//
du liest...
Debatte, Ideologien

Karl Marx 2018

von Norbert Nelte

Zum 200jährigen Geburtstag wird Karl Marx zwar wieder viel häufiger gelesen als 1990, aber dennoch bleibt er für den Leser das unbekannte Wesen. 98.400.000 Zugriffe in 58 Sekunden zeigt inzwischen Google an. 2.000 waren das nur 56.000 bei 1 Minute. Unzählige Verlage, Antiquariate und Intershops bieten ihn an. Immer größere Teile der Menscheit merken, dass das so mit dem Kapitalismus nicht mehr weiter gehen kann, blicken aber auch nicht nach hinten, nach rechts, sondern suchen nach Alternativen für die Zukunft, und da kommt man um Marx nicht mehr herum.

Trotzdem bleibt er den Menschen fremd, weil sie in gar keiner revolutionären Bewegung stehen wie die 68er Bewegung. Aber auch die Altlinken wissen das kaum, da die Kernpunkte von Marx seit Stalin sehr tief verschüttet wurden. Und das Kapital, da braucht man für das Verstehen ein ganzes Leben, Marx ist nämlich Philosoph und die Philosophen müssen jede Fetststellung von Hinten, von vorne, von rechts, links, oben und unten betrachten. Das ist in der Philosophie auch unbedingt wichtig, nur in der Ökonomie denkst Du, der kommt ja nicht auf den Punkt. Na ja, dafür haben wi ja den Engels, der macht das kurz, klar und knapp.

Dafür habe ich eine kleine Broschüre für das allgemeine Verstehen des Kapitals geschrieben mit anschaulichen Grafiken, mancher meint, dass er hiermit schon alles verstanden hätte: Norbert Nelte, „Kapital, leicht gemacht

  1. Die Ziele von Karl Marx

Zuerst wollen wir aber einmal die Ziele von Marx klären. Das waren auf alle Fälle nicht die DDR, China oder die Sowjetunion, mit Diktaturen hatte er nichts am Hut, aber auch gar nichts. Aber dennoch gebrauchte er ständig die Formel „Diktatur des Proletariats“. Wie passt das zusammen?

In der „Ersten Adresse des Generalrats über den deutsch-französischen Krieg“ von 1870 schreibt Marx „Die Befreiung der Arbeiter setzt die brüderliche Vereinigung der Arbeiter und Mitwirkung der Arbeiterklasse voaus“ S. 25

Diktatur des Proletariats“ war nur der Kampfbegriff gegen das Kapital. Friedrich Engels schreibt in „Zur Kritik des sozialdemokratischen Programmentwurfs 1891„Wenn etwas feststeht, so ist es dies, dass unsre Partei und die Arbeiterklasse nur zur Herrschaft kommen kann unter der Form der demokratischen Repulik. Diese ist sogar die spezifische Form für die Diktatur des Prol

etariats, wie schon die große französische Revolution gezeigt hat (Karl Marx/Friedrich Engels – Werke. (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 22, 3. Auflage 1972 S. 235).

In seiner Einleitung zur Schrift von Marx „Der Bürgerkrieg in Frankreich“ 18.3.91 stellte Engels klar,  was Marx mit „brüderlicher Vereinigung“ meinte. „Der deutsche Philister ist neuerdings wieder in heilsamen Schrecken geraten bei dem Wort: Diktatur des Proletariats. Nun gut, ihr Herren, wollt ihr wissen, wie diese Diktatur aussieht? Seht Euch die Pariser Kommune an, das war die Diktatur des Proletariats“ (S. 24)

Die basisdemokratische Pariser Kommune gilt als Vorbild für die Rätedemokratie. Das war auch so, als ich 68er beispielsweise nach Portugal 1974/5 zur Nelkenrevolution fuhr. Immer war es das gleiche. In allen Arbeiterrevolutionen wurden schon automatisch Räte eingeführt und basisdemokratisch nach den gleichen 3 Prinzipien geführt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

  1. Nicht mehr als ein Facharbeiterlohn
  2. Jederzeitige Abwählbarkeit
  1. Imperatives Mandat, an die Beschlüsse der Basis gebunden.

Und diese 3 Prinzipien finden wir auch in der Kommune wieder, wie Marx selber ja auch in „Der Bürgerkrieg in Frankreich“, III. Teil, S. 7, ausdrücklich schreibt:

ä„1. Die Kommune bildete sich aus den durch allgemeines Stimmrecht in den verschiedenen Bezirken von Paris gewählten Stadträten. Sie waren verantwortlich und jederzeit absetzbar. Ihre Mehrzahl bestand selbstredend aus Arbeitern oder anerkannten Vertretern der Arbeiterklasse…
2. Von den Mitgliedern der Kommune an abwärts, muss der öffentliche Dienst für Arbeiterlohn besorgt werden…
3. Die Abgeordneten sollten jederzeit absetzbar und an die bestimmten Instruktionen ihrer Wähler gebunden sein…

Jawohl, meine Herren, die Kommune wollte jenes Klasseneigentum abschaffen, das die Arbeit der vielen in den Reichtum der wenigen verwandelt. Sie beabsichtigte die Enteignung der Enteigner.“

     Also 1.: Marx ist Basisdemokratie, in dieser Rätedemokratie entscheidet der Wähler mehrheitlich und der Gewählte muss dies ausführen.

Aber warum hatte Marx das nicht öfters geschrieben, damit es jedem auffällt. Nun, er hatte mit so einer Brutalität und Hinterlist eines Stalins einfach nicht rechnen können.

Zu seiner Zeit, da wusste Hinz und Kunz von der Basisdemokratie der Pariser Commune und der Arbeiterräte. Es ist doch klar, wenn Arbeiter einen Betrieb besetzen, dann bestimmen sie selber basisdemokratisch, was dort gemacht wird.

Und wenn es schon mehrere Betriebe in Selbtverwaltungen gibt, dann wählen ihre gewählten Delegierten basisdemokratisch die Koordination usw. bis hin zum Stadtparlament und Bundesparlament. Die kommen doch nicht auf so eine verrückte Idee und sagen, lieber Fritz, mach doch bitte den Diktator über uns. Die Architekten, Ärzte kleine Ladenbesitzer und Juristen haben selbstverständlich auch ihre Delegierten dort vertreten, so dass 99% der Bevölkerung dort vertreten sind. Nur die 1% Coupon-Kleber können dort nicht wählen. Wenn sie aber in der Verwaltung ihres alten Betriebes wieder arbeiten, sind sie  mit dabei.

Wichtig ist nur, dass die Arbeiterklasse im Zentrum dieses Parlaments steht, weil nut das objektive Interesse der Arbeiter ist internationalistisch. Was hat der Wolfsburger VW Arbeiter davon, dass sein brasilianischer Kollege nur die Hälfte verdient? Nicht, nur ein Dumpingauto. Das objektive Interesse der Bauern und aller anderen Kleinbürger ist individuell. Aber da die Arbeiterklasse bei uns 85% der Bevölkerung beträgt, dürfte das kein Problem sein.

Ich selber war nach meinem Studium Vertrauensmann in einem Großbetrieb Ate Teves und da kamen einem die kleinbürgerlichen Studenten mit ihren Diktaturforderungen ziemlich verwirrt vor und auch brutal. Mir wurde zwei Mal einfach der Büchertisch von Maoisten abgeräumt, weil sie sich dahin stellen wollten, eben Diktatur predigen und selber ausführen.

Also zu Marx Zeiten wusste jeder, Diktatur des Proletariats meint Arbeiterrat. Sogar noch 1905 in Petrograd. Hunderte Arbeiterräte gab es in diesen revolutionären Zeiten und der bewussteste Marxist, Leo Trotzki, übernahm in der Petersburger Koordination den Vorsitz.

1917 wieder das Gleiche potenziert. Tausende Arbeiter. Soldaten- und Bauernräte im ganzen Land und Trotzki bekam wieder den Vorsitz.

Leider war die Arbeiterklasse mit 4% vor und 2,5%  nach dem Bürgerkrieg viel zu klein, als dass sie eine stabile Arbeiterregierung dort errichten konnten. Die 80% der kleinbürgerlichen Bauern forderten, nachdem sie Land von den Bolschewiken bekommen hatten, wieder einen freien Markt.

Lenin und Trotzki erhofften sich Hilfe aus Europa, besonders aus Deutschland, aber die blieb aus. Sie setzten also einmal die Wahl im Räteparlament 1922 aus, aber alle betonten im Parteivorstand, möglichst schnell wieder im Arbeiterrat zur Demokratie zurück zu kehren. Aber 1924 starb Lenin und Stalin konnte dann leicht bei so einer geringen Arbeiterklasse seine schleichende soziale und politische Konterrevolution durchführen.

Noch 1918/19 in Deutschland gab es Hunderte Arbeiterräte oder Arbeiter- und Soldatenräte, sogar eine Räterepublik in München für 4 Wochen und eine Räterepublik Bremen für eine Woche und Karl Liebknecht rief die Räterepublik in Deutschland aus

Schau, der Ausweis für die Sanitäts-Kolonne vom DRK vom November 1918 unterschrieben vom Soldatenrat Hannover. Alle Räte sind nur der Rat von unten, von der Basis.

Das ist nicht zu verwechseln mit den Räten oben, wie bei Franco, der hat einen Branchenrat gehabt. Da saßen von jeder Branche der von allen Branchenbossen gewählte Vertreter für Francos Beraterrat.

Die Reichsversammlung der A.&S. Räte Deutschlands am 16.Dez. im Abgeordnetenhause.
Rich. Müller, Mitglied des Vollzugsausschusses eröffnet die Sitzung.

Nach Stalins Verbot der Räte 1928 hatte die ganze Welt das leider vergessen. Nun können wir nicht Karl Marx die Verbrechen und die Theorieverfälschungen von Stalin anlasten, aber das wird auch immer weniger getan und es wird versucht, wieder den authentischen Marx zu lesen (Siehe: Gregor Gysy: Vortrag über Karl Marx in der Universität Trier) . Ich schlage unbedingt dann vor, mit der Schrift „Der Bürgerkrieg in Frankreich“ als erstes anzufangen, damit man gleich sehen kann, wo er steht, was er will.

  1. Marxistische Theorien

Keine einzige Theorie von Stalin oder der DDR stimmt mit Marx überein. Gleich 1924 nach Lenins Tod verkündete Stalin die Formel des Aufbaus des Sozialismus in einem Lande. Dass alle das mitgemacht haben, zeigt, dass alle wichtigen Lehrlinge von Lenin den Marxismus nicht kannten und schon gar nicht verstanden. Kamenev, Sinoviev, Bucharin, Sverdlow, Dzershinsky, Pjatakov, Sokolnikov, die Kollontai, niemand.

