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Ausland, Nordamerika

Zur Politökonomie der US-Rüstungsindustrie Wer steckt mit dem militärisch-industriellen Komplex unter einer Decke?

von Joan Roelofs – http://luftpost-kl.de

Die emeritierte Professorin und Autorin Joan Roelofs aus den USA untersucht den ständig wachsenden Einfluss der Rüstungsindustrie auf sämtliche Bereiche der Gesellschaft.

Für viele Menschen besteht der „militärisch-industrielle Komplex / MIC“ (der USA, s. dazu auch https://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4risch-industrieller_Komplex ) nur aus den 20 größten Firmen der Rüstungsindustrie. (Weitere Informationen dazu sind aufzurufen unter https://www.welt.de/wirtschaft/article149919642/Das-sind-die-100-groessten-Waffen-firmen-der-Welt.html .) Präsident Dwight Eisenhower, der bereits 1961 davor gewarnt hat, wollte ihn eigentlich als militärisch-industriellen, den Kongress manipulierenden Komplex bezeichnen, entschied sich aber dagegen, weil er sich nicht zu viele Feinde machen wollte.

Heute müssten wir ihn eigentlich den „militärisch-industriellen, den Kongress und fast alles andere manipulierenden Komplex“ nennen, denn die meisten Ministerien und Regierungsbehörden, Firmen, Wohlfahrtsorganisationen, Sozialdienste oder der Umwelt und der Kultur verpflichteten Organisationen sind mit dem Militär verbandelt.

Die Waffenindustrie bestimmt letztlich allein über den Militärhaushalt und die Militäreinsätze, sie wird dabei aber durch Jubelarien oder rücksichtsvolles Schweigen der US-Bevölkerung und ihrer Repräsentanten unterstützt. Nachfolgend werden wir einige der Gründe untersuchen, aus denen vermutlich beide Arten der Zustimmung erwachsen. Wir werden uns dabei des Vokabulars bedienen, das in drei wichtigen Sektoren der USA benutzt wird: von der Regierung, von Wirtschaftsunternehmen und von gemeinnützigen, nicht auf Gewinn ausgerichteten Organisationen und in den zwischen diesen (drei Sektoren) bestehenden Interaktionsbereichen. Damit soll aber nicht die gern verschwiegene Tatsache ausgeblendet werden, dass die Regierung eigentlich nur ein Durchsetzungsinstrument der herrschenden Klasse ist.

Vom Budget des US-Verteidigungsministeriums profitieren alle möglichen Unternehmen. Die Firma Lockheed (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Lockheed_Martin ) wickelt derzeit das größte Waffengeschäft ab. Gleichzeitig stellt sie die Verbindung zum internationalen MIC her, weil sie zum Beispiel für ihren F-35-Kampfjet viele Teile aus anderen Staaten bezieht. Das erleichtert natürlich auch den Export dieses Flugzeuges, das sowohl von Militärexperten als auch von Antimilitaristen heftig kritisiert wird. Dass die Firma Lockheed auch Zivilflugzeuge herstellt, ist nicht nur gut fürs Image, sondern auch für den Wert ihrer Aktien.

Auch mit anderen Firmen hat (das Pentagon) Lieferverträge in Milliardenhöhe abgeschlossen, die über mehrere Jahre laufen – obwohl die US-Verfassung vorschreibt, dass der Kongress Militärausgaben nur für höchstens zwei Jahre im Voraus bewilligen darf. Das gilt aber offensichtlich nicht für Baufirmen wie Fluor (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Fluor_Corporation ), KBR (https://de.wikipedia.org/wiki/KBR_(Unternehmen), Bechtel (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Bechtel_Corporation ) und Hensel Phelps (weitere Infos dazu s. unter https://en.wikipedia.org/wiki/Hensel_Phelps_Construction ). Diese Firmen errichten Militärbasen im In- und Ausland – häufig mit Hightech-Überwachung oder anspruchsvoller technischer Ausstattung. Die häufig längeren Bauarbeiten lassen sie meistens von einheimischen Baufirmen oder Hilfskräften aus Ländern der Dritten Welt ausführen. Das Pentagon vergibt auch Milliardenaufträge in den Bereichen Kommunikationstechnologie, Auswertung geheimdienstlich gesammelter Daten, Transport, Logistik oder Versorgung mit Verpflegung und Kleidung. Auch mit der „Vergabe von Aufträgen an Privatfirmen“ weitet das heutige Militär seinen Einflussbereich immer weiter aus.

Auch mittlere, kleine und kleinste Unternehmen werden vom Pentagon mit „Weihnachtsgeschenken“ bedacht und tragen dazu bei, dass die Militärausgaben in der US-Öffentlichkeit bejubelt oder totgeschwiegen werden. Unter den Nutznießern befinden sich auch Kleinunternehmen, deren Besitzer einer Minderheit angehören. Die von einem Afroamerikaner be triebene Baufirma KEPA-TCI (s. https://govtribe.com/vendor/kepa-tci-jv-llc-milwaukee-wi ) erhielt zum Beispiel Bauaufträge für 356 Millionen Dollar. [Die Daten stammen aus mehreren Quellen, die im Internet verfügbar sind: von Firmen-Websites, Steuerbescheiden und Jahresberichten von Organisationen wie usaspending.gov / USA (s. https://www.usaspen-ding.gov/#/ ) und governmentcontractswon.com / GCW (s. https://www.governmentcontractswon.com/ ).] Großkonzerne verschiedener Art, die am US-Militär verdienen, hat Nick Turse in seinem Buch „The Complex“ (s. http://americanempireproject.com/the-complex/ ) beschrieben. Das Pentagon engagiert aber auch kleine und kleinste Firmen – Landschaftsgärtner, Reinigungen, Kindergärten und Spezialbetriebe wie die Maryland Geese Control (s. http://www.marylandgeesecontrol.com/ ).

Unter den Unternehmen, die Großaufträge vom US-Verteidigungsministerium erhalten, be finden sich auch Buchverlage wie McGraw-Hill (s. unter https://de.wikipedia.org/wiki/Mc-Graw-Hill ), Greenwood (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Greenwood_Publishing_Group ), Scholastic (s. http://www.scholastic.de/en ), Pearson (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Pearson_Education ), Houghton Mifflin Harcourt (s. https://www.hmhco.com/ ), Elsevier (s. https://www.elsevier.com/books-and-journals/elsevier ) und andere. Wie die Buchindustrie mit ihren Romanen, Sach- und Lehrbüchern die Leser im Sinne des MIC indoktriniert, wur de bisher kaum untersucht. Ihre Einflüsse auf die kleine, aber wichtige Schicht der US-Bevölkerung, die noch Bücher liest, und die Schüler und Studenten könnte die Erklärung dafür sein, dass auch die Mehrheit des Bildungsbürgertums und der Akademiker zu den enorm hohen US-Rüstungsausgaben schweigt.

Industrielle Produktion findet in den USA fast nur noch in Waffenfabriken statt. Die Political Action Committees / PACs der Rüstungsindustrie (s. https://de.wikipedia.org/wiki/ Political_Action_Committee ) gewähren natürlich nur „progressiven“ Kandidaten und Abgeordneten finanzielle Unterstützung, die sich nicht negativ über Kriege äußern und nicht vor der Gefahr der atomaren Vernichtung warnen. Außerdem verlagern die Waffenproduzenten ihre Fabriken auch nicht plötzlich ins Ausland; sie beziehen nur Zubehörteile aus anderen Staaten.

Die US-Militärausgaben betragen zwar „nur“ rund 6 Prozent des BIP, sind aber trotzdem sehr wichtig für die davon profitierenden Unternehmen und deren Beschäftigte: 1. sie wachsen ständig, 2. sie bleiben auch bei einer Rezession stabil, 3. sie sind nicht vom Verhalten der Konsumenten abhängig, 4. Waffenfabriken und Militäranlagen sind in einigen US-Regionen die einzigen „Arbeitgeber“ und 5. sie haben einen  „Multiplikationseffekt“, weil sie Folgeaufträge generieren und den Arbeitsmarkt und die regionale Wirtschaft beleben. Außerdem gehören sie zu den Werkzeugen, die Keynes (s. https://de.wikipedia.org/ wiki/Keynesianismus ) zur Steigerung der Nachfrage empfohlen hat. Weil Waffen entweder aufgebraucht und zerstört werden oder veralten, müssen immer wieder neue beschafft werden. Waffen, die (in Friedenszeiten) verrosten, Verbündeten „geschenkt“ oder im Krieg verbraucht werden, müssen immer wieder durch neue, noch tödlichere ersetzt werden. Deshalb forschen viele unserer Wissenschaftler direkt für das Militär oder in Laboren von Firmen, die mit dem Militär zusammenarbeiten.

