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Ausland, Europa

Bosnien: Migranten sind in Bihać nicht mehr willkommen

von Mladen Dragojlovic – http://www.balkaneu.com

Übersetzung LZ

Bihać ist eine Stadt im äußersten Westen von Bosnien und Herzegowina, nahe der Grenze zu Kroatien.

Während des Krieges standen hier zwei bosniakische Fraktionen und Serben im Konflikt, eine Situation, die eine sehr schwierige Nachkriegsumgebung geschaffen hat. Nach dem Ende des Krieges wurden die Bosniaken in der Stadt von einer Spaltung geplagt, wobei einige die Armee der Republik Bosnien und Herzegowina unterstützten und andere auf der Seite der Autonomen Provinz Westbosnien standen, loyal gegenüber dem Lokalpolitiker Fikret Abdić.

Bihać durchlief nach dem Krieg Jahre der Fehde, um diese unersättlichen Unterschiede zu überwinden und ein „kühles“, entspannendes Umfeld zu schaffen, in dem sie friedlich nebeneinander leben würden, in einer praktisch wirtschaftsorientierten Stadt.

Aber dann kamen die Migranten und das erreichte Gleichgewicht war wieder einmal erschüttert.

Seit Neujahr befinden sich Bihać und die Nachbarstadt Velika Kladuša unter einer „Belagerung“ durch Migranten – Menschen aus dem Nahen Osten, die versuchen, die westeuropäischen Länder zu erreichen und ein besseres Leben zu suchen. Die Einheimischen waren zunächst sehr mitfühlend und wollten ihnen helfen, an einem sicheren Ort zu bleiben, indem sie ihnen Nahrung und Unterkunft boten. Die kroatische Grenzpolizei hat sie gemäß den zentralen EU-Richtlinien daran gehindert, in ihr Hoheitsgebiet einzudringen, so dass die Zunahme der Migrantenströme der Grund für das Lahmlegung von Bihać war, dessen Bürger sich sozial erstickt fühlen.

Nach Polizeiangaben gibt es nicht nur mehr Migranten, sondern auch die Kriminalität ist höher, weil sie von Verbrechen begangen haben. In Häuser einzubrechen und während der Abwesenheit der Bewohner Lebensmittel und Decken zu stehlen, sind heutzutage übliche Kleinkriminalität. Aber es gibt auch Migranten, die sich mit einem richtigen Dach über dem Kopf, etwas frischem Essen ohne etwas zu stehlen zufrieden geben. Dennoch konnten sich die Menschen unter Bihać in ihrer Heimatstadt nicht mehr sicher fühlen.

In den ersten Oktobertagen, als das Land kurz vor dem Ende des Wahlkampfes stand (allgemeine Umfragen fanden am 7. Oktober statt), lag die tägliche Zahl der Migrantenankömmlinge in Bihać bei etwa 200. Das war genau der Moment, in dem die lokale Bevölkerung sagte: „Genug ist genug“.

Am Samstag, während des ersten Protestes gegen die Ankunft von Migranten in Bihać, blockierten mehrere tausend Bürger die Straße, die zur Hauptstadt Sarajevo führt, um ihre Opposition in einer Art und Weise zu demonstrieren, wie Migranten selbst in die Stadt gelangen. Es war eine Blockade, die lange dauerte, während die Teilnehmer der Kundgebung versprochen haben, weiter zu protestieren, bis die Regierung auf sie hört und eine Lösung für ihr wachsendes Problem bietet.

„Damit wurde die (rote) Linie überschritten. Ich bin ein Ausländer in meiner eigenen Stadt. Die Bewohner von Bihać sind bereit, jeden willkommen zu heißen, aber ich bin gezwungen, mein Haus mit einer Waffe zu schützen, und das ist etwas, was wir nicht verdient haben. Wir werden es nicht zulassen, in unserer eigenen Stadt eine Minderheit zu werden, und wenn das länger dauert, fürchte ich, dass wir eine Minderheit werden. Die Behörden erweisen sich als ineffizient, sie tun nichts“, sagte ein am Samstagabend ansässiger in Bihać gegenüber den Medien.

Eine andere Person gab an, dass er mehrmals von Migranten angegriffen worden sei.

„Ich konnte mich nicht verteidigen, weil sie alle mit Messern und Stangen bewaffnet sind. Das wird nicht gut enden. Das ist erst der Anfang“, sagte er der Presse.

