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Debatte, Gesellschaft

Der TOD der alten Arbeiterklasse

von Politikus

Wer hat sie geschaffen? Wie ist sie entstanden.

Lohnarbeit bezeichnet abhängige menschliche Arbeit unter Bedingungen freier Arbeitsmärkte in einer Marktwirtschaft gegen einen Geldlohn. Sie lässt sich abgrenzen von anderen Formen der Arbeit wie Subsistenzarbeit, Haus- und Familienarbeit, ehrenamtlicher Arbeit, Sklavenarbeit und selbständiger Arbeit. Lohnarbeit wird nach vertraglichen Regelungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entgolten. Wegen der im Vergleich zu den Arbeitgebern relativ schwächeren Verhandlungsposition der Lohnarbeiter („Arbeitnehmer“) wurden zum Schutz der Arbeitnehmerschaft gesetzliche Regelungen nötig, die die Vertragsfreiheit in Bezug auf Arbeitsverträge einschränken. Diese Regeln sind in unterschiedlichen Ländern verschieden ausgeprägt. In Deutschland finden sie sich v. a. im Arbeitsrecht und im Tarifrecht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lohnarbeit

Abhängige menschliche Arbeit!

Es gibt vorkapitalistische Formen. ZB bei den Handwerkern, Damals musste sogar noch Lehrgeld bezahlt werden. Die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten hat offennbar einen Wert.

Warum mussten die Gesellen auf die Walz? Damit Sie ihr Wissen durch andere Meister verbreitern konnten.

Die Zeitmessung mit mechanischen Uhren war ein Ergebnis von handwerklichem Geschick und naturwissenschaftlicher Bildung.

Es gab auch noch die Tagelöhner auf den Gutshöfen der Landwirtschaft.

Es gab Diener, Butler und die werden heute noch sehr gut bezahlt.

Bereits die Haussklaven waren besser gestellt als die Sklaven für die Feldarbeit.

Warum ging das Römische Reich unter? Die Masse der Sklaven war wohl weniger motiviert, gute Arbeit zu leisten. Fremdherrschaft erzeugt Widerstand. Und da war Platz, man konnte flüchten.

Eigentum schafft Freiheitsgrade, aber auch Bindung an den Ort, dazu auch Naturnotwendigkeiten für das eigene Handeln, zusätzlich noch die Berücksichtigung gesellschaftlicher Bedingungen, Verhältnisse.

In vorkapitalistischen Zeiten war die Anzahl sicher relativ gering, man wird sie wohl eher als soziale Schichten als als Klasse bezeichnen müssen.

Man kann ruhig mal den ganzen Wikipediaeintrag lesen, den Söldner habe ich doch tatsächlich vergessen, aber der hat eine Besonderheit, er unterliegt dem direkten Befehl.

Eine weitere Abwandlung solcher streng hierarchischen Ordnungsstrukturen ist das Beamtentum, bereits entstanden beim alten Fritz,auch in anderen Monarchien. Der Steuereintreiber dürfte diese Funktionsschicht der staatlichen Herrschaft am treffendsten charakterisieren.

In den Hierarchien der Massenproduktion nennt sich die Befehlsgewalt halt Direktionsrecht und schon Marx erkannte,dass der Arbeiter seine bürgerliche Freiheit verliert, sobald er das Werktor durchschreitet.

Als Klasse entstand die Arbeiterklasse mit der industriellen Warenproduktion, also mit der Potenzierung der Arbeitskraft durch die Dampfmaschine.

Entschuldigung, ich muss einen Abstecher machen, weil das deutlich macht, wie Inhalte des Marxismus verbogen werden:

Lohnarbeit, Doppelt freie
In der sozialistischen Wirtschaftslehre: entsteht durch das rechtliche Freisein (ungebunden) und dem Nichtbesitz bzw. dem Freisein von Produktionsmitteln

http://www.wirtschaftslexikon.co/d/lohnarbeit-doppelt-freie/lohnarbeit-doppelt-freie.htm

Tatsächlich beschreibt Marx die Bedingungen der Entstehung der Arbeiterklasse:

Zur Verwandlung von Geld in Kapital muss der kapitalistische Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, dass er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, dass er andererseits andere Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen. …

http://www.marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_l/lohnarbeit.html

Der doppelt freie Lohnarbeiter wurde vor allem durch den erfolgten Produktivitätsfortschritt in der Landwirtschaft und durch die Aufhebung der Leibeigenschaft erzeugt

Wir haben also einen grundlegenden Wandel in der Produktionsweise der Gesellschaft.

Was den Sozialismus betrifft, wollte er den Arbeiter ja zum Miteigentümer machen, also einen Teil des Freiseins wegnehmen. Eigentum verpflichtet, schränkt eigentlich die Freiheit der Beliebigkeit ein.

Staatseigentum erzeugt kein Volkseigentum, es hat das Gegenteil von Verantwortlichkeit erzeugt, der reale Staatssozialismus war der organisierte Selbstbetrug und damit auch die organisierte Verantwortungslosigkeit.

Jeder konnte sein Versagen nach oben oder unten abschieben und ganz oben wurden die Märchen zur Wirklichkeit.

Wer jetzt Parallelen zum Merkel-Staat der Berliner Republik entdeckt, dem geht es so, wie mir gerade.

Wenden wir uns wieder einer besseren Zukunft zu.

https://de.wikipedia.org/wiki/Produktionsweise

Her zeigt Wikipedia die Lücke, vor der wir heute stehen.

Welche Produktionsweise folgt auf die kapitalistische?

Nun würden die Genossen sicher vielstimmig sagen, die sozialistische!

Das kapitalistische Grundgesetz lautet

Das Ziel der kapitalistischen Produktion wird durch das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus, das Mehrwertgesetz, bestimmt. Es besagt, dass der Zweck der kapitalistischen Produktion ausschließlich der Mehrwert, die kapitalistische Form des Mehrprodukts, ist und die Produktion selbst nur das Mittel, den vorgeschossenen Wert zu verwerten. Daher geht es dem Kapitalisten nicht um den einmaligen Gewinn, auch nicht um die individuelle Konsumierung als Endzweck, sondern um die rastlose Bewegung des Gewinns, um die ständige Vermehrung seines Reichtums. Der Kapitalist hört auf, Kapitalist zu sein, sobald er aufhört, Mehrwert, Profit, zu machen.

http://www.scharf-links.de/49.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=50664&cHash=a1689060d9

Übrigens, die anderen dort genannten Gesetze gelten immer noch, es wurde aber versucht, diese zu umgehen.

Einmal durch die Beherrschung der Märkte durch Monopole, durch die Einbeziehung der Macht des Staates durch Gesetze und Standardisierung und durch die Aufhebung der Wertbindung des Geldes im Fiatgeld.

Das führte nicht zur Aufhebung dieser Gesetze, sondern nur zu neuen Auswirkungen, die sich eben in den Krisenprozessen insbesondere des Geldes finden und den Kapitalismus in seiner Sinnhaftigkeit, ja sogar in seinem Funktionieren erschüttern.

Der Warenfetischismus ist in eine religiöse Hoffnung durch Erlösung durch immer mehr Geld aus dem Nichts entartet und das Denken mancher Zeitgenossen ist bereits dahingehend deformiert, dass sie die alte marxistischen Forderung nach Arbeit für alle als Faschismus ablehnen.

Nun man suche bei Marx nach seinen Einschätzungen zum Verhalten des Lumpenproletariat in der sozialen Revolution. Er vermutete schlicht, es ist nicht revolutionär, es lässt sich kaufen.

Schlicht in die Neuzeit übertragen, wäre das die Idee das BGE auf Steuerbasis.

Pseudorevolutionär dann schon, gern durch grünreligiösen Eifer oder eben der Angriff auf die Vasallen des Staates, Polizisten und wenn man alles noch so zum Feind erklären kann.

Dabei wettern sie gegen Konzerne und begeben sich freiwillig in deren geistige Klauen.

Dabei haben die alten industriellen Konzerne noch Tarifbindung, sie zahlten sogar oft überdurchschnittliche Löhne und ab einer gewissen Ebene fühlen sich dort manche als Gestalter, als Teil des Unternehmertums.

Aber Unternehmer ist nicht Unternehmer. Viele Journalisten, Architekten, IT-Leute , Lehrkräfte, Verkäufer, Transportbeschäftigte wurden selbständig und sinken teilweise auf die Stufe des Prekariats ab.

Die Grenzen zwischen Kapitalisten und Arbeitern scheinen zu verschwimmen, die Selbstausbeutung ist das Credo des modernen Kapitalismus geworden.

Die Macht des Geldes wird zur Übermacht und wer das große Geld besitzt, diktiert die Preise.

Dabei wird der Preis des Geldes manipuliert, ebenso der Goldpreis, Nahrungsmittelpreise, Rohstoffpreise, Staatliche Subventionen verzerren den Rest von Wettbewerb und der Staat ist zu einer gewaltigen Umverteilungsmaschinerie geworden.

Der Klassenkampf wurde nicht von Marx erfunden, er wurde nur registriert, wobei die Masse der Kämpfenden transformiert wurde, der Sklave wurde Bauer, Handwerker oder Händler, der Händler wurde Warenkapitalist und seine industrielle Form war der Geldkapitalist und denaturiert nun zunehmend über das Bankkapital zum Finanzfaschisten.

Was wir heute erleben, ist nicht mehr nur die Fortsetzung der Segregation der Arbeiterklasse durch immer tiefere Teilungen der Arbeit, wir befinden uns bereits im Übergang zur Abschaffung der klassischen Arbeiterklasse im mentalen Sinne.

Die Definition der Arbeiter ist an die Handarbeit gebunden, nicht an die Kopfarbeit und die Kopfarbeiter wollen noch nie zu diesem schmuddeligen Proletariat gehören.

Das führte zum Entstehen der sogenannten Mittelschicht, die ein Sammelsurium ökonomisch unterschiedlicher sozialer Klassen und Schichten ist, wenn man wie bei Marx die Stellung zu den Produktionsmitteln als Kriterium verwendet.

Wir finden also Kleineigentümer, bäuerliche Unternehmen unterschiedlicher Größe, viele Angestellte in Verwaltungen und Behörden, Geistesschaffende der Kultur, oft selbständig, gern staatlich subventioniert und natürlich den gesamten Beamtenapparat einschließlich der Herren Professoren.

Etwa 63 von 80 Millionen Menschen leben von der Arbeit von 17 Millionen Menschen im Inland und nicht näher bekannten Millionen von armen Arbeitern im Ausland.

Dabei wird das Staatswesen politisch organisiert von Menschen, denen schlicht die Kompetenz fehlt.

Aber sie betreiben wie auch in den Zentralen der Monopole heute eine planmäßige Politik, die auf der Erfassung von Massendaten beruht, sie haben aber, da sie das Wirken der ökonomischen Gesetze bestreiten und ja Strategien entwickelt haben, den Wert als subjektiven Wert von seiner objektiven Substanz zu befreien, erreicht, dass man Nichtwertiges als Hochwertiges verkaufen kann, um so den Profit ins Grenzenlose zu treiben. Dass das nicht auf Dauer funktionieren kann, begreift eigentlich ein Kind, aber Politiker weigern sich, diese Dinge grundlegend abzustellen.

Wir haben es hier mit Formen einer neuen Dekadenz zu tun, nicht spätrömische, sondern spätkapitalistische.

Marx war zuerst emotional bewegt von Elend der Arbeiterklasse in England und er untersuchte das System, wie es funktioniert und leitete daraus seine Erkenntnisse ab unter Verwendung der Instrumenten der Wissenschaft und der Dialektik. Was dabei über die Arbeiterklasse herauskam, war die Erkenntnis, dass man diese Klasse erst mal aufklären muss, damit sie sich selbst befreien kann, ihr also ein Klassenbewusstsein verschaffen müsse.

Nur betreiben die Jünger von Marx nicht eine Lehre, wo sie von Meister zu Meister ziehen können, weil es diese Meister nicht gibt. Alle kommunistischen und sozialistischen Internationalen sind am Ende gescheitert, ich würde nicht sagen, weil sie sich nicht einig wurden, sondern einfach, weil sie dort, wo sie die Macht errungen hatten, selber eigene schwere Fehler begangen haben und sich weigern, diese aufzuarbeiten.

Nehmen wir die deutsche Geschichte. Gabriel beklagte kürzlich bei Lanz das Oben-Unten-Denken und erklärte den Ursprung von dem Satz „Wer hat uns verraten,Sozialdemokraten“.

Ich fand den schon richtig am Anfang der Weimerer Republik, aber jeder baut halt sein eigenes Narrativ.

Aber auch ich lernte dazu.

https://de.wikipedia.org/wiki/Streik_bei_der_Berliner_Verkehrsgesellschaft_1932#Das_Kalk%C3%BCl_der_Parteien

Nun fehlt in dem Artikel einiges. Es gab unbezahlte Zwangsurlaube, also Kurzarbeit ohne sozialpolitische Absicherung und da wurde das Geld knapp bei de Beschäftigten.

Es waren die Nachwirkungen der Weltwirtschaftkrise, die die Weimarer Republik nicht in den Griff bekam.

Dort ging es nicht um Profit, sondern um eine sinkende Nachfrage, weil der Bevölkerung schlicht das Geld fehlte und die Leute wahrscheinlich eher Fahrrad fuhren oder zu Fuß unterwegs waren.

Aber 2 Parteien wollten etwas anderes, ihr eigene Suppe kochen.

Zwei Dinge werden deutlich, die Spaltung der Arbeiterklasse in 3 „sozialistische“ Parteien war de Grundlage der Machtergreifung durch Hitler. Die Nazis waren nie unsozial und haben eine Reihe von Dingen entwickelt, die die DDR fortgesetzt hat, preiswerter Urlaub für Arbeiter, Arbeitersiedlungen mit Garten, Förderung der Mutterschaft, Ausbau der Infrastruktur, Pflege der Gemeinschaft, Kinder-und Jugendorganisationen mit Event-Charakter, Förderung von Bildung und Erziehung, Sport.

Sie hatten den Vorteil, Deutschland aus der Krise führen zu können, um Deutschland in eine neue größere Krise zu stürzen. Dabei sagte Thälmann, wer Hitler wählt,wählt den Krieg.

Nur zeigt sich in diesem eher untypischen Beispiel, wie gut gemeint in schlecht gemacht umschlagen kann.

Einmal war de Forderung nach mehr Lohn an das Unternehmen unrealistisch und hatte „nur“ mit den Kapitalismus zu tun, dass dieser die Weltwirtschaftskrise hervorgebracht hatte.

Insofern hatte Thälmann recht, dass man das ganze System überwinden müsse, was die Sozialdemokraten verhinderten und er hatte unrecht in der Wahl seiner Methoden. Den Streik in einen politischen Generalstreik umzuwandeln zu können, das war wohl eher illusionär.

Nun, ich muss kein Urteil über die Sozialdemokraten fällen, das haben sie schon selber besorgt in der Zeit ihrer Regierungstätigkeit. Mal ein Zitat eines Lesers bei Telepolis zum Abstieg der SPD.

Vorwärts, Genossen!
Parteiensterben von seiner schönsten Seite.

Aber bitte nehmt Mutti und die Grünen mit.

Das sozialistische:Grundgesetz lautet nach bisheriger Lehrmeinung:

Marx und Engels sagten, dass das Ziel der planmäßig organisierten Produktion im Sozialismus in der Befriedigung der Bedürfnisse sowohl der Gesellschaft im ganzen als auch eines jeden ihrer Mitglieder bestehen wird. Lenin, der diese These weiterentwickelte, schrieb 1902 im Programmentwurf der SDAPR, dass die kapitalistische Gesellschaft durch die sozialistische abgelöst wird, „zur Sicherung der höchsten Wohlfahrt und der freien Entwicklung und allseitigen Entwicklung aller ihrer Mitglieder.“[151] Lenin hat die Wege zur Hebung des Wohlstands der Werktätigen, das Programm des ununterbrochenen Wachstums der Produktion sowie der Entfaltung und Anwendung der höchstentwickelten Technik im Sozialismus wissenschaftlich begründet. Damit erarbeitete Lenin die Ausgangsthesen des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus, die der Politik der Kommunistischen Partei und der Sowjetmacht zugrunde gelegt wurden.

Die wesentlichen Züge und Erfordernisse des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus sind: „Sicherung der maximalen Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft durch ununterbrochenes Wachstum und stetige Vervollkommnung der sozialistischen Produktion auf der Basis der höchstentwickelten Technik.

Das ganze sollte dann den sozialistischen Eigentumsverhältnissen als staatliche Eigentum entspringen, wobei zu den neuen Gesetzen angenommen wurde.

Sie können sich auch nicht spontan durchsetzen, sondern werden verwirklicht durch das bewusste Handeln der Arbeiterklasse. Im Sozialismus dient dazu der Staat, der die Diktatur des Proletariats ist.

http://www.politische-oekonomie.org/Lehrbuch/kapitel_30.htm

Nun lesen wir doch mal genau, Marx schrieb von einem Ziel. Im Kapitalismus war das die Wertseite der Warenproduktion, im Sozialismus sollte es also die Gebrauchswertseite sein, als die Bedürfnisbefriedigung.

Doch gab es einen Markt im Sozialismus, der beiden Seiten der Warenproduktion gerecht werden konnte?

Das Wertgesetz wurde verbogen durch sozialpolitische Subventionen einer im Prinzip von Speer geklauten Planwirtschaft.

Wenn im Nachwort

http://www.politische-oekonomie.org/Lehrbuch/kapitel_43.htm

anerkannt wird, dass eine gesamtgesellschaftliche Planung von oben nicht funktionieren kann, warum wird dann nicht beschrieben, wie ein anderer Markt das bewältige könnte,

Im ganzen Lehrbuch lese ich nichts von den Grenzen des Wachstums und von Ökologie.

Nichts finden wir zu den grauen und Schattenmärkten, die im realen Sozialismus entstanden waren und nichts zu den Gründen des Unterganges des einstigen Sowjetimperiums.

Die Mitbestimmung wird reduziert auf die Arbeitskollektive?

Trotzdem zeigt das Buch, um was es Marx ging, um die Befreiung der Menschheit von Ausbeutung und von den Krisen des Kapitalismus. Er hat Ziele, Ansprüche formuliert,hatte aber keine Ahnung davon, welche Instrumente den Menschen in der Zukunft zur Verfügung stehen werden. Marx stand auf der Höhe seiner Zeit und war sicher eine Person mit Weitsicht, aber er kannte nicht einmal das Automobil, das erst kurz nach seinem Tod erfunden wurde. Aber er konnte sich eine Zeit vorstellen, wo die Springquellen des gesellschaftlichen Reichtums im Überfluss sprudeln.

Nur die Genossin Luft berichtete in einem Interview mal, was sie in der Sowjetunion vorfand, es enttäuschte selbst diesen SED-Kader.

https://www.deutschlandfunk.de/natuerlich-habe-ich-gesehen-was-in-der-ddr-leider-alles.1295.de.html?dram:article_id=193344

Marx dachte also systemisch, ganzheitlich und da er niemand fand, der die Arbeiter erretten würde, schlussfolgerte er, dass sie das selbst tun müssten.

Er sah aber auch, dass den Arbeitern die dafür notwendige Einsicht vermittelt werden müsse und darin folgte dem Elend der Philosophie das Elend der politischen Parteien. Marx wehrte sich dagegen, ein Marxist sein zu wollen, so wie ich mich dagegen wehre, eine neue Ideologie begründen zu wollen.

Aber ich habe versucht, einen Beitrag als Ökonom und freier Philosoph zu leisten, etwas vom bekannten Nichtwissen herauszulösen und sichtbar zu machen und auch einige Dinge zu benennen, die wir noch untersuchen müssen, weil diese Neuland sind und erst erschlossen werden müssen.

Es war nie meine Absicht Marx zu widerlegen oder zu bestätigen, aber ich habe seine Arbeitsweise auf die heutige Zeit angewendet und bin eigentlich froh, dass ich dem alten Mann zu seinem 200. Geburtstag gratulieren kann. Nicht er ist schuld an den Irrungen und Wirrungen derer, die sich auf ihn berufen haben, diese Verantwortung tragen die Täter allein.

Nun nachdem ich den Rahmen gefunden habe, der eine postkapitalistische, also sozialistische Produktionsweise aus seiner Art neuer Akkumulation erzwingt, muss ich mich mit den ideologischen Grabenkämpfen auseinandersetzen, die ja sichtbar existieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Marx21

Der arme Marx.

Es gibt dort einen Artikel zu Wagenknechts Aufstehen, Ansonsten muss man dort für alles bezahlen und man muss sich registrieren. Freut sich der Verfassungsschutz;.)

Kurz: Wir brauchen mehr Widerstand und Klassenkämpfe sowie eine grundsätzliche Kritik an einem Wirtschaftssystem, das zu Krisen, Kriegen, Elend und Umweltkatastrophen führt.

https://www.marx21.de/aufstehen-kritik-sammlungsbewegung/

Nun Kritik kommt sogar innerhalb des Systems eine Menge vor, nur fehlt überall die Lösung.

Gern werden Scheinlösungen individueller Handlungskonzepte diskutiert, nicht aber die wirklichen Lösungen. Wo finde ich die bei marx21? In Geheimbünden und Hinterzimmern?

Marx21 belegt nur, dass sich weite Teile der Linken von Marx bewusst und absichtsvoll verabschiedet haben, aber auch, dass man Marx leicht missverstehen kann.

Klassenkampf aus Prinzip? Wir haben zu oft schon gesehen , wie das schief gehen kann.

Allerdings wird Aufstehen diesen Erfordernissen nicht gerecht, insbesondere weil die Initiatorinnen und Initiatoren den Kampf für soziale Gerechtigkeit vom Kampf gegen Rassismus trennen. Das ist ein falscher Ansatz, um die Rechte zu schwächen, und bietet zudem falsche Lösungen an.

Hier sehen wir, wie marx21 Marx verbiegt. Rassismus ist ein Merkmal von Kulturen bis jenseits des Kapitalismus. Rassismus besteht schon zwischen Schwarzen und Arabern oder auch im Verhältnis großer schwarzer Menschen gegenüber den Pygmäen.

Ideologischer Rassismus besteht sogar innerhalb der Linken und jeder Rassismus lässt sich nur durch Zusammenarbeit überwinden. Zusammenarbeit setzt aber die Fähigkeit zur Zusammenarbeit voraus.

Ich stelle mal die These auf, dass es auch rassistisch war, die Systemkonflikte der weißen Rasse so auszunutzen, das Diktatoren in Afrika und Asien ihren persönlichen Profit daraus ziehen konnten, ohne ihre Länder ausreichend in die Moderne zu bewegen.

Es ist wie wie den Priestern, die nur unnatürlichen Sex betreiben, aber Moralnormen für Liebespaare aufstellen.

Wer glaubt denn noch, dass Menschen, die täglich nur Ideologie inhalieren, die Welt verändern können.

Sie interpretieren sie, genau das ist das, was Marx kritisiert hat, während andere tatsächlich die Welt verändern.

Rassismus kann viele Gründe haben wie auch die Ursachen für die Unfähigkeit zur Zusammenarbeit unterschiedlicher Kulturstufen, für die jede „Rasse“ erst mal selber verantwortlich ist, die Defizite zu überwinden.

Für Marx war die proletarische Revolution entscheidend, wo er wusste, dass es dazu nötig war, dass sich Leute seines Standes auf den Klassenstandpunkt des Proletariats stellen mussten.