Die unschlagbare Waffe des Militärs sind die Arbeitsplätze, die es (selbst und über die erteilten Aufträge bei seinen Geschäftspartnern ) bietet; das wissen auch alle Mitglieder des US-Kongresses und die Repräsentanten staatlicher und lokaler Behörden. Das Militär bietet nicht nur Mechanikern, Ingenieuren und Wissenschaftlern gutbezahlte Jobs, die für die Streitkräfte arbeitenden, mit Steuergeldern bezahlten Firmen beschäftigen auch Arbeiter ohne oder mit geringer Qualifikation. Waffen lassen sich auch gut exportieren, denn die Soldaten unserer Verbündeten müssen ebenfalls über eine Ausrüstung verfügen, die unseren Anforderungen genügt. Kunden unserer Rüstungsindustrie sind aber nicht nur ausländische Regierungen, sondern auch „Rebellen“, Terroristen, Piraten und Gangster, die unsere Hightech-Gerätschaften und robusten Handfeuerwaffen ebenfalls sehr schätzen.

Wer in unsere Rüstungsindustrie investiert, kann mit einer hohen Rendite rechnen. Diese Möglichkeit nutzen nicht nur gut verdienende Manager und andere Reiche, sondern auch viele Angehörige der Mittel- und der Arbeiterklasse, die Kirchen und wohltätige oder kulturelle Organisationen. Lukrative Investmentfonds wie Vanguard (s. https://de.wikipedia.org/ wiki/The_Vanguard_Group ), Fidelity (s. https://www.fidelity.de/ ) und andere haben hohe Investitionen in die Rüstungsindustrie getätigt.

Individuelle Kapitalanleger wissen meistens nicht, was sich in den Portfolios ihrer Fonds befindet, die Fonds selbst wissen das natürlich. In einem gerade laufenden Projekt hat World Beyond War (https://worldbeyondwar.org/divest ) festgestellt, dass auch staatliche und lokale Pensionsfonds Geld ihrer Beitragszahler in Aktien von Rüstungskonzernen investiert haben, auch Pensionsfonds für Feuerwehrleute, Lehrer und andere Staatsbedienstete. Bei der Überprüfung kam heraus, dass folgende Fonds einen besonders hohen Anteil an Aktien von Rüstungsfirmen halten: CALpers, der Pensionsfonds für die Beschäftigten des Staates Kalifornien, der als sechstgrößter Fonds der Welt gilt, das California State Teachers Retirement System (der Pensionsfonds für die an Schulen des Staates Kalifornien beschäftigten Lehrer), das New York State Teachers Retirement System (der Pensionsfonds für die an Schulen des Staates New York beschäftigten Lehrer), das New York City Employees Retirement System (der Pensionsfonds für die Beschäftigten des Staates New York) und der New York State Common Retirement Fund (der Pensionsfonds des Staates New York für staatliche und kommunale Beschäftigte). Ist das nicht erstaunlich! (Linke) Lehrer aus New York City haben einmal (in der McCarthy-Ära) „Red Diaper Babies“ (in rote Windeln gewickelte Babys, s. https://en.wikipedia.org/wiki/Red_dia- per_baby ) gezeugt.

Der MIC spiegelt sich nicht nur auf der Website des US-Verteidigungsministeriums wider. Militärische Projekte finden sich auch auf den Websites des US-Außenministeriums, der Ministerien für innere Sicherheit, für Inneres und für Entwicklungshilfe sowie auf den Websites der CIA, des FBI, der NASA und anderer US-Behörden. Sogar das US-Landwirtschaftsministerium betreibt in Afghanistan gemeinsam mit dem Pentagon ein Projekt zum „Aufbau einer (mit Kühen betriebenen) Milchwirtschaft“. Das Futter für die Kühe muss  zwar importiert werden, denn auf den mageren Weiden in Afghanistan können sich nur Schafe und Ziegen ernähren. Außerdem kann die Kuhmilch weder gekühlt, noch transportiert werden, und die Afghanen haben bisher überhaupt keine Kuhmilch getrunken. Joghurt, Butter und Wolle liefern die heimischen Ziegen und Schafe, die ihr Futter auf den felsigen Abhängen finden; die heimische Viehwirtschaft ist (den Kuhmilch-Fans im US- Landwirtschaftsministerium und im Pentagon) aber zu „unamerikanisch“.