Lenin schreibt in seinem politischen Testament einen schwer verständlichen Satz: „Bucharin ist nicht   nur   der   wertvollste   und   stärkste   Theoretiker   der   Partei, sondern kann auch ganz offen als ihr Favorit betrachtet werden. Trotzdem   dürfen   seine   theoretischen  Ansichten   nur   mit   dem größten Zweifel als völlig marxistisch angesehen werden, denn es steckt in ihm ein Stück von einem Scholastiker, und er hat nie die Dialektik gelernt (Ich glaube, er hat sie niemals ganz verstanden).“

Dieser Satz ist nur zu verstehen, wenn man eben weiß, dass alle seine Nachfolger den Marxismus eigentlich nicht wirklich verstanden, nur die Trotzkisten, und da Trotzki selber es ablehnte Generalsekretär und Staatschef zu werden (Mein Leben), blieb ihm nur diese eigentlich hilflose Formel.

Alle, außer Trotzki und seine Anhänger kannten auch nicht die Marx/Engelsformel über die permanente Revolution, und dachten, sie sei nur von Trotzki.

  1. Marx ist Revolution in Permanenz bis zur Welträteunion.

1928 schuf eben Stalin die basisdemokratischen Arbeiterräte ab, obwohl Lenin dies ins Zentrum der Revolution stellte. Unter Aufgaben der Partei sieht er in seinen Aprilthesen 1917 unter „2. Stellung zum Staat und unsere Forderung eines „Kommunestaates“,  Das heißt eines Staates, nach dem Vorbild der Pariser Kommune.“ Haben alle außer Trotzki vergessen oder verdrängt.

Stalin ließ von Dimitrov die Theorie der Volksfront entwickeln, das heißt, einer gemeinsamen Regierung entweder mit den bürgerlichen Sozialdemokraten oder Liberalen. Das hat nun überhaupt nichts mit Marxismus zu tun, sondern ist Verrat an der Arbeiterklasse. Die „Volksfront“-Regierung bremst nur die Arbeiterkämpfe gegen den Faschismus aus und rettet damit den Kapitalismus.

1923 in Sachsen bildete die KPD bei Kenntnis Lenins dennoch zwar nur eine Landesreugierung, aber das war schon mehr ein Kompromiss mit der USPD.

Trotzki schreibt »Dadurch, dass die Volksfront sich die Aufgabe stellte, das kapitalistische Regime zu retten, weihte sie sich der militärischen Niederlage. Den Bolschewismus auf den Kopf stellend, spielte Stalin mit vollem Erfolg die Rolle des Haupttotengräbers der Revolution.«[1]

(Leo Trotzki: „Spanische Lehren“, Dezember 1937 in „Revolution und Bürgerkrieg in Spanien 1931-39“, isp-Verlag, Frankfurt 1986, Band 2, Seite 309)

Nur mit der Einheitsfront im gemeinsamen Kampf aller Arbeiter können wir die Ideen von Marx an alle Nichtmitglieder weiter geben, Freiheit bei der Agitation ist natürlich Vorausetzung. In einer gemeinsamen Regierung bist Du bei Reden im Wesentlichen gezwungen, Dich an den Regierungskompromiss zu halten, in der Einheitsfront aber is5t die Partei bei Flugblättern und bei Reden frei, den Marxismus zu propagieren, deshalb

  1. Marx ist Einheitsfront.

Bei Stalin gab es die Zwangskollektivierung.

Die Parteikonferenz der SED im Juni 1952 hat beschlossenen „Aufbau des Sozialismus“ auf dem Lande und der damit einhergehenden „Vergenossenschaftlichung“ aller Produk­tionsmittel richtete. Schließlich sollte nach dem Willen der Partei- und Staatsführung der gesamte bäuerliche Grund und Boden unter „Wahrung der unbedingten Freiwil­ligkeit“ in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG / LPGen) zusam­mengeführt und somit „vergenossenschaftlicht“ werden. Außerdem sollten die Bauern und Landarbeiter jenen LPGen beitreten. Nicht eben wenige Landwirte folgten diesem Aufruf, gründeten freiwillig Produktionsgenossenschaften und arbeiteten fortan als li­nientreue Genossenschaftsbauern. Ein Großteil der Landbevölkerung jedoch setzte sich gegen die geforderte Sozialisierung auf vielfältige Art und Weise zur Wehr.“

(Stefan Finger Widerstand gegen die Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR 1952-1961 Examensarbeit, 1999)

Marx ist aber weit entfernt von jedem Zwang gegen die Arbeiter und die kleinen Kleinbürger. Es bringt auch überhaupt nichts, alle Eselskarren zu verstaatlichen. Marx sah in seinen Büchern die großen Betrieben im Vorteil gegenüber den kleinen. Das gilt natürlich auch für die Landwirtschaft

Wir Marxisten arbeiten mit Vorbildern. Z.B. bei von Landarbeitern besetzten Großgrundbesitzen zahlt der Arbeiterstaat dann natürlich einen Lohn wie allen Arbeitern eine gute Rente und üblichen Urlaub. Allein das wird für viele Bauern ein Anreiz bieten, den kollektiven Betrieben mit ihrem Hof und Acker freiwillig beizutreten. Die Löhne gehen natürlich nur so auseinander, wie z.B. Lenin das vorschlug: Hilfsarbeiter 80%, Facharbeiter 100%, Studierte 120%, mehr nicht. Nach einer Generation, nachdem der Staat Schule und Universität die Ausbildung bezahlt hat, wird es einen gleichen Lohn für alle dann geben.

„Schließlich hatte Marx daran geglaubt, dass sich die Bauern von selbst und aus eigener und freier Einsicht von ihren Unterdrückern befreien würden.“ (Ebda)

4- Marx ist Freiwilligkeit statt Zwangskollektivierung.

Bei Stalin herrschte das Leistungsprinzp. Sozialistischer Wettbewerb hieß das. Raboti, Raboti – arbeite, arbeite – schaffe, schaffe. „Ausgehend von der 1935 einsetzenden Stachanow-Bewegung[1] wurde das Leistungsprinzip in der sowjetischen Verfassung von 1936 („Stalin-Verfassung“) festgeschrieben:[2] Artikel 12. Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden arbeitsfähigen Bürgers nach dem Grundsatz: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. In der UdSSR gilt der Grundsatz des Sozialismus: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung (Wiki)

Bei Max heißt der Grundsatz für das kommunistische System Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen! Im Kommunismus gibt es überhaupt kein Zwang mehr, kein Geld, jeder kann alles haben. Kein Verbrechen mehr, keine Grenzen, keine Kriege und kein Profit.

Im  Sozialismus zielt das also schon dahin. Mit Leistungsprinzip hat das gar nichts zu und was die Ehre da zu tun hat, das stammt wahrscheinlich von den Türken ab. Am Ende des Sozialismus sind schon alle Löhne gleich. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Will Stalin tatsächlich die Menschen verhungern lassen? Manch einer ist noch vom Kapitalismus traumatisiert.

Tony Cliff schreibt in „Staatskapitalismus“, 1. Kap, Die sozio-ökonomischen Verhältnisse im stalinistischen Russland

„Der britische Arbeiter, der vom Standpunkt seiner Interessen danach strebt, alle Bemühungen zur Beschleunigung des Arbeitstempos zu durchkreuzen, würde sie (die Stachanows) wahrscheinlich Streikbrecher nennen“, [44] schrieb Maynard. Dieser Meinung waren die russischen Arbeiter sicher auch, wie zahlreiche Fälle von „Sabotage“ oder sogar Morde an Stachanows durch Arbeiter zeigen. [45]Manchmal sind stalinistische Schreiber sogar unverfroren genug, um die Parallelen zwischen dem Stachanow-System und der verfeinertsten Methode der kapitalistischen Ausbeutung, dem Taylor-System, aufzuzeigen. So findet sich z.B. in einem Handbuch für höhere Lehranstalten der Petroleumindustrie folgende Bemerkung:

„Die Ansichten und Methoden von Taylor auf dem Gebiet der wachsenden Anwendung von Arbeitsrationalisierungsverfahren sind unbedingt fortschrittlich. [46]

Man sollte diesen Satz vergleichen mit Lenins Charakterisierung des Taylor-Svstems als „Versklavung des Menschen durch die Maschine“. [47]

Marx schreibt:

 „In einer höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre Produktivkräfte gewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen – erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“

(Karl Marx: Kritik des Gothaer Programms, S.17, Marxismus-Bilderbuch)

  1. Marx ist, jedem das gleiche, und später dann das, was er will.

Stalin macht den Menschen Glauben, dass sie schon Sozialismus leben würden. Lenin aber schrieb: »Wir setzten bei unserem Vorgehen immer auf eine internationale Revolution, und das war unbedingt richtig … wir betonten immer … dass es unmöglich ist, in einem Land ein Werk wie die sozialistische Revolution zu vollenden …«

(Lenin, Werke, Bd.27, S.421. 6. November 1920, Lenin, Werke, russisch, 3. Auflage, Vol. XXV, pp.473-474.Vom  Verfasser  hervorgehoben.  Der  hervorgehobene  Satz  wurde  in  der  4.  Auflage  der  Werke  Lenins  im Russischen gestrichen. Vgl. Vol. XXXI, p.370. Anmerkung  der  Übersetzer:  In  der  Ostberliner  Dietz-Ausgabe  der  Ges.  Werke  1960  fehlt  der  von  Cliff hervorgehobene Halbsatz ebenfalls. Vgl. Lenin, Werke, Bd.31, S.421-422.).´

  1. Marx ist realistische Wissenschaft, keine Angeber Fälschungen

Fälschen tun die Stalinisten bei Lenin auch, was ihnen nicht in den Kram passte. Sie nennen sich Marcxisten-Leninisten, also alles nur gefälscht. So könnten wir ellenlang fortfahren. Lenin verbot die Gefängnisarbeit, Stalin führte sie hundertfach ein. Lenin legte das Schwergewicht bei der Produktion auf den Konsum (Konsum 2/3, Investitionen 1/3), Stalin machte es umgekehrt (Konsum 1/3, Investitionen 2/3). Also Du siehst lieber Leser, Du musst Marx neu denken, sonst kannst Du ihn nie mehr lesen.