Getreu ihrem Versprechen hielten sie am Sonntagmorgen ein zweites Treffen ab. Wegen schlechtem Wetter haben sie es abgebrochen. Die nächste solche Demonstration ist für Montag geplant.

Tatsächlich weiß niemand, wie viele Migranten es derzeit in Bihać gibt. Einige Schätzungen gehen von 3 000 bis 5 000 aus, von denen die meisten im Freien schlafen und völlig den Wetterbedingungen ausgesetzt sind. Staatliche Institutionen sollten ihnen Unterkünfte, Nahrung und medizinische Versorgung bieten, aber wie anderswo auch in den europäischen Ländern ist der Prozess recht langsam. Unterdessen sind die Bürger gegen zusätzliche Wohncontainer in ihrem Gebiet und fordern eine schnellere und, wenn nicht gar nachhaltige, zumindest effektivere Lösung.

BiH ist eines der ärmsten Länder der so genannten Balkanroute. Als alle anderen Länder der weiteren Region ihre Grenzen schlossen, wurde die „Bosnien-Route“ zur Hauptroute, um Migranten die Möglichkeit zu geben, sich in den Balkanländern zu bewegen – nachdem sie aus der Türkei nach Bulgarien oder Griechenland gekommen waren – und zu versuchen, nach Mittel- oder Nordeuropa zu gelangen. Offizielle Informationen besagen, dass im Jahr 2018 bereits über 15 000 Migranten illegal nach Bosnien und Herzegowina eingereist sind. Obwohl sie ihre Reise fortsetzen wollen, bleiben sie in der Regel in Bihać hängen.

Gleichzeitig fordern die Bürger von Bihać nicht mehr oder weniger, als sich im eigenen Garten sicher zu fühlen. Und sie haben jedes Recht, dies zu fordern.

https://www.balkaneu.com//bih-migrants-are-not-welcome-in-bihac-any-more/

 

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Diskussionen

3 Gedanken zu “Bosnien: Migranten sind in Bihać nicht mehr willkommen

  1. ++++Migration, Ein- und Zuwanderung bei Marx, Engels, Lenin …
    Andreas Grünwald·Montag, 12. Oktober 2015

