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Inland, Medien

Die Zensur schlägt zu, wenn mächtige Leute Angst bekommen

von Michael Kriegerhttp://www.theblogcat.de

„Nur die Schwachen schlagen mit einem Hammer auf Fliegen ein.“ – Bangambiki Habyarimana

Jeder, der euch erzählen will, dass die jüngste Eskalation bei der Zensur durch US-Technologiegiganten nur eine Reaktion von Privatfirmen sei, die unabhängige Entscheidungen treffen, der lügt entweder oder ist gefährlich unwissend.

Im Falle von Facebook ist der Weg von einer Pseudo-Plattform zu einem willigen und enthusiastischen Werkzeug der etablierten Machtspieler recht offensichtlich. Anfang diesen Jahres ging es richtig los, als man Probleme im Zusammenhang mit eklatanten Datenschutzverletzungen im Falle von Cambridge Analytica (Dinge, die bereits seit Jahren herumschwirrten) endlich mit dem Trump-Wahlkampf in Verbindung bringen konnte.

https://libertyblitzkrieg.com/2018/03/22/the-only-reason-were-examining-facebooks-sleazy-behavior-is-because-trump-won/

An diesem Punkt haben mächtige und schändliche Kräfte ihre Chance erkannt, den gigantischen Einfluss dieses Unternehmens zur Verbreitung von Nachrichten und Meinungen für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Anstatt die Führungskräfte zur Rechenschaft zu ziehen und das Unternehmen aufzulösen, hat man sich dafür entschieden, diese Plattform zu übernehmen und in eine Waffe zu verwandeln. Und das ist der Stand der Dinge.

Lasst uns die Geschichte nicht beschönigen. Diese Technologiekonzerne sind seit langem gefügsame, außer Kontrolle geratene Spitzel der Regierung. Dank Edward Snowden sind wir uns der innigen und langjährigen Zusammenarbeit dieser Lakaien mit den US-Geheimdiensten im Bereich der Massenüberwachung bewusst. Die jüngste Umwandlung dieser Konzerne in vollwertige Torwächter der Information sollte daher im richtigen Zusammenhang gesehen werden. Nämlich als eine gefährliche Fortsetzung und Erweiterung einer bereits bestehenden Realität.

Aber jetzt liegt alles offen vor uns. Facebook verbirgt nicht einmal mehr die Tatsache, dass es einen Großteil seiner „Fake News“-Analysen an den Atlantic Council auslagert, einen Denkpanzer, der von der NATO, den Golfstaaten und den Rüstungskonzernen finanziert wird. Wie Reuters berichtete:

Facebook suchte inmitten der Kritik nach Hilfe von außen, weil es vor der Präsidentschaftswahl 2016 nicht gelungen war, die russische Propaganda zu zügeln…

Man möchte meinen, dass Facebook mit seinen zahlreichen eigenen Cybersicherheitsexperten und einem Jahresumsatz von 40 Milliarden Dollar im Jahr 2017 keine Hilfe von außen benötigen würde.

Man braucht keine Hilfe von außen, man benötigt politische Rückendeckung. Das ist der eigentliche Motor hinter dieser Entscheidung.

Aber das Labor (Digital Forensic Research Lab) und der Atlantic Council bringen geopolitisches Fachwissen ein und erlauben es Facebook, sich von sensiblen Äußerungen zu distanzieren. Alex Stamos, der Chief Security Officer von Facebook, sagte in der vergangenen Woche, man könne von dem Unternehmen nicht erwarten, dass es für alle Kampagnen, die man entdeckt, bestimmte Regierungen identifiziert oder verantwortlich macht.

Unternehmen wie wir haben nicht die notwendigen Informationen, um die Beziehungen zwischen politischen Motivationen, die wir über einen Gegner vermuten, und den politischen Zielen eines Nationalstaats zu bewerten“, sagte Stamos, der das Unternehmen diesen Monat für eine Anstellung an der Stanford Universität verlässt. Stattdessen sagt er, dass Facebook dabei bleiben würde, digitale Beweise zu sammeln und diese an Behörden und Forscher zu übergeben.

Es wäre auch unangenehm für Facebook, eine Regierung für Fehlverhalten zu beschuldigen, wenn das Unternehmen versucht, in einen Markt einzudringen und dort zu expandieren, der unter der Kontrolle dieser Regierung steht.

Facebook spendete dem Labor im Mai einen ungenannten Betrag, der groß genug war, so sagte Graham Brookie, der Leiter des Labors, um das Unternehmen an die Spitze der Spenderliste des Atlantic Council zu bringen, neben der britischen Regierung.

Facebook-Mitarbeiter sagten in den vergangenen Monaten im Privaten, dass der Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg viele der sensibelsten politischen Entscheidungen auslagern will, wobei er die Überprüfung der Fakten aus den Mediengruppen und der Geopolitik den Denkpanzern überlässt. Je mehr ihm das gelingt, desto weniger Komplikationen für die Expansion von Facebook, desto geringer ist seine Personalkosten und desto plausibler ist seine Positionierung als neutrale Plattform. Facebook reagierte nicht auf eine Anfrage nach einem Kommentar.

Wenn man all dies bedenkt, dann schaue man sich die Spenderliste des Atlantic Council an und dessen zwielichtige Charaktere im Vorstand.

http://www.atlanticcouncil.org/support/supporters

http://www.atlanticcouncil.org/about/board-of-directors

Jetzt wo festgestellt wurde, dass Facebook tatsächlich zensiert, basierend auf Ratschlägen ehemaliger Geheimdienstler und anderer verschiedener Scharlatane des Establishments, lasst uns darüber reden, was das bedeutet. Ich denke, dass es zwei große Kernpunkte gibt.

In erster Linie beweist diese ganze Entwicklung, den willkürlichen Entzug von Plattformen durch Technologieriesen zur neuen Norm zu machen, dass das Establishment zu Tode erschrocken ist. Die sehr mächtigen Leute, die daran gewöhnt sind, die Welt mittels narrativer Kreation zu manipulieren und zu gestalten, haben keine Angst vor dem was Alex Jones sagt. Sie haben Angst, dass es populär ist. Die etablierten „Eliten“ leugnen die Folgen der von ihnen geschaffenen Welt so sehr, dass sie nur die Symptome spastisch attackieren. Trump hat nicht die US-Gesellschaft gespalten und Alex Jones hat nicht unser weit verbreitetes (und völlig berechtigtes) Misstrauen in die Institutionen hervorgerufen; das Status Quo-System hat das durch seine spektakulären Misserfolge erreicht. Trumps Wahl und Alex Jones‘ Popularität sind nur die Symptome einer unglaublich korrupten und gescheiterten Weltanschauung des Status Quo, dessen Verwalter sich ständig weigern, einen Blick in den Spiegel zu werfen, und Schuldzuweisungen und Reformen zu akzeptieren.

So wie ich das sehe, haben zwei Schlüsselereignisse des 21. Jahrhunderts direkt zu der Situation geführt, in der wir uns heute befinden. Der Start des Irak-Kriegs auf der Grundlage falscher Beweise, die von Geheimdiensten, Politikern und Medien verbreitet wurden, und die Entscheidung, Banker zu retten und sie nach der Finanzkrise vor dem Gefängnis zu schützen. Beides zusammen schuf ein Umfeld aus Wut und Misstrauen, in dem politisch und gesellschaftlich fast alles möglich wird. Trump und Alex Jones sind die Symptome einer versagenden Gesellschaft und nicht die eigentlichen Ursachen.

Wenn ich Recht habe, dann wird die Zensur solcher Stimmen durch Milliardäre aus dem Silicon Valley spektakulär nach hinten losgehen. Alex Jones wurde nun von Tech-Oligarchen und Denkpanzern des Tiefen Staats zum Märtyrer gemacht, was ihm auf der Straße mehr Glaubwürdigkeit verleiht als je zuvor. Der Entzug von Plattformen verändert nicht die Nachfrageseite der Gleichung, wenn es um seinen Inhalt geht. Wir haben das an der Explosion bei der Nachfrage nach seinen Infowars-Apps kurz nach der Säuberung erlebt. Wenn die Menschen Alex Jones und Infowars finden wollen, dann werden sie es finden. Darüber hinaus beginnen andere Gemeinschaften zu erkennen, wie gefährlich das alles ist. Zum Beispiel haben wir letzte Woche gesehen, wie eine wachsende Zahl von Bitcoin-Anhängern Konten bei der dezentralen Twitter-Alternative Mastodon erstellt haben, falls Jack Dorsey sich entscheidet, dort die Zensur auf Twitter zu verstärken.

Letzten Endes ist es für die Gesellschaft sicherer, öffentliche Foren zu haben, in denen alle Ideen – ob man sie nun für gefährlich und verrückt hält oder nicht – offen nebeneinander geäußert werden können. Auf diese Weise können wir sehen, was da draußen vor sich geht und es vor einem großen und vielfältigen Publikum diskutieren oder entlarven.

Wir schreiben das Jahr 2018 und der Entzug von Plattformen mit populären Inhalten wird sie nicht verschwinden lassen. Sie werden einfach in andere Bereiche des Internets abwandern, die man nicht sehen kann, wo es mit der Zeit in nur noch radikaleren Echokammern gären und sich verstärken wird. Sie werden denken, dass es aus der Gesellschaft verschwunden ist, weil es sicher aus deiner Timeline deines Konzern/Regierungs-Facebook entsorgt wurde. Aber es könnte im Schatten noch stärker werden. Das gilt insbesondere für eine Nation, die von einer verwurzelten, korrupten und unverantwortlich elitären Klasse beherrscht wird. Eine, die sich weigert, sich der Realität ihrer monumentalen Misserfolge zu stellen und sich stattdessen dafür entscheidet, sich eigennützig auf die Symptome eines dekadenten Imperiums im Niedergang zu fixieren.

https://libertyblitzkrieg.com/2018/08/13/censorship-is-what-happens-when-powerful-people-get-scared/#more-53711

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/facebook-und-zensur/

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Die Zensur schlägt zu, wenn mächtige Leute Angst bekommen

  1. Ohne Zensur, eine Alternative aus Russland : http://www.vk.com (auch in deutsch).

    Z.B. : https://vk.com/rt_deutsch

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    Verfasst von Willi | 23. August 2018, 9:22

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