Der wichtigste Schwerpunkt in Marx ist von den die Säulen  eben der Philosophie und dem Klassenkampf die Ökonomie. Ich würde sagen, ohne die Ökonomie zu verstehen, hat man Nichts von ihm verstanden. Deshalb will ich noch einmal dringend auf meine Broschüre hinweisen. Norbert Nelte, „Kapital, leicht gemacht

Ich habe Ökonomie studiert und konnte deshalb die Logik von Marx im Kapital etwas moderner und eingängiger mit Grafiken darstellen. Bei den andren Linken haben nur wenige das richtig verstanden und Du siehst jetzt, wo der Kapitalismus am Ende steht, er hat vielleicht noch ein Jahr, dann kommt die Barbarei, dass die Ex-Linken die Pläne von Merkel, Soros und dem tiefen Staat gar nicht durchschauen.

Marx21 hatte z.B. noch vor einem halben Jahr geschrieben, die durchschnittliche Profitrate sei in der Produktion nach IWF (beim Feind!) noch bei 12%,  also es würde noch lange so gehen und kuschelt ei den Linken und mit Merkel rum, auch SAV und andere Linke.

Sie merken gar nicht, dass sie mit den Flüchtlingen ihre Mörder reingeholt haben. Realistische Schätzungen gehen schon bis 400.000 ISIS Terroristen mit Waffenlagern, der Geheimarmee der USA. Die polizeiliche Statistik der Ausländerkriminalität ist in 2006 von 7,5% 2017 auf 30,0% gestiegen (Deutsche Kriminalität um 10,0%). Seriöse Meinungen gehen schon so weit, dass sie sagen, es gibt gar keine Linke mehr.

Bei der UN gab 2001 den Plan des Bevolkerungsersatzes wegen der deutschen Vergreisung. Epochtimes: „2001 ging die UNO weiter und empfahl in ihrem Bericht zum „Bevölkerungsersatz“ (Replacement Migration/ deutsche Übersetzung auch: Nachfolger-Migration, Ersetzungs-Migration“, Ersatz-imigratin. Die sich gegen die Imigration wehren, werden getötet.

Also, wie komme auf die „Schnapsidee“, der Kapitalismus sei zu Ende. Das lässt sich sehr einfach an der Grafik ohne Zahlen zeigen, an der technischen Zusammensetzung des Kapitals bei den Waren.

  1. Die Ökonomie von Karl Marx

Du hast unten den Lohn und oben alle Fremdrechnungen oder nach Marx das konstante Kapital. Links ist das Jahr 1800, in dem es noch kaum Maschinen gegeben hat. Und Rechts das Jahr 2018, in dem alle Autofabriken zu 97% mit Robotern und nur zu 3% mit Lohn an Stellen wie die Qualitätskotrolle, wo Roboter noch zu aufwendig sind. Adidas und Nike haben ganze Fabriken, wo sie die Freizeitschuhe sogar individuell auf Bestellung nur mit Robotern herstelle. Die Bundesbahn will statt der Lokführer in Zukunft nur noch mit Robotern fahren.

Der Lohn ist aber die einzige Quelle des Mehrwerts. Nur der Mensch konnte für den Kapitalisten mehr Wertschöpfung herstellen, als er für den Kapitalisten an Lohn gekostet hat.

Die Fremdrechnungen dagegen sind im Durchschnitt für alle Kapitalisten gleich. Die supergroßen Konzerne können natürlich den Preis drücken, dafür die Kleinen mehr. Es gibt daher bei den Großen mehr, die im Konkurrenzkampf überleben, da diese auch bei dem konstantem Kapital Sonderprofite machen, dafür gibt es bei den Kleinen mehr Pleiten, da sie bei C mehr Sonderverluste fahren.

Nun etwas genauer. Marx teilt den Warenwert ein in das vom Kapitalisten vorgeschossene durchschnittliche Kapital für das konstante Kapital c (Alle Fremdrechnungen) und für die Löhne v, aber nur den Anteil, der in diese Ware eingeflossen ist. Hinzu kommt noch der von dem Arbeiter über seinen Lohn hinaus produzierte Mehrwert m.

Also alle Anteile sind vom Arbeiter produziert. Wenn es gerecht zugehen würde, dürfte der Kapitalist nur den Zins für das wirklich vorgeschossene Kapital bekommen und gut wär’s.

Die Kapitalisten aber sagen, ich habe mit dem Lohn dir das Recht auf deinem hergestellten Produkt abgekauft und damit Basta. Wir können da nur feststellen, dass das ein Gangsterrecht ist, dass den Obergangstern erlaubt, 85% der Menschen als Mietsklaven zu nehmen, schlimmer als die Mafia.

Wir weichen vorerst der Gewalt und entwickeln den Gedanken von Marx weiter.

Also angenommen es gibt noch keine Maschinen und der Kapitalist würde den Verkaufswert der Ware teilen dann hätten wir eine Profitrate von 100 m/0 c + !00 v = 100%. p’ Nun gibt Marx c dazu und macht eine ganz simple Rechnung auf. Als der Landarbeiter das Produkt noch selber machte, da bekam er noch alle 200, aber Kapital oder einen Kapitalgeber hatte er nicht.„Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C. Ist die Mehrwertsrate 100%:

  Wenn c = 50, v = 100, so ist p´ = 100/150 = 662/3%.
  Wenn c = 100, v = 100, so ist p´ = 100/200 = 50%.
  Wenn c = 200, v = 100, so ist p´ = 100/300 = 331/3%.
  Wenn c = 300, v = 100, so ist p´ = 100/400 = 25%.
  Wenn c = 400, v = 100, so ist p´ = 100/500 = 20%.

Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst.“
(Karl Marx, Kapital, 3. Band, Dritter Abschnitt, Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate,  DREIZEHNTES KAPITEL, Das Gesetz als solches, S. 221.)

Für jeden erfahren Marx Leser ist das ganz klar, je höhver der Kapitalanteil, je mehr Rationalisierung, umso niedriger die Profitrate: Für den Mr. Normalo aber sind das alles nur Hütchenspielertricks.

Bei mir war der Junge-Union Vositzende von Köln als Essensanreicher. Ich wollte ihm das erklären, dass man mit dem rationalisieren, der Erhöhung von c und Verminderung von v nur die Profitrate sinkt. Der Profit muss übrigens für den Gewinn und die Bankzinsen abdecken.

Das schlaue Kerlchen wusste sofort die Lösung dazu. Ja, ganz einfach, noch mal zu optimieren. So denkt auch jeder Betriebswirt. Nachdem sie rationalisiert haben, schalten sie das Denken einfach ab, fertig.

Aber da fangen die Probleme erst an. Solange nur ein Kapitalist rie Rationalidierung vorgenommen hat, macht er in der Tat Riesengewinne. Das ist aber nur bei Geheimverfahren, die auch mit dem Patent geheim bleiben. Patente sind in Deutschland nach 20 Jahren abgelaufen. Dann können alle das nachbauen.

Wenn nun die wichtigsten Konzerne ebenfalls die Rationalisierung vorgenommen haben purzeln die Preise nach unten bis zu dem Wert, der bei der Rationalisierung als niedrigere Kosten errechnet wurden plus dem Mehrwert, der den geringeren Löhne entspricht Wir alle kennen das Beispiel mit den Radios. In den 60er habe ich für gutes Radio noch 300/400 DM bezahlt. Heute ist das gratis auf Deiner Browserleiste oder in der Uhr mit dabei.

,Hier ein grafisches Beispiel.

Alle Kapitalisten arbeiten mit seinem konstantern Kapital c von 100 € und mit 120 € Lohn. Dabei werden 120 € Mehrwert generiert, alle machen noch eine gute Profitrate von 120/(100+120) = 54,5%.

Aber dem Herrn Nimmersatt reicht das nicht mehr und kauft neue Maschinen, so dass die pro Ware 150 € kosten. Er spart dabei aber pro Wareneinheit 80 € Lohn ein, so dass er nur noch 40 € Lohn zahlt. Sein Kalkulator sagt ihm, dass er jetzt nur noch 180 € zahlen braucht bei dem alten Preis 100 + 120 +120 = 340 €. Das wären eine sagenhafte Profitrate von 79%.

Während er noch vor lauter Vorfreude die Hände reibt, kommt sein Prokurist ganz käseweiß zur Tür rein und berichtet, dass alle Konkurrenten die gleiche Rationalisierung  vorgenommen haben und sie müssten jetzt mit  dem Preis runter. Wie viel, weiß er noch nicht…

…Aber wissen es und könnten es ihm sagen. Und zwar sein niedrigeres errechnetes Kapital, das waren 150 € c 7 d 40  € v und den gleichen Betrag noch mal für m = 40 %€ sind Summa summarum 230 € bei v + c 190 € Kapital bzw. durchschnittliche Kosten. Das ist ja nur noch eine Profitrate von 21%m, meint später der Kalkulator. Tja, hättet ihr vorher Marx gelesen, Meint der Nimmersatt junior. Aber, dann funktioniert das doch mit der Konkurrenz nicht mehr. Tja, sagt junior, Kapitalismus ist wie alle Herrschaftsgesellschaften ein Motor mit eingebautem End. Seid froh, dass ihr nicht durchschnittlich nur noch 1% Profit habt wie in  2018, da sind noch 80 Jahre hin.

In der Tat ist die Profitrate tendenziell gefallen, wie Marx das genial voraussagte, seine größte Jahrtausend Entdeckung, deshalb gehören auch das „Das Kommunistische Manifest und der erste Band des „Kapitals“ von Karl Marx jetzt zum Weltkulturerbe der Unesco.“.

Denkmal Berlin

 

  1. Klassenkampf

Marx wollte es sich nicht vorstellen, dass der Kapitalismus erst an seinem bitteren Ende eingeht. Er rechnete auf alle Fälle vorher mit den Revolutionen der Arbeiterklasse. Und bis 1924 lief das ja auch in diese Richtung. Aber dann kam der Jahrhundertverrat von Stalin und nichts lief mehr.

Nach 1945 brachten die Kriege in Korea 1953 und Vietnam 1985 gute Aufschwünge für die Arbeiter in US-Amerika bis 1972, aber in Deutschland bis 1982. Nach dem Korea-Krieg 1914 stieg die Wirtschaft in Deutschland um 13%. Seitdem stagnieren die Löhne und die Akkumulationsrate stieg steil an. Seit 2001 schrumpfen sie gar. Die gegenläufige Tendenz zum Fall der Profitrate im Rüstungskapitalismus gab es in diesem Umfang in Marx’ Zeiten noch gar nicht und konnte daher von ihm noch nicht untersucht werden. So gibt es 2018 dieses Scheiß System immer noch, bis zum bitteren Ende.

Wenn nur noch die großen Konzerne im Durchschnitt von den Profiten lohnend existieren können, für „die die Masse des Profits die Rate aufwiegt wäre überhaupt das belebende Feuer der Produktion erloschen. Sie würde einschlummern.«

Karl Marx, „Das Kapital,“ Bd. 3, Seite 269.