Der Kongress ist ein enger Verbündeter des US-Militärs. Die Abgeordneten und Senatoren erhalten von den PACs (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Political_Action_Committee ) der Rüstungsfirmen und anderen Lobbyisten besonders großzügige Wahlkampfspenden. Außerdem werden sie auch von Finanzeinrichtungen, die große Investitionen in den MIC getätigt haben, mit finanziellen Zuwendungen bedacht. Die in den Kongress Gewählten besitzen zudem selbst dicke Aktienpakte von Rüstungsbetrieben. Und natürlich sind die Mitglieder des Kongresses und die gewählten Repräsentanten der US-Bundesstaaten oder einzelner Kommunen auch sehr daran interessiert, dass ein möglichst großer Anteil der US-Militärausgaben in ihre jeweiligen Wahlbezirke fließt.

Die in den USA und weltweit errichteten Militärbasen können auch bedeutende Wirtschaftsfaktoren für die betroffenen Kommunen sein. Im Base Structure Report (s. https:// www.acq.osd.mil/eie/downloads/bsi/base%20structure%20report%20fy15.pdf ) des Pentagons für das Haushaltsjahr 2015 werden 4.000 Militärbasen in den USA selbst aufgelistet (weitere Infos dazu unter https://militarybases.com/by-state/ ). Einige dienen nur als Bombenabwurfplätze oder Rekrutierungsbüros, aber 400 dieser Basen sind groß genug, um sich auf die lokale Wirtschaft auszuwirken. Die größte Basis, Fort Bragg in North Carolina, ist eine Kleinstadt, die großen, aber nicht nur positiven kulturellen und wirtschaftlichen Ein fluss auf die ganze Region ausübt. Catherine Lutz hat diesen Einfluss in ihrem Buch „Homefront“ (weitere Infos sind aufzurufen unter https://books.google.de/books/about/ Homefront.html?id=LMdJhTDgDxgC&redir_esc=y ) beschrieben. In Kalifornien gibt es nicht nur 40 Militärbasen (s. https://militarybases.com/by-state/ ), sondern auch einige große Rüstungsbetriebe. Weil die Offiziere (mit ihren Familien) grundsätzlich außerhalb der Militärbasen wohnen, profitieren auch Immobilienvermittler, Restaurants, der Einzelhandel, Autoreparatur-Werkstätten, Hotels und andere Geschäfte von der Militärpräsenz. Einhei mische Arbeitsuchende finden Beschäftigung auf Basen. Bereits geschlossene Basen entwickeln sich manchmal zu schaurigen Touristenattraktionen – wie die Hanford Nuclear Re servation (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Hanford_Site ).

Das US-Verteidigungsministerium schließt auch direkte Dienstleistungs- oder Förderverträge mit staatlichen oder kommunalen Behörden ab. Dabei geht es um ganz unterschiedliche Projekte und Dienstleistungen, vor allem aber um finanzielle Zuschüsse für die den einzelnen Bundesstaaten zugeordnete Nationalgarde (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalgarde_der_Vereinigten_Staaten ). Reservisten der Army-Pioniere halten Schwimmbäder und Parks in Ordnung, und die Polizei erhält ausgemusterte Waffen. Das Junior Reserve Officer Training Corps / JROTC (s. unter https://en.wikipedia.org/wiki/Junior_Reser- ve_Officers%27_Training_Corps ) wirbt an Schulen Nachwuchs für die Offiziers- und Unteroffiziersausbildung und unterstützt ausgewählte Schulen – allein in Chicago sind es sechs – auch finanziell.

Die US-Regierung, die Regierungen der einzelnen Bundesstaaten und viele Kommunalverwaltungen stecken also mit dem MIC unter einer Decke, und der gemeinnützige, nicht auf Gewinn ausgerichtete Sektor sträubt sich auch nicht gegen Zuwendungen des MIC. Es gibt aber auch noch kleine Gruppe von Kriegsgegnern, wie die Iraq Veterans Against War (s. http://www.ivaw.org/ ), die Veterans for Peace (s. https://www.veteransforpeace.org/ ), die Organisationen World Beyond War (s. https://worldbeyondwar.org/ ) und Peace Action (s. https://www.peaceaction.org/ ), die Union of Concerned Scientists (s. https://www.ucsu- sa.org/ ), das Center for International Policy (s. https://www.ciponline.org/ ), die Catholic Workers (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Catholic_Worker_Movement ), die Answer Coalition (s. http://www.answercoalition.org/ ) und andere, (die nicht vom MIC bezuschusst werden). Anders als während des Vietnamkrieges gibt es aber keine Gruppe führender religiö ser Persönlichkeiten, die gegen die US-Kriege protestiert, und die wenigen Studenten, die noch politisch aktiv sind, befassen sich mit anderen Problemen.

Gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen können auf unterschiedliche Art und Weise mit dem MIC in Verbindung stehen, einige sind ihm sogar ganz offensichtlich partnerschaftlich verbunden: die Pfadfinder und Pfadfinderinnen, das Rote Kreuz, einige Wohl tätigkeitsorganisationen für Kriegsveteranen, militärische Thinktanks wie die RAND Corporation (s. https://de.wikipedia.org/wiki/RAND_Corporation ) und das Institute for Defense Analysis (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Institute_for_Defense_Analyses ), ebenso andere dem US-Establishment verpflichtete Thinktanks wie das American Enterprise Institute (s. https://de.wikipedia.org/wiki/American_Enterprise_Institute ), der Atlantic Council (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantic_Council ) und der Council on Foreign Relations (https://de.wikipedia.org/wiki/Council_on_Foreign_Relations ), das US-Flaggschiff zur Beeinflussung der ganzen Welt. Daneben gibt es auch viele international arbeitende nichtstaatliche Organisationen, die im Auftrag der US-Regierung „humanitäre Hilfe“ leisten, die Marktwirtschaft preisen oder versuchen, „Kollateralschäden“ in überfallenen Ländern abzumildern – zum Beispiel das Mercy Corps (s. unter https://en.wikipedia.org/wiki/ Mercy_Corps ), die Open Society Foundations (des George Soros, s. https://de.wikipe- dia.org/wiki/Open_Society_Foundations ) und CARE (s. https://www.care.de/ ).

Auch diverse Bildungseinrichtungen unterhalten enge Verbindungen zum Militär. Das können reine Militärakademien sein wie die National Defense University (s. https://de.wikipe- dia.org/wiki/National_Defense_University ), das Army War College (s. https://de.wikipe- dia.org/wiki/United_States_Army_War_College ), das Naval War College (s. https://de.wi- kipedia.org/wiki/Naval_War_College ), das Air Force Institute of Technology (s. https:// en.wikipedia.org/wiki/Air_Force_Institute_of_Technology ), die Air University (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/Air_University ), die Defense Acquisition University (s. https://en.wiki- pedia.org/wiki/Defense_Acquisition_University ), das Defense Language Institute (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Defense_Language_Institute ), die Naval Postgraduate School (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Naval_Postgraduate_School ), die Defense Information School (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Defense_Information_School ), die Medical Schools (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Medical_school ), die Uniformed Services University of the Health Sciences (weitere Infos dazu s. unter https://en.wikipedia.org/wiki/Uniformed_Ser- vices_University_of_the_Health_Sciences ) und die berüchtigte School of the Americas in Fort Benning, Georgia, die in Western Hemisphere Institute for Security Cooperation (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Western_Hemisphere_Institute_for_Security_Cooperation ) umbenannt wurde. Zusätzlich gibt es spezielle Senior Military Colleges / SMCs (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/Senior_Military_College ), die bestimmte Studienfächer in Kombination mit militärischen Ausbildungsgängen anbieten – die Texas A&M University (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/Texas_A%26M_University ), die Norwich University (s. https://de.wi- kipedia.org/wiki/Norwich_University ), das Virginia Military Institute (s. https://de.wikipe- dia.org/wiki/Virginia_Military_Institute ), The Citadel (s. https://de.wikipedia.org/wiki/ The_Citadel_(Milit%C3%A4rcollege), das Virginia Polytechnic Institute and State University (s. unter https://de.wikipedia.org/wiki/Virginia_Polytechnic_Institute_and_State_Universi- ty ), die University of North Georgia (s. dazu auch https://de.wikipedia.org/wiki/ University_of_North_Georgia ) und das Mary Baldwin Women’s Institute for Leadership (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Mary_Baldwin_University und https://www.usa.gov/military- colleges ).

Eine Universität muss nicht unbedingt militärische Studiengänge anbieten, um für den MIC interessant zu sein. Es genügt schon, wenn sie sich am ROTC-Programm (s. https://de.wi- kipedia.org/wiki/Reserve_Officer_Training_Corps ) zur Weiterbildung von US-Reserveoffizieren beteiligt. Eine Studie hat ergeben, dass zu den 100 am stärksten militarisierten Universitäten auch sehr renommierte Einrichtungen gehören, weil sie auch Spezialisten für Militärgeheimdienste und Rüstungsfirmen ausbilden (s. https://news.vice.com/article/these-are-the-100-most-militarized-universities-in-america )

In seinem bereits 1969 in dem Magazin Ramparts (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Ramparts ) veröffentlichten wichtigen Artikel „Sinews of Empire“ (Die Sehnsucht des Imperiums, s. http://la.utexas.edu/users/hcleaver/357L/196910HorowitzSinewsTable.pdf ) hat David Horowitz darauf aufmerksam gemacht, dass sich bedeutende liberale Stiftungen schon lange verdeckt oder offen in den Dienst des Imperiums gestellt haben. Sie haben eng mit der CIA zusammengearbeitet und sich in ihre Machenschaften hineinziehen lassen. Der von Stiftungen gegründete und finanzierte Council on Foreign Relations (s.o.) ist schon lange zum Bindeglied zwischen der Wall Street, großen Konzernen, den Universitäten, den Medien und den Repräsentanten der Außen- und Militärpolitik der USA geworden.

Weniger bekannt sind die Verbindungen philanthropischer, kultureller, sozialer, ökologischer und beruflicher Organisationen zum US-Militär. Sie laufen über Spenden, gemeinsam durchgeführte Programme, gesponserte Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte, ausgelobte Preise, finanzielle Zuschüsse, Sitze in Verwaltungsräten und Leitungsgremien und lukrative Verträge. Die dazu verfügbaren Daten stammen leider nur aus den letzten zwanzig Jahren, liefern aber viele Gründe für das erstaunliche Ansehen, das nach jüngeren Umfragen das US-Militär, sein (überhöhtes) Budget und seine (zweifelhaften) Operationen in der US-Bevölkerung genießen.

Die „Menschenfreundlichkeit“ von Unternehmen, die für das Militär arbeiten, war auch Thema meiner CP Reports (meiner Berichte für Corporate Planner, s. http://www.cpreports.com/ und https://www.be-terna.com/de/bi/corporate-planner/ ) aus den Jahren 2006 und 2016. Fast alle gemeinnützigen Organisationen, auch Schulen und Universitäten, wur den von Rüstungsbetrieben unterstützt. Einige meiner Ergebnisse erregten großes Aufsehen. Organisationen von Minderheiten erhielten jahrelang besonders großzügige Zuwendungen, die National Association for the Advancement of Colored People / NAACP (s. https://en.wikipedia.org/wiki/NAACP ) von Lockheed und der Congressional Black Caucus (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Congressional_Black_Caucus ) von Boeing. Bruce Gordon, der frühere Präsident und Geschäftsführer der NAACP, sitzt jetzt im Stiftungssrat von Northrop Grumman.

General Electric ist das „menschenfreundlichste“ Unternehmen mit Pentagon-Aufträgen; es unterstützt Organisationen und Bildungseinrichtungen mit direkten Zuwendungen, Partnerschaften und Spendensammlungen unter seinen Tausenden von Angestellten – zugunsten vieler nichtstaatlicher und pädagogischer Einrichtungen in den ganzen USA.

Im Jahresbericht 2016 der Carnegie Endowment for International Peace / CEIP (s. https:// en.wikipedia.org/wiki/Carnegie_Endowment_for_International_Peace ) sind u.a. folgende Großspender aufgeführt: die Defense Intelligence Agency (der Geheimdienst des Pentagons, s. https://de.wikipedia.org/wiki/Defense_Intelligence_Agency ), Cisco Systems (s. htt- ps://de.wikipedia.org/wiki/Cisco_Systems ), die Open Society Foundations (des Herrn Soros, s. https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Society_Foundations ), das US-Verteidigungsministerium, General Electric, die NATO und Lockheed Martin. Über die militärischen Verbindungen der CEIP hat schon Horace Coon in seinem in den 1930er Jahren erschienenen Buch „Money to Burn“ (Geld zum Verbrennen, s. https://www.amazon.com/Money-Burn- Great-American-Foundations/dp/0887383343 ) berichtet.

Auch das US-Verteidigungsministerium selbst unterstützt Organisationen mit direkten Geldzuweisungen – darunter Big Brothers / Big Sisters (s. https://de.wikipedia.org/wiki/ Big_Brothers_Big_Sisters ), Boys and Girls Clubs (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Boys_%26_Girls_Clubs_of_America ), Boy Scouts (s. dazu auch https://de.wikipedia.org/wiki/ Boy_Scouts_of_America   ),   Girl   Scouts   (s.   dazu   auch   https://en.wikipedia.org/wiki/Girl_Scouts_of_the_USA ), Little League Baseball (s. https://de.wikipedia.org/wiki/ Little_League ) und United Service Organizations (s. https://de.wikipedia.org/wiki/ United_Service_Organizations ). Über das Denton Program (s. https://www.ustranscom.- mil/mov/denton.cfm ) können nichtstaatliche Organisationen freien Laderaum in US-Militärflugzeugen für humanitäre Hilfslieferungen nutzen.

Es gibt eine ganze Menge gemeinsamer Programme und Patenschaften. Hier folgt nur eine kleine Auswahl: Die American Association of University Women / AAUW (s. https:// www.aauw.org/what-we-do/stem-education/tech-savvy/ ) will mit ihrem National Tech Savvy Program STEM (s. https://www.livescience.com/43296-what-is-stem-education.html ) Mädchen zum Studium animieren; das Programm wird von den Rüstungsbetrieben Lockheed, BAE Systems und Boeing gesponsert. Junior Achievement (s. https://en.wikipe- dia.org/wiki/Junior_Achievement ) will Kinder für die Marktwirtschaft und das freie Unternehmertum begeistern und erhält finanzielle Zuwendungen von Bechtel, United Technologies und anderen. Die Wolf Trap Foundation for the Performing Arts (s. dazu auch https:// en.wikipedia.org/wiki/Wolf_Trap_National_Park_for_the_Performing_Arts ). die Kinder im Vorschul- und Kindergartenalter für Naturwissenschaften und Technik interessieren will, hat eine Partnerschaft mit Northrop Grumman. Die Bechtel Foundation finanziert zwei Er- ziehungsprogramme für ein „nachhaltiges Kalifornien“, die jungen Menschen „Kenntnisse, Fähigkeiten und Verständnis für Probleme unserer Welt“ vermitteln sollen, und ein Umweltschutzprogramm „zur Bewahrung und Erhaltung der natürliche Ressourcen des Staates“.

Die National Association for the Advancement of Colored People / NAACP (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/National_Association_for_the_Advancement_of_Colored_People ) betreibt seit Jahren das Programm Afro-Academic, Cultural, Technological and Scientific Olympics / ACT-SO, das afroamerikanische Schüler an High Schools dazu anregen und ermutigen soll, an Colleges zu studieren; es wird von Lockheed Martin, Northrop Grumman und anderen Rüstungsfirmen gesponsert. Die US-Sieger erhalten Geldpreise, Stipendien und Praktikums- oder Ausbildungsstellen in Rüstungsbetrieben.

In den letzten Jahren haben sich die Waffenhersteller zu begeisterten Umweltschützern entwickelt. Lockheed hat das Nachhaltigkeitsforum 2013 der US Chamber of Commerce Foundation (s. https://en.wikipedia.org/wiki/U.S._Chamber_of_Commerce_Foundation ) gesponsert. Northrop Grumman unterstützt Keep America Beautiful (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Keep_America_Beautiful ) und den National Public Lands Day (s. https://en.wi- kipedia.org/wiki/National_Public_Lands_Day ) und hat Partnerschaften mit Conservation International (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Conservation_International ) und der Arbor Day Foundation (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Arbor_Day_Foundation ) für die Erhaltung der Wälder. United Technologies ist der Gründungssponsor des U.S. Centers for Green Schools (s. https://www.usgbc.org/articles/center-green-schools ) sowie des Green Building Council (s. https://de.wikipedia.org/wiki/U.S._Green_Building_Council ) und Mitbegründer der Sustainable Cities Design Academy (s. http://californiareleaf.org/education/ sustainable-cities-design-academy/ ). Tree Musketeers (s. http://www.treemusketeersll- c.com/ ), eine US-Umweltschutzorganisation für Jugendliche, ist Partner von Northrop Grumman und Boeing.