    Migration, Flucht und Einwanderung beherrschen die politische Debatte. Menschenrechte stehen im Vordergrund. Gerade auch für die Kriegsflüchtlinge. Doch viele haben auch Angst, dass sich mit den Fluchtwellen auch unsere Gesellschaft nun noch weiter dereguliert. Eine durchaus berechtigte Angst, weshalb eine offene Debatte dazu dringend erforderlich ist. Die geschieht nicht zum Selbstzweck, sondern natürlich mit dem Ziel die eigene Handlungsfähigkeit nach Möglichkeit zu optimieren.
    Für mich als Marxisten gehört dazu auch (nicht nur!) der Blick in die Klassiker, denn Flucht, Migration und Einwanderung sind keine neuen Erscheinungen, sondern im Kapitalismus ein immer wieder sich wiederholendes Phänomen. Diesen Blick will ich hier ein wenig entwickeln.
    Es ist das Verdienst von Karl Marx, Friedrich Engels und anderer Theoretiker des wissenschaftlichen Sozialismus in einer Vielzahl von Werken die objektiven Entwicklungsgesetze der kapitalistischen Gesellschaft aufzuzeigen. Dazu gehört auch die Migration. Zunächst die vom Land in die Stadt, die in der Phase der Herausbildung der kapitalistischen Gesellschaft schon vor 200 oder 300 Jahren eine besondere Rolle spielte. Aus der Sicht des Kapitals ein notwendiger Prozess um freie Lohnsklaven den neuen Ausbeutungsbedingungen zu unterwerfen.
    Migration befördert zudem die Bildung Industrieller Reservearmeen. Diese entstehen zuallererst aus dem Ablauf des Kapitalverwertungsprozesses selbst, der in Zeiten der Überproduktion immer wieder Millionen bisher erwerbstätiger Menschen in eine erwerbslose Reservearmee verwandelt. Durch die Migration wird dieser Prozess befeuert. Die Reserven entstehen dauerhafter und stabiler. Die objektive Funktion solche Reservearmeen besteht immer darin, noch intensivere Formen der Ausbeutung – vor allem durch die Senkung der Lohnkosten – durch das Kapital durchzusetzen.
    Menschen migrieren, wandern aus. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Auch die Art der Migration – von saisonal bis dauerhaft – weist viele Varianten auf. Gemeinsam ist allen diesen Migrationsbewegungen freilich, dass sie zu einer Stärkung solcher Reservearmeen für den Ausbeutungsprozess im Kapitalismus beitragen. Sie verändern damit zugleich die ökonomische Basis einer kapitalistischen Gesellschaft, und vermittelt darüber natürlich auch das jeweilige Alltagsbewusstsein. Auch und gerade das der abhängig Beschäftigten.
    Friedrich Engels hat dies an Hand der Migrationsbewegungen die Mitte des 19. Jahrhunderts auftraten, mehrfach beschrieben. Millionen von Menschen wanderten damals von Europa und Asien nach Amerika aus:
    „Die Zahl der amerikanischen Geldfürsten ist [dort] noch weit größer [als in Deutschland]. Und diese fabelhafte Reichtums-Akkumulation wird durch die enorme Einwanderung in Amerika noch von Tag zu Tag gesteigert. Denn direkt und indirekt kommt dieselbe in erster Linie den Kapitalmagnaten zugute. Direkt, indem sie die Ursache einer rapiden Steigerung der Bodenpreise ist, indirekt, indem die Mehrzahl der Einwanderer den Lebensstand der amerikanischen Arbeiter herabdrückt. Schon jetzt finden wir in den zahllosen Streikberichten, welche unsere amerikanischen Bruderorgane melden, einen immer größeren Prozentsatz von Streiks zur Abwehr von Lohnreduktionen, und die meisten auf Lohnerhöhung abzielenden Streiks sind im Grunde auch nichts anderes, denn sie sind entweder hervorgerufen durch die enorme Steigerung der Preise oder durch das Ausbleiben der sonst im Frühjahr üblichen Lohnerhöhungen.“
    Trotzdem spricht sich Friedrich Engels in der damaligen Zeit strikt dagegen aus sich an Restriktionsdebatten zu beteiligen. Er begründet dies Mitte des 19., Jahrhunderts damit, dass …
    „auf diese Weise … der Auswandererstrom, den Europa jetzt jährlich nach Amerika entsendet, nur dazu bei [trage], die kapitalistische Wirtschaft mit all ihren Folgen auf die Spitze zu treiben, so daß über kurz oder lang ein kolossaler Krach drüben unvermeidlich wird.“
    Dann aber werde der …
    „Auswandererstrom stocken oder vielleicht gar seinen Lauf zurücknehmen, d.h. der Moment gekommen sein, wo der europäische, speziell der deutsche Arbeiter vor der Alternative steht: Hungertod oder Revolution!“
    Und weiter:
    „Darum, so sehr wir auch mit der ‘New Yorker Volkszeitung’ die Auswanderung aus Deutschland bedauern, so sehr wir überzeugt sind, daß dieselbe zunächst eine wesentliche Verschlechterung der Lage der amerikanischen Arbeiter im Gefolge haben wird, und so sehr wir ferner mit ihr wünschten, daß die deutschen Arbeiter ihr ganzes Augenmerk ausschließlich auf die Verbesserung ihrer Lage in Deutschland richteten, so können wir ihren Pessimismus doch nicht teilen. Wir müssen eben mit den Verhältnissen rechnen, und – da dieselben, dank der Kurzsichtigkeit und Habgier unserer Gegner, eine Entwicklung im wirklich reformatorischen Sinne immer mehr ausschließen – unsere Aufgabe darin suchen, die Geister allen Angstmeiern zum Trotz, vorzubereiten auf den revolutionären Gang der Ereignisse.“
    Und weiter:
    „Für den Konflikt: Riesenhafte Konzentration des Kapitals einerseits und wachsendes Massenelend andererseits, gibt es nur eine Lösung: Die soziale Revolution!“
    (Geschrieben am 3. Mai 1882 – Friedrich Engels, „Über die Konzentration des Kapitals in den Vereinigten Staaten“, MEW, Bd. 19, S. 307)
    Engels argumentiert grundsätzlich (an der Migration selbst lasse sich nichts ändern) und dann strategisch (soziale Revolution), woraus sich für ihn auf der taktisch-politischen Ebene ergibt von jeglicher restriktiven Debatte seitens der Arbeiterbewegung abzusehen.
    Doch heute wissen wir: dieses Ereignis – sozialen Revolution befeuert durch Migration – trat nicht ein, denn die moderne kapitalistische Gesellschaft, die Gesellschaft des sich Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts heraus bildenden Imperialismus sowie des staatsmonopolistischen Kapitalismus, verfügt über gewaltigere ökonomische, vor allem aber auch politisch-ideologische Regulierungsmethoden, wie dies Friedrich Engels in seiner Zeit hätte voraussehen können. Große Wirtschaftskrisen – und seien sie auch begleitet durch eine enorme Armut – führen allein noch lange nicht zum Ende dieses Systems.
    Dies hervorzuheben, ist mir wichtig, denn mit Zitaten, die aus dem Zusammenhang eines vollständigen Gedankengangs und seiner Prämissen und Voraussetzungen gerissen werden, wird bekanntlich auch viel Unsinn begründet.
    Welche unmittelbare Wirkung Masseneinwanderung für die Arbeiterklasse eines Landes haben kann, schildert Friedrich Engels indes mit sehr deutlichen und drastischen Worten im Abschnitt „Die irische Einwanderung“ seines Buchs „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“, das 1845 heraus kam. Diesen Abschnitt hier zu zitieren, wäre zu umfangreich, aber ich rate allen da mal rein zu lesen, vor allem jenen, die häufig auch eine Scheu davor haben kulturelle Gegensätze und Spannungen, die im Zusammenhang mit Migration auftreten, offen anzusprechen. Zumindest Friedrich Engels hatte da geringere Probleme, wenn er diesem Abschnitt beispielsweise mit den Worten schloss:
    „Denn wenn fast in jeder großen Stadt ein Fünftel oder ein Viertel der Arbeiter Irländer oder in irischem Schmutz aufgewachsene Kinder von Irländern sind, so wird man sich nicht darüber wundern, daß das Leben der ganzen Arbeiterklasse, ihre Sitten, ihre intellektuelle und moralische Stellung, ihr ganzer Charakter einen bedeutenden Teil von diesem irischen Wesen angenommen hat, so wird man begreifen können, wie die schon durch die moderne Industrie und ihre nächsten Folgen hervorgerufene indignierende Lage der englischen Arbeiter auf eine hohe Stufe der Entwürdigung gesteigert werden konnte <(1892) … indignierende Lage der englischen Arbeiter noch entwürdigender gemacht werden konnte.“
    Aber lest selber:
    http://www.mlwerke.de/me/me02/me02_320.htm