Also er sieht hier nur ein sanftes einschlummern.

Bei Rosa Luxemburg; die auch auf Marschen Analyse aufbaut, beschäftigt sich intensiver mit dem Ende, da sie ernsthafterer sagt „Ohne Zusammenbruch des Kapitalismus ist die Expropriation der Kapitalistenklasse unmöglich“ (Rosa Luxemburg, Sozialreform oder Revolution, S. 42)

In der Antikritik, S. 26, führt sie aus: „Durch diesen Prozess bereitet das Kapital aber in zweifacher Weise seinen Untergang vor.   Indem es einerseits durch seine Ausdehnung auf Kosten aller nichtkapitalistischen Produktionsformen auf den Moment lossteuert, wo die gesamte Menschheit in der Tat lediglich aus Kapitalisten und Lohnproletariern besteht und wo deshalb eben weitere Ausdehnung, also  Akkumulation unmöglich wird. Zugleich verschärft es, im Maße wie diese Tendenz sich durchsetzt, die Klassengegensätze, die internationale wirtschaftliche und politische Anarchie derart, dass es, lange bevor die letzte Konsequenz der ökonomischen Entwicklung – die absolute ungeteilte Herrschaft der kapitalistischen Produktion in der Welt erreicht   ist, die die Rebellion des internationalen Proletariats gegen das Bestehen der Kapitalherrschaft herbeiführen muss.“

Wenn alle nichtkapitalistischen Sphären kapitalisiert sind, dann bricht der Kapitalismus zusammen. Schon die Tendenz zu diesem Endziel  der kapitalistischen Entwicklung,“ sagt sie, „äußert sich in Formen, die die Schlussphase des Kapitalismus zu einer Periode der Katastrophen  gestalten.“ (Rosa Luxemburg: Antikritik, S. 361, PDF 219)

Dieses Schlussscenario erleben wir gerade Life. Seit China als letztes Land kapitalisiert wurde, haben wir ununterbrochen Kriege, ununterbrochenen CIA gesteuerten Terror, ununterbrochenes Auseindergehen der Einkommensschere, Weltweite Spitzenarbeitslosigkeit. Weltweite Wirtschaftsschrumpfung und Ein Crash nach dem an anderen.

Im 2. Band in der erweiterten Reproduktion stellt Marx fest, dass in normalen Zeiten die Überproduktion im Produktionssektor stattfindet. Unter der Annahme, dass II kaum neue Maschinen mehr kauft:

„Es fände also relative Überproduktion in I [Produktionsmittelsektor] statt, entsprechend dieser gleichzeitigen Nichterweiterung der Reproduktion auf Seite II.“ (Kapital 2. Band, S. 513)

Aber bei dieser Feststellung war er schwerkrank.

Luxemburg schrieb auf S 31 ihrer Antikritik: „Zwar schien dieser letzte Abschnitt des Bandes, nach dem Engelsschen Zeugnis, Marx selbst »einer Umarbeitung dringend bedürftig« und ist nach demselben Zeugnis »nur eine vorläufige Behandlung des Gegenstandes«  geblieben“. Das waren eben nur Notizen, er fand keine Zeit mehr, das Buch auszuarbeiten.

Friedrich Engels schrieb in einem Brief an Victor Adler am 16.3.1895 zum Abschnitt III.# „Abschnitt III ist eine ganz ausgezeichnete Darstellung des Kreislaufs von Waren und Geld in der kapitalistischen Gesellschaft – ausgezeichnet dem Inhalt nach, aber furchtbar schwerfällig der Form nach, weil 1. zusammengeflickt nach zwei verschiedenen Methoden verfahren, und 2. weil Bearbeitung Nr. 2.  einem Krankheitszustand gewaltsam zu Ende geführt wurde, wo das Hirn an chronischer Schlaflosigkeit litt.“

Luxemburg aber geht nun zurecht davon aus, dass die Überproduktion normal im Konsumsektor stattfindet. Aber am Ende wird überall kaum mehr investiert. In dem Moment, wo der Produktionsmittelsektor auf Grund von weniger Investitionen schneller sinkt als die Löhne, wird die Überproduktion im Produktionsmittelsektor stattfinden, und diese Überproduktion ist nicht mehr auf den Konsumsektor übertragbar. Das findet aber nur am Ende des Kapitalismus statt.

Rosa Luxemburg schreibt:

„wo das Marxsche chema der erweiterten Reproduktion der Wirklichkeit entspricht, zeigt es den Ausgang, die historische Schranke der Akkumulationsbewegungn, also das Ende der kapitalistischen Produktion.“

(Rosa Luxemburg: Die Schlussperiode des Kapitalismus) S. 4)

Also, Rosa Luxemburg sah auch am Ende des Kapitalismus die Überproduktion im Produktionsmittelsektor entstehen und dies kommt zu einem Riesencrash. Jeder Arbeitsplatz, der im Produktionsmittelsektor verloren geht, reißt 7 weitere im Konsumsektor mit. 2008 hatten eir schon den 1, Point of no Return. Alle Länder der Welt brachen um 5 bis 7% ein. Die südeuropäischen Länder haben sich bis heute noch nicht sich davon erholt.

Inzwischen haben sich auch die Staatsschulden mehr als verdoppelt und mit allen Privatschulden verdreifacht, die Derivate vervielfacht,  die Statistikfälschungen auf alle Länder angewandt. Die 10jährige Krise ist schon lange überfällig

Aber Marx war schlauer, er wusste, dass, wenn das Kapital in eine schwere Krise ohne Ausweg geraten wird, der Klassenkampf so stark geführt wird, dass die Bourgeoisie und besonders ihre Ideologen zur Arbeiterklasse übergehen. Marx und Engels schreiben im Kommunistischen Manifest:

„In Zeiten endlich, wo der Klassenkampf sich der Entscheidung nähert, nimmt der Auflösungsprozess innerhalb der herrschenden Klasse, innerhalb der ganzen alten Gesellschaft, einen so heftigen, so grellen  Charakter an, dass ein kleiner Teil der herrschenden Klasse sich  von ihr lossagt und sich  der revolutionären Klasse anschließt, der Klasse, welche die Zukunft in ihren Händen trägt. Wie daher früher ein Teil des Adels zur Bourgeoisie überging, so geht   jetzt   ein   Teil   der   Bourgeoisie   zum   Proletariat   über,   und namentlich   ein   Teil   der   Bourgeoisideologen,   welche   zum theoretischen  Verständnis   der  ganzen  geschichtlichen   Bewegung sich hinaufgearbeitet haben.“

Und dieser Klassenkampf hat mit aller Wucht schon begonnen. In Argentinien ist schon der 4. Generalstreik wehen den Sozialkürzungen tn diesem Jahr gelaufen. 50% beträgt die Inflation schon. Macri wollte eine vorzeitige Ausgabe des alten Kreditteils vom IWF: Dieser verlangte noch mehr Sozialkürzungen. Das wollte aber der Zentralbankchef Luis Caputo nicht er ist zurückgetreten. Zehntausende Menschen protestieren gegen die Sparvorgaben des IWF.

So, wie die revolutionäre 68-Bewgung in Europa sich auf Südamerika übertragen hatte, wird auch der revolutionäre Klassenkampf in Südamerika auf Europa übertragen werden, und auf Mittel- und Nordamerika, Asien, Afrika und Australien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[1]

Advertisements

Diskussionen

5 Gedanken zu “Karl Marx 2018

  1. Noch ein Punkt. Das schnellere Wachstum der Produktion von Produktionsmitteln ist ein natürlicher Prozess im Kapitalismus, solange die Konkurrenz aber auch die Hoffnung auf höhere Profite ihre Wirkung entfaltet.
    Die Aufholjagd Chinas und der Tigerstaaten hat gerade dazugeführt, dass der Maschinenbau in Deutschland im Export so erfolgreich war und die Krise besser überstehen konnte als andere.

    Selbst heute treiben die Innovationen erstmal noch die Produktion von Produktionsmitteln an.

    Da aber viele Investitionen kreditfinanziert wurden, auch in China, ergeben sich aus dem stagnierenden Konsum die neuen Risiken in der Finanzwirtschaft. Damit werden auch die Motive der Ökonomen um Rogoff und Bofinger verständlich.

    Diese Notwendigkeit gilt auch für das Ziel im Kommunismus, wenn die Springquellen des Reichtums besser fließen sollen unddamit auch für seine erste Stufe..

    Allein die Fragen des Umweltschutzes ergeben ein Anforderungspotential an die Hersteller von Produktionsmitteln. Selbst die Energiewende vollzieht sich in diiesem Widerspruch von der vorzeitigen Abschaltung alter Technologien und dem Aufbau neuer Technologien. Wenn aber deser Prozess chaotisch verläuft, also nicht im gesellschaftlichen Maßstab vernünftig organisiert werden kann, dann gibt es eben negative Effekte, die das angestrebte Ziel konterkarieren.

    Tom hatte dazu mal eine Frage wegen der höheren Arbeitsproduktivität, die kommt eben aus dem wissenschaftlich technischen Fortschritt und das bedeutet neue Maschinen und neue Technologien und erzeugt auf der anderen Seite eine weitere Verschleißform, den moralischen Verschleiß alter Produkte durch das Auftauchen von besseren.

    Eines beruhigt mich aber auch, so wird ersichtlich, dass die Verwirklichung der Marxschen Idee nicht das Werk einer kleinen Elite sein kann und in einem gewissen Sinne relativiert das manche vergangenen Fehler.

    Das entschuldigt aber nicht die Fortsetzung der Politik der Altkader des Staatssozialismus, ihre Fehler nicht aufarbeiten zu wollen.
    Dass die Illusionisten und Religioten in den Parteien keine Lösungskompetenz besitzen, liegt schlicht in der Begrenztheit ihres Arbeitsgegenstandes. Deren Arbeitsgegenstand als Politiologen und Ideologen ist der Wähler, der möglichts besoffen bequatscht werden muss, nicht die reale Welt der Produktion.

    Auch hier bestätigt sich die Hemmwirkung des Fortschritts aus der Existenzweise der alten Parteien.

    Um das mit den Konsumgütern und Produktionsmitteln mal einfach zu beschreiben, jeder wird im allgemeinen nur eine Jacke gleichzeitig anziehen, aber wie lange die hält und wie schnell die neu erzeugt werden kann, hängt vom verwendeteten Material und der Art der Herstellung ab.
    Damit können sich auch Gebrauchswerteigenschaften von Jacken verändern, aber was die Jacke am Ende für einen Preis hat, hängt von den Faktoren ihrer Produktionsweise ab in einer im allgemeinen ziemlich tiefgestaffelten Produktionskette und heute immer noch von der Werbung, was Mode sein soll..

