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Geschichte, Kultur

Theorie 101: Historischer Materialismus und das Erbe des Kolumbus

von Danny Haiphonghttp://www.antikrieg.com

Die Feier des Kolumbus ist das Ergebnis von über fünf Jahrhunderten Kolonialismus und kapitalistischer Entwicklung.

„Die kapitalistischen und imperialistischen Systeme, denen Kolumbus bei ihrer Geburt geholfen hat, stießen im gesamten Verlauf ihrer Entwicklung auf heftigen Widerstand von indigenen, afrikanischen und armen Menschen.“

Eine weitere Feier des völkermörderischen kolonialen Erbes von Christoph Kolumbus ist gekommen und gegangen. Die Bewegung, den Columbus-Tag anstelle eines Tages der indigenen Völker zu beseitigen, hat in den Städten des Landes unterschiedliche Erfolge erzielt. Der Tag der indigenen Völker erinnert das Imperium daran, dass Kolumbus ein Massenmörder war, und bekräftigt die prinzipientreue Position, dass jemand, der die Vernichtungskampagne der westlichen Kolonialzeit an indigenen und afrikanischen Völkern so vollständig vertritt, nicht gefeiert werden sollte. Aber warum wird Kolumbus überhaupt gefeiert? Der folgende Artikel untersucht die Frage aus der Weltsicht des historischen Materialismus, auch bekannt als die materialistische Geschichtsauffassung.

Es wurden ganze Bücher über den historischen Materialismus geschrieben. Dieser Artikel gibt lediglich eine Definition und kurze Analyse der Relevanz des historischen Materialismus für das Verständnis der Feierlichkeiten zu Kolumbus. Eine solche Feier geht über eine bloße Analyse von Fakten hinaus, die auf die Einrichtung des Bundesfestes als Antwort von Präsident Franklin Roosevelt auf die Forderungen der Ritter des Kolumbus hinweisen. Die Ritter behaupteten, dass Kolumbus als Demonstration der Gemeinsamkeiten zwischen dem italienischen „Erbe“ und dem American Way of Life gefeiert werden sollte. Der historische Materialismus hilft uns jedoch zu verstehen, dass die jahrhundertelange Verherrlichung des Kolumbus in den Vereinigten Staaten nicht auf einen einzigen Moment in der Geschichte reduziert werden kann, sondern viel mehr über die Entwicklung der politischen Ökonomie von Kolonialismus, Kapitalismus und Imperialismus aussagt.

„Die Ritter bekräftigten, dass Kolumbus als Demonstration der Gemeinsamkeiten zwischen dem italienischen Erbe und der amerikanischen Lebensweise gefeiert werden sollte.“

Karl Marx wird vor allem für die Lehre des historischen Materialismus geschätzt. Berühmterweise schrieb Marx im Manifest der Kommunistischen Partei:

„Die Geschichte aller bisher existierenden Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkämpfen . . . Die moderne bürgerliche Gesellschaft, die aus den Ruinen der feudalen Gesellschaft herausgewachsen ist, hat die Klassengegensätze nicht beseitigt. Sie hat nur neue Klassen, neue Bedingungen der Unterdrückung, neue Formen des Kampfes anstelle der alten geschaffen. . . Alle bisherigen historischen Bewegungen waren Bewegungen von Minderheiten oder im Interesse von Minderheiten. Die proletarische Bewegung ist die selbstbewusste, unabhängige Bewegung der großen Mehrheit im Interesse der mächtigen Mehrheit.“

Friedrich Engels hat direkt die materialistische Geschichtsauffassung im Sozialismus angesprochen: utopisch und wissenschaftlich:

„Die materialistische Geschichtsauffassung geht von der These aus, dass die Produktion der Mittel zur Unterstützung des menschlichen Lebens und neben der Produktion der Austausch der produzierten Dinge die Grundlage aller sozialen Strukturen ist; dass in jeder Gesellschaft, die in der Geschichte erschienen ist, die Art und Weise, wie Reichtum verteilt und die Gesellschaft in Klassen oder Ordnungen unterteilt wird, davon abhängt, was produziert wird, wie er produziert wird und wie die Produkte ausgetauscht werden“.

„Der historische Materialismus ist die einzige Theorie, die sowohl die Rolle der subjektiven Aktivitäten der Menschheit als auch die objektiven Bedingungen der Gesellschaft bei der Entstehung der Geschichte berücksichtigt.“

Der historische Materialismus ist die erste wissenschaftliche Sichtweise, die die Gesetze der menschlichen Organisation und des sozialen Lebens erklärt. Vor dem historischen Materialismus definierten westliche Philosophien die soziale Welt durch die Linse des vulgären Materialismus oder Idealismus, um die Expansion von Privateigentum, koloniale Plünderung und kapitalistische Ausbeutung zu rechtfertigen. Gegner des historischen Materialismus behaupteten, dass er die Rolle menschlicher Ideen bei der Gestaltung der Gesellschaft missachtet und die organisierte Religion verachtet. Sie argumentierten, dass die eigene Position in der Gesellschaft das Ergebnis eines biologisch, rassistisch oder spirituell festgelegten Schicksals sei. Es ist allerdings wichtig zu beachten, dass der historische Materialismus die einzige Theorie ist, die sowohl die Rolle der subjektiven Aktivitäten der Menschheit als auch die objektiven Bedingungen der Gesellschaft bei der Gestaltung der Geschichte berücksichtigt. Der historische Materialismus betont zunächst, dass Geschichte von Menschen gemacht wird, die versuchen, ihre Interessen zu vertreten. Daraus ergibt sich in der Folge, dass eine dialektische Beziehung zwischen den subjektiven Ideen einer bestimmten Person, Gemeinschaft oder Klasse und den objektiven Bedingungen besteht, die die Ideen einer bestimmten Person, Gemeinschaft oder Klasse prägen.

Der Columbus-Tag bietet ein Beispiel für angewandten historischen Materialismus. Die Feier des Kolumbus ist das Ergebnis von über fünf Jahrhunderten Kolonialismus und kapitalistischer Entwicklung. Kolumbus‘ koloniale Unternehmungen markierten den Beginn der indigenen und afrikanischen Holocausts, die von europäischen Kolonisatoren in Gang gesetzt wurden. Es ist verlockend, Kolumbus nur als einen bösen Mann oder einen sympathischen Helden seiner Zeit zu sehen. Der historische Materialismus führt die unterdrückten Klassen dazu, Individuen wie Kolumbus als Teil des Prozesses zu sehen, der die Entwicklung einer neuen Gesellschaftsordnung, der kolonialen und kapitalistischen Gesellschaftsordnung, eingeleitet hat. Diese Gesellschaftsordnung entstand aus den objektiven Bedingungen in Europa, um die Entwicklung des gesamten Planeten für immer zu verändern.

„Kolumbus‘ koloniale Unternehmungen markierten den Beginn der indigenen und afrikanischen Holocausts, die von europäischen Kolonisatoren in Gang gesetzt wurden.“

Die kapitalistische Ordnung, an deren Entstehung Kolumbus beteiligt war, ist nicht mehr neu, aber sie prägt bis heute die sozialen Beziehungen in den Vereinigten Staaten und einem großen Teil der Welt. Kolumbus war ein rassistischer, gewinnorientierter Händler, der auf der Suche nach Reichtum zu den Amerikanern segelte und stattdessen indigene Völker wie die Tainos fand. Er nutzte die aufkeimenden technologischen Fortschritte, die durch den Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus im Westen geschaffen wurden, um den indigenen Völkern ihr Leben und ihre Ressourcen wegzunehmen. Seine Reisen dezimierten ganze Zivilisationen und setzten ein Beispiel, von dem eine ermutigte kapitalistische herrschende Klasse lernen konnte. Das Erbe von Kolumbus ist um jeden Preis geschützt, denn während sich die Charakterzüge und Formen der Ausbeutung verändert haben, ist das Profitsystem, das Kolumbus auf die Welt zu bringen geholfen hat, bis heute fest etabliert.

Der historische Materialismus erklärt die Feier des Kolumbus als ein Produkt der Beziehung zwischen Sein und Bewusstsein. Die Feier des Kolumbus spiegelt das Bewusstsein der herrschenden Klasse wider, deren gesamte Existenz auf der Reproduktion des Kapitals und der für seine Akkumulation erforderlichen Herrschaft beruht. Der historische Materialismus zeigt, dass Sozialsysteme das Ergebnis eines langen Prozesses in der Menschheitsgeschichte sind, bei dem sich die Menschen zuerst selbst organisiert haben, um zu essen, zu trinken, sich unterzubringen und zu kleiden. Die Notwendigkeit des Überlebens erfordert die Entwicklung der Produktionsmittel, die einen Kampf darüber auslöst, wer die Produktionsmittel kontrolliert und für welche Zwecke. Wichtig ist zu bedenken, dass die Organisation der Gesellschaft von der Interaktion zwischen den Ideen der Individuen innerhalb einer bestimmten Gesellschaft und den objektiven Bedingungen der Epoche abhängig ist. Eine solche Interaktion erklärt, warum sich der Kapitalismus in Europa aus den Widersprüchen des Feudalismus entwickelte und warum viele einheimische Gesellschaften in Nordamerika mit den Grundsätzen des Privateigentums bei der Ankunft europäischer Kolonisatoren nicht vertraut waren.

„Kolumbus war ein rassistischer, gewinnorientierter Händler.“

Welchen Nutzen hat der historische Materialismus für das Erbe des Kolumbus heute? Zum einen berücksichtigt der historische Materialismus die historische Entwicklung der Sozialsysteme und erklärt, wie der Kampf aus den Widersprüchen einer bestimmten Gesellschaft entsteht. Die kapitalistischen und imperialistischen Systeme, denen Kolumbus zur Geburt verhalf, stießen im Laufe ihrer Entwicklung auf heftigen Widerstand von indigenen Völkern, afrikanischen Völkern und armen Menschen. Der Staat wurde errichtet und reformiert, um die antagonistischen Interessen der ausgebeuteten und Ausbeuterklassen zu verwalten. Wir können das subjektive Bewusstsein der herrschenden Klasse durch die populäre Fabel von Kolumbus als „Held“ orten und die Feier des Massenmörders als Versuch verstehen, diese Fabel zu einer Bedingung für das „Sein“ in der US-amerikanischen und westlichen Welt zu machen.

Der historische Materialismus hilft uns, die Welt aus einer Klassenkampforientierung heraus zu betrachten. Patriarchat, Rassismus und die sozialen Beziehungen des Imperialismus werden zu einem miteinander verbundenen Ganzen, das von der Beziehung zwischen Sein und Bewusstsein bestimmt wird. Auf diese Weise spiegelt das Fest des Kolumbus viel mehr wider als eine veraltete Denkweise. Die Nachleben von Kolumbus leben weiter durch die ständigen Übergriffe auf indigenes Land durch US-Konzerne wie Dakota Access und die anhaltenden Bemühungen des US-Imperialismus, die Regierung Syriens zu stürzen. Sie leben weiter im System der Masseneinsperrung der Schwarzen und der wiederholten Hungerstreiks und politischen Aktionen, die hinter den Mauern gegen sie geführt werden. Der Widerstand der Unterdrückten erinnert uns daran, dass sich die subjektiven und objektiven Bedingungen eines jeden Sozialsystems in einem ständigen Wandel befinden und Revolutionen wie in Kuba und der DVRK oder einen Zustand des reaktionären Rückzugs wie in den Vereinigten Staaten hervorrufen können. Während Individuen keine Wahl haben, können sie eine enorme Rolle bei der Entwicklung der organisatorischen und politischen Stärke spielen, die notwendig ist, um erfolgreiche soziale Revolutionen durchzuführen.

Es gibt jedoch keine einfachen Formeln für die Revolution. Der historische Materialismus liefert Revolutionären Werkzeuge zur Analyse der Welt. Mit diesem Tool sind Revolutionäre besser darauf vorbereitet, sie zu verändern. Historische Materialisten glauben, dass der Imperialismus sein eigenes Grab schaufelt. Aber sie glauben auch, dass sich das System nicht ohne die Hilfe seiner Totengräber begraben wird: der arbeitenden und unterdrückten Klassen.

erschienen am 17. Oktober 2018 auf > Black Agenda Report > Artikel

http://www.antikrieg.com/aktuell/2018_10_19_theorie.htm

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Theorie 101: Historischer Materialismus und das Erbe des Kolumbus

  1. zeigt aber auch die unfähigkeit der kolonisierten Völker, sich wirksam zu wehren , normalerweise , weil ein Teil sich von den Unterdrückern kaufen (=korrumpieren ) lässt, und ihnen bei der Niederhaltung des eignen Volkes hilft, oder sich gegeneinander hetzen lassen – =Teile und Herrsche ,altes Prinzip, dass immer wieder klappt, siehe z.B. Indien im 19.JH und Palästina u. viele afrikan. Länder heute

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    Verfasst von tom | 21. Oktober 2018, 12:19
  2. Die historische Grenze der Marxschen Werttheorie

    Das passt ja, als Kommentar sicher eigentlich zu lang, aber wenn es schon mal um eine wichtige Frage geht, noch eine Korrektur.

    Das gesamte philosophische Konzept, dass die Vertreter des Idealismus wie des Teufels Werk abtun wollen, nennt sich dialektischer und historischer Materialismus.

    Man kann es ganz kurz so zusammen fassen, das Sein bestimmt das Bewusstsein, aber diese bewegen sich in einem dialektischem Wechselverhältnis durch Raum und Zeit.

    Einheit und Kampf der Widersprüche in der Natur, in der Gesellschaft und im Denken,

    Bewegung als die Daseinsweise der Materie in Raum und Zeit und die Unabhängigkeit der Naturgesetze von unserem Denken, wie auch anderer Gesetze, die sich aber eben in der Gesellschaft stets in einem historischen Rahmen und damit auch in zu unterscheidenden Formen durchsetzen.

    Das bedeutet historisch, das Begreifen der Geschichte aus ihrer Zeit in ihren materiellen und geistigen Bedingungen.

    Die schweren Elemente mussten erst in Sternenexplosionen entstehen und die moderne Kosmologie sagt uns, wir sind Sternenstaub. Dramatischer kann man die Bedeutung der Zeit wohl kaum sichtbar machen und schnell entsteht der Gedanke, die Natur verlaufe nach einem göttlichen Plan.

    Aber warum sollte ein Gott mit Allmacht über 13 Milliarden Jahre verstreichen lassen, um dann erst uns entstehen zu lassen und in ein paar weiteren Milliarden wieder zu vernichten?

    Oder uns so begrenzt auszustatten,dass wir die Auslöschung schon heute bewirken könnten?

    Es geht um die Frage des Primats zwischen den beiden grundlegenden Kategorien, Materie und Bewusstsein.

    Bewusstsein ist eben eine Widerspiegelungsform, quasi eine Verdoppelung der Welt und genau genommen ihre Potenzierung durch die Hirne aller Menschen und deshalb bewegen sich Menschen in unterschiedlichen subjektiven Welten oder eben begrenzten Erfahrungsräumen,

    Daraus entstehen die Fragen nach dem Objektiven und dem Subjektiven wie den unterschiedlichen Aspekten von Wahrheit.

    Es wird noch dramatischer, den Säugetieren und auch Vögeln müssen wir nicht nur zugestehen, dass die in einer gleichen Welt leben und sogar Trauer empfinden können.

    Die Fledermaus hört nicht die Welt, sie sieht diese, aber eben mit den Ohren. Es gibt Beispiele von Menschen, die blind sind und auf diese Art gelernt haben, Fahrrad zu fahren.
    Es gibt Menschen die sehen beim Musik hören Farben.

    Farbensehen ist etwas äußerst Subjektives, aber es beruht immer auf einer bestimmten Wellenlänge von elektromagnetischer Strahlung. Sicher nicht aber im Traum, quasi in einer verzerrten Simulation.

    Wir können Dinge denken, die es nicht gibt, die es nie geben wird und solche, die wir selbst hervorbringen können oder eben auch Dinge, die andere erfunden haben,die wir benutzen, aber gar nicht verstehen.

    Damit wird klar, dass wir nicht nur logischen Fehlern anheim fallen können, sondern auch Illusionen, dass wir aber auch als vorausschauende Wesen Irrtümer begehen können, die auf fehlendem Wissen beruhen.

    Dabei fallen wir beim Laufen in der Regel nicht mehr über unsere Füße, wenn wir das einmal gelernt haben, fur die Robotik ein aufwändiges Thema

    Und doch konnte diese Philosophie sowohl die Menschwerdung wie auch das Entstehen der Religionen schon vor 200 Jahren gut erklären,.aber gleich wird es sehr praktisch, auch darin, warum Marx nie ein Marxist sein wollte, denn jedes Dogma war ein Widerspruch zu seiner Philosophie.

    Er wäre mir also gar nicht böse, wenn ich 200 Jahre nach seiner Geburt die historischen Grenzen seiner Zeit überwinde und sein Denken in die heutige Zeit trage,verlängere und erweitere.

    Die Marxsche Arbeitswerttheorie, die ja auf Ricardo zurückgeht, konnte gut das Wesen der kapitalistischen Ausbeutung im Bereich der Industriellen Produktion erklären, das auf dem Privatbesitz der Produktionsmittel beruht.

    Marx unterschied mehrere Kategorien von Arbeit und auch verschiedene Bereiche der Arbeit.
    Er unterschied auch wertschaffende Arbeit von nicht wertschaffender Arbeit, was keine Bewertung ihrer Nützlichkeit darstellte.

    Im Bereich der Landwirtschaft wandte er ein ganz anderes Prinzip an, das der Bodenrente.
    Da spielte auf einmal der Ertrag der Natur in Gestalt des Bodenwertes eine große Rolle.

    Im Kapitalismus kam dann bereits eine Industrialisierung der Landwirtschaft hinzu, es kommt also zu Vermischungen.

    Aus der Produktion folgten zunehmend Spezialisierungen, Dienstleistungen wurden outgesourct und wurden selbst als profitorientierte Unternehmen aufgestellt.

    Das Gesundheitswesen wurde weg von der Pflege und Versorgung von Patienten ein Gebiet der Arzneimittel und operativer Eingriffe.

    Nun kann man und hat es auch, eine solche Arbeit lange Zeit nicht der wertschöpfenden Arbeit zugerechnet, sondern der gesellschaftlichen Konsumtion und diese frei von Profit gehalten.

    Wir reden gern schnell von kostenloser medizinischer Versorgung, welch dumme These.

    Und wir haben allen Grund darüber zu klagen, wie die Gesundheitskosten explodieren. Nur in wenigen Fällen sehen wir eine Rechnung. Nun da immer mehr Ersatzteile, heute noch oft in handwerklicher Handarbeit erzeugt werden, ist das bei Brillen bereits vollautomatisiert. Mr. Spex lässt grüßen und auch die andern Optiker lassen vermutlich auf den gleichen Automaten arbeiten.
    Wir fänden dann Materialkosten, Maschinenkosten,Energiekosten, Raumkosten. Infrastrukturkosten einschließlich automatisierter Verwaltungskosten, nur der Patient muss noch zu den Automaten gehen und eine Dekade später macht das automatisierte und miniaturisierte Zahnlabor einen Hausbesuch.

    Medizintechnik bewegt sich bei den Profitraten auf den Höhen der Rüstungsindustrie.

    In den USA werden Frauen und auch Männer Arbeitsgegenstand der plastischen Chirurgie, werden Körper modelliert, die man nun ernsthaft als Produkte bezeichnen muss.

    Gewinn und damit echter Profit können dann durchaus als angemessen angesehen werden vom Standpunkt des Subjekts. Magenverkleinerungen werden in bestimmten Fällen sogar von den Kassen zu Lasten der Allgemeinheit vorgenommen.

    Können wir da alle Mauern einreißen? Bedarf es da einer Grenzziehung?

    Wir haben sie längst zwischen Arm und Reich und die Fragen, die dabei entstehen sind hochkomplex.
    Ich will die hier gar nicht diskutieren, ich wollte nur darstellen, wie sich die Welt verändert hat, also ihre historische Dimension.deutlich machen.

    Die Teile und das Zubehör für Zahnprothesen werden industriell gefertigt und der alte Beruf des Zahntechnikers könnte demnächst sterben, weil ein 3-D-Drucker eine Prothese fertigt, deren notwendige Maße in einer 3-D-Röntgenaufnahme und einem Abdruck vollautomatisch erzeugt werden.
    Der höhere Lohn für den Arzt entsprach der höheren Kompliziertheit der Arbeit des Arztes und seinem höheren Reproduktionsaufwand, den er für sein Geschäft brauchte.

    Wir merken das auch an der Rechnung und wir staunen. Der größte Gewinn kommt vermutlich nicht aus dem Operationsgeschick des Arztes sondern aus der von ihm benutzen Maschinerie.

    Und wenn wir dann noch die Zinsen und Finanzierungskosten über alle Wertschöpfungsketten eines solchen Zahnersatzes sehen könnten, würden wir staunen, wer alles von verfaulten Zähnen profitiert.

    Aber eine simple Ampel für Lebensmittel wie in England, die gibt es bei uns nicht. Nachtigall, hör ich Dich trapsen?

    Nirgendwo wird das Moment der Nachfrage nicht als Quantität sondern als Qualität wirksamer, als wenn es um Krankheit, Schmerzen und Tod geht.

    „Alle Menschen haben viele Wünsche, Groß und Klein, doch wenn sie krank sind, nur den einen, gesund zu sein!“

    Hier gewinnt die subjektive Seite des Wertbegriffs extrem gegen alle Vernunft die Oberhand und so mancher Guru hat es so schon zum Millionär gebracht. Mit der Qualität der Arbeit, mit der Verausgabung von Hirn und Muskel hat das nichts mehr zu tun. Noch schlimmer, die meisten schweren Fehler werden gar nicht aufgedeckt und die meisten Menschen werden von allein wieder gesund, wenn die Krankheit nicht eine ist, die unaufhaltsam den Sterbeprozess einleiten wird.

    Stanislav Lems Bild, die Röntgenaufnahme einer Schwangeren, die das Gerippe im Gerippe zeigt, ist eine der tragischten Metaphern unserer Existenz oder auch eine beruhigende

    Das Ambivalente ist überall zu finden und wir wollen so gern die Guten sein.

    Ich schweife ab. Marx hat den Lohn der Arbeit bereits als Reproduktionspreis bestimmt und da wird es verständlich, wenn das Kapital Reproduktionskosten im eigenen Land niedrig halten will.

    Aber Lohn und kauffähige Nachfrage stehen in einem proportionalen Zusammenhang, aber auch nur bis zu einer Sättigungsgrenze. Deshalb auch muss das Kapital die Warenwelt mit aller Macht erweitern, ohne Wachstum muss so ein System zusammenbrechen und so ging das Gold den USA aus, sie konnten ihren Dollar nicht mehr damit abdecken.

    Damit war der Weg frei für die scheinbar grenzenlose Expansion des Schuldgeldes.

    Um Wachstum zu ermöglichen, braucht man Kredit. Neue Werke sind kreditfinanziert und man strebte dahin, wo hohe Margen zu erwarten waren. Der Konsumentenkredit war die andere Seite der Medaille, aber jeder weiß, wie schnell es eng wird, wenn die Einnahmen dann wegfallen,weil einer in Asien billiger ist.

    Wenn nun kauffähige Nachfrage sinkt, gibt es natürlich ein Interesse daran, vorhandene Reserven zu mobilisieren, nicht für Investitionen, sondern für den Konsum, damit die bereits gemachten Schulden getilgt werden können.

    Der Kapitalist interpretiert die Welt nicht nur in seinem Sinne, er gestaltet sie auch und da er die Macht der Psychologie längst entdeckt hat, deshalb gebraucht er sie auch, um die Prognose von Marx möglichst zu verhindern. Der Kampf ist also ein wechselseitiger und das Kapital meinte schon mal , diesen Kampf zu gewinnen. Sie haben sich ja auch alles gekauft, was irgendwie zu bekommen war.

    Deshalb ist Wirtschaft zu 50% Psychologie geworden, weil den Kapitalisten der objektive Wertbegriff von Marx nur soweit interessiert, dass er den Preis ihres Trägers möglich gering halte kann, weil er ihm als notwendiges Übel, als Kosten erst mal entgegen tritt.

    Wenn dann dieses Proletariat auch noch aufsässig wird, dann würde es gefährlich und so ist der Sozialstaat durch Bismarck schon erfunden wurden gemeinsam mit der Peitsche, dem Verbot der Sozialisten.

    Hier finden wir bereits die Ursachen des Revisionismus und vielleicht auch,die Müdigkeit, die Marx wohl irgendwann erfasst haben wird. Engels konnte noch manches aufarbeiten. Die Diskussionen müssen wohl damals auch gewaltig gewesen sein und ein Problem war dann später um die Jahrhundertwende das scheinbare Verschwinden der Materie durch die Radioaktivität

    Neu kam es zur Herausbíldung der Automobilindustrie, die Fordsche Rationalisierung, aber auch das Srrebendiese Autos auch an die egenen Arbeiter verkaufe zu können,

    Der erste Weltkrieg als Ausdruck des Entstehens neuer imperialer Strukturen, die erste siegreiche Revolution einer Avantgarde, der eigentlich noch die ausreichende materielle Basis fehlte und die große Weltwirtschaftskrise, die letztlich auch den deutschen Faschismus hervorgebracht hat wie auch andere Faschisten.

    Jede Kultur baut immer auf dem Vergangenen auf und immer wird das erinnert, was scheinbar erfolgreich war. Der Gleichschritt der Menschenmassen im Sinne des Kapitals ist natürlich die beste Voraussetzung, damit das System stabil und leistungsfähig ist.

    Die Disziplin und die Fähigkeiten der deutschen Arbeiterklasse gehörten zum Wirtschaftswunder Deutschlands, denn Führer befiel, wir folgen Dir, das galt weiter in den deutschen Unternehmen und Nachschub gab es aus dem Osten, wo die Reparationen und eine politische Diktatur Menschen aus dem Land trieben.

    Da Europa in Schutt und Asche gefallen war, gab es auch viel zu tun und man holte sich Arbeitskräfte für weniger gut bezahlte Arbeiten aus den rückständigen Gebieten Europas. Auch das will ich nicht weiter ausmalen.

    1989 war das Kohlsche Versprechen von den blühenden Landschaften eine Fata Morgana, die nur durchgezogen werden konnte, weil man aus nationaler Gesinnung eine Solidarität verordnen konnte beim Steuerzahler, die mit Fördermaßnahmen für das westdeutsche und internationale Kapital den Umbau ermöglichten. Das war natürlich mit temporären Wachstum, aber auch gleichzeitig Zerstörung alter Strukturen verbunden, konnte aber einigermaßen funktionieren, da 16 Millionen Menschen eben nur 20% von 80 Millionen sind, die eben auch ihre Arbeitskraft und Kaufkraft einbringen konnten.

    Dass das aber anders laufen würde als der Aufschwung nach dem Krieg ergibt sich aus den damals bereits gesättigten Märkten,die ihre Impulse nur aus den Zugewinn des Zerfalls des alten Ostblocks gewinnen konnte. Die kapitalistische Globalisierung erhielt einen neuen Schub,aber die immer schneller sich ändernden Technologien zerstörten manche Investitionen.

    Ich erinnere mich noch an ein CD-Werk, dass nie in Produktion ging.

    Noch so um 1994 wurden Schreibmaschinen mit Bildschirm und einem kleinen Datensprecher gebaut. Kosten so um die 4600 DM.
    Dass dann in Nürnberg die Schreibmaschinenproduktion ganz weg brach, ist kein Wunder, gewundert hat mich die Blindheit der Hersteller, die Ignoranz tatsächlicher Entwicklungen im Markt.

    Das Phänomen lässt sich fortsetzen bei den alten Fotoketten und es waren andere, die die Digitalkameras in den Markt brachten, nicht die ursprünglichen Erfinder.

    Wir sehen also, wie Wissenschaft und Technik selbst ein Produktionsfaktor geworden sind und dass offenbar Fragen der Organisation und der Messung ökonomischer Wirklichkeit an Bedeutung gewonnen haben.

    Offensichtlich spielen auf der Ebene der Volkswirtschaft neuen Anforderungen eine Rolle, die der Kapitalismus mit seinen Strukturen in Wirtschaft und Staat nicht mehr auf die Reihe bekommt.

    Es mangelt an Fakten und an Kenntnissen, an Schnelligkeit und Präzision.

    Ein schlecht funktionierender Staat erzeugt heute Schäden in Billionenhöhe durch Minderleistung, Fellleistung, Strafzahlungen an Konzerne, belastet den Bürger mit Kostenexplosionen aus einer schlecht gemachten Energiewende, enteignet den Bürger als Sparer und versenkt monatlich um die 40 Milliarden Euro über 10 Jahre und Europa als künstliches Imperium zerfällt trotzdem.

    Wer also bei immer weiter wachsenden Geldbergen und fehlender notwendiger Investitionstätigkeit im Infrastrukturbereich die Ursachen der Krisen des Finanzkapitalismus im tendenziellen Fall der Profitrate sucht, der muss ganz einfach das letzte halbe Jahrhundert verschlafen haben.

    Längst sind Rechtstitel wie Lizenzen scheinbar Quelle von Profit geworden.
    Was ist eine Arbeit wert, die nicht als Ware angeboten wird, wie dieser Text oder eine Präsention.
    Herr Steinbrück konnte seine Reden an die Banken verkaufen für mehrere Zehntausende Euro.
    Wo sind hier noch Relationen zu finden?

    Heute findet Wertschöpfung über die ausgelagerten produktiven Dienstleistungen statt
    Es sind aber nicht notwendigerweise die schöpferischen Leistungen eines IT- Unternehmens,die die Wertschöpfung vergütet bekommen, sondern die Anwender in den Konzernen.

    Microsoft kann mit dem Markt der Milliarden seiner Kunden Lizenzen zu Preisen anbieten, die für ein Unternehmen in einer speziellen Marktnische den Untergang bedeuten würden.

    Hier haben wir eher den Effekt wie bei der Bodenrente, das kleinste Unternehmen, was man noch braucht, muss auch Preise erzielen dürfen, die seine Reproduktion ermöglichen.

    Aber das große Geld machen die Anwender mit Marktmacht, die Preise nach ihrer Willkür festsetzen können, weil sie Monopolisten sind oder eben eine so starke Kundenbindung durchgesetzt haben, dass der Kunde kaum aus der Falle herauskommt.

    Ohne Wachstum bricht kapitalistische Akkumulation zusammen und mit Wachstum zerstört der Kapitalismus seine Ressourcen und macht gleichzeitig denn Menschen als Produzenten überflüssig wie er ihn als Konsumenten braucht. Darin wird eigentlich die wichtigste Frage im heutigen Antagonismus gestellt, den die Armut ist heute auch vor allem eine Armut im Geiste.

    Enkel sollten heute vielleicht mal fragen, wie ihre Großeltern in den 50er Jahren gelebt haben.
    Unglücklich waren die nicht.

    Früher hatte die Herzogin ihren Toilettenstuhl im Schlafzimmer stehen. Meine Wohnkultur ist praktischer und bequemer, wesentlich reicher, was die Möglichkeiten meines Tuns betrifft.

    Sicher mussten damals Diener die Exkremente entfernen, allein der Gestank blieb wohl im Zimmer. Was mögen die gedacht haben? Ich wage keine Prognose, da ich mich nicht in das Denken eines Dieners hinein versetzen kann, ich weiß nur dass die meisten Haussklaven loyal gegenüber ihrer Herrschaft waren.

    Psychologie, Ökonomie und Ökologie vom Antagonismus zu befreien, das erfordert ganz sicher wesentlich mehr als nur in alten Büchern zu lesen. Man muss sie auch richtig verstehen.

    Die Idee eines Reproduktionspreises ist sicher nicht die schlechteste, aber sie bedarf einer Ergänzung, der Optimierung als Minimum eines Aufwandes bei einem Maximum an Ergebnis.
    Deshalb braucht man einen neuen Marktmechanismus, der die Qualität in den Vordergrund stellt, aber auch mit der verfügbaren Quantität von Wert zurechtkommt.

    Wenn die klassische Lohnarbeit tendenziell schwindet, brauchen wir eine Erweiterung der Arbeitswerttheorie.

    Wenn der Zuwachs an Arbeitsproduktivität nicht mit der Qualifikation des Arbeiters korreliert, sondern mit der Qualität der in Software geronnenen menschlichen Arbeit dann müssen wir neue Maßstäbe definieren. Bei gleichbleibender Produktion mit anderer organischer Zusammensetzung kann die Profitrate gleich bleiben, dann muss aber die Arbeit sinken, Nur darin liegt kein Sinn für den Kapitalisten.

    Die frei werdende Arbeit muss woanders eine Arbeit finden, sonst kann ihr Träger nicht als Konsument auftreten.

    Ziel ist es also immer ,den Profit zu erhöhen und das gelingt vor allem auch durch quantitative Expansion der Märkte und das lief über die Globalisierung und das ist das ,was der Kapitalismus auch als Rechtfertigung vorträgt. Hunger und Armut in der Welt hätten abgenommen. Aber der Hunger steigt auch wieder, aber dabei das Bevölkerungswachstum auszublenden, wäre sicher ein Fehler.

    Diese Wachstumsgebundenheit ist aber das Krebsgeschwür des Kapitalismus und wenn zurecht der Zinseszins aufgehoben werden sollte, dann muss auch das Wachstum in der Bevölkerung eine Steuerung erhalten.

    All das könnte der i-Markt leisten, wobei es notwendig werden wird, die Wertschöpfung auf alle eingesetzte Energieformen in der Produktion zu beziehen. Nun, wie kann man das machen. Man kann einheitliche Regeln bilden und im Prozess einer Gesamtiteration über die Volkswirtschaft versuchen, die erforderliche Proportinalität herzustellen. Weder Marx noch jemand anderes konnte jemals abstrakte Arbeit messen.

    Das konnte nur eine bestimmte Marktform,die der kapitalistischen freien Konkurrenz. Die gab es nie in Reinform und heute schon gar nicht mehr.

    Eine Warenproduktion jenseits des Kapitalismus kommt nicht ohne Markt,ohne Messung und auch nicht ohne Plan und Steuerung aus, aber das kann nur funktionieren mit werthaltigem Geld, Kontrolle und Korrektur, die auf demokratischen Prozeduren laufen und die Prinzipien der Souveränität und der Subsidiarität berücksichtigen in einem Zusammenhang von Eigentum und Haftung,

    Aktienkapital mag eine gesellschaftliche Form von Eigentum sein, hat aber Geldkapital vom Produktionskapital getrennt, weil die unmittelbare Verfügungsgewalt über die Produktion wurde abgetreten an Manager, die sich gleich noch weitgehend der Haftung entledigt haben. Der Geldbesitzer geht zwar ins Risiko, aber ihn interessieren nur die Dividende und der Kurs, der eben Casinospielgewinne ermöglicht.

    Die Bank aber gewinnt immer, bei fallenden und bei steigenden Kursen. Das alles ist nur schädlich, erzeugt falsche Anreize und ist überflüssig, wenn das Akkumulationsmodell des i-Marktes eingeführt wird.

    Wenn das Modell Marx mit Proudhon und Keynes vereinigt, Gesell von der Konsumtion in die Investition treibt und auch noch mit den neuen Technologien zurecht kommt, dann hat das schon etwas Faszinierendes.

    Als Steuerungsparameter wird die Wirtschaft übersichtlicher als Klarheit in der Nettowertschopfung, in der Vereinfachung des Steuerrechts und der Erwirtschaftung wie auch Verteilung der Reproduktionsmittel für soziale und ökologische Aufgaben. Transparenz in den Produktionsbedingungen, damit auch Transparenz in der Preisbildung, Klarheit über Anforderungen und Ergebnisse schaffen neue Formen der Kooperation.
    Im Bereich der Finanzen fällt die Wirkung des Zinseszinses weg, die positive Seite des Zinses bleibt erhalten und der Negativzins wird zum Motor der Geldstabilität wie der Investitionstätigkeit und überführt Keynes magisches Viereck in einen Automatismus.

    Diese Faktoren können steuernd in der Höhe noch angepasst werden, als auch noch in den Grenzen, ab dem der Negativzins erhoben werden kann.

    Da das Gesamtpotentialder Fähigkeiten der Menschen ansteigt, obwohl für den einzelnen der Umfang der Lohnarbeit sinkt, wird eine solche Wirtschaft wesentlich flexibler und kann auch Naturkatastrophen besser überstehen.

    Aus dem Potential freier Arbeit lassen sich neue Chancen für Innovationen erahnen.

    Friedenspolitik ist quasi eingebaut in Selbstherrschaft, denn wer sich selbst beherrscht, muss andere nicht beherrschen.

    Über die Art und Weise der Gestaltung des Sozialgeldes wird für jeden ersichtlich, warum sich gemeinsame Arbeit lohnt, so wie im Lohn die persönliche Anstrengung gesellschaftliche Anerkennung erfährt.

    Vor allem erfährt sich das Individuum als Teil einer sozialen Gemeinschaft, in dem es seine Stimme einbringen kann wie seine Tat in der Festlegung der Ziele der Gemeinschaft.

    Wie groß eine solche Gemeinschaft werden kann, hängt sicher von lokalen und kulturellen Bedingungen ab und wird sicher nicht unterhalb einer Nation starten können,wird aber auch nur allmählich wachsen können.

    Wir können uns Angleichungsprozesse vorstellen und eine andere Art der Globalisierung durch Teilen von Wissen und der Nutzung besonderer Ressourcen im Gesamtinteresse der Menschheit.

    Faire Löhne bei eines Tendenz zum Schwinden der Lohnarbeit mit einer Tendenz zur bedarfsgerechten Verteilung durch das Anwachsen der Erlöse und damit des Sozialgeldes lassen nun glaubhaft die Vision einer kommunistischen Gesellschaft entstehen, wo Menschen ihren Körper nicht umoperieren lassen müssen, weil sie sich überfressen haben und sich zu wenig bewegen.

    Wahre Schönheit liegt im Herzen, echte Freiheit nicht im Schein.

    Und ein bißchen Arbeit für neue Ökonomen darf ich ruhig übrig lassen, sonst hätten die ja umsonst studiert.

    Nur noch soviel, wer das Wertgesetz versucht willkürlich außer Kraft zu setzen durch die Manipulation von Wert, durch seine Erzeugung aus dem Nichts, der sollte sich nicht wundern, dass ihm das Ganze in Gestalt von Schulden und Währungskrisen um die Ohren fliegt.

    Insofern wirkt das Wertgesetz durch seine permanente Verletzung. Man kann ja auch der Schwerkraft widerstehen, muss aber irgendwann am Boden sauber landen oder eben zerschellen im harten Aufprall,wenn man die Steuerung verloren hat;-)

    Eines dürfte klar sein,ohne saubere Daten und ohne verlässliche, sicheren Datenverarbeitung geht das nicht und wenn wir nicht bestimmen, wie und was Roboter und andere Automaten tun und das eben auch zuverlässig und sicher werden wir der Amboss sein und nicht der Hammer.

    Transparenz, Demokratie und Freiheit lassen sich nur verbinden, wenn wir bereit sind zum Lernen und zur Zusammenarbeit. Jeder startet von der Position wo er gerade ist, wird sich aber davon wegbewegen müssen in Richtung höherer Ebenen.
    Diese persönliche Verantwortung erst kann das Bewahren, was dem Mensch mal mit der Geburt gegeben ist, seine Würde.
    Nur diese abstrakte Konstruktion hilft uns nicht weiter, wenn es Staaten gibt, die diese Würde verletzen, missachten, immer noch den Krieg als Mittel der Durchsetzung eigener Interessen betrachten oder eben Psychopathen als Führungspersonen bevorzugt werden oder wenn Menschen ihre Würde aus eigener Schuld beschädigen.

    Inzwischen lehnen mehr als 50% der Befragten Frau Merkel ab und das in einer Medienwelt, die nicht durch Wahrheitsliebe glänzt.

    Eine Demokratie, die erstens ihre Bürger systematisch belügt, zweitens deren Meinung missachtet, sie versucht zu manipulieren, die Bürger systematisch durch Inflation und Negativzins enteignet und von jeder wirklichen Mitbestimmung ausschließt, kann schon lange keine Demokratie mehr sein.

    Altersstarrsinn hat etwas von Selbstentwürdigung, den man noch mit Nachsicht im Privaten vielleicht ertragen muss, weil es noch keine Heilung gibt, im Raum der politischen Führung wird er zerstörerisch.
    Ich sehe mir die Praxis an und frage mich, warum sagt niemand im Umfeld der Kaiserin, dass sie nackt da steht? Man will Riten einhalten, Zeit gewinnen und eigentlich stehen die Nachfolger auch schon nackt da.
    Merkel kennt die Situation, da bin ich mir sicher. Solche Auftritte vor dem Bundestag,wie wir diese erlebt haben im Bundestag Anfang der Woche sind das Ergebnis taktischer Überlegungen.
    Diese Sorte Menschen wurde trainiert, alles an sich abprallen zu lassen.
    Mit Stärke hat das aber nichts zu tun.

    Das Ende ist NAH (LES), trötet der Welke des Scheinkabaretts

    Den echten Neuanfang kann es nicht geben aus dem alten Denken heraus und auch nicht in neuen Religionen
    .
    Zuviel muss wieder gerade gerückt werden und dazu gehört es eben auch den neuen Schein zu durchdringen.

    Die neue Ökonomie als eine Ökonomie von Verträgen und Rechtskonstrukten darzustellen, hebt die Fragen nach Produktivkräften und ihren Produktionsverhältnissen als Entwicklungsverhältnissen nicht auf.

    Schon jeder Kauf ist ein juristischer Akt, ein Vertrag, der ohne der Existenz der Ware keinen Inhalt hat.

    Wenn also die Sichtbarkeit wieder mal verschwindet,so muss eben die Materialität von Software begriffen werden als ein Entwicklungsprodukt von Menschen, dass Wirkungen und Bewegungen erzeugen kann, es ist mehr als bloße Information und ein Roboter mit seinen Sensoren verstoffwechselt Material, Energie als mechanische und als geronnenes Wissen, vielleicht sogar mit einer instinktiven Form des Lernens, also ohne eigenes Bewusstheit.

    Ich kenne noch solche Arbeiten, wo der Mensch als Anhängsel der Maschine funktioniert und vielleicht am erträglichsten von denen empfunden wird, die geistige Defizite haben.

    Die singen dann z.B. bei der Arbeit Westernsongs, die englisch klingen, aber kein einziges englisches Wort enthalten.Wenigstens waren das Momente, wo Stumpfsinn und Einförmigkeit überwunden werden.
    Man kann ja das Konzept der sozialistischen Hilfe in den Betrieben oder in der Landwirtschaft in Frage stellen, mir hat es wenigstens ermöglicht, über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen.

    Also ist es durchaus sinnvoll jene Arbeit zu automatisieren, die monoton ist und Menschen einseitig belastet.

    Nun möge keiner anfangen zu lächeln, solche Arbeit gibt es heute in Verbindung mit hochmodernen Geräten, an deren Entstehung ich selbst teilgenommen habe. Das fängt bei den Lastenheften an, also beginnt beim Auftraggeber, obwohl wir ergonomische EU-Normen haben, die besagen, dass Menschen von monotoner und einseitiger Belastung möglichst zu befreien sind.

    Arbeiterkontrolle? Die muss ganz offensichtlich in den Unternehmen selbst beginnen, das schaffen aber z.B. keine Frauen, die wegen ihrer haptischen oder sensorischer Fähigkeiten ausgewählt wurden, aber wegen fehlender Ausbildung keine wirkliche Ahnung von dem haben, was da passiert innerhalb der Gerätschaften, als deren Anhängsel sie 40 Stunden die Woche funktionieren sollen. Wenn der verantwortlichen Führungskraft dann auch noch bestimmte Qualitäten fehlen, muss sich niemand über unbefriedigende Ergebnisse wundern, wenn dann Fehlbedienungen nicht im Vorfeld als Risiko erkannt und berücksichtigt wurden.

    Kürzlich hörte ich in einem Beitrag, dass der deutsche Maschinenbau durch die Digitalisierung noch keinen Produktivitätsfortschritt erzielt habe.

    Ich kann das nicht bewerten, weil alle konkreten Informationen nicht mitgeteilt wurden. Ich kann nur darauf verweisen, dass Entwicklungsprozesse für neue Produkte enorm aufwändig sein können und regelmäßig mehr Ressourcen verbrauchen, als ursprünglich kalkuliert wurde.

    Nun denke man das Ganze weiter, wenn das in Vernetzung geht, die den betrieblichen Raum verlässt.
    Nur noch eine andere Geschichte aus China. Dort wurde vor etwa einem Jahr eine Solarzellenproduktion aufgebaut, wo insgesamt noch 8 Menschen pro Schicht im Einsatz sind. Beleuchtung ist dort nicht einmal erforderlich.

    Zrotzdem gibt es mehr als genug zu tun und eine revolutionäre Theorie beginnt in der Neuaufstellung des Geldsystems und in Kollaps der Krise liegt eben auch die Chance das alte Kapital zu entwerten.

    Es kommt allein darauf an, dass ein neier Prouktionsprozess gestartet werden kann und wir starten ja auf der Grindlage von 2000 Jahren Zivilisation, mit dem Wissen um frühere Fehler.

    Dort wo das noch nicht klar ist,fängtdiennRevolition im eigenen Kopf an, indemman die eigenen Stereitype in Frage stellt und beiträgt für das Entstehen enes Weges, wenn wir uns über die Ziele einig werden.

    Es können eben keine Illusionen sein und wir müssen sagen können, wie und mit welchen Methoden wir uns besser und gerechter versogren können und auch im Globalen einen Beitrag leisten im Lokalen.

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    Verfasst von Politikus | 20. Oktober 2018, 18:07

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