    +++++

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    Verfasst von tom | 24. Oktober 2018, 20:10
    • OK, wäre nur noch zu ergänzen, dass unter den heitigen Bedingungen der Sozialsysteme das ganze ein Gechäftsmodell für Aldi und Co ist und letztlich auch zur Umverteilung von unten nach oben durch den Szaat beiträgt. Ja warum sollen sich Marx oder Engels beim Bilci in die Zukunft nicht auch mal geirrt haben können.

      Eine Glaskugel hat niemand.

      Marx, Engels und Lassalle wollten mal ein Projekt starten, Lassalle hatte das Geld und wollte 1 Stimme und Marx und Engels sollten zusammen nur eine haben. Damit war das Projekt für Marx gestorben.

      Vor dem Untergang habe ich die SPD über einen Zeitraum von 5 Jahren regelmäßig gewarnt.Beratungsresistet!
      Genau so die Linke.

      Da wäre dann noch die Frage, warum sich die Arbeiterparteien so denaturiert haben. Ich meine aus ihrer Existenszweise.

      Abkehr von den Kassikern, ebenso wie Dogmatisierung und das bei einer historisch dialektischen Denkweise?
      Nichts von dem, Geld macht besoffen.

      Mal ein Beispiel, wie zuverlässig ökonomische Statistiken zum Wachstum sein
      können,
      Die reine Prozentzahl sagt nichts über die Art des Wachstums aus.
      Zur Erklärung ein einfaches Beispiel:
      2 Frauen sitzen daheim und hüten ihr Kind.
      Jetzt entscheiden sich die 2 Frauen Teilzeit zu arbeiten.
      Frau 1 hütet zukünfig Kind von Frau 2 und umgekehrt.
      Dafür überweisen sie sich gegenseitig 500 Euro.. und voila…
      Die Wirtschaft ist nun um 1000 Euro gewachsen.
      Wer darüber lachen sollte, dem sei gesagt, dass die Realität noch viel
      schlimmer ist.
      Für das BIP wäre es also phänomenal, wenn alle Bürger für de Luft, die sie atmen, bezahlen müssen.
      Das lässt sich noch verbessern, wenn für das Ausatmen auch eine CO2-Steuer berechenet wird.

      Realität. Geld fürs Pinkeln bei Sanifair. Die Art und Weise wie mit der menschlichen Notdurft umgegangen wird. erzeugt Pseudowachstum und irgendwie ist das Ganze auch abartig.

      Jetzt muss man da überall noch den Steuerzugriff des Staates dazu denken;-)
      Sprudelnde Steuereinnahmen.

      Dann noch an Finanzierungskosten denken.

      Alle Schulden sind letztlich von den sogenannten Bürgern zu tragen. Ihre eigenen sowieso, aber auch die sogenannten Staatsschulden mit ihren Steuern und die Schulden der Wirtschaft zahlen sie an der Ladentheke – die sind nämlich auch eingepreist; zur Zeit etwa 40% von allen Preisen.

      Die Verteilung der Schulden ist also für alle gleich. Die Verteilung der Gewinne ist es mitnichten. Dieses Geld stecken sich die „Kapitalexperten“ ebenso in ihre großen Taschen, wie die 40% Zinsen für Kredite, die sie aufgenommen haben, um Maschinen zu kaufen, Fabriken zu bauen, oder Drückerkolonnen für Abos zu finanzieren.

      Dazu kommen noch die „Verdienste“ aus CUM-Ex-Deals, Steuervermeidungen in Panama, oder Bestechungen? oder guten Beziehungen? der bayerischen Verwaltungsbranche in der Münchener Microsoftzentrale.

      Oder Energiewende:

      Energiepreise EU (in Euro-Cent pro Kilowattstunde):
      Deutschland 30,5
      Österreich 19,4
      UK 18,11
      Frankreich 17,2
      Niederlande 13

      Während sie bei uns massiv gestiegen sind, sind diese in Italien gefallen:-(

      https://1-stromvergleich.com/strompreise-in-europa/

      Das sind jedoch nur die Preise für die Privatkunden, die gerade mal 25% des Strombedarfs ausmachen.
      Damit werden auch 75% des Strombedarfes durch die Privathaushalte subventioniert, also wieder mal ein Tributsystem zur Umverteilung von unten nach oben. Mit echter Mehrwertproduktion hat das erkennbar nichts mehr zu tun, aber mit Maximierung von Profit.

      Wenn dann aber bei den Wahlen die eigenen Posten gefährdet sind, dann taucht die echte Steigerung von Parteifreund auf, hier am Beispiel der CDU:

      „Matthias Herdegen, Völkerrechtler an der Universität Bonn, hat sein Vorhaben untermauert, beim CDU-Parteitag in Hamburg im Dezember für den Posten des Parteivorsitzenden zu kandidieren.

      „Es ist offensichtlich, dass das ein Rennen bergauf gegen die Amtsinhaberin ist“, sagte er dem Magazin Cicero (Online-Ausgabe). „Aber ich trete mit Zuversicht an und ich hätte den Schritt nicht getan, wenn ich nicht den Eindruck gehabt hätte, dass es eine breite Aufbruchstimmung in der Partei gibt. Von tiefer Verunsicherung bis hin zu gezähmten Zorn ist alles zu spüren.“

      Ein Hauptgrund dafür sei die Flüchtlingspolitik unter Bundeskanzlerin Angela Merkel, so Herdegen. „Was 2015 nicht hätte geschehen dürfen, ist der Eindruck eines weitgehenden Kontrollverlustes des Staates und den damit verbundenen Anreizen. Diese haben dazu geführt, dass sich Hunderttausende nach Deutschland aufgemacht haben“. Und weiter: „2015 haben wir eine vorübergehende Kapitulation des Rechtsstaates erlebt.“

      https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/merkel-herausforderer-herdegen-sieht-aufbruchstimmung-in-der-cdu-a2684455.html?newsticker=1

      Gleichzeitig bestätigt Herdegen damit die Vorwürfe vom bösen Seehofer und der AfD.
      Nur tut er dann so, als wäre nun wieder Ordnung eingezogen, was ja auch nur Desinfrmaton darstellt.

      Da wäre dann noch die Frage,ob es sich hier wirklich um einen Rechtsstaat handelt und inwieweit das gegenwärtige Parteiensystem in der Lage ist, eine Antwort auf die neuen Fragen zu geben?

      Noch eine Ergänzung zur 1.industriellen Revolution.

      Komplizierte Arbeit, nämlich die der Handwerker wurde durch ungelernte Arbeit von Arbeitern und Kindern ersetzt..

      Damit wurde große wertschaffende Arbeit weniger Individuenen durch weniger Wert.schaffende Arbeit vieler Menschen in der Massenproduktion ersetzt.

      Dadurch wurde sicher auch die Produktion von Messern und Gabeln effektiver und die Preise konnten sinken. Sie sind aber vermutlich nicht so stark gesunken, wie man gemerkt hätte, wenn man tatsächkich abstakte Arbeit messen könnte.

      Klar das höhere C in Gestalt der Maschinen musste natürlich auch in die Preise eingehen, aber welchen Anteil die Dampkraft als Bewegungsenergie damals schon zur Wertschöpfung beigetragen hat, ist einfach nicht messbar gewesen und wir sind auch heute dazu nicht in der Lage.

      Was man nicht exakt sondern nur mittelbar messen kann, kann also zu einem Modell führen, wo nicht unbedingt alle Bestandteile des realen Prozesses Gegenstand der Analyse werden.

      Sicher die Maschine geht nur als Wertübertragung ein, aber die Funktion der Maschine als Verausgabung von Energie über die Zeit, die in das Herstellungstempo eingeht und die niedrig bewertbare Arbeit des ungelernten Arbeiters potenziert, soll wirklich keinen Einfluss auf die Wertschöpfung haben? Ist das logisch aufrecht zu erhalten wo das auch Arbeiit ist im physikalischen Sinne?. Kann es in der Abstraktion von Arbeit möglich sein andere Formen der Arbeit auszuschließen?. Innerhalb der Modellrechnung kann man das nicht erkennen, wenn dieser Faktor dort nicht auftritt. Die Maschine tritt auf mit C, nicht aber die Arbeit die diese als Funktion einbringt. Was also Marx teilweise schon darin identifizierte, dass der Fall der Protrate auch Gegentendenzen kennt, wären einige der Effekte dann sauberer erklärt, wenn man die Funktion der Technik im Verhältnis ihrer Mehrkosten zur effektiven Produktivitätsteigerung betrachtet.
      Nur bekommt man keine zuverlässigen Zahlen, wenn es keinen Marktprozess mehr gibt,der Warenpreise auch als ihren Werte in Erscheinung bringen kann.

      Was bedeutet das für einen nicht kapitalistischen Markt? Er kann nur Konventionen vereinbaren und Regeln, dazu gehören Tariflöhne (als Reproduktionsaufwand über der Grundsicherung als Sozialgeld und zur Leistungsmotivation) nach Qualifikationen, denen man eventuell einen branchentypischen Prozentsatz an Wertschöpfung zuordnet und man bewertet Energie nach Reproduktiosaufwand nach Kosten (einschließlich der ökologischen) und nach deren Bewertung bezüglich der Produktivitätsteigerung, aus der man eine zusätzliche Wertschöpfung durch iterative Prozesse zuordnet.

      Damit wäre auch die kontrovers geführte Frage nach einer Maschinensteuer in der Zukunft konkret beantwortet.

      Wenn ich also noch vor 4 Jahren Zweifel hatte, ob die in Code vervielfächte menschliche Intelligenz Wert schaffend sein könnte, bin ich mir da jetzt sicherer geworden und es gibt eine sinnvolle Arbeitsypothese.

      Wenn heute spezielle Teile für Flugzeuge in 3-D-Druckern erzeugt werden, die mit den alten Methoden sehr teuer gewesen wären, dann steckt da keine Wertschöpfung drin, nur weil Bewegungsenergie mit in Software geronnener Hirnarbeit von Menschen verbunden ist? Ein werthaltiges Produkt ist da am Ende vorhanden, das auch mehr wert ist, als die Roh- uund Hilfstoffe und die Abschreibungen für das Gerät.

      Derjenige, der den Preis festlegt wird mindestens den Konkurrenzpreis der alten Methode beibehalten, wenn er z.b. nachweisen kann,dass die Eigeschaften des Produktes auch noch verbessert wurden.

      Kein Hersteller wird ohne Not seine Erzeugnisse zum Selbstkostenpreis abgeben und da stecken ja bereits schon Zins,und Lohn in den Vorprodukten drin und er wird mindestens die Durchschnittsprofitrate erzielen wollen. Entschuldigung, mein Fehler, einfach Marxens Überlegung vorschnell zu übernehmen.

      Der heutige Hersteller wird versuchen wegen der exquisiten Eigenschaften des Produktes einen Maximalpreis zu erzielen und den Grenznutzen in die Höhe zubtreiben.
      Er wird also mit denen verhandeln, die das Teil gut gebrauchen können und da stoßen wir heute wieder auf ein Kräfteverhältnis von Marktmacht.