    Aber selbst die Frage dieser Tiefe eines Produktionsprozesses kann nicht allgemeingültig beantwortet werden.
    Die Entwicklung der Digitalgüter in Hard-und Software zeigt schon in der Vergangenheit unterschiedliche Tendenzen. Gleichzeitig zeigt das, wie auch Konsumgüter künstlich einem vorzeitlgen Verschleiß auferlegt bekommen können.
    Die konkreten Fragen einer bestimmten Ökonomie müssen auch konkret untersucht und beantwortet werden.

    Wir haben hier bereits ökonomische Prozesse, die Marx nicht kennen konnte.
    Ein Programm zu kopieren kostet fast nichts,, das Recht dies tun zun dürfen, kann eine Lizenz erfordern, die Tausende kostet.

    Grenzkosten der Produktion gehen hier gegen Null, während die Gewinne explodieren können.

    Hier enstspringt der Profit scheinbar nur noch einer Rechtskonstruktion in einem Geschäftsmodell.

    Es ist aber komplizierter, weil die Herstellung eines solchen Programms mehr Aufwand erfordert, als eine einzelne Lizenz kostet. Der Kunde hat so einen Vorteil sobald die Ware ein Massenmarkt ist, aber er hat keine Chance deren Wert real einzuschätzen,

    Kosten und Gewinn sind voneinander abgekoppelt, diese Art der Warenproduktion kannte noch vor 100 Jahren niemand.

    Die Lauffähigkeit eines solchen Programms, ob nun zu Hause oder in einem Unternehmen setzt aber oft eine bestimmte Hardware voraus.Die daraus entstehenden ökonomischen Fragen lassen sich nicht mehr allein mit Zitaten, die aus Zeiten von vor 150 oder 100 Jahren beantworten.

    Man muss bei jedem Zitat den historischen Hintergrund kennen und berücksicftigen und eine Verabsolutierung einer These aus der Vergangenheit ist absolut nicht im Sinne Marxscher Philosophie.

    Marx Kritik der Politischen Ökonomie als Kapital war eine hervorragende Analyse des Kapitalismuns der freien Konkurrenz mit einer beginnenden Tendenz zur Globalisierung, die uns heute noch für manches die Augen öffnen kann.
    Dies allein reicht aber mit Sicherheit nicht aus, die heutige Ökonomie zu verstehen und dann auch noch umzugestalten. Wenn Marx sich auf die Pariser Commune bezieht, weil diese zu seiner Zeit passiert ist, heisst das nicht, dass wir auf diesem Niveau stehen bleiben können.

    Es bleibt aber richtig, dass nur über die Erringung der politischen Macht die neuen Produktionverhältnisse geschaffen werden können.

    Der Weg und die Art und Weise der Umsetzung muss schon innerhalb der heutigen óder nahenden Bedingungen bestimmt werden und der Zeitpunkt könnte sich nähern, denn eine revolutionäre Sitatioin ist dann gegeben, wenn die von oben nicht mehr regieren können und die von unten sich nicht mehr regieren lassen.

    Wir befinden uns ohne Zweifel in einer vorrevolutionären Phase und Steinmeiers Rede ist ein Dokument der Angst in den Eliten vor dieser Stunde der Wahrheit. Und mit ihm zittern natürlich alle Vasallen und wenn die Arbeiter nur noch 20% der Bevölkerung ausmachen, kommt man ohne eine Volksfront der Bürger nicht mehr aus.

    Nicht einmal eine zerstrittene Mehrheit von etwas über 50% kann eine Minderheitsregierung verhindern, deshalb kann m.E. die erste Stufe einer Revolution nur eine Renationalisierung sein,.der offensichtlich sogar Teile des Kapitals zu folgen bereit wären. Dann wäre zu prüfen, inwieweit zur Überwindung der Finanzkrise über einen Volksentscheid das alte Finanzmodell umgestaltet werden kann, um dann die Erneuerung unserer industriellen Basis als Grundlage unserer Existenz zu beginnen und auch die Landwirtschaft aus dem Würgegriff der Konzerne zubefreien.

    Das hört sich nicht nur schwieriger an, als jedem 2000 Euro/Monat leistungslos zu versprechen, das ist auch tatsächlich anspruchsvoller, aber immer noch realistischer als populistische Zahlenspiele.

    Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast!

    Gefällt mir

    Verfasst von Politikus | 7. Oktober 2018, 15:57
  2. Noch ein Nachtrag zu der Darstellung bezüglich VW.

    Nicht allein der Lohn bei VW ist Quelle des erzielten Profits bei VW, denn de Arbeiter bei VW werden gegenüber vielen anderen Beschäftigen in der Zulieferindustrie sehr gut entlohnt, nach Tariflöhnen, ausgenommen die Leiharbeiter.

    Der Profit bei VW hat auch Quellen außerhalb von Deutschland aus der globalisieret Zulieferindustrie. Wir haben nur kenen Einblick in diese Gesamtkalkulation und außerdem kommt der Zusatzprofit aus der Monipolstellung hinzu. Allein aus der Geschichte mit den Abgasproblemem sind ja Absprachen zwischen den verschiedenen Automobilkonzernen ruchbar geworden.

    VW baut auch eMobile und braucht fpr die Batterien Lithium und Cobalt. Man kann mal nach Chile schaeuen, was dort mit demmWasser und der Landwirtschaft durch den Bergbau passiert oder in den Kongo, wo giftiges Cobalterz auch illegal geschürft wird aus Armutsgründen und dann über die cheneisichen Zwiswchenhänler auch nach Europa kommt. Auch wenn die Preise sich verdreifacht haben für dieRohstoffe, erfolgen die gro0en Wertschöpfungen in den verabreiteden Ländern. Wir haben aber keine Märkte mehr, die die Preise der Produkte auf ihren Wert drücken könnten, Wir haben also Preise aus Marktmacht und diese bewirken Umverteilung von Wert auf eine Art und Weise, die wir nur als generelle relative Verarmung und wachsenden Reichtum bei sehr wenigen feststellen können.

    Noch eine Ergänzung zu dem neuen Reproduktionstyp, der in meinem Modell sich ergeben hat, nicht aus einer Konstruktion, sondern aus einem ökonomischen Zusammenhang der Bindung von Wert des Geldes an alternde Güter und die Reproduktion von Wert in die Zukunft, die immer als neuer Produktionsprozess.erfolgen muss.

    Das gesellschaftliche Eigentum an Produktionsmitteln der großen Unternehmen, die kein Geldkapital mehr selbst akkumulieren können, ist derart, dass diese Unternehmen nur gegründet, restrukturiert oder abgewickelt werden können, sie können also als Unternehmensgesamtheit weder verkauft noch vererbt werden aus der Natur ihrer rechtlichen und tatsächlichen materiellen Existenz.
    Solche Unternehmen könnten also niemals außerhalb des Rechts reprivatisiert werden, also ist die Rückkehr zum Kapitalismus nicht mehr möglich!

    Natürlich wäre eine kriegerische Eroberung und gewaltsame Versklavung möglich, daher braucht es eben auch einer ausreichenden Verteidigungsfähigkeit in einer zukünftigen Gesellschaft.
    Die Möglichkeiten der Sabotage sind aber in einer automatisierten Produktionsweise von innen heraus schier unendlich und würden daher in allen Planspielen eines potentiellen Eroberers zeigen, dass das wenig Sinn machen würde.

    Ich hatte das schon mal an anderer Stelle erwähnt, aber im Zusammenhang mit den Lehren aus der Vergangenheit ist diese Aussage schon so neu und fundamental, dass ich das nochmals hervorheben muss.

    Auch das entspricht Marx als Philosoph, der alles immmer wieder von allen Seiten beleuchtet,, dreht und wendet und wenn dann immer das gleiche Ergebnis dabei herauskommt, ist die Wahrscheinlichkeit schon ziemlich groß,dass der Zusammenhang ein materieller ist

    Und wenn ich schon mal beim Kritisiern bin, die 68er Bewegung als revolutionär zu betrachten, folgt der Agenda bürgerlicher Ideologie. Man muss sich nur den Joschka Fischer als Hündchen von Madeleine Albright ansehen oder die Resozialisierung der in die DDR geflüchteten RAF-Mitglieder.

    Es hat aber einen Sinn für das Kapital, sich als reformfähig verkaufen zu können.
    Eine revolutionäre Bewegung, die immer wieder im Kapitalismus endet, kann nie ausreichend revolutionär gewesen sein. Nicht die Losung entscheidet, sondern das Ergebnis.

    AMEN

    Gefällt mir

    Verfasst von Politikus | 7. Oktober 2018, 14:08
  3. Nachtrag: Leistungsprinzip gehört zum Sozialismus auch bei Marx. Ausführlich hat Marx in seiner Kritik zum Gothaer Programm Stellung genommen:

    „Dies gleiche Recht ist ungleiches Recht für ungleiche Arbeit. Es erkennt keine Klassenunterschiede an, weil jeder nur Arbeiter ist wie der andre; aber es erkennt stillschweigend die ungleiche individuelle Begabung und daher Leistungsfähigkeit der Arbeiter {6} als natürliche Privilegien an. Es ist daher ein Recht der Ungleichheit, seinem Inhalt nach, wie alles Recht. Das Recht kann seiner Natur nach nur in Anwendung von gleichem Maßstab bestehn; aber die ungleichen Individuen (und sie wären nicht verschiedne Individuen, wenn sie nicht ungleiche wären) sind nur an gleichem Maßstab meßbar, soweit man sie unter einen gleichen Gesichtspunkt bringt, sie nur von einer bestimmten Seite faßt, z.B. im gegebnen Fall sie nur als Arbeiter betrachtet und weiter nichts in ihnen sieht, von allem andern absieht. Ferner: Ein Arbeiter ist verheiratet, der andre nicht; einer hat mehr Kinder als der andre etc. etc. Bei gleicher Arbeitsleistung und daher gleichem Anteil an dem gesellschaftlichen Konsumtionsfonds erhält also der eine faktisch mehr als der andre, ist der eine reicher als der andre etc. Um alle diese Mißstände zu vermeiden, müßte das Recht, statt gleich, vielmehr {7} ungleich sein.

    Aber diese Missstände sind unvermeidbar in der ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft nach langen Geburtswehen hervorgegangen ist. Das Recht kann nie höher sein als die ökonomische Gestaltung und dadurch bedingte Kulturentwicklung der Gesellschaft.

