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Ausland, Naher Osten

Idlib: Al-Qaidas letzte Zuflucht

von Toni Cartalucci – http://luftpost-kl.de

Der durch seine geopolitischen Recherchen bekannt gewordene US-Autor Tony Cartalucci analysiert die Situation im syrischen Gouvernement Idlib und die davon ausgehende
Kriegsgefahr.

Die USA haben die Spannungen im andauernden Syrien-Konflikt noch einmal verschärft und Damaskus erneut gedroht – in Form einer „Warnung“ vor der Rückeroberung des im Norden Syriens gelegenen Gouvernements Idlib. Die USA haben Assad beschuldigt, aus diesem Grund einen Giftgasangriff auf die Stadt Idlib vorzubereiten [s.  https://journal-neo.org/2018/08/28/syria-boltons-damascus-chemical-weapons-plot-lacks-motive-credibility/  ].

Weil die US-Regierung für ihre Anschuldigung wieder keine Beweise vorlegen konnte, ist klar, dass die Warnung in Wirklichkeit eine Drohung mit einer US-Militäraktion ist, die mit einem (von den belagerten Al-Qaida-Terroristen inszenierten) Giftgaseinsatz gerechtfertigt werden soll.

Idlib: Die neue Al-Qaida-Hauptstadt in Syrien

Die im Norden Syriens gelegene Stadt Idlib ist tatsächlich zur letzten Zuflucht für Al-Qaida in diesem Land geworden.
Grafik entnommen aus Wikipedia

Dort haben sich verschiedene Al-Qaida-Ableger mit ihren Verbündeten und Partnern unter dem SammelnamenTahrir al Scham (s.https://de.wikipedia.org/wiki/Hai%CA
%BEat_Tahrir_asch-Scham) zusammengeschlossen   –   darunter Jabhat Al Nusra (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Nusra-Fron ), die vom US-Außenministerium als Terroror-
ganisation eingestuft ist, Nour al-Din al-Zenki (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Harakat_Nour_al-Din_al-Zenki), eine berüchtigte, von den USA bewaffnete und  unterstützte Gruppierung, die durch Gräueltaten (in Aleppo) – besonders durch Folterungen und Exekutionen, darunter auch die Enthauptung eines Kindes  –  bekannt wurde, und Ahrar al-Scham (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Ahrar_al-Scham ), die wiederholt  mit dem selbsternannten „Islamischen Staat in Syrien und dem Irak“ / ISIS kooperiert hat [s. https://web.stanford.edu/group/mappingmilitants/cgi-bin/groups/view/523            ].

Die Zusammensetzung der Besatzer der Stadt Idlib ist den Herrschaften in Washington, London, Brüssel, (Berlin, Paris) und in den arabischen Staaten am Persischen Golf, die sich als ihre Beschützer aufspielen, sehr wohl bekannt. Deshalb bemühen sich die westlichen Mainstream-Medien fieberhaft darum, deren Gräueltaten abzustreiten, zu entschuldigen oder sogar zu rechtfertigen.

Als nach Idlib geflohene Terroristen der Nour al-Din al-Zenki ein Kind enthaupteten, machte die BBC den skandalösen Versuch, auch diese Schandtat zu entschuldigen – mit der.Begründung, der Junge sei alt genug gewesen, um als „Kämpfer“ zu gelten:

 … er soll erst 10 Jahre alt gewesen sein, nach anderen Berichten war er aber schon wesentlich älter. (s. https://www.bbc.com/news/world-middle-east-36843990 )

Der BBC scheint entgangen zu sein, dass Nour al-Din al-Zenki auch dann ein scheußliches Kriegsverbrechen begangen hätte, wenn der junge Kämpfer schon 18 gewesen wäre.

Dass die BBC von Terrororganisationen, die syrisches Territorium besetzt halten, begangene Kriegsgräuel rechtfertigt, ist die Regel und nicht die Ausnahme, und das ist nicht nur der britischen BBC, sondern den westlichen Mainstream-Medien insgesamt vorzuwerfen. Seit Beginn des Konfliktes in Syrien im Jahr 2011 (s. dazu auch http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP09811_240611.pdf ) haben die BBC und andere Medien immer wieder Partei für die Terroristen ergriffen, die versuchen, die syrische Regierung zu stürzen.

Die Terrorzentrale Idlib ist ein kollaboratives Projekt des Westens

Idlib ist eine der letzten Al-Qaida-Hochburgen in Syrien, weil es in der Nähe der türkischen Grenze liegt; das NATO-Mitglied Türkei hat die militanten Gruppierungen, die in Syrien operieren, jahrelang finanziell, politisch und militärisch unterstützt.

Seit Idlib in die Hände der vom Westen gesponserten Terroristen fiel, ist es dort so gefährlich geworden, dass es auch von Vertretern der westlichen Medien und der westlichen Organisationen gemieden wird, von denen seine Besatzer Hilfe erhalten.

Sogar US-Thinktanks haben Idlib als ein gefährliches, dysfunktionales Epizentrum bewaffneter Terroristen beschrieben [s. https://journal-neo.org/2016/12/18/welcome-to-idlib-americas-model-syrian-city/%5D. In einem 2016 veröffentlichten Papier der Century Foundation (s. https://en.wikipedia.org/wiki/The_Century_Foundation ) mit dem Titel „Keeping the Light on Rebel Idlib „(Licht in die Rebellen-Stadt Idlib bringen, s.  https://tcf.org/content/report/keeping-lights-rebel-idlib/?agreed=1) heißt es dazu:

Restriktive Grenzschutzmaßnahmen der türkischen Regierung und die Sicherheitslage     in Idlib schränken den Zugang zum Gouvernement und zur Stadt Idlib (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Idlib) ein. Gefahr geht nicht nur von Bombardements (der syrischen und   der russischen Luftwaffe), sondern auch von kriminellen Kidnappern oder Entführern aus den Reihen der genannten islamistischen Gruppierungen aus. Von einigen Ausnahmen abgesehen, können unabhängige westliche Experten und Journalisten im Gouvernement Idlib nicht mehr sicher arbeiten.

Durch Zuzug von kürzlich aus der Umgebung der syrischen Hauptstadt Damaskus und der im Süden Syriens gelegenen Stadt Daraa vertriebenen Kriminellen und Kämpfern der von der Century Foundation genannten Gruppierungen hat sich die Situation in Idlib noch weiter verschärft.

Die Century Foundation hat bereits 2016 zugegeben, dass sich wegen der bestehenden Gefahren auch ihre Rechercheure nicht mehr in Idlib aufhalten und Informationen nur noch durch Interviews sammeln können, die über Telefon oder E-Mails geführt werden; auch die westlichen Medien sind darauf angewiesen – wenn sie die von ihnen verbreiteten Meldungen nicht einfach frei erfinden. Die Century Foundation hat auch auf einen weiteren wichtigen Aspekt aufmerksam gemacht, der Idlib den De-facto-Status der syrischen Al-Qaida-Hauptstadt einbrachte – die umfassende westliche Unterstützung, die Idlib bisher über.Wasser gehalten hat. In ihrem Bericht weist sie zunächst auf die führende Rolle extremistischer Organisationen in Idlib hin:

Bewaffnete islamistische und dschihadistische Gruppen, die ihre Aktivitäten relativ eng   koordinieren, üben vor Ort die Macht aus.

In dem Bericht wird dann auch noch zugegeben, dass die Netzwerke und lokalen Institutionen dieser Extremisten vollständig von den USA, Großbritannien und der Europäischen Union finanziert werden.

Zusätzlich zu der bei der Organisation von (Nahrungsmittel-)Verteilaktionen gewährten Hilfe werden auch zeitweise funktionierende Dienstleistungen wie die Einrichtung von Bäckereien, die Straßenreinigung, die Müllabfuhr, die Reparatur der Wasserversorgung und die Ausbesserung von Straßen unterstützt.

Viele dieser kostspieligen kommunalen Dienstleistungen werden von internationalen Geldgebern wie der U.S.  Agency for  international Development  / USAID (s.  https://
de.wikipedia.org/wiki/United_States_Agency_for_International_Development ) und dem britischen Department for International Development / DfID (s. https://www.welthunger-
hilfe.de/ueber-uns/netzwerk/institutionelle-geber/dfid-department-for-international-development/ )  finanziert.  Die USA leisten durch mehrere Organisationen  Unterstützung, nicht   nur   durch   USAID,   sondern   auch   durch   das   Office   of   Transition   Initiatives   (s.https://en.wikipedia.org/wiki/Office_of_Transition_Initiatives) der USAID,   abgekürzt  USAID/OTI, von dessen „Syrien-Regionalprogramm“, das Werte wie Toleranz fördern soll,eigentlich nur  die „gemäßigte Opposition“  profitieren dürfte.Internationale   Hilfe wird auch für weniger bekannte, von „Bil-Akhdar“ (Grünes Akhdar, s. https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Dschabal_al-Achdar_(Oman) ) und „Tamkeen“ (s.https://en.wikipedia.org/wiki/Tamkeen_(Bahrain)  ) durchgeführte Projekte gewährt,die ebenfalls von USAID, dem britischen Conflict Pool (s.   https://www.gov.uk/government/publications/conflict-pool) und der Europäischen Union gefördert werden.

Nach dem Bericht (der Century Foundation) erhielten auch die „Weißhelme“ (s.http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP08218_130618.pdf) und die Idlib Free Police (s.
https://www.alaraby.co.uk/english/indepth/2018/9/11/free-syrias-police-brace-for-regimes-idlib-offensive ) Zuwendungen, die kürzlich teilweise gestoppt wurden.

Örtliche Räte arbeiten auch mit anderen einheimischen Organisationen zusammen – mit den Syria Civil Defence Emergency First Responders, die als „Weißhelme“ bekannt wurden, und mit der Idlib Free Police, die auch von internationalen Sponsoren unterstützt werden.

Während einige westliche Länder die Unterstützung für die „Weißhelme“ sogar deutlich erhöht haben – obwohl unwiderlegbare Beweise dafür vorliegen, dass sie direkt mit Al-Qaida kooperieren, erhält die so genannte „Syrian Free Police“ jetzt kein Geld mehr.

In einem Artikel mit dem Titel „Britain to axe funding for scheme supporting Syrian opposition“ (Großbritannien kürzt die Mittel für die bisher praktizierte Unterstützung der syrischen Opposition), den der Guardian im August 2018 veröffentlicht hat [s. https://www.theguardian.com/world/2018/aug/20/britain-to-stop-funding-free-syria-opposition-as-assad-closesin ], wurde zugegeben:

Großbritannien war einer von sechs Staaten, welche die kommunalen Polizeikräfte unterstützt haben, die 2011 nach Beginn des Aufstandes in Syrien gegründet wurden. In der (von der BBC ausgestrahlten) Panorama-Sendung „Jihadis, you pay for“ (Ihr bezahlt Dschihadisten, s. https://www.bbc.co.uk/programmes/b09j0fql da ) wurde behauptet, „Freie Polizisten“ in Bereich Idlib hätten nur mit Zustimmung der Jabhat al-Nusra (s.http://www.bnd.bund.de/DE/Themen/Lagebeitraege/IslamistischerTerrorismus/Unterpunkte/JabhatAlNusra_node.html) eingestellt werden können, und in Aleppo seien sie gezwungen worden, ihr Geld der extremistischen Gruppe Nour al-Din al-Zenki auszuhändigen.

Es ist unbestreitbar, dass die militanten Gruppierungen, die derzeit Idlib besetzen, und die Netzwerke, die das Gouvernement Idlib zu verwalten versuchen, aus Extremisten bestehen, welche die Bevölkerung in Geiselhaft genommen haben; und das konnten sie nur tun, weil die westliche Hilfe nach Feststellungen westlicher Thinktanks direkt und ausschließlich in die Hände dieser islamistischen Terroristen gelangt ist.

Wenn diese Hilfe ausbliebe, müssten die Terroristen, die Idlib besetzt halten, ihren Widerstand ganz schnell einstellen. Nur wegen der immer noch andauernden westlichen Unterstützung für die terroristischen Idlib-Besatzer, ist eine blutige Schlacht zur Befreiung der Zivilbevölkerung aus den Händen ihrer Geiselnehmer notwendig.

Auch Idlib gehört zum „Islamischen Staat“, der bereits aus dem syrischen Raqqa und dem irakischen Mossul vertrieben wurde; auch der ISIS konnte nur mit westlicher Unterstützung entstehen (s.       http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP14414_120914.pdf ).

Diese Wahrheit kommt in westlichen Darstellungen viel zu kurz

Nicht nur die „russische Propaganda“ oder eine Werbeagentur in Damaskus behaupten, das von Terroristen besetzte Idlib werde von der syrischen Armee befreit – auch ein westliches Medium wie die  New York Times  muss in einem Kommentar mit der Überschrift „The Death Blow Is Coming for Syrian Democracy“ (Der Todesstoß für die syrische Demokratie wird  bald  kommen,  s.  https://www.nytimes.com/2018/09/02/opinion/idlib-syria-jihadists-democracy.html ) zugeben, dass die Befreiung Idlibs nicht mehr aufzuhalten ist.

Der Untertitel dieses Kommentars lautet:

Der bevorstehende Angriff des Assad-Regimes auf Idlib wird nur die  Dschihadisten stärken und die  letzten demokratischen Revolutionäre  auslöschen. Warum sieht die Welt dabei tatenlos zu?

Die absurde Behauptung, durch die Beendigung der terroristischen Besetzung würden „nur die Dschihadisten gestärkt“, zeigt, wie realitätsfern die so genannte (westlichen) „Opposition“ mittlerweile argumentiert. Der Kommentator fährt fort:

Die Menschen in Idlib werden wahrscheinlich ein ähnliches Schicksal wie ihre Landsleute in Daraa und Ghouta  erleiden. Die bereits vorhandene Wut darüber, dass auch sie von den westlichen Demokratien im Stich gelassen werden, wird weiter wachsen. Die Bewohner von Idlib haben erkannt, dass diejenigen, die um jeden Preis „Stabilität“ wollen, ihren hartnäckigen Widerstand als kontraproduktiv wahrnehmen. Wenn das Assad-Regime Idlib wieder unter seine Kontrolle bringt, wird das aber weder zum Frieden noch zu mehr Stabilität führen. Durch die Auslöschung der demokratischen Alternative wird nur die Tyrannei gestärkt, Gleichzeitig werden den Dschihadisten – die nur auf Gewalt, Unterdrückung und Besetzung fremden Territoriums setzen – neue Spielräume zur Bedrohung der Region und der ganzen Welt verschafft.

Die angeblich „demokratischen Kräfte“, die 2011 den „Aufstand“ in Syrien angezettelt haben, waren allerdings nie an „demokratischen Alternativen“ interessiert, denn sie waren von Anfang an alles andere als demokratisch. Ihr Interesse an Syrien war weder „humanitär“ noch „demokratisch“ geprägt, denn mit ihrer „Revolution“ wollten sie nur einen vom Westen gewünschten „Regimewechsel“ herbeiführen, um die regionale und globale Hegemonie (der USA) abzusichern.

Die so genannte „demokratische Opposition“ ist in Wirklichkeit kein relevanter Faktor im Syrien-Konflikt und war das auch noch nie. Sie wurde nur erfunden, um mit Hilfe gewaltbereiter, brutaler, terroristischer Organisationen einen vom Westen gewünschten gewaltsamen Regimewechsel zu kaschieren. Wenn die Terroristen komplett aus Idlib vertrieben sind, müssen die syrischen Sicherheitskräfte und ihre russischen und iranischen Verbündeten nur noch ein kleines, von US-Truppen besetztes Gebiet im Osten Syriens und ein von türkischen Truppen erobertes Gebiet im Norden Syriens befreien.

Die Versuche, Idlib als eine Bastion der Demokratie erscheinen zu lassen, und die syrische Regierung als brutale, die Bevölkerung terrorisierende Diktatur darzustellen, obwohl die Idlib-Besatzer in Wirklichkeit nicht nur von Damaskus, sondern auch vom Westen als Terroristen betrachtet werden, dienen nur dazu, eine notwendige Entscheidungsschlacht ins Zwielicht zu rücken, die zwischen Soldaten eines souveränen Staates und seiner Verbündeten und den seit 2011 eingeschleusten Invasoren ausgetragen wird, um besetztes syrisches Territorium (von Terrorbanden) zu befreien.

Toni Cartalucci arbeitet von Bangkok aus als geopolitischer Analyst und Autor – hauptsächlich für das Online-Magazin „Near Eastern Outlook“ (s.     https://journal-neo.org/ ).

(Wir haben den erhellenden Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in runden Klammern versehen. Die Links in eckigen Klammern hat der Autor selbst eingefügt. Weitere Infos über ihn sind nachzulesen unter  http://landdestroyer.blogspot.com/p/blog-page.html.)

http://www.informationclearinghouse.info/50206.htm

http://luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP12718_160918.pdf

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Idlib: Al-Qaidas letzte Zuflucht

  1. Nicht Idlib, Europa, Deutschland ist die letzte Zuflucht der CIA Geheimarmeen, sie sind schon drin und mehrere Morde wurden schon durchgeführt

    Gefällt mir

    Verfasst von Norbert Nelte | 17. September 2018, 8:47

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