      3-D-Drucker werden auch billiger, dann muss man sich die Preise für die verwendeten Materialien ansehen. Diese Daten habe ich nicht verfügbar, es geht mir nur darum zun zeigen,welche Komplexität in Wertschöpfungsketten auftritt.

      Schon im vorigen Jahrhundert sprachen marxistsche Ökonomem davon,dass Wissenschaft und Technik zur unmittelbaren Produktivkraft werden. Haben die jemals Wert gemessen oder haben die Kosten ermittelt und einen Gewinn draufgeschlagen? Wurde russisches Erdöl mit einem Schlag wertvoller, weil die Saudies künstlich den Ölpreis hochfuhren? Mikroelektronik, Datenverarbeitung, Biotechnologien all das zählte schon in den 198oer Jahren zu den anerkannten Schlsüsseltechnologien inder DDR. Das ging soweit, dass man anerkannte, dass man mit einem höheren Gebrauchwert auch höhere Preise erzielen kann, deshalb die Forderung nach hochwertigen Komnsumgütern. So ein Farbfernsehgerät mit PAL/SECAM kostetet dann schon mal über 6000 Aluchips und laut unten angegebener Quelle zwischen 1000 und 2000 DM (Typ passt nicht, auch schlecht lesbar)

      https://www.kraftfuttermischwerk.de/blogg/komplettausgaben-ddr-genex-katalog-und-genex-katalog-auto-von-1977/

      Zurück zum 3-D-Drucker. Mehrwert ohne lebendige Arbeit. Das konnte sich damals verständlicherweise niemand vorstellen, deshalb kann man den Klassikern daraus keinen Strick drehen, zumal Marx ganz revolutionär war, also auch in der Theorie und auch im Handeln. Er hatte selbst kein gutes Verhältnis und Geschick im Umgang mi tGeld, aber kaufen ließ er sich nicht,auch wenn es ihm meist am Geld mangelte.

      Wenn das Produkt exqisit ist und der Hersteller das Monopol auch noch hat, dann wird er den Preis noch höher ansetzen. Wie ermitteln wir dann den realen Wert?

      Meine Sorge besteht darin, dass das bei der 4. industrielen Revolution, die eigentlich eine Revolution der Arbeit selbst ist und damit eine neue Qualiät darstellt, dazu benutzt werden soll, massenhaft weiter menschliche Arbeit zu dequalifizieren (Anleitung der Tätigkeit über eine VR-Brille etc)

      Das funktioniert dann auch in anderen Sprachen, dazu muss ,,man nicht mal mehr die deutsche Sprache beherrschen. Nur besteht das Leben nicht nur aus Ökonomie, auch wenn da alle Existenzmittel hervorgebracht werden, aber eben auch Herrschaftsverhältnisse und soziale Strukturen reproduziert werden.

      Wenn also noch Reste da sein sollten, die die Verhältnisse wirklich ändern wollen, dann muss man sich auch über neue Reproduktionsverhältnisse Gedanken machen. Solange aus HartzIV wieder HartzIV und aus ausgelaugten Arbeiter nur der ausgelaugte Arbeiter und aus dem Beamten der nächste Beamte reproduziert wird etc kann keine Änderung der Verhältnisse entstehen. Erst recht nicht mit der Vergrößerung des Beamtenapparates und der Vermehrung von Apparatschiks.

      Die früher einmal existierende Durchdringung nach oben gibt es heute viel weniger und dort , wo sie früher stattfand, führte sie auch nicht zu Arbeiterführern, sondern zu Arbeiterverrätern.

      Warum gab es soviel Eintritte in die SPD beim wenn auch nur kurzen Schulzhype? Da hatten wohl Politologiestudenten Zukunftsvisionen, eben falsche?

      Und Populismus bringt nicht die notwendige Ernsthaftigkeit und das notwendige Verständnis hervor.

      Für das ernsthafte Nachdenken der Masse der Mitbürger muss wohl doch erst der Crash erfolgen,
      Aber immerhin gib tes dann eine Alternative, die Arbeit nicht einfach billig, sondern interressant macht und gleichzeitig die alten Teilung der Arbeit überwindet mit noch anderen Nebeneffekten.

      Menschen werden nicht mehr entfremdet von der Arbeit und den Verhältnissen ihrer Existenz, weil sie als Schopfer und Gestalter der Verhältnisse sich verhalten müssen und 40% Zinseszins in den Preisen könnte vielleicht auf 5% für Umlaufmittel reduziert werden und all das Faulige und Parasitäre verlöre seine Möglichkeiten und sogar die Umweltprobleme würden sachbezogen behandelt werden.
      Muss dazu erst der Crash auftreten oder lässt sich eine Bewegung aufbauen,die eine Regoerung an die Macht bringt,die das geordnet abwickelt?
      Man muss aber auch befürchten, dass die alten Kräfte auch eine geordnete Abwicklung vorbereiten, aber eben eine, die in den Finanzfaschismus führt.

      Ich teile die Auffassung derer, dass so etwas über Nacht und für die meisten ohne Vorwarnung passieren wird.

      Wer wen? Wer wird sich durchsetzen, wer wird schneller sein?
      Muss ich auch erst sterben,bevor es jemand interessiert.
      Ich bemühe mich aber noch ziemlich lange zu leben und dann könnte es zu spät sein.

      Die Fragen, die ich mir vor Jahren selber stellen konnte, dürfte ich nun beantwortet haben.
      Alles andere überschreitet meine Möglichkeiten.

      Gemessen an der Seitenzahl der Bände des Kapitals sind meine langen Kommentare ziemlich kurz ausgefallen, obwohl meine praktischen Erfahrungen das übertreffen, was Marx in der Bibliothek zu London lesen konnte.

      Ich habe halt versucht zu lesen, was andere Menschen an persönlichen Erfahrungen zu jenen Gebieten mitgeteilt haben, wo ich weniger oder keine Erfahrungen habe. Deshalb ist das Modell vom i-Markt auch ein gemeinschaftliches Produkt, auch von denen,die sich dagegen gestelllt haben.

      Ohne den Prozess des Schreibens, hätte ich mein Denken nicht konzentrieren können, wären auch die Sprünge nicht aufgetreten. Jeder hat halt seinen persönlichen Stil. Trotz Tippfehler hie und da hinterasse ich kein Gekritzel mit vielen Änderungen, weil ich die schon beim Schreiben vornehmen konnte.

      Wenn also Marx schon seine Manuskripte änderte und manchen Neuausgaben Korrekturen und Ergänzungen hinzufügte, kann ich sicher sein, dass meine Gedanken von anderen weiter verbessert werden, irgendwann in der Zukunft, da bin ich ziemlich zuversichtlich.

      An weiteren Vermutungen und Spekulationen möchte ich mich aber ncht beteiligen, das wäre unseriös
      .
      Man kann nur feststellen, dass die divergierenden Kräfte in Europa und in der Welt zunehmen und es wird immer schwieriger einzuschätzen, was nur Machtspiel, Poker oder was tatsächlich geplant und vorbereitet wird.

      Merkel kann ihren Auftrag nicht mehr erfüllen, insofern ist es sinnvoll, noch mal zu rekapitulieren, wie sie Kanzlerin geworden ist:

      https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Das-Appeasement-der-Frau-Merkel/Wenn-Jens-Spahn-sich-den-USA-bedingungslos-unterwirft-wird-der-auch-Kanzler/posting-33312028/show/

      Ploppa liegt mit seiner Appeasement-Einschätzung zu Frau Merkel m.E. nicht ganz richtig, Frau Merkel ist fest eingenordet und versucht nur Trump zu überstehen, was sie aber selber wohl nicht mehr schaffen wird nach diesem Wochenende.

      Die alten Bindungen in die VSA funktionieren noch, das zeigt sich im Verhalten zu Russland und der Ukraine, obwohl das vielen Firmen hier auch nicht gefällt.
      Meines Wissens ist einer der in der Atlantik-Brücke war und plötzlich eine Kehrtwende machte, zeimlich plötzlich und unerwartet verstorben. Manchmal gibt es wohl glücklche Zufälle.

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      Verfasst von Politikus | 25. Oktober 2018, 18:04
  2. @an das LZ-Team: – hier hat jemand sehr intressante u. wichtige Gedanken der Klassiker zum Thema Migration zusammengetragen, lohnt sich sicher, einiges davon zu veröffentlichen..

    Migration, Ein- und Zuwanderung bei Marx, Engels, Lenin …
    Andreas Grünwald·Montag, 12. Oktober 2015

    Posted by Andreas Grünwald on Monday, October 12, 2015

    noch was von lenin..dessen aussagen man aber kritisch sehen kann..

    https://www.kaz-online.de/artikel/w-i-lenin-kapitalismus-und-arbeiterimmigration

    Gefällt mir

    Verfasst von tom | 24. Oktober 2018, 20:09

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