    In einer höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre Produktivkräfte {8} gewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen – erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“

    http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm

    Also erst mal muss die alte Teilung der Arbeit überwunden sein und die Arbeit zum ersten Lebensbedürfnis geworden sein.Dass etzt eine Menge voraus, auch in der Persönlichkeit von Menschen, ihren Fähigkeiten und Einstellungen.

    Man kann Wissenschaft nicht durch Populismus ersetzen.
    Der kleinste Fehler kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.
    Die Verneinung des Leistungsprinzips in der Situation einer durch den Konsum geprägten Gesellschaft enthält genau das Potential der Verführung durch falsche Propheten.

    Das Thema der neuen digitalen Revolution, von mir bereits vor 4 Jahren thematisiert, kommt nun langsam in die öffentliche Diskussion (3Sat Precht bei Frau Bleisch im SFR). Wir stehen erst am Anfang der öffentlichen Diskussion um die Organisation der Arbeit bei sinkender Lohnarbeit.
    Die Politik argumentiert immer noch mit Ricardo, dass der Wegfall alter Arbeit durch neue Arbeit kompensiert werde.
    Bereits im heutigen Kapitalismus gibt es künstlich erzeugte Arbeit, die nicht nur überflüssig, sondern schädlich ist,weil diese aufgewendet wird, den Fortschritt zu verhindern.

    All die Arbeit, die in die Gegenaufklärung gesteckt wird, ist gesellschaftlich schädliche Arbeit.

    Inzwischen stellt sich nämlich die Frage, inwieweit Arbeit unbedingt Lohnarbeit sein muss.

    Gerade in dieser Fragestellung zeigt sich der Charakter der 1 Phase der neuen Gesellschaft als einer Phase des Überganges.

    Zu glauben, das würde mit Menschen so einfach sein, die als Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse des parasitären und faulenden Imperialismus mit seiner Tendenz zum Finanzfaschismus ihre Lebenswirklichkeit erfahren, unterschlägt die Aufgabe der bewussten Gestaltung der sozialen Revolution.

    Sonst hätte Marx sein Manifest nicht verfassen müssen.

    Die Frage der permanenten Revolution kann man auch anders verstehen.
    Außerdem gibt es gerade in der Philosophie von Marx keine ewigen Wahrheiten in Bezug auf gesellschaftliche Prozesse in ihrer konkreten Natur. Sicher das Sein bestimmt das Bewusstsein und das Bewusstsein kann das Sein richtig reflektieren aber auch falsch. Das Bewusstsein wirkt also auf das Sein zurück.

    Dass dabei durch Fehler im Denken auch Fehler im Sein resultieren, ist augenscheinlich.

    Der Möglichkeitsraum des Fehlerhaften ist damit ungemein größer als der des Fehlerlosen.
    Der Fehler liegt aber notwendigerweise in den individuellen und gesellschaftlichen Grenzen unserer Erkenntnisfähigkeit. Deshalb sind zwingend automatische Selbstregulierungsprozesse notwendig, die verhindern, dass Fehler zu existenziellen Fehlern werden.

    Demokratie ist unerlässlich und direkte Demokratie kann deshalb nicht auf Stimmungen beruhen, sie muss aber als Korrektur falschen Machtgebrauchs wirken können. Es gibt Grenzen,die die Verfassung ziehen kann, aber es ist demagogisch, Volksentscheide wegen der Geschichte des Faschismus als untauglich darzustellen.

    Die Schweiz ist eher ein Beispiel dafür, dass direkte Demokratie allein die Bewegung hin zum Finanzfaschismus nicht aufhalten kann. Die Demokratie ist auch in der Schweiz inzwischen bedroht.

    http://www.politonline.ch/index.cfm?content=front

    Innerhalb einer freien sozialistischen Gesellschaft mit einer anderen Teilung von Kapital und Arbeit, die die Grundsätze der Teilung von Macht als Prinzip der Demokratie in die Wirtschaft erweitert, entwickelt einen Automatismus des Fortschritts, also der Revolution in einer Fortsetzung als evolutionärer Prozess.

    Der Versuch des Revolutionsexports hat auch die Entstehung des Kalten Krieges begünstigt, indem dem Kommunistischen System eine Aggressionsbereitschaft zugeordnet werden konnte aus der Ideologie heraus.
    Das begünstigte das Narrativ von der Invasion russischer Panzer in Deutschland.

    Lässt man aber die neue Gesellschaft durch das Beispiel ihrer Überlegenheit wirken, gibt es einen natürlichen Fortschritt der Weltrevolution als historischen Prozess aus den inneren Verhältnissen anderer Kulturen heraus.

    Der Kapitalismus hatte vorübergehend scheinbar die Idee des Sozialismus besiegt durch seine Überlegenheit im Konsum, aber genau dieser Konsum zwingt nun die ganze Welt zum Umdenken und stellt den Kapitalismus selbst in Frage.

    Es gibt aber eine Reihe von Modellen, die diesen Kapitalismus weiter retten wollen, natürlich unter Verwendung populistischer Versprechungen.

    Unsere Schwierigkeit als Vordenker besteht darin, dass wir nicht vom Kapital finanziert werden und die Medien des Mainstreams an unserer Seite haben.

    Zwar bringt es auch Erkenntnisse, sich an fehlerhaften Modellen abzuarbeiten, es verzögert aber den Fortschritt in der Erkenntnis der eigenen Sache.

    Ein gewaltiger Fehler aller bisherigen Arbeiterbewegung war das Missverständnis aus dem Sieg des Sozialismus über den Kapitalismus als Gesetzmäßigkeit. Damit das wirklich eintritt, braucht man adäquate Reproduktionsbedingungen in der Gesellschaft, die das ebenso automatisch bewirken wie der Kapitalismus immer wieder Kapitalismus erzeugt. Zwar finden Anpassungsprozesse wegen dem Bestehen oder sagen wir lieber zur Vermeidung des Klassenkampfes statt, die aber nur dazu führen, seine Erscheinungsform zu verändern..

    Klassenkampf hebt also den Kapitalismus nicht auf, das kann erst die Revolution und die ist eine Revolution im Recht. Erst wenn wir diese Veränderungsanforderungen sauber definieren können, sind wir auf dem richtigen Weg am Anfang. Dann kommt die Aufgabe der Umsetzung. Das Steuerrecht dazu reicht nicht aus, ohne die Definition von gesellschaftlichem Eigentum dort wo in hohem Grade vergesellschaftete Arbeit geleistet wird, kommen wir nicht herum. Weder Staatseigentum noch Aktienkapital leisten die erforderliche Verbindung von Eigentum und Haftung, von Freiheit und Verantwortung unter Berücksichtigung der Sozialpflichtigkeit von Eigentum.

    Der alte (Feudal)-Sozialismus konnte sich nicht aus sich heraus reproduzieren, er ist dem alten Akkumulationsmodell zum Opfer gefallen und seine Eliten sind bereits vor dem Zusammenbruch fahnenflüchtig geworden (Schalck-Golodkowski und die IMs, die in den neuen Parteien die Führung übernahmen und die echten Bürgerrechtler beiseite schoben).

    In Russland konnte man das darin feststellen, dass aus den alten Machtstrukturen die Oligarchen hervorgingen, diesich die ökonomische Macht aneigneten, indem sie die Staatsunternehmen an sich rissen.

    Die Voraussetzungen für einen anderen neuen Akkumulationstyp sind erst vor kurzem entstanden und liegen in der Überwindung des alten Geldsystems.

    Dort wo das in neu propagierten Modellen fehlt, bleibt der Kapitalismus erhalten und die inneren technologischen Veränderungen in Verbindung mit dem Kostendruck im System lassen die verheimlichten Hintergrundprozesse weiter laufen.

    Die DZ-Bank wird sich in den nächsten Jahren von 10% ihres Personals verabschieden, wohl durch natürlichen Abgang aus Altergründen.

    Der Euro hat etwas ähnliches versucht als Instrument zum Zweck der Ausschaltung der Nationen als potentielles Kraftfeld gegen die kapitalistische Globalisierung.

    Ökonomische Gesetze wirken aber auch hinter unserem Rücken und die Idee funktioniert eben nicht, wenn sie grundlegende ökonomische Zusammenhänge nicht berücksichtigt.
    Diese Hindernisse waren vor Einführung des Euros sogar bürgerlichen Ökonomen bekannt, aber die Politik wollte es trotzdem versuchen.

    Dabei hatte Adenauer immer gesagt, keine Experimente. Man muss sagen, keine untauglichen Experimente!

    Wir müssen uns aber heute auf ein neuartiges Experiment einlassen, weil die längerfristigen Pläne des Kapitals in der Zukunft auch in einer Sackgasse enden.

    Ein kurzer Satz dazu. Wenn das Kapital alles Geld in der Bevölkerung über den Negativzins zum Zweck der Beförderung des Konsums an sich gezogen hat, also alles Geld auf den Bergen des Nichts liegt, was muss sie dann mit den Menschen machen?

    Sie muss diese vernichten in der Hoffnung dann genügend künstliche Sklaven zur verfügung zu haben.

    Auch das wäre ein Umschlag in der Produktionsweise, der die Lohnarbeit durch künstliche Arbeit von Maschinensklaven ersetzt.

    Wäre ich Kapitalist und Humanist nur in Bezug auf die eigene Klasse, würde ich sagen, Na und? Natur gerettet vor der vollständigen Zerstörung.

    Ich warne aber die Kapitalisten, die so denken könnten vor ihrer eigenen systemischen Gier, die dazu führen würde, dass diese Klasse dann den Kampf in der eigenen Klasse fortsetzt und das würde voraussichtlich auch im Untergang enden. Die Aufhebung der Klassen im progressiven Sinne funktioniert also nur jenseits des Kapitalismus.

