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Worauf sich der Westen vorbereiten muss – „Krieg mit Russland“

von https://deutsch.rt.com

Bild: Der Generalstabschef der britischen Armee, General Sir Nicholas Carter, während seiner Rede am 22. Januar 2018 beim Royal United Services Institute (RUSI).
In einer Rede am Royal United Services Institute (RUSI) beschrieb der Generalstabschef der britischen Armee General Sir Nicholas Carter, wie der Westen sich auf einen möglichen Krieg mit Russland vorbereiten muss. RT Deutsch dokumentiert diese denkwürdige Rede.

„Du bist vielleicht nicht am Krieg interessiert, aber der Krieg ist an Dir interessiert.“ Mit diesen Worten von Leon Trotsky schloss der Generalstabschef der britischen Armee, General Sir Nicholas Carter, seine Beschreibung der Bedrohung des Westens durch Russland, anlässlich seiner Rede am 22. Januar 2018 vor dem Royal United Services Institute (RUSI) zum Thema „Dynamische Sicherheitsbedrohungen und die britische Armee“ („Dynamic Security Threats and the British Army“). „Wir haben vielleicht keine Wahl hinsichtlich eines Konflikts mit Russland“, so das Fazit Clarks.

Mehr zum ThemaCausa Skripal: Regierungserklärungen von Theresa May als Teil einer Kriegs-Agenda gegen Russland

Vorangegangen war eine ausführliche Darstellung Russlands als „archetypischer Vertreter“ einer „staatlichen Bedrohung für unser Land“. Eine Ansicht, die seine „Stabschefkollegen aus den USA, Frankreich und Deutschland teilten“. Nachfolgend schilderte er ebenso ausführlich die Notwendigkeit, sich auf diese Bedrohung vorzubereiten, darauf, „den Krieg zu führen, den wir vielleicht führen müssen“. Auf diese Bedrohungen muss jetzt reagiert werden, denn „sie stellen eine klare und gegenwärtige Gefahr dar. Sie sind nicht Tausende von Kilometern entfernt, sie liegen jetzt vor der Haustür Europas“.

Der britische Generalstabschef zählt einen ganzen Katalog russischer Bedrohungen und britischer Gegenmaßnamen auf.

Worauf sich der Westen vorbereiten muss - "Krieg mit Russland"

Russische Bedrohung

  • Hybride Kriegführung
  • Einsatz aller nationaler Mittel – nicht nur Militär
  • Konventionelle militärische Überlegenheit
  • Einsatzbereites Schienen- und Transportsystem
  • Mehr Mittel- und Langstreckenraketen
  • Mobiler Raketen-Schirm – Anti Access Area Denial
  • Aktionen unterhalb der Nato-Beistands-Schwelle

Britische Gegenmaßnahmen

  • Aufbau realer Kapazitäten und ‚Boots on Ground‘ an NATO-Ostfront
  • Reduktion der Energie-Abhängigkeit von Russland
  • Schutz gegen russische Cyber-Attacken und Desinformation
  • Interoperabilität auf NATO-Ebene – technisch und personell
  • Schnellere Erkennung, Entscheidung und Aufstellung
  • Ausbau der Transport- und Kommunikationslogistik bis 2.000 Kilometer Reichweite
  • Nutzung britischer Militärinfrastruktur in Deutschland
  • Ausbau der NATO-Manöver und Mobilisierung in Front-Staaten
  • Spezialisierung, Aufstockung und Total-Mobilmachung militärischer Reservekräfte
  • Transformation und Ausbau der Militärkapazitäten
  • Verstärkung der Geheimdienste, Überwachung, Zielerfassung und Aufklärung

Diese Aufzählung deckt sich in wesentlichen Punkten mit dem Katalog, der im britischen Unterhaus wenige Wochen später, am 12. und 14. März 2018, anlässlich der Regierungserklärungen von Premierministerin Theresa May zum Fall Skripal parteiübergreifend an russischen Bedrohungen präsentiert und an britischen Gegenmaßnahmen gefordert wurde.

Und die militärische Gradlinigkeit, in der ein künftiger Krieg des Westens gegen Russland in dieser Rede des britischen Generalstabschef durchgespielt und skizziert wird, deckt sich entsprechend mit anderen einschlägigen Dokumenten, etwa vom US Ausbildungszentrum für militärische Spezialoperationen (SWCS) zum Thema „Die russischen Kampfhandlungen in der Grauzone“ („Russian Engagement in the Gray Zone“). Dort heißt es unter anderem:

Die russische Außen- und Innenpolitik betont den natürlichen Zustand des Krieges. (Russian foreign and domestic policies accentuate a natural state of war.)

Russland kann alle Medien der sozialen Medien und des Internets nutzen, um Bedingungen auf dem Schlachtfeld zu schaffen, lange bevor es einen KGB-Agenten in ein Aufklärungsgebiet entsendet. (Russia can use all mediums of social media and the Internet to set conditions on the battlefield far before even putting a KGB operative into an area for reconnaissance.)

Bemerkenswert ist der große Kontrast in der Darstellung der Realitäten zwischen solchen einseitigen und unkritischen Positionen amtierender hochrangiger Offizieller gegenüber differenzierteren und selbstkritischeren Stellungnahmen von ranghohen Militärs, die nicht mehr im Amt sind, wie etwa vom ehemaligen Stabschef von US-Außenminister Colin Powell, Lawrence Wilkerson, oder vom ehemaligen CIA-Offizier John Stockwell.

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Hinweise zum Video der Rede von Generalstabschef General Sir Nicholas Carter

Das Video gibt die vollständige Rede und die anschließende Diskussion mit Fragen und Anworten wieder. Die maßgeblichen Redeabschnitte hat RT Deutsch übersetzt und untertitelt sowie unterhalb des Videos je einzeln verlinkt und als Transkript dokumentiert (mit Hervorhebungen der Schlüsselpassagen zur russischen Bedrohung und den britischen Gegenmaßnahmen).

Beginn des Redeteils zur russischen Bedrohung [3:27]

Beginn des Redeteils zu den britischen Gegenmaßnahmen [22:35]

Resümee – Fragen und Antworten [38:57]

Russische Bedrohung

[3:27]

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich heute Abend die Gelegenheit habe, die Bedrohungen und das, was wir meiner Meinung nach dagegen tun sollten, zu erläutern und hoffentlich eine Debatte anzustoßen.

[6:14]

… ich denke, dass die zunehmende Bedrohung durch Staaten und die daraus resultierenden Konsequenzen für das Militär von größter Bedeutung sind. Insbesondere für mich als Generalstabschef der Armee.

Wir leben heute in einer viel umkämpfteren, multipolaren Welt, und die Komplexität des globalen Systems hat Bedingungen geschaffen, unter denen Staaten auf neue Weise konkurrieren und die unter der Schwelle dessen liegen, was wir in der Vergangenheit als ‚Krieg‘ definiert hätten. Es ist das, was US-Verteidigungsminister Mattis letzte Woche als ‚Großmachtkonkurrenz‘ bezeichnet hat. Ich zitiere:

„Wir werden die Kampagne gegen Terroristen, die wir heute führen, weiterverfolgen, aber der Wettbewerb der Großmächte – nicht der Terrorismus – steht jetzt im Mittelpunkt der nationalen Sicherheit der USA.“

[7:26]

Angesichts von Russland als der komplexesten und fähigsten Herausforderung unserer Sicherheit seit dem Kalten Krieg wäre es meines Erachtens schwierig, der Einschätzung von Jim Mattis nicht zuzustimmen.