Im Verhältnis zur Macht der Monopole, Konzerne und Finanzmächte stehen eigentlich fast alle Menschen auf der Gegenseite. Der klassische Arbeiter stirbt aus oder er wird denaturiert werden zum Cyborg als Anhängsel der großen Maschinerie in einem System des Finanzfaschismus und der geistigen Fremdsteuerung.

Richtig ist, wir werden die Arbeitsteilung und damit deren Folgen nicht vollständig innerhalb der Warenproduktion überwinden. Aber die Lohnarbeit schwindet im i-Markt tendenziell für jeden und ermöglicht jeder Person, ihr Potential zu entfalten in freier Arbeit.

Ist das dann noch das alte Proletariat? Sicher nicht.

Der „biblische Arbeiter im Weinberg des Herrn“ bleibt er sehr wohl und er bekommt auch den Lohn für den ganzen Tag.

Der Herr ist hier die gesunde Natur und der Lohn wäre das Sozialgeld, nur muss der Arbeiter eben den Gesetzen der Natur und der Gesellschaft folgen.

Das göttliche Auge wäre auch da, wir bräuchten nur das teuflische Auge der Totalüberwachung in ein transparentes Auge der Überwachung der Finanzströme verwandeln nach demokratischen Prinzipien, Methoden und auch der Rechenschaftslegung.

Mit wachsender freier Arbeit und offenen Kommunikationsmöglichkeiten entstehen völlig neue Chancen für neue Erfindungen.

Wenn Betrug unmöglich wird, lernen Menschen auf ehrliche Art und Weise Erfolg zu haben, denn Hirn braucht Arbeit.

Nur ein krankes Hirn sehnt sich nach Drogen,unser Gehirn kann natürliche Stoffe produzieren. Wer den Flow nicht kennt, hat niemals wirklich gelebt.

Wenn Marx die Arbeiter zu Eigentümern machen wollte, dann muss das erlebbar sein und hebt sie gleichzeitig aus den Niederungen des alten Proletariats heraus.

Die Zwischenform ist der verantwortliche Bürger, der den Staat als Machtorgan der herrschenden Klasse entmachtet und diesen Staat dann sterben lässt, so wie die digitale Revolution die Möglichkeiten hervorbringt. Zukunftsangst in Motivation zur Emanzipation zu verwandeln.

Das wäre die effektivste Methode des Klassenkampfes der schließlich zu einer Revolution im Recht führen muss.Alles möglich. Wir können uns als souveränes Volk eine neue Verfassung geben.

Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte und jede brachte eine neue Produktionsweise hervor.

Der i-Markt beschreibt wichtige Grundsätze und Methoden und der sicherste Weg besteht in der Errichtung eines Geldsystems, das auf stabilem Geld, auf Reproduktionspreisen und einem gesellschaftlichen Eigentum beruht, das die Unternehmen selbst als soziale Organismen verantwortlich agieren lässt gemäß der Normen, die mit demokratischer Methoden der Zielbestimmung und Steuerung.im Maßstab einer Volkswirtschaft erarbeitet werden, auch unter Berücksichtigung globaler Probleme der Menschheit .

Das Ganze als ein evolutionärer ständiger gesamtgesellschaftlicher Prozess.

Die kapitalistische Globalisierung erweist sich als die Mutter aller Probleme und des Pudels Kern ist die Existenz und Herrschaft des globalen Kapitals.

Man lese nun noch die Einschätzung aus dem Herzen der EU.

Die Eliten revoltieren gegen die Masse der Mitbürger, die Bürgermehrheit gegen „das Establishment“. Applaus, Applaus. Die offene Gesellschaft erleben viel zu viele Menschen als Kränkungsgesellschaft: ungerecht, unfair, ausgrenzend. Dass ihre persönliche Vorstellung von Fairness oft sehr subjektiv ist und andere abwertet, geht unter.

https://www.heise.de/tp/features/Wir-Versprengten-in-der-Kraenkungsgesellschaft-4170961.html

Die Überwindung dieser konzentrierten Macht desglobalen Kapitals erfordert mehr, als Kokosnüsse von Bäumen herab zu werfen.

Am Anfang steht eine Regierung,die bereit ist, den Crash gesteuert und zivilisiert auszulösen und zu Ende zu führen. Dies soziale Revolution im 21.Jahrhundert liegt in der Beherrschung und Abwicklung des alten Kapitals und in der Aufstellung eines neuen werthaltigen und stabilen Finanzsystems als eine Säule der neuen Produktionsweise,die eine soziale und ökologische sein muss.

Dazu gehört die Aufhebung kapitalistischer Akkumulation, Das hat der Staatssozialismus nicht geschafft und ist durch seine Priorisierung des Staates ein Feudalsozialismus nach Gutdünken von Apparatschiks geworden, die vom Tuten und Blasen keine Ahnung hatten.

Man kann nicht die Werke von Marx wie die Bibel und den Koran lesen,auch nicht unhistorisch und sich jeweils das heraussuchen, was man für passend hält.

Man muss den lebendigen Geist erfassen, den Geist der ständigen Veränderung, der in den Spielen der Naturprozesse im Wandel der Formen von Materie und Energie innewohnt.

Arbeit gibt es in der neuen Gesellschaft mehr als genug und ein großer Teil wird in freier Arbeit erfolgen.

Der Produktionsprozess der neuen Gesellschaft unterscheidet sich auch von der kapitalistischen in seiner Wertstruktur.

Der Neuwert einer Ware wird neben den Materialkosten und den den Arbeitskosten Reproduktionskosten enthalten müssen ,einmal als Gesellschaftliche und als Reproduktionskosten der Natur.

Die richtigen Proportionen zu finden, wird Aufgabe der gesamten Gesellschaft sein müssen und wird selbst ein Prozess ohne Ende sein.

Mit der Reife der Gesellschaft wird auch das Geld vollständig verschwinden, nicht aber die Arbeit.

Damit wird Marx Idee vom Kommunismus begreifbar, ebenso, dass diese Gesellschaft mit einem beständigen Prozess der Erweiterung von Wissen und damit Fähigkeiten sein wird.

Der i-Markt wirft schon mal die öffentlichen Güter aus der Warenproduktion heraus, das gelang partiell sogar schon im Staatssozialismus.

Das globale Kapital hatte ganz andere Pläne, TTIP und TiSA belegen das und das Konzept der Finanzialisierung nimmt die Bürger in Haftung gegenüber den Verwertungsinteressen der Monopole

Manche Beträge bei Aufstehen, wie der von Volmer rufen auf, eine Alternative zum Kapitalismus zu formulieren.

Ich finde es billig, Menschen alte Fehler vorzuwerfen, wenn sie sich erkennbar davon wegbewegt haben.

Nur finde ich bei Aufstehen nicht den demokratischen Diskurs.

Wenn da ein Gründungsmitglied dazu auffordert, seinen Text fortzusetzen und das dann nicht möglich ist und auch der Protest dieser Person nicht zu hören ist, schwindet allerdings mein Vertrauen.

Noch ein Satz an die Friedensbewegung.

Eine Regierung, die den i-Markt zum Regierungsprogramm macht, würde natürlich sofort den NATO-Truppenstationierungsvertrag kündigen, aber Mitglied in der NATO bleiben.

Der i-Markt lebt Souveränität und respektiert die Souveränität anderer Völker.

Eine solche neue Volks-Regierung würde auch die Positionen, die sie in die NATO einbringt, vorher mit ihren Bürgern beraten. Sie würde den Bürgern sogar das letzte Wort zubilligen, damit nie wieder eine Führernatur alle Macht an sich reißen kann.

Sie würde auch schwierige Fragen nicht verstecken, das sind Fragen des Wachstums und auch der menschlichen Reproduktion, wobei der i-Markt bereits die sozialen Instrumente enthält, soziale Grundsicherung im Rahmen der tatsächlichen Leistungsfähigkeit durch Sozialgeld für Staatsbürger, Bildung, Transparenz und direkte Demokratie und internationale Zusammenarbeit auf der Grundlage der Prinzipien dieser fortschrittlichen Gesellschaft. Über die Vorbildwirkung lassen sich Ansteckungseffekte erzielen.

Demokratie konnte man bisher nicht exportieren, über neue Marktprinzipien vermutlich schon.

Damit würde die Marxsche Weltrevolution ein längerer historischer Prozess der Selbstbefreiung der Völker.

Die NWO hätte damit auch ihr Gegenmodell gefunden.

Gut, ich schränke ein, ich kann nur für mich sprechen und ich wäre nur eine Stimme in einer realen Gesellschaft, die dieses Modell mit Leben füllen würde.

Ich habe aber das Vertrauen, dass nach ausgiebiger Beratung eine hinreichende Mehrheit für diese Positionen entstehen würde. Nicht mal jeder General findet die aktuelle Politik der NATO richtig, nicht einmal alle CDU-Mitglieder stehen hinter Frau Merkel und vor Frau Nahles tut sich bereits ein Abgrund auf, in den sie bald stürzen wird.

Wenn Hans-Peter Martin bei Heise schreibt:

Die Antwort muss eine neue Radikalität sein – aus der politischen Mitte heraus. Eine Wiederbesinnung auf die soziale Marktwirtschaft im Rahmen einer demokratisch-freiheitlichen Grundordnung.

So zeigt sich das übliche Gefangensein im Bekannten!

Radikalität und Bewahrung des Alten, dass sich längst als Illusion erwiesen hat, passt irgendwie nicht zusammen.

Wie dankbar bin ich für kluge Leser, die zeigen, was andere schon herausgefunden haben,,schon vor mir

Die Globalisierungsfalle und was davon übrig blieb.

War ein gutes Buch.

Anhand des wirren Textbeitrages vermute ich, dass Harald Schumann der Eloquentere und Strukturiertere der beiden war.

Seis drum.

Eine Anmerkung:

Die Antwort muss eine neue Radikalität sein – aus der politischen Mitte heraus. Eine Wiederbesinnung auf die soziale Marktwirtschaft im Rahmen einer demokratisch-freiheitlichen Grundordnung.

*seufz*

Merkt der Mensch nicht, dass eine Marktwirtschaft, die ewiges Wachstum braucht, am Ende IMMER zu massiven Krisen auf vielen Ebenen führt?

Prof. Bernd Senf hat in den 1990ern fünf Krisen des derzeitigen Geldsystems und der daran hängenden Wirtschaftsform ausgemacht und vorhergesagt:

  1. Krise der Gesellschaft.

Dazu zählt die Spaltung in Arm und Reich, zunehmende Spannungen zwischen den Klassen, zwischen den Ethnien, zwischen Ländern, Stärkung von Extrempositionen auf der linken (Podemos, Syriza, Melanchon) und auf der Rechten.
Aber auch abnehmende Geburtenraten, Unvereinbarkeit von Kind und Beruf, abnehmende Qualität der Schulbildung. Zunahme stressbedingter Krankheiten.

  1. Krise der Wirtschaft

Dazu zählen immer mehr Global Player, die die Wirtschaft bestimmen, Schrumpfung des Mittelstandes, Lohnrückgang, bzw. Stagnation, Pleiten und Arbeitslosigkeit (heute vor allem im Süden zu finden).

  1. Krise der Umwelt.

Kann jeder selber mal nachdenken.

  1. Krise des Staates.

Staatspleiten (Spanien, Griechenland, Italien usw.), Demokratieverlust, Politikverdrossenheit.

  1. Krise der Dritten Welt.

Na ja.. deswegen machen die sich ja auf.

Man hätte mal auf ihn hören sollen.

Dr. Hans Joachim Maaz nennt unsere Wachstumswirtschaft eine „süchtige, gierige Gesellschaft“ und eine „narzisstische Normopathie“ und schlägt vor, die Rechten (auf D bezogen) als Symptom einer Krise zu sehen und die Kritik als Kritik an einer Fehlentwicklung zu begreifen, statt zu diffamieren.

Es biete Lösungsvorschläge an, und wünscht sich eine breite öffentliche Debatte, wie wir in Zukunft leben wollen, weil ein Weiter so! nicht mehr funktioniert. Er hat erkannt, dass auch die Soziale Marktwirtschaft nur ein Ausdruck einer gierigen und süchtigen Gesellschaft war und ist und dass wir so nicht weiter machen können und das die Demokratie nur eine äußere Demokratie ist, keine innere Demokratie auf breiter Basis, wo man die eigenen ungeliebten Anteile annimmt und integriert.

Ein Rufer in der Wüste.

Fabian Scheidler bemührt treffend den Ausdruck der „Megamaschine“. Die zunehmend alles plattwalzt und zu dessen beschleunigten Betrieb eben immer mehr Ressourcen und entsprechend Kaufakte realisiert werden müssen.

Auch er ist in der öffentlichen Debatte nur ein Randphänomen.

Fakt ist: Migration, Schulden, Spaltung in arm und Reich, zunehmende Spannungen, Separationsbewegungen, Umweltverschmutzung, die Liste der Krisen sind ellenlang, lassen sich ALLE direkt auf den Versuch zurückführen, immer wieder noch mehr Wachstum zu generieren. Man kann bildlich gesprochen sagen, dass uns die Zahnräder und die Dichtungen schon um die Ohren fliegen, das Öl rumspritzt und die Kolben schon heiss laufen.

Da das System aber immer defizitär ist, muss NOCH MEHR Wachstum her.

Die Radikale Besinnung auf die soziale Marktwirtschaft ist nicht mehr möglich.
Europa war schon immer der Ort, wo neues entstand. Europa war schon immer der Ort des Fortschritts.

Und hier haben wir jetzt die Chance, eine neue Form des Lebens zu beginnen. Die süchtige, gierige, nie zufriedene Gesellschaft ist nicht überlebensfähig. Wir brauchen neue Ideen und vor allem mehr Natürlichkeit in allen Lebensbereichen. Von der Geburt über die Aufzucht der Kinder, Schulbildung, Beruf, Ernährung, Sexualität, Landwirtschaft, bis hin zum Sterben.

Derzeit wird ALLES kommerzialisiert und sogar das Sterben wird verhindert, um selbst aus einem halben Leichnam noch ein bisschen Wachstum herauszuquetschen.

Mehr Natürlichkeit geht aber nur mit einem natürlicheren Wirtschaftssystem und einem natürlicheren Geldsystem.

Die Marktwirtschaft hat uns erst reich gemacht, hat den Wohlstand angehoben, die Bildung, die Intelligenz, die Kultur… aber irgendwann kippt das und der Zwang, immer und immer wieder Wachstum zu erwirtschaften, treibt immer neue Krisen hervor.

Wir müssen erkennen, dass es eben so nicht weitergehen kann… und uns austauschen, wie es besser, nachhaltiger, zufriedenstellender, krisenfester und glücklich machender geht.

Aber dazu sind ganz bittere Einsichten notwendig, auch in die eigenen Defizite und Mängel.

Und entweder gehen wir das an und haben so die Chance, aus dem Schlamassel wieder raus zu kommen, oder der Laden fliegt uns um die Ohren.

Ich halte Hans Joachim Maaz, der all diese Einsichten gerade auf die große Bühne bringt, deswegen für den wichtigsten Deutschen derzeit.

„Funfact“: er ist ein Nachfolger Wilhelm Reichs, der in den 1920 und 30er genau auch derjenige war, der die Probleme des Nationalsozialismus hat kommen sehen und der die psychischen Strukturen der Menschen erkannte und heilen wollte. Auch er war wahrscheinlich damals der wichtigste Deutsche, weil er die tieferen Ursachen analysierte und Lösungen vorschlug.

Mal sehen, ob wir jetzt zur Einsicht kommen, oder den nächsten Apokalypse Now! Moment brauchen, um diese Normopathie zu überwinden.

Wenn zwei unabhängig zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommen, dann ist der Diskurs sicher leicht herzustellen.Ist dieser Diskurs erst mal zum Leben erwacht, kann ich zufrieden sterben.

Wie Phönix aus der Asche kann dann der neue Arbeiter entstehen,
der das Wertvolle aller Geschichte sich zu eigen macht
und Kultur und Wissenschaft in neue Höhen trägt.

Ohne Freiheit im Handeln gibt es keine Freiheit.

Ohne Wissen gibt es kein sinnvolles Handeln.

Was sinnvoll ist, bedarf ganzheitlicher Betrachtung.

Die Aufgabe ist so groß, dass sie einer Mehrheit im Volk bedarf,
die nur auf deren freier Entscheidung beruhen kann.

Eine Anmerkung zu einem persönlichen Empfinden, das mir immer wieder begegnet. Ich lese einen Text, verarbeite den in einem eigenen Text und finde ohne langes Suchen ein Echo, ein intelligentes.

Das hat nichts mit Echokammern zu tun, in denen bewege ich mich gar nicht. Ich brauche keine Zitate, ich benutze die meist nur als Auslöser meines eigenen Denkprozesses.

Mindestens 5 Jahre Forschung haben eigene Erkenntnisse hervorgebracht, unabhängig von Geld oder anderen Personen, aber immer im streitbaren Dialog ,nicht ohne harter Kritik und nicht ohne selbstkritische Haltung.

Deshalb noch der nachfolgende Kommentar auf den obigen:

Der Ausweg aus der Krise ist immer gleich

Krieg und Zerstörung. War schon immer so, hat sich bewährt.

Ich habe wenig Hoffnung, daß Vernunft diesmal obsiegen wird.

Es wird nicht mal ausreichend an Alternativen zum Kapitalismus geforscht, obwohl dies das dringendste Problem der Menschheit ist. Mit Bigdata, Lineproduction oder Production on demand wären durchaus andere Modelle denkbar. Es ist die Gier, die uns tötet.

Zeiten ändern sich. Der Krieg läuft schon lange und hat nichts gerettet. Neugier ist die einzige Gier, die der
i-Markt erlaubt. Doch es wurde geforscht und alle Parteien haben sich der Erkenntnis verweigert, weil sie selbst systemisch geworden sind.

Deshalb brauchen wir eine von Apparatschiks unabhängige linke Bewegung.

++

vielen Dank für ihren ausführlichen und sehr zutreffenden Kommentar. Es sind sozialpsychologische Ideen, die uns die richtige Perspektive auf die aktuelle Krise geben könnten.
Leider soll auch bei den „Linken“(nicht nur die Pratei) und auch bei #aufstehen immer nur am Wirtschaftssystem rumgedoktort werden und die psychischen Deformationen in uns allen, die das Aktuelle am Laufen halten, weden einfach ausgebelendet.

Nun , das zeigt, dass ich manchmal den kleinen Irrtum nicht sofort entdecke, wenn ich nicht selbst die Quellen überprüfe. Ein alter Streit mit einem Vertreter der idealistischen Philosophie.

Der i-Markt entwickelt seine psychologischen Wirkungen aus seinen Produktionsverhältnissen und den Marktverhältnissen, also aus seinen materiellen Grundlagen. Das bedeutet aber nicht, dass wir keine Ideale teilen könnten.

Ideale gegen bestehende Marktverhältnisse durchzusetzen, funktioniert ja gerade nicht,
2000 Jahre Christentum und Parteien mit dem „C“ im „Namen sind Beweis genug.

Das Phänomen ist aber nicht neu, Marx musste Hegel auch erst vom Kopf auf die Füße stellen.

Die Materialität eines Rechtsverhältnisses einen Idealisten verständlich zu machen, ist eine Sisyphus-Arbeit.

Darauf kommt es aber nicht an, Hautsache es funktioniert in der Praxis.

Noch das Ende des Threads:

Reich ist ja damals auch in die Kommunistische Partei eingetreten, weil er dachte, dort etwas bewirken zu können. Er merkte aber, dass die genauso „vernagelt“ waren wie die anderen Parteien auch.
Das hat schon alles eine gewisse Tragik.

Menschen können aus Fehlern lernen, sie müssen nur ehrlich zu sich selbst sein.

Kants kategorischer Imperativ ist doch keine schlechte Idee.

Nur um gute Ideen umzusetzen, dazu braucht es Grundlagen in der Gesellschaft und deshalb ist es unumgänglich, dass wir uns mit Ökonomie und Geld beschäftigen müssen und natürlich auch mit den psychischen Wirkungen auf Menschen.

Es gehört eben zu den psychologischen Fehlleistungen der „Linken“, dass sie die materiellen Grundlagen der Existenz ihrer Organisation in der Gegenwart ignorieren. Sie werden nicht getragen von ihren Mitgliedern sondern von den Fleischtöpfen des staatlichen Tribut-Systems und verhalten sich gefällig in ihrer Alibi-Funktion der Scheindemokratie obwohl das Nichtexistieren einer Demokratie ein Oskar Lafontaine klar ausgesprochen hat. Und eine Petra Pau wird leidenschaftliche Verteidigerin der Parlamentarischen Demokratie und des bürgerlichen Rechtsstaates,d er längst dazu übergegangen ist, seine Prinzipien außer Kraft zu setzen. Da muss nur noch jemand rufen „Räääääächts“ schon zieht die Antifa los und schlägt mit außerrechststaatlichen Methoden zu. Das Kapital gewinnt doppelt, die Linke schwächt einen hochwirksamen politischen Kritiker und gleichzeitig verhindert die Linke, dass sich diese eine Alternative zum Kapitalismus erarbeiten kann. Dass der Staatssozialismus nicht zieht haben ja die meisten begriffen, aber sie haben eben auch das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Kopfwäsche und Kopfnüsse funktionieren nicht, weil sie ideologische Religioten geworden sind. Es ist eine kaum heilbare Erkrankung. Von außen unmöglich, nur aus eigener selbstkritischer Arbeit möglich, schmerzlich, aber aushaltbar und befreiend.

 

 

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Der TOD der alten Arbeiterklasse

  1. insgesamt etwas chaotischer Gedanken-Pottpurie, mit vielen richtigen denkansätze …diese werden aber leider nur kurz angeschnitten und nicht ausreichend betrachtet ….dann springt der autor schon zum nächsten Thema ..der text sollte erstmal nach themen strukturiert werden
    Immer nur beim alten Marx nachzukramen , wie die Kirche in der Bibel , führt auch kaum weiter..(obwohl rückbesinnung auf den Ursprung schon gut ist) Leider hat sich Marx auch Jahrzehntelang zu viel am Kapitalismus abgearbeitet und zum Sozialismus fast garnichts hinterlassen , (z.B. wie soll die soz, Wirtschafts-Organisation konkret aussehen , Woher soll die überlegene Arbeitsproduktivität kommen ? u.a.) so dass nach seinem Tod ein 150-Jahre-Rätselraten einsetzte u. sich jeder seine eigne Sozialismus-Version bastelte
    1.es braucht wohl mindestens 1 neuen Marx des 21. jahrhunderts , bzw , besser, ein linkes Wissenschaftler-Kollektiv, dass von der theorie her die ganzen letzten 150 Jahre aufarbeitet.und auch die richtigen erkenntnisse der andren linken Denker auswertet , z.B. Trotzki, die Verirrungen des Staats-Sozialismus typ Stalin usw
    2. Ergänzung für den autor: Marx und selbst Lenin kannte keinen Faschismus , der erste kam erst 1923 in Italien , als Lenin schon paar Schlaganfälle hatte., -aber Trotzki kannte u. analysierte ihn
    3.die Arbeiterklasse müsste wohl in „Klasse der Lohnabhängigen “ oder „Werktätige“ umbenannt werden , usw -auch mal analysieren, warum die werktätigen immer erst aufwachen , wenn sie hungern und die Bomben fallen, und nicht schonmal rechtzeitig vorher.
    4. das ganze muss verfasst werden in einer für jeden normalen Arbeiter verständlichen Sprache , statt wissenschaftlich abgehoben wie Marx in einer Sprache , die man selbst als Hochschul-Absolvent kaum versteht

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    Verfasst von tom | 4. Oktober 2018, 8:30

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