    Gefällt mir

    Verfasst von Politikus | 7. Oktober 2018, 12:18
  4. Ach du liebe Zeit !
    Dass, was da geschrieben steht sollte dringend marxistisch/leninistisch analysiert. Sascha sollte dazu schreiben, wenn es seine knapp bemessene Zeit erlaubt.
    Im übrigen heißt das Original:

    „Das Manifest der Kommunistischen Partei“ und nicht, wie fälschlicherweise immer als „Das kommunistische Manifest,“ umgangssprachlich und verschleiernd benannt.
    Einige Informationen zur Entstehung „Das Manifest der Kommunistischen Partei“
    1832 flüchteten die deutschen Demokraten nach dem Hambacher Fest (1832) und gründeten 1833 in Paris den „Deutschen Volksverein,“ dem sich zahlreiche Handwerksgesellen anschlossen. Durch die französische Regierung aufgelöst, entstand wiederum in Paris 1834 der „Demokratisch-Republikanische Geheimbund der Geächteten.“ Die deutschen Handwerksgesellen traten aus (1836) und gründeten den „Bund der Gerechten,“ der viele Jahre unter dem Einfluss von Wilhelm Weidling stand.
    1845 gründeten Marx und Engels in Brüssel den „Deutschen Arbeiterverein. Anfang 1846 folgte, auch in Brüssel das Kommunistische Korrespondenz-Komitee. Das sicherte ihren Einfluss auf den „Bund der Gerechten“ und auf einem Kongress des Bundes der Gerechten, an dem auch Engels teilnahm, wurden die ersten Schritte unternommen in Richtung Arbeiterpartei. Die Organisation erhielt den Namen „Bund der Kommunisten.“
    Die Losung des Bundes lautete: „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“
    Die Ziele des Bundes waren:
    Sturz der Bourgeoisie, Herrschaft des Proletariats zur Aufhebung der alten, auf unversöhnlichen Klassengegensätzen beruhenden bürgerlichen Gesellschaft und Gründung einer neuen Gesellschaft ohne Klassen und ohne Privateigentum an Produktionsmitteln (Fabriken, Gruben und Rittergütern). Der Bund war eine illegale, dass heißt, eine staatlich nicht erlaubte Organisation, die zur Aufgabe hatte, die breiten Massen des Proletariats zu organisieren. Der nächste Kongress des „Bundes der Kommunisten,“ der vom 29.November – zum 10.Dezember 1847 in London stattfand, an dem Marx und Engels teilnahmen, diente u.a. dem Zweck, Marx und Engels den Auftrag ein Manifest des Bundes, dass heißt eine ausführliche Erklärung und des Zweckes und der Ziele des Bundes auszuarbeiten.
    Das wurde die Geburtsurkunde des wissenschaftlichen Sozialismus und der modernen Arbeiterbewegung.
    Es zeigt dem Proletariat den Weg zu seiner Befreiung von der kapitalistischen Ausbeutung.

    Die Originale beider Schriften sind verschollen. („Das Kapital, der erste Band,sowie das „Manifest der Kommunistischen Partei.“) Für das UNESCO Register „Memory of the World) wurden daher, die erste Seite eines handschriftlichen Manuskripts des „Manifests“ von Karl Marx und seine persönliche Ausgabe des „Kapitals“ mit seine eigenen Anmerkungen ausgewählt. Auf gemeinsamen Vorschlag Deutschlands und der Niederlande hat die UNESCO 2013 die beiden Dokumente in das Welt Register des Dokumenten Erbes aufgenommen.
    Es heiß, dass eine sozialdemokratische Familie die Dokumente verkauft hat, um die Flucht aus dem faschistischen Deutschland zu finanzieren.
    Die Dokumente werden im Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam aufbewahrt.

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit,

    Gefällt mir

    Verfasst von Ulrike Spurgat | 3. Oktober 2018, 9:33
  5. Nun, wenn man Marx auf den heutigen Kapitalismus anwenden will, muss man zuerst untersuchen, was sich verändert hat. Lenin hatte ja schon die Veränderungen beschrieben, die die Monopolisierung hervorgebracht hat, also den Monopolkapitalismus, die Verbindung von Industriekapital mit dem Bankkapital zum Finanzkapital, die Entstehung von Extraprofiten und damit den Möglichkeiten zur Korruption. Schon Lenin beschrieb den Imperialismus als faulenden, parasitären und sterbenden Kapitalismus.

    Das Sterben setzte ja auch erst mal ein mit der Entstehung des anderen Weltsystems und der nationalen Befreiungsbewegung.

    „Marxisten“ schlussfolgerten ja nun, dass zu den zyklischen Krisen noch die allgemeine Krise des Kapitalismus gekommen sei.

    Aber letztlich scheiterte der reale Sozialismus, weil er etwas nicht schaffte, was Lenin schon erkannt hatte, der Nachweis des Sieges durch die höhere Arbeitsproduktivität.

    Es gäbe noch mehr Punkte, die Marx schon erkannte, die Überwindung der Folgen der Arbeitsteilung und da muss man auch verstehen,dass daraus die ganzen hierarchischen Systeme resultieren,also letztlich auch der Staat ebenso wie die Hierarchien in den Unternehmen.

    Wenn wir also Marxens Methode auf heute anwenden wollen, müssen wir zuerst die historischen Veränderungen verstehen, die der Imperialismus durchgemacht hat.

    Wenn Marx sagte, die Philosophen haben die Welt bisher nur interpretiert, anstatt diese zu verändern, dann hat das der Kapitalismus mit seinen Überschüssen an Profit auch erreicht.

    Er hat quasi die Wissenschaft okkupiert und gekauft, um Marx zu widerlegen.

    Das fing mit Bismarck und seinen Sozialistengesetzen und der Erfindung des Sozialstaates schon an.

    In einem Kommentar kann ich jetzt keine vollständige Abhandlung abliefern.

    Nur mal ein paar wesentliche Veränderungen, die bewusst durchgesetzt wurden:

    Imperienbildung primär zur Abwehr der „Weltrevolution“
    Rüstungswettlauf
    USA als Weltgendarm
    Starwarsfiction von Reagan, die Gorbatschow zum Umdenken zwang
    friedliche Koexistenz bei Aufrechterhaltung ideologischen und ökonomischen Wettbewerbs der Systeme
    Sieg der Konsumgesellschaft über den realen Staats-Sozialismus
    neue Expansionswelle der Globalisierung des Kapitals
    Gegenbewegung und Entstehung einer multipolaren Welt
    Aufstieg Chinas als brutaler Kapitalismus unter Führung einer Staatspartei mit dikatatorischen Mitteln
    Stabilisierung Russlands als Weltmacht entgegen der Versuche, das Land unter die Herrschaft des globalen Kapitals zu bekommen
    Einsatz von Währungen als Waffe, beginnend mit der Ablösung des Dollars von der Goldbindung.
    Sicherung der Herrschaft durch Geld aus dem Nichts
    Entstehung von Schattenbanken und global agierenden Finanzverwaltern
    Verlust der nationalen Steuerung der Wirtschaft durch die Globalisierung.
    Expansion des Kreditwesens und der Schuldenberge
    Sozialabbau in de reichen Ländern als Folge globaler Konkurrenz bei gleichzeitigem Vermögenszuwachs bei den Eliten.
    Parasitäre Profitgenerierung durch den Welthandel und das Diktat der globalen Konzerne unter Einbeziehung und Nutzung staatlicher Regulierung.
    Entstehung neuerGeschäftmodelle, bei denen die Grenzkosten gegen Null gehen und dadurch unermesslich hohe Gewinne möglich werden (Google)
    Grenzen des Wachstums, Bevölkerungswachstum, zunehmende Eingriffe durch die Politik
    Aufhebung der Verantwortlichkeit von Unternehmen
    Einnahmengenerierung aus Schuldtiteln und aus internationalen Schiedsgerichten.
    Verwandlung von allem in Geschäftsmodelle zur Profitgenerierung
    Symbiose politischen Denkens in den Kategorien von Steuereintreibung und Steuervermeidung
    Arbeitsbeschaffung durch Verwaltung und Administration
    Deformation der Kultur durch künstliche Verschärfung von Konflikten (Feminismus, Homosexualität, Drogenkonsum, Genderforschung) zur Eröffnung von Nebenkriegsschauplätzen)
    Tendenz zur Finanzialisierung der Wirtschaft, das heißt, die Staaten (der Steuerzahler) trägt die Risiken der Investoren, TTIP, Schiedsgerichte)
    Versuch, ökologische Probleme in neue Geschäftsmodellen auszunutzen (Energiewende)
    Gleichzeitig gelingt es nicht, Nachhaltigkeit und Ökologie so einzubinden, dass diese Inhalt der Produktionsweise werden.
    Damit sind wir bei einem Punkt, der im Staatssozialismus noch unzureichender berücksichtigt wurde.
    Ich weiß nicht, wie zuverlässig die Zahlen sind, die den tendenziellen Fall der Profitrate belegen.
    Es gibt zahlreiche Studien, die genau das bestreiten. Ich habe mich auch schon mal damit beschäftigt und kam zu dem Schluss,dass wir wegen dem Steuergeheimnis gar nicht an die realen Zahlen herankommen und buchhalterische Aussagen nur der beurteilen kann, der die Buchhaltung gefälscht hat.
    Allein die Schadensregulierung in den USA und dass VW immer noch Gewinne macht, zeigt, dass diese Tendenz nicht für alle gilt und dass wir es mit einem zutiefst parasitären System von Wertumverteilung zu tun haben, eben auch durch die Globalisierung.
    Es gibt aber eine sichtbare Folge der bürgerlichen Ökonomie, die als Ausdruck des tendenziellen Falls der Profitrate angesehen werden kann, das überdimensionale Anwachsen der Geldberge. Das ist genau die Äquivalenz zur Wertlosigkeit des Fiatgeldes an sich.
    Sobald dieses Geld in den Kreislauf der Realgüter eindringt, kommt es zur Inflation, vorher hat es den virtuellen Finanzmarkt inflationiert. Was übrig bleibt, ist ein irrationaler Fetischismus, der die Welt aus der Bahn wirft und längst Ängste und Ratlosigkeit bei manchen Superreichen erzeugt hat.
    Da die Berechnung der offiziellen Inflation heute sowieso einer falschen Methodik folgt, habe ich generell darauf verzichtet mit Zahlen zu arbeiten, sondern ein kybernetisches Modell gewählt.
    Wir haben in der Preisfestsetzung der Güter heute soviel Willkür aus unterschiedlicher Marktmacht, dass Preise sich von der Kostenstruktur abkoppeln können und die Höhe der Wertschöpfung, die gemessen wird noch dazu in manipulierten Währungssystemen jegliches Maß an Objektivität in bestimmten Marktsegmenten verlieren kann.
    Zunehmend transferieren heute Monopole ihre Gewinne in Stiftungen (Bertelsmann, Bayer und viele andere), die dazu dienen. Unternehmenspolitik und Gesellschaftspolitik zu machen, auf gut deutsch gesagt, den Menschen einen schönen Schein vorzumachen, sie also zu betrügen.
    Sahra Wagenknecht konnte schon das Wertgesetz nicht mehr entdecken, weil sie die Veränderungen in den Märkten nicht berücksichtigt hat. Das Wirken der alten von Marx entdeckten Gesetze wird gerade dadurch verformt, dass es keine wirklich freien Märkte gibt, dort wo die Marktmacht der Konzerne gemeinsam mit der staatlichen Gesetzgebung und internationalen Verträgen, die auch noch geheimgehalten werden, diese freie Konkurrenz verhindern. Der objektive Wertbegriff wurde längst durch den subjektiven ersetzt.

    Richtig ist aber, dass die Renditen der Realwirtschaft letztlich doch nicht dem Trend aufhalten konnten und dass mit den Finanzprodukten höhere Renditen in der Praxis möglich wurden. Diese Abkehr von der Marxschen Arbeitswerttheorie war dem Kapitalbesitzer schon immer völlig schnuppe, nein sie war sogar ideologisch wertvoll, weil man Marx damit glaubte, widerlegen zu können.
    Lehmann, die Finanzkrise und die gescheiterte Politik der EZB, den Euro zu retten beweisen das Gegenteil.

    Eigentlich wissen es alle, auch wenn der Mainstream das Gegenteil behauptet, der Crash kommt und keiner weiß,was danach kommen soll, offiziell.

    Offiziell wird auch das Bargeld nicht abgeschafft, aber man arbeitet daran. Letztlich will die Politik das System retten und da bis heute die Grundsteuer nicht reformiert wurde, lässt das manches ahnen.

    Man wird die kleinen Leute bluten lassen und man wird versuchen, den Konsum hoch zu halten, obwohl das ökologisch Wahnsinn ist. Die Enteignung von Eigentum läuft bereits mit der Inflation und der Nullzinspolitik.
    Man tut so, als werde man wieder zur alten Zinspolitik kommen, aber das wird nicht passieren.
    Das Finanzsystem wird bereits auf ein Tributsystem umgestellt, die Finanztransaktionssteuer ist längst in jedem Kauf mit Karte oder App enthalten, nur bei den großen Aktionen im virtuellen Finanzmarkt wird sie nicht eingeführt.
    Dafür kassiert aber die Bank bei jedem Kaufakt der Anleger mit und Eigentümer von etwas Werthaltigem sind die schon lang nicht mehr.

    Auch wenn es viele nicht wahr haben wollen, wir schlittern systematisch in einen Finanzfaschismus mit Negativzins, zur Befeuerung des Konsums mit einen übermächtigen Staat und einem noch stärkeren Parasitarismus und einem kulturellen Niedergang in billige virtuelle Welten, weil deren Kopie fast nichts kostet.

    Man wird die aufgehäuften Schulden, deren wirkliche Größe niemand kennt (Schattenbanken) verrechnen durch Enteignung der Bürger und nicht der wirklich großen Kapitalisten.

    Heute gibt es rechte „Revolutionäre“, die man noch einfangen kann, morgen gibt es möglicherweise „Widerstandsbewegungen“, die autonom fahrende Lastkraftwagen oder schwere Bauroboter als Waffe einsetzen werden. Unsere Eliten befinden sich auf einen Irrweg.

    Viele Mensch erklären schon heute, dass sie kein materielles Wachstum mehr brauchen, aber die Gierigen und die machtgeilen Psychopathen wollen das Risiko eingehen, alles gegen die Wand fahren zu lassen.

    Es gibt das Rogoffsche Modell, das auch der SPD-Wirtschaftsweise Bofinger für richtig hält, was aber in der Öffentlichkeit klein gehalten oder bestritten wird und es gibt das Gegenmodell vom intelligenten Markt.

    Es gibt ein Video bei Youtube, wo Ackermann sagt, er wolle nicht wie Herrhausen enden.
    Ich lebe immer noch, offenbar weil es immer noch gelingt, das Modell vom intelligenten Markt als Gegenentwurf zum Finanzfaschismus zu ignorieren.

    Inzwischen verstehe ich, warum mir Stieglitz keine Antwort geschrieben hat. Er ist Idealist und glaubt durch die Mehrheit der Entwicklungsländer in der UNO die Konzerne zwingen zu können, für ihre Wirtschaftspolitik Verantwortung zu übernehmen. Das ist weniger als Utilitarismus, das ist naiver Gerechtigkeitsfanatismus ohne Lösungskompetenz. Stieglitz behauptet deshalb der Klassenkampf von Marx wäre nicht mehr gültig.
    Marx hat den Klassenkampf nicht erfunden und die Revolution vollzieht sich in der Ergreifung der politischen Macht,um die Eigentumsverhältnisse in der großen Massenproduktion zu ändern.
    Marx sah damals die unentgeltliche Enteignung vor, das Grundgesetz erlaubt aber nur Enteignung gegen Entschädigung. Die GROKO enteignet aber bereits Millionen Menschen ohne Entschädigung.
    Das hat Weidmann sogar öffentlich bestätigt. Der i-Markt ermöglicht in der jetzigen Phase des Kapitalismus andere Formen der Umwandlung, einmal durch Neugründung und auch durch Entschädigung.
    Wenn im Crash die Blasen im Finanzmarkt zusammenfallen, kann theoretisch der Staat die jämmerlichen Reste aufkaufen, das Staatseigentum den Beschäftigten zurückgeben und dann das gesamte Bankensystem modernisiert und reformiert neu aufstellen.
    Es gäbe noch andere Wege, existiert eine Grundsicherung, könnten alle kündigen, die etwas Neues aufbauen wollen. Für produktive Vorhaben ist immer eine Kreditfinanzierung möglich, das war schon bisher möglich. Kreative Obsoleszens ist etwas wesentlich anderes als Konsumbefeuerung durch eingebaute Obsoleszens.

    Dabei findet der Klassenkampf von oben mit allen Mitteln statt, mit Krieg, Wirtschaftssanktionen, als Cyberkrieg, über die NGOs und die Saaten als ideologischer Krieg des Regime-change, als Krieg der Banken gegen die Sparer, als Diktat der Monopole, was wir überhaupt kaufen können, als Krieg gegen die Wahrheit, als Unterwanderung der Demokratie, als Zerstörung der Nationen, als künstliche Verschärfung der Konkurrenz zwischen den Beschäftigten und anderen und durch die Präsentation von Scheinlösungen.

    In den Zielen stimmt der i-Markt mit vielem überein, was die UN in ihrer Strategie zur Bekämpfung der Armut formuliert haben, aber in den Methoden und Instrumenten fußt der i-Markt auf den Fundamenten der Gesellschaft, den Produktionsmitteln und den Produktionsverhältnissen, die deren freie Entwicklung ermöglichen.

    Der Profit verschwindet in diesem Modell von Reproduktionspreisen, bei Stieglitz soll er moralisch gezähmt werden.

    Dass sich Stieglitz damit zum nützlichen Idioten des Kapitals macht,scheint ihn nicht zu stören,
    Damit befindet er sich ja in guter Gesellschaft aller Pseudolinken.

    Ich habe mir gestern Sahra Wagenknecht angehört auf RadioEins, sie klang stimmlich schon wie eine alte Frau,
    Den Hauptwiderspruch wollte sie gar nicht erst gelten lassen, ich hatte den Eindruck, sie hat den Zusammenhang von Hauptwiderspruch und Nebenwidersprüchen gar nicht verstanden. Der Hauptwiderspruch ist der Gegensatz von Kapital und Arbeit und der i-Markt löst diesen durch die Umwandlung der großen Unternehmen in gesellschaftliches Eigentum durch die Trennung von Geldeigentum und Produktionsmitteleigentum.
    Das Geld der vielen wird zu Null-Zins verliehen und muss regelmäßig zurückfließen.
    Die Beschäftigten als gemeinschaftliche Eigentümer der Produktionsmittel und damit auch der Ergenbnisse der Produktion müssen das Ganze so betreiben, dass sie alle Anforderungen der Kunden,der Gesellschaft (und damit auch der Natur erfüllen) und sie müssen das auf der Grundlage der fortschrittlichsten Normen tun.

    Lohnarbeit wird anders organisiert,alle müssen sich beteiligen und unnütze Arbeit wird nicht mehr bezahlt.
    Sozialgeld wird aus dem finanziert, was früher Teile des Profits waren und damit gibt es eine Grundsicherung und das Recht wie die Pflicht zur Arbeit, aber gleichzeitig die Chancen einer wachsenden freien Arbeit, die eben auch unmittelbare politische Beteiligung ermöglicht wie die anderen negativen Folgen der Arbeitsteilung.

    Die Beschäftigten wählen sich dann vielleicht ihre Betriebsleitung und deren betriebliche Verfassung gewährt allen umfassende Rechte aber auch Pflichten.

    Wir brauchen nur die rechtliche Grundlage der Gründung solcher Unternehmen, alles andere wäre ein Marktprozess, noch dazu wo die alte Industrie bereits vor ihrem Untergang steht. PKW und Kohle schon erkennbar, Thyssen-Krupp in der Krise und die Eliten eh sprachlos und nur Scheinlösungen produzierend.

    Flache Hierarchien, schlanker Staat können auch mit einem linken Inhalt belegt werden, darin liegt die Herausforderung. Klar,den Privilegierten gefällt das nicht, aber ist die Transformation in einen freien Bürger nicht wesentlich befriedigender als als Beamter einer undemokratischen Hierarchie die Rolle eines Zahnrades einzunehmen, was noch von den größeren Rädern zerrieben werden kann?

    Stellt nicht gerade die möglich werdende Automatisierung die Frage nach deren Gestaltung als bewusste Gestaltung durch die Mehrheit der Gesellschaft? Gibt es Grenzen unseres Wissens und wie gehen wir damit um?

    Wollen wir Politikern nachrennen, die wie Strauß das Risiko der Atomkraft unterschätzt haben? Mut ist sicher immer mit Risiken verbunden, aber die Risiken sollten schon möglichst genau kalkuliert und fortlaufend überwacht werden.

    Was ist Geld,wenn wir lernen besser zu arbeiten als gestern?
    Wir können es neu schaffen und davor zittert die alte Welt!

    Wir können dieses neue Geld von der Existenzweise als Herrschaftsverhältnis kapitalistischer Ausbeutung befreien, wir können es wieder werthaltig machen durch die materielle Bindung an Infrastruktur und Güter, wir können lernen, Produktion an den menschlichen Bedürfnissen auszurichten, wir können Arbeit einen Sinn der Erfüllung und Befriedigung geben. wir müssen uns nur dafür entscheiden und eine politische Bewegung hervorbringen, die die alten Eliten stürzt oder eben einzelne Mitglieder dazu bewegt, die Seiten zu wechseln.

    Am Untergang dieser Welt können die auch kein Interesse haben, aber einen kräftigen Schubs werden die schon brauchen. Der Mensch ändert bisheriges Verhalten erst, wenn es nicht mehr anders geht, das ist leider so.

    Gefällt mir

    Verfasst von Politikus | 2. Oktober 2018, 13:08

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Archive

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: