulsierenden, wachsenden, staatlich kontrollierten Wirtschaft Chinas.

Was Russland und China im 20. Jahrhundert selbst getan haben, helfen sie nun anderen Ländern auf der ganzen Welt, das zu tun. Die von China geführte Belt and Road Initiative und die von Russland geführte Eurasische Wirtschaftsunion hilft den Entwicklungsländern, sich wirtschaftlich zu entwickeln.

Auf der Internationalen Konferenz zur Entwicklung des Parlamentarismus beschrieben Vertreter Guineas, wie die staatlichen Bergbauunternehmen Russlands mit diesem sich entwickelnden afrikanischen Land zusammengearbeitet haben, um das Ziel der Herstellung von eigenem Aluminium zu erreichen. Russland arbeitet auch mit Syrien zusammen, um dessen Erdgasmarkt zu entwickeln. Chinas Belt and Road-Programm beinhaltet den Bau von Eisenbahnsystemen in Zentralasien, um abgelegenen Regionen den Zugang zum Meer zu geben und damit die Produktion und den Export anzukurbeln.

Alse Toje vom norwegischen Nobelinstitut hat die Situation so beschrieben: „Besonders auf dem eurasischen Kontinent ist dies eine goldene Ära, und auf dem eurasischen Kontinent sehen wir große Kräfte entstehen, Straßen, Städte, Eisenbahnnetze, die sich durch die postsowjetische Wildnis schlängeln und eine unglaubliche Menge an Reichtum und Dynamik schaffen“.

All dies bedeutet, dass die Entwicklungsländer nicht von der westlichen kapitalistischen Welt und deren Unternehmen abhängig sein werden. Die Länder stellen ihre eigenen Produkte her und übernehmen die Kontrolle über ihre eigene Wirtschaft. Die zentrale Planung des Staates ist entscheidend, um sicherzustellen, dass westliche Monopole keine heimischen Unternehmen zerstören.

Chaos und Regimewechsel sind die Hoffnung der Wall Street auf die Aufrechterhaltung des globalen Monopols. Um reich zu bleiben, müssen sie versuchen, den Rest der Welt arm zu halten.

Allerdings sprechen Russland und China eine andere Sprache und haben eine andere Ideologie. In ihrer Wirtschaftspolitik und Diplomatie sprechen sie von „Win-Win-Kooperation“ und gemeinsamem Wohlstand. Sie sprechen von einer Welt, die durch Handel verbunden ist, in der die Länder ein materielles Interesse daran haben, sich nicht gegenseitig niederzureißen, sondern darum zu kümmern, dass es dem anderen gut geht.

Auf der globalen Bühne prallen zwei verschiedene Entwicklungsmodelle aufeinander, eines, in dem die Produktion vom Staat kontrolliert und rational geplant wird, und das andere, in dem Märkte und Gewinne eine „Laissez faire“-Behandlung bekommen (Anm.d.Ü.: sprich Wirtschaftsliberalismus), was eine Atmosphäre des Verdrängungswettbewerbs mit dem Ziel einer monopolistischen Hegemonie ermöglicht.

Dies ist der Kampf, der sich auf der globalen Bühne abspielt. Und die Menschheit schaut zu und hofft nervös, dass der Frieden erhalten werden kann und die internationalen Konfrontationen nicht eskalieren.

https://journal-neo.org/2018/09/08/keeping-the-world-poor-the-monopolistic-agenda-behind-regime-change-chaos/

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/caleb-maupin-08-09-2018/

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Diskussionen

3 Gedanken zu “Die Welt in Armut halten: Der monopolistische Plan hinter dem „Regimewechsel“-Chaos

  1. Es existiert eine Achse des Bösen.
    Sie führt von Nordamerika über den Atlantik nach Großbritannien und über Israel nach Japan.
    Die Ziele der unheiligen Allianz großkapitalistischer, von ihrer eigenen Machtgier bis zur Perversion
    deformierter Individuen (Der Begriff „Mensch“ verbietet sich.) decken sich mit denen der Nazis um Hitler.

    Gefällt 1 Person

    Verfasst von Mark Tempe | 30. Oktober 2018, 13:19

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  1. Pingback: Die Welt in Armut halten: Der monopolistische Plan hinter dem „Regimewechsel“-Chaos – – Sascha Iwanows Welt – - 30. Oktober 2018

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