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Ausland, Lateinamerika

Argentinien: Die Inflation reicht wieder weit über die von 2001 ohne Besserungsmöglichkeiten hinaus, die einzige Antwort heißt Generalstreik.

von Norbert Nelte

Die steigenden Zinsen der Fed sollten eigentlich Russland, China, den Iran treffen, aber jetzt trifft es die „befreundeten“ Staaten zuerst, in Russland ist die Inflationsrate niedriger als in Deutschland mit 6%, nur 2,5%. Und die USA plant immer weitere Zinserhöhungen (Fed erhöht Leitzins, kündigt weitere Schritte an) , da werden die Länder, die ihre Kreditverträge auf Dollarbasis abgeschlossen haben wie die Türkei bekommen jetzt schon schwere Probleme bekommen.

Aber das mit Argentinien, der 50% Inflation, die gönne ich zwar dem von Amerika ausgekuckten Staatspräsidenten Mauricio Macri, aber nicht unseren Kollegen. Darunter müssen sie ganz schwer, besonders bei dem niedrigen Lebensstandard, bzw. der hohen ungleichen Verteilung (Buenos Aires = 23.300$, Chaco = 2.000$).

Die sozialdemokratischen Kirchners betrieben eine Politik der Abschottung Argentiniens und konnten damit die Inflationsrate bei 7,5% begrenzen.2014 kam aber der Prozess in New York wegen einer uralten Kreditschuld und die Inflationsrate sprang auf den 2002-Wert von 43%.

Dann kam aber im November 2015 der neoliberale Mauricio Macri. Mit einschneidenden Sozialkürzungen schaffte er die Rate 2917 wieder auf 27% runter. 2018 wurde die Gegenwehr derart massiv, dass sie sogar auf 2018 hochschnellte, da den Investoren das Land zu unsicher wurde.

Wenn man nicht die Uraltschuld bezahlen will, dass man  dann muss Mann oder Frau Räterepublik machen, denn die basisdemokratische Räterepublik ist nicht der Rechtsnachfolger der kapitalistischen Mafiarepubliken.

Aber wie soll es anders sein in einem Land mit einer wirklich starken revolutionären Arbeiterbewegung. In Argentinien gibt es schon von ganz Südamerika die mächtigste Industrie. Mercedes hat da ein Werk, VW eines, 4 gibt es in Brasilien. amerikanische Autozulieferer (Lear z.B.) haben den Standort in Argentinien, eine starke Chemie, Energie- und Rohstoffindustrie.

In diesem Jahr hatten die Gewerkschaften (auch die reformistischen) schon 4 Generalstreiks durchgeführt Landesweiter Streik legt Argentinien lahm (Klasse gegen Klasse). Die sozialen Probleme wegen der hohen Inflationsrate zwingt alle Gewerkschaften dazu, wieder gemeinsame Kämpfe durchzuführen.

Die reformistischen Gewerkschaften aber waren so dummdreist blöd, dass sie den Generalstreik nicht mit Demonstrationen begleiten wollten. Das ließ das Wählerbündnis FIT um die PTS herum zusammen mit den revolutionären Gewerkschaftern nicht zweimal sagen und organisierten eine mächtige Demonstration mit einer Route über die Stadtautobahn, so dass alle Autofahrer dort die sozialen Probleme wegen der hohen Inflationsrate zur Kenntnis   nehmen musste.

Klasse gegen Klasse schreibt; „Selbst internationale Medien zeigten die Auswirkungen des Streiks. So waren auch in der Tagesschau beeindruckende Bilder von leeren Straßen, kämpferischen Streikposten und radikalen Forderungen zu sehen:“

 http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-452513~player_branded-true.html

So wurden international nicht nur die sozialen Probleme von Argentinien, nein auch die revolutionäre Parte PTS bekannt Bild vorne. Es dürfte jetzt nicht mehr allzu lange dauern, Dass die Kapitalisten in Scharen das Land verlassen und weitere Kollegen zwingen, ihren Betrieb zu besetzen, wollen sie ihren Arbeitsplatz behalten.