[7:49]

Eine Waffe in dieser Grauzone muss nicht mehr ‚bang‘ machen. Energie, Bargeld – als Bestechungsgelder -, korrupte Geschäftspraktiken, Cyber-Angriffe, Attentate, Fake News, Propaganda und sogar militärische Einschüchterung, all dies sind Beispiele für die Waffen in dieser Ära des ’ständigen Wettbewerbs‘, die die regelbasierte internationale Architektur, die unsere Stabilität und unseren Wohlstand seit 1945 gesichert hat, bedrohen.

[8:33]

Daraus sollten wir den Schluss ziehen, dass es nicht mehr zwei klare und unterschiedliche Zustände von ‚Frieden‘ und ‚Krieg‘ gibt. Wir haben jetzt mehrere Formen.

[9:12]

Der archetypische Vertreter dafür ist Russland, wie es die Premierministerin in ihrer Rede im vergangenen Herbst beschrieben hat. Ich glaube, es stellt die komplexeste und fähigste staatliche Bedrohung für unser Land seit dem Ende des Kalten Krieges dar. Und meine Stabschefkollegen aus den USA, Frankreich und Deutschland teilten diese Ansicht …

[9:39]

Im Militär analysieren wir Bedrohungen auf der Basis von Fähigkeiten und Absichten. Schauen wir auf die momentanen Fähigkeiten Russlands, und darauf, wie sie diese anwenden.

[10:01]

Sie haben kein einheitliches Modell für einen Konflikt mit der NATO, sie haben einen vielseitigen Ansatz, der konventionelle, unkonventionelle und nukleare Fähigkeiten verbindet. Eine Hybridversion, die kleine grüne Männer, große grüne Panzer und große grüne Raketen beinhalten könnte. Ihr Denken ist sehr flexibel. Ihr Generalstab ist in der Lage, sich zu anzupassen, sich weiterzuentwickeln und Lektionen zu lernen. Sie wissen, dass die Demographie nicht auf ihrer Seite ist, also entwickeln sie Fähigkeiten, die weniger Männer benötigen – etwa Raketen, Drohnen und Zwei-Mann-Panzer.

Sie haben kohärente Konzepte für Ausrüstung und Ausbildung entwickelt, die sich auf unsere Verwundbarkeiten konzentrieren, zum Beispiel unsere Abhängigkeit von Kommunikation und IT, unseren Mangel an massiver Feuerkraft und vielleicht unsere mangelnden Investitionen in die Luftverteidigung. Sie konzentrieren sich unbarmherzig darauf, ihre Gegner zu besiegen – nicht um des Erfolgs am Boden willen -, sondern dafür zu sorgen, dass uns lebenswichtiger Erfolg am Boden verwehrt wird.

[11:13]

Seit 2016 haben wir eine deutliche Verlagerung hin zu Cyber, Subversion und Nötigung sowie einen ausgeklügelten Einsatz von Verleumdungskampagnen und Fake News erlebt.

[11:41]

Ihre derzeitige Einfluss- und Desinformationskampagne ist eine Form des ‚Systemkampfes‘, der darauf abzielt, das politische und soziale System, auf dem unsere militärische Stärke beruht, zu delegitimieren. Und das untergräbt unsere Basis, die sie zu Recht in unserem politischen Zusammenhalt erkennen – die russischen Annäherungen an die Türkei sind ein deutliches Zeichen dafür.

Dieser ‚Systemkrieg‘ muss gewonnen werden.

[12:17]

Ihre Kriegsdoktrin nutzt alle Mittel nationaler Macht – nicht nur das Militär.

[12:36]

Um nicht überrascht zu werden, setzen sie auf Prävention ohne lange Mobilmachung, und sie werden das tun, was ihr Gegner am wenigsten erwartet. Sie haben Syrien benutzt, um ihre Einsatzfähigkeiten zu entwickeln, um sehr vielen ihrer Offiziere die High-End-Kampferfahrung zu geben, die sie in der Ukraine nicht bekommen konnten, und um ihre Langstreckenraketen sowie die über 150 verschiedenen neuen Waffen und Ausrüstungsgegenstände zu testen.

Ihre konventionelle militärische Aufstellung gibt ihnen einen kalkulierbaren militärischen Vorteil. Sie verfügen über ein sehr leistungsfähiges nationales Schienen- und Transportnetz. Wir haben es beim letztjährigen ZAPAD-Manöver gesehen – und auch wie effektiv es ist.

[13:35]

In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der luft-, see- und landgestützten Plattformen für Langstreckenraketen um den Faktor zwölf gestiegen. Das ist in den letzten fünf Jahren. Und Generalsstabschef Gerasimov sprach im vergangenen November darüber, wie sie die Anzahl der Raketen mit einer Reichweite von bis zu 4.000 Kilometer um den Faktor 30 erhöht haben.

Das gibt ihnen die Möglichkeit, mobile ‚Raketen-Schilde‘ zu errichten – Schilde, in denen sie ihre Bewegungsfreiheit sichern und uns die Handlungsfähigkeit verwehren können. Das nennen wir Anti Access Area Denial. Und diese Fähigkeit, den Luftraum über große Entfernungen abzuriegeln, haben wir in Syrien gesehen. Sie nutzen elektronische Kriegsführung im großen Stil, um so den Einsatz einer großen Anzahl von Drohnen mit präziser und sofortiger Feuerkraft – einschließlich thermobarischer Sprengköpfe – zu ermöglichen und die gegnerischen Kräfte auszuschalten – das haben wir in der Ukraine gesehen. Während der ZAPAD-Übungen im letzten Jahr haben sie die Fähigkeit demonstriert, das GPS-Signal in weiten Teilen Skandinaviens zu unterdrücken und, was noch beunruhigender ist, zu manipulieren.

[18:33]

Ich will keinesfalls unterstellen, dass Russland in der traditionellen Definition des Begriffs in den Krieg ziehen will, aber es gibt Faktoren, die sich auf die Frage nach ihren Absichten beziehen, und man muss die russische Psyche, ihre Kultur und ihre Philosophie der Prävention verstehen.

Ich denke, Russland könnte die Feindseligkeiten früher einleiten, als wir erwarten, und viel früher, als wir es unter ähnlichen Umständen tun würden. Höchstwahrscheinlich werden sie schändliche Maßnahmen unterhalb der Schwelle gegenseitigen Beistands von Artikel 5 des NATO-Vertrags nutzen, um die Fähigkeit der NATO zu untergraben und die Struktur zu bedrohen, die unsere eigene Verteidigung und Sicherheit gewährleistet. Das ist ‚Teile und Herrsche‘, das, was die internationale Ordnung eigentlich verhindern soll.

[19:32]

Vielleicht ist die Situation heute mit der von 1912 zu vergleichen, als das russische Reichskabinett feststellte, dass es besser wäre, jetzt einen Krieg zu führen, denn 1925 wäre Russland im Vergleich zu einem modernisierten Deutschland zu schwach. Auch Japan zog 1941 ähnliche Schlüsse. Und ich denke, dass Russland darüber besorgt ist, dass der Westen im nächsten Jahrzehnt einen technologischen Vorsprung erreichen wird.

[21:04]

Wir können darüber streiten, inwieweit die Desinformationsbemühungen des Kremls verschiedene westliche Länder beeinflusst haben. Aber die Hauptwirkung bestand darin, die einfachen Russen davon zu überzeugen, dass der Westen eine Bedrohung ist. Wir wurden zum Feind gemacht, ob es uns nun gefällt oder nicht, und wie auch immer die wirkliche Situation aussieht.

[21:56]

Wir müssen uns jetzt Sorgen machen, nicht um ein symmetrisches Spielfeld, wie man es im Kalten Krieg kannte, sondern um ein asymmetrisches, auf dem es viel mehr Spieler gibt. Wir sollten also nicht davon ausgehen, dass die Ereignisse im Pazifik nicht mehr Aufmerksamkeit der USA auf sich ziehen würden als die in Europa, und wir sollten uns meiner Meinung nach vor Selbstzufriedenheit hüten. Die Parallelen zu 1914 sind überdeutlich. Unsere Generation hat sich seit dem Ende des Kalten Krieges daran gewöhnt, Kriege nicht wirklich führen zu müssen – aber wir haben vielleicht keine Wahl hinsichtlich eines Konflikts mit Russland. Und wir sollten uns an Trotzkis Worte erinnern: „Du bist vielleicht nicht am Krieg interessiert, aber der Krieg ist an Dir interessiert.“

Britische Gegenmaßnahmen

[22:35]

Also, was sollten wir anders machen? Erstens sollten wir meines Erachtens sehen, dass Russland Stärke respektiert, und Völker, die sich ihnen entgegenstellen. Der ursprüngliche Plan für die Ukraine war, deutlich mehr Gelände zu gewinnen. Russland war jedoch vom ukrainischen Widerstand überrascht und musste sich schließlich mit weniger zufriedengeben.

Wir sollten russische Schwächen erkennen und dann asymmetrisch gegen sie vorgehen. In erster Linie sollten wir uns darum bemühen, echte institutionelle Kapazitäten in den Nachbarstaaten aufzubauen, damit diese die Kraft und das Vertrauen haben, sich gegen Russland zu behaupten, und die innere Widerstandsfähigkeit, dem Druck Russlands standzuhalten, der sie von innen her zu Fall bringen soll.

Wir müssen mehr Fortschritte bei der Reduzierung der Energieabhängigkeit von Russland machen. Wir müssen der russischen Bevölkerung sagen, was wirklich los ist. Wir müssen unsere überlebenswichtigen Fähigkeiten sichern, daher die elementare Wichtigkeit von Cyber. Und wir müssen unsere eigenen verwundbaren Punkte gegenüber dem bösartigen Einfluss und der Desinformation Russlands identifizieren und sie reduzieren.

Als nächstes, denke ich, müssen wir zeigen, dass wir kampfbereit sind. ‚Boots on Ground‘(Bodentruppen) ist derzeit kein positiver Begriff, aber unsere Verbündeten an der Ostflanke der NATO wissen es absolut zu schätzen, dass ein Infanteriezug so viel wert ist wie ein Geschwader F-16, wenn es um Kampfbereitschaft am Boden geht.

[24:18]

… alles, was die britische Armee derzeit tut, ist herauszufinden, wie sie ‚International by Design‚ umsetzen kann. Wir wissen, dass unsere Kommunikationssysteme nach außen gerichtet sein müssen, damit sich unsere Verbündeten an sie anschließen können. Daher ist Interoperabilität von entscheidender Bedeutung.

Durch Interoperabilität sind unsere Prioritäten auf sichere Kommunikation gesetzt – allerdings auf NATO- Ebene, nicht nur auf unserer nationalen Ebene.

[24:51]

Für mich ist daher die Fähigkeit, eine neue Form taktischer Kommunikation in Betrieb zu nehmen, von entscheidender Bedeutung. Auch um dies zu erreichen, ist unsere Zusammenarbeit mit dem britischen IT-Sektor ist wichtig.

Ebenso wichtig ist, dass unsere direkte Zusammenarbeit zwischen den Menschen vertieft werden. Ein sehr gutes Beispiel dafür, wie wir solche Zusammenarbeit und Partnerschaft die Leistungsfähigkeit steigern, ist unser kombiniertes Ingenieurregiment mit der Bundeswehr in Minden. So wie wir es auch mit unseren französischen Verbündeten tun …

[25:26]

Als nächstes, denke ich, müssen wir weiter an der Verbesserung der NATO arbeiten. Es muss uns klar sein, was Einsatzbereischaft heißt – Geschwindigkeit: Geschwindigkeit der Erkennung, Geschwindigkeit der Entscheidung und Geschwindigkeit der Aufstellung. Ich sage das noch einmal: Es geht um die Geschwindigkeit der Erkennung, es geht um die Geschwindigkeit der Entscheidung und es geht um die Geschwindigkeit der Aufstellung. Ausgangpunkte dafür sind unsere Beiträge zur Gemeinsamen Task Force „Very High Readiness“ (Land) in der NATO und die verstärkte Forward Presence, in unserem Fall zum Teil in Polen, aber besonderns in Estland. Und sie sind auch eine gute Möglichkeit für multinationale Entwicklung im Hinblick auf unser französisches und dänisches Engagement.

[26:15]

… wir brauchen die Fähigkeit, sie schnell zu verstärken, um in der Lage zu sein, den potentiellen ‚Raketen-Schild‘ ausmanövrieren zu können, den sie gegen unsere Verstärkungsoperationen errichten werden. Wir müssen daher, über Land auf Straßen und Schienen manövrierfähig sein. Unser Kampfkonzept zielt darauf ab, die Einsatzfähigkeiten über Land auf Entfernungen bis zu 2.000 Kilometer auszubauen. Dabei geht es um belastbare Logistik und Kommunikation sowie um Unterstützung von Kampf- und Nachschubkräften.

[27:25]

Ich denke, auch unser Bedarf an einer vorgelagerten Basis für Wartung und Montage muss betont werden. Deshalb prüfen wir den Erhalt unserer Infrastruktur in Deutschland, wo wir unsere Fahrzeuge in der Ayrshire-Kaserne in Rheindahlen haben, und unsere Schulungseinrichtungen in Sennelager. Sowie unsere dort stationierten Schwerlasttransporter und unser Lager und Munitionslager.

[28:42]

Und ich denke, um all dies zu tun, müssen wir zu einem Rhythmus von jährlichen oder alle zwei Jahre stattfindenden NATO-Manövern zurückkehren, in dem alle Ebenen von der großen strategischen Ebene bis zur taktischen Ebene eingebunden sind. Dies würde es uns ermöglichen, unsere Ressourcen zielgerichtet einzusetzen und in denLändern an vorderster Front zu mobilisieren. Speziell auch auf privatem Grund und Boden zu trainieren sowie einige der Schwierigkeiten zu identifizieren, wie Engpässe bei Brücken und beim Eisenbahnverkehr und allem, was damit zusammenhängt.

Als nächstes, denke ich, müssen wir uns darauf vorbereiten, den Krieg zu führen, den wir vielleicht führen müssen. Ich denke, das ist ein wichtiger Punkt. Denn wenn wir bereit sind, den Krieg zu führen, den wir vielleicht führen müssen, besteht eine gute Chance, dass wir ihn verhindern.

[29:59]

Es ist wichtig, die Leistungsfähigkeit unserer Ausrüstung zu kennen, und es ist wichtig zu wissen, wo wir das Potenzial all unserer Kräfte maximieren können. Und deshalb haben wir erhebliche Anstrengungen in die Reservekräfte, aber zunehmend auch in reguläre Reservekräfte investiert. Dazu muss ich hinzufügen, dass unsere Reservekräfte kein Ersatz für die regulären Kräfte sind, aber sie sind das Mittel, um sie zu erweitern, vor allem mit Spezialisten, und es gibt viel, was wir tun, um dafür Talente aus den Bereichen Medizin, Cyber und Informationskrieg zu rekrutieren. Aber es geht natürlich auch darum, die reine Masse zu vergrößern …

[31:40]

Wir wissen, dass 50 Prozent der Armee vor dem 30. Lebensjahr ausscheidet. Viel von ihnen sind jung und gut qualifiziert, und sie sind natürlich gesetzlich verpflichtet zur Mobilmachung bereit zu stehen. Der Trick besteht darin, den Kontakt zu diesen Reservekräften aufrechtzuerhalten.

[32:06]

Ich denke, das Ziel wird sein, auf einem Pilotprojekt aufzubauen, das wir letztes Jahr durchgeführt haben, und in der Mitte des nächsten Jahres ein umfassendes Mobilmachungsmanöver für die gesamte Reserve und die reguläre Reserve durchzuführen, so wie wir es im Kalten Krieg getan haben.

[32:58]

Ein weiterer Punkt ist, dass wir in der Lage sein müssen, anders gegen die Art von Bedrohungen zu kämpfen, die ich erläutert habe. Wir brauchen Abwehrfähigkeiten gegen die Bedrohungen unserer Software, unserer Kommunikationssysteme und gegen die Abschaltung unseres GPS-Systems.

[34:28]

Schließlich muss uns angesichts der veränderten Art und Weise des Geschehens klar sein, dass wir einige Defizite in unseren Fähigkeiten beheben müssen. Es muss klar sein, dass wirksame Abschreckung auf einer Reihe von abgestuften Reaktionen beruht, gemäß der Eskalation. Für mich als Generalstabschef bedeutet das, einen Großteil der Ausrüstung der Armee zu erneuern.

[35:15]

Sicher, in letzten fünfzehn Jahren haben wir uns vorrangig auf Bekämpfung von Aufständen und auf Maßnahmen zur Stabilisierung konzentriert.

[35:27]

Angesichts der von mir beschriebenen Bedrohungen geht es für uns darum, die nötigen Mittel dagegen zu haben.

Das heißt daher auch, unsere gepanzerten Infantriekräfte zu verstärken.

[35:58]

Für die britische Armee bedeutet dies eine Transformation. Sie wird uns dazu bringen, auf ganz andere Weise zu manövrieren und auf andere Weise unsere Kräfte über Land einzusetzen.

Wir müssen unsere ISTAR-Fähigkeiten – Nachrichtendienste, Überwachung, Zielerfassung und Aufklärung – verbessern, um tiefe Ziele bekämpfen zu können. Weil wir in eine Zeit zurückkehren müssen, in der wir uns auf die ungebundenen Kräfte des Feindes konzentrieren können – auf den sogenannten ‚tiefen Kampf‘, wie es bei uns Soldaten heißt.

[36:33]

Wir müssen in unsere Fähigkeit zur Kommunikation und zum Informationsaustausch über ein neues taktisches Computer-Information-System investieren.

[37:58]

Abschließend möchte ich unterstreichen, dass unsere Fähigkeit, diesen Bedrohungen vorzubeugen oder auf sie zu reagieren, beeinträchtigt wird, wenn wir ihnen nicht jetzt gerecht werden. Sie stellen eine klare und gegenwärtige Gefahr dar. Sie sind nicht Tausende von Kilometern entfernt, sie liegen jetzt vor der Haustür Europas.

https://deutsch.rt.com/international/75019-worauf-sich-westen-vorbereiten-muss-krieg-mit-russland/

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Diskussionen

3 Gedanken zu “Worauf sich der Westen vorbereiten muss – „Krieg mit Russland“

  1. Britischer General, alt, ungebildet, überheblich, dekadent, man könnte auch sagen:
    „uralter britischer Adel, blaublütig, ohne Hirn und Verstand und seit Jahrzehnten Geschlechtskrank“.
    Was von derartigen Säcken, die aus einer langen Abfolge inzestiöser Familienbandeleien hervorgegangen sind, zu halten ist?
    Rädern, Aufhängen, Kastrieren und Vierteilen! (wie im Mittelalter)

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    Verfasst von Mark Tempe | 4. November 2018, 10:41
  2. nur ein Satz: Der Mann hat statt eines Gehirns Scheiße im Kopf.

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    Verfasst von Mark Tempe | 25. August 2018, 19:23
    • Dieser Wichser soll wieder mit seinen Bauklötzern spielen gehen. Jeder weiß, dass der Westen sich nach Russland ausgedehnt hat, obwohl diese Annäherung ausdrücklich vertraglich untersagt wurde. Zu der Zeit war sogar noch Genscher in der Politik.

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      Verfasst von Fridolin | 29. August 2018, 23:35

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