Preisverleihungen finden in beide Richtungen statt: Rüstungsbetriebe zeichnen gemeinnützige Organisation aus, und gemeinnützige Organisationen verleihen Preise an Personen und Betriebe der Rüstungsindustrie. United Technologies wurde wegen seiner Verdienste um die Verhinderung des Klimawandels auf einer Liste des Carbon Disclosure Projects (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Carbon_Disclosure_Project ) lobend erwähnt. Die Corporate Responsibility Association (s. http://www.csrwire.com/members/17736-Corpora-te-Responsibility-Association ) hat Lockheed auf ihrer 100 Best Corporate Citizens List (s. unter http://www.csrwire.com/press_releases/41014-Corporate-Responsibility-Magazine- Announces-2018-100-Best-Corporate-Citizens ) auf Platz 8 gesetzt. Points of Light (s. htt- ps://en.wikipedia.org/wiki/Points_of_Light ) hat General Electric and Raytheon 2014 in die Liste der 50 kommunenfreundlichsten US-Konzerne aufgenommen. Harold Koh (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/Harold_Hongju_Koh ), der als Obamas Rechtsberater die Drohnenangriffe und die Intervention in Libyen gerechtfertigt hat, wurde dafür kürzlich von Phi Beta Kappa (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Phi_Beta_Kappa ) als Distinguished Visiting Professor (herausragender Gastprofessor) berufen. 2017 hat die Hispanic Association on Corporate Responsibility (s. https://hacr.org/about/ ) 34 junge Mitglieder geehrt; 3 davon waren  in Rüstungsbetrieben beschäftigt. Elizabeth Amato, eine leitende Angestellte bei United Technologies, erhielt den YWCA Women Achievers Award (weitere Infos unter http://www.ywca-lowercapefear.org/site/c.duLQKaORLkKaE/b.8632263/k.9E0A/Women_of_Achievement_Awards.htm ).

Trotz intensiver Durchsuchung der Steuerformulare 990 (s. https://en.wikipedia.org/wiki/ Form_990 ) ist es schwierig, die Herkunft der Einnahmen gemeinnütziger Organisationen zu überprüfen, obwohl diese bei einigen sehr hoch sind. Das American Friends Service Committee (s. https://www.afsc.org/about-us ) hatte zum Beispiel im Jahr 2006 Einkünfte in Höhe von 3,5 Millionen Dollar aus eigenen Investitionen. Nach Angaben auf dem Steuerformular 990 hat auch Human Rights Watch (weitere Infos dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Human_Rights_Watch ) 2015 rund 3,5 Millionen Dollar aus Investitionen erlöst und 107 Millionen Dollar von Stiftungen erhalten.

Eine der wenigen Überprüfungen der Einkünfte aus gemeinnützigen Investitionen, die 2012 von Commonfund (s. https://www.commonfund.org/about/ ) durchgeführt wurde, hat ergeben, dass nur 17 Prozent der Stiftungen bei ihren Investitionen die ESG-Kriterien „environmental, social and governance“ beachtet haben (dass Investitionen also umweltfreundlich bzw. sozial oder von der Regierung anerkannt sein müssen). Die ESG-Kriterien scheinen durch das in der Investitionsterminologie als „socialy responsible investing“ (sozi al verantwortliches Investieren) bekannte SRI-Kriterium ersetzt worden zu sein und damit eine ganz andere Richtung bekommen zu haben. Die bekannteste Einschränkung (durch die ESG-Kriterien) ist der Ausschluss von Investitionen in Unternehmen, die Geschäfte in konfliktträchtigen Regionen machen oder den Klimawandel durch CO2-Emissionen forcieren. Investitionen sind auch nur dