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Ausland, Naher Osten

Putins Zögern führt zum Verlust der syrischen Provinz Idlib

von Paul Craig Robertshttp://www.theblogcat.de

Die Provokationen, die Putin zugelassen hat, eskalieren jetzt. Peter Ford, ehemaliger britischer Botschafter in Syrien, weist darauf hin, dass Washington die Zögerlichkeit Putins in Syrien schnell ausgenutzt hat, um die Vorwände zu eskalieren, unter denen Washington einen militärischen Angriff auf die syrischen Streitkräfte starten wird. Früher war Washingtons Vorwand ein False Flag „Chemiewaffenangriff“, der Syrien angelastet werden sollte. Washingtons neuer Vorwand schließt die Befreiung von Idlib aus, da Washington erklärt hat, dass jeder Versuch einer Befreiung der Provinz von Washingtons terroristischen Verbündeten zu einem US-Militärangriff auf Syrien führen wird. Tatsächlich gilt selbst eine Flüchtlingswelle, unabhängig davon, ob sie durch einen syrischen Angriff verursacht wurde oder nicht, als eine „humanitäre Angelegenheit“, die einen militärischen Angriff der USA auf Syrien rechtfertigt. Der Sondergesandte von Präsident Trump für Syrien, James Jeffrey, hat gerade angekündigt, dass die Vereinigten Staaten einen Angriff nicht tolerieren werden.
(„Idlib: Die Ruhe vor dem Sturm“)
https://www.strategic-culture.org/news/2018/09/19/idlib-lull-before-hurricane.html

Es liegt auf der Hand, dass die syrisch-russische Befreiung Idlibs von den Terroristen Washingtons jetzt nicht stattfinden kann, es sei denn, Putin ist bereit, eine solche Luftüberlegenheit über Syrien herzustellen, unterstützt durch russische Waffen, dass die USA nicht in der Lage wären, einen Angriff zu starten. Washingtons Eskalation der Provokationen bedeutet, dass Putin das Risiko eingehen müsste, alle US-Angriffskräfte zu zerstören, die leichtsinnig genug wären, die Verteidigung zu testen.

Ein weiteres Rätsel ist Putins Entscheidung, Erdogan zu befrieden, indem er eine entmilitarisierte Zone in Idlib einrichtet, anstatt die Provinz zu befreien. Wie kamen Putin und Erdogan zu der fantasievollen Einschätzung, dass die USA und ihre terroristischen Verbündeten in der Provinz Idlib mit ihrem Entmilitarisierungsplan zusammenarbeiten würden? Hat sich die russische Außenpolitik in Selbsttäuschung aufgelöst?
(„Video: AlQaeda-Milizen weisen das Abkommen zur Entmilitarisierung in Idlib zurück“)

https://www.globalresearch.ca/video-al-qaeda-militants-reject-demilitarization-zone-agreement-in-idlib/5654577

Wir beobachten, wie sich meine Sorge entfaltet, dass die Akzeptanz von Provokationen zu mehr Provokationen führt und dass die Provokationen in ihrer Gefahr eskalieren. Was wird Putin jetzt tun? Wenn er sich wieder zurückzieht, kann er mit einer noch gefährlicheren Provokation rechnen, bis die einzige Wahl Kapitulation oder Atomkrieg ist.

Washingtons Provokationen hätten nicht die heutige Intensität erreicht, wenn Putin vor den vielen Provokationen mit der Faust auf den Tische geschlagen hätte. Tatsächlich wäre die gesamte syrische Krise vorbei gewesen, wäre da nicht das wiederholte Zögern und der vorzeitige Rückzug der russischen Streitkräfte gewesen.

Versteht die russische Regierung nicht, dass Washington einen Krieg gegen Russland und nicht gegen Terroristen führt?

Paul Craig Roberts (geb. 1939) ist ein amerikanischer Ökonom, Kolumnist, Blogger und ehemaliger Staatsbediensteter.
Er war 1981 stellvertretender Finanzminister für Wirtschaftspolitik unter Ronald Reagan. Nach seiner Zeit in der Regierung wandte er sich dem Journalismus zu. Er war Redakteur und Kolumnist für das Wall Street Journal, Kolumnist für Business Week, Skripps Howard News Service und Mitarbeiter des Harper’s Magazine.
Er war Professor für Wirtschaft an der George Mason Universität und für 12 Jahre Chefdozent für Politische Wissenschaften am William E. Simon Institut an der Georgetown Universität.
Von 1993 bis 1996 war er Mitglied des Cato Instituts. Und er war Mitarbeiter der Hoover Institution.

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/pcr-20-09-2018/

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Diskussionen

5 Gedanken zu “Putins Zögern führt zum Verlust der syrischen Provinz Idlib

  1. Putin und Erdogan machen aus der Befreiung von Idlib eine Polizeiaktion mit mehreren Etappen. Diesmal ist 15km-Streifen dran, nach der Umsetzung folgt der nächste Schritt.

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    Verfasst von Kinesiologie Köhn Potsdam | 23. September 2018, 8:38
  2. Russland kann sich doch nicht allein mit der Nato anlegen..wo sind denn die Chinesen und Iraner? einerseits aus russ. sicht verstehbar, andrerseits sinnlose +schädliche Schaukelpolitik der Putin-Regierung

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    Verfasst von tom | 22. September 2018, 14:12
  3. Eben das versteht Putin sehr gut.
    Wenn von der Türkei kein Nachschub mehr erfolgt, auf der anderen Seite der Iran steht und drumherum die Syrische Armee.dann kann man auch warten.

    Ich zum Beispiel würde verdeckt die Terroristen angreifen und schwächen und versuchen bei der Bevökerung zu punkten. Solche Auseinandersetzungen gehen nicht anders, als den Gegner im Unklaren zu lassen.

    Sind nicht bereits viele Syrer wieder zurückgekehrt?
    Wenn die Terroristen das sabotieren, welche Position wird die Bevölkerung dazu haben?
    Ich kann annehmen, dass da viele sind, die auch eine Waffe in die Hand nehmen werden, eben dann gegen die Terroristen. Wenn entmilitarisiert, dann besteht auch ein Recht auf Selbst-Verteidigung der Zivilisten.

    Hat er nicht bereits den Syrern S300 zur Verfügung gestellt?

    MIKADO? Wer sich zuerst erkennbar bewegt, verliert?

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    Verfasst von Poitikus | 22. September 2018, 13:58
    • Erdogan hat die Terroristen bislang in erster Linie versorgt und wird das auch weiterhin tun. Nach der 1. Astanakonferenz einigte man sich auf die Aufteilung Idlibs zwischen Türkei, Iran und Russland bezogen auf das Ziel, die Terroristen zu entmachten. Im Gegensatz zu Iran und Russland hat Erdogan gar nichts getan. Er verstand Astana 1 als seinen Beitrag zum Schutz der Terroristen.
      Die Vorstellung, daß unorganisierte Zivilisten sich bewaffnen und gegen die Terroristen vorgehen ist ganz und gar weltfremd. Das sähe hier nicht anders aus, wenn größere bewaffnete Banden die Kontrolle übernähmen.
      Und nein, Putin hat der syrischen Regierung trotz wiederholter Bitten nicht das SS300 System zur Verfügung gestellt. Das hätte nämlich einen Konflikt mit dem zionistischen Gebilde nach sich gezogen, welches dann nicht mehr in der Lage gewesen wäre, Syrien nach Belieben zu bombardieren.

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      Verfasst von Eugen Hardt | 22. September 2018, 15:33
    • Auch die jetzt beschlossene Demilitarisierung – bis zum 15. Oktober – wird Erdogan sicher nicht umsetzen, zumal Al Qaida bereits erklärt hat, das die diesbezüglichen Beschlüsse für sie Schall und Rauch sind. Al Qaida ist auch im Gegensatz zu den „gemäßigten“ Terroristen nicht bereit Erdogans Plan anzunehmen, einfach umzuflaggen und ihn dann erklären zu lassen, das Terroristenproblem sei mgelöst. Da er aber Al Qaida kennt kam es ihm einzig darauf an, mindestens bis zum 15. Oktober Zeit zu gewinnen.

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      Verfasst von Eugen Hardt | 22. September 2018, 15:40

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