Für die 10jährige muss die USA 3,05% Zinsen berappen, für die 5lährige noch 2,95% und für die 2jährige immerhin schon 2,82%, so wenig Vertrauen haben die Investoren nur noch in den ganzen Schlamassel. Schulden 5 Mal so hoch wie 2008. Das bricht bald zusammen, dann kommt Karlchen.

 

 

 

 

 

 

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Diskussionen

4 Gedanken zu “Argentinien: Die Inflation reicht wieder weit über die von 2001 ohne Besserungsmöglichkeiten hinaus, die einzige Antwort heißt Generalstreik.

  1. Herr Nelte, ihren Optimismus in Ehren…aber die Leute lassen nur wieder bissl ihren Dampf ab u, danach wirds im alten trott weitergehn…1 tag? generalstreik..was juckt das die regierung ..das blöde Volk geht dann schon wieder brav an die arbeit…-das ist ja ein generelles problem in südamerika +auch afrika…-die leute hungern sogar oder leben im Dreck +beklagen sich , aber von ihrem lieben Kapitalismus wolln die nich lassen (das gleiche trifft ja auch auf Griechenland zu )-so sind sie halt verdammt, die nächsten 50-100 jahre so weiterzuleben u. habens auch nich besser verdient……auch in Brasilien z.b. is ja die Mafia viel besser organisiert als die Linken kräfte

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    Verfasst von tom | 30. September 2018, 8:13
  2. Argentinien war schon so oft Pleite.. und Demos gabs viele – aber die argentinischen Arbeiter kriegen irgendwie nichts mächtiges , progressives zustande ..da besteht wenig Hoffnung…Noch nicht mal die Bestrafung der Folterer und Mörder der Millitärdiktatur der 80er Jahre haben sie erreicht und sich noch wieder einen rechten , neoliberalen Präsidenten an die Mach geholt , das gleiche Debakel wie in ganz Lateinamerika

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    Verfasst von tom | 30. September 2018, 8:00
  3. Europa und USA gehen in die Deflation, Inflationsrate nahe Null, zinsen Null, ohne die Billionen -aufkaufprogramme wäre schon eine Mega-Deflation ausgebrochen , wie 1929- Deflation ist viel gefährlicher als Inflation-wenn die deflations-Spirale einmal läuft, gibt es keine rettung mehr

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    Verfasst von tom | 29. September 2018, 13:16
    • Also Europa geht keinesfalls in die Deflation. Die Inflation wird längsam beängstigend (Bau, Mieten, Lebensmitte).Wer selber keine Aufzeichnungen führt, bekommt vielleicht manches nicht mit.
      Die offiziellen Zahlen über Europa enthalten nicht alles und das Verfahren selbst ist fehlerhaft, weil es Gebrauchswert in Wert umrechnet.
      Inflation hat etwas mit Geldmarktpolitik zu tun und die löst man nicht mit Streiks. Allerdings führen höhere Löhne solange zur Inflation, wie die Kapitalbesitzer die Preise dementsprechend anpassen können. (Lohn-Preis-Spirale)
      Außenhandel und Währungseinflüsse von außen spielen natürlich auch eine Rolle. Ich bin aber kein Fachmann für Argentinien. Deflation gibt es im.E. in Japan und in der Krise bestand die Gefahr auch für Europa.
      Das ist aber logisch, wenn die Einkommen wegen Kurzarbeit sinken und die Konsumnachfrage sinkt.

      Es werden aber die falschen Fragen gestellt, längst müssen wir in weiten Teilen unser Konsumverhalten in Frage stellen. Das merken inzwischen immer mehr Leute. Zum Leben brauche ich ziemlich wenig.

      Was manche Leute mit mehr als 2000 Euro eigentlich anstellen, ist mir ein Rätsel.
      Gestern habe ich eine schöne Radtour gemacht. Null Kosten und eine Menge Eindrücke, Begegnungen und Spass. Muss ich wieder öfter machen, weniger Internet und so. Deshalb auch Schluss für heute.

      Ein Generalstreik nutzt nur dann etwas, wenn das dazu führt, dass das Kapital von der Macht beseitigt wird und dann braucht man ein eigenes Konzept, was zu Land und Leuten passt, eben so was wie ein i-Markt.

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      Verfasst von Politikus | 30. September 2018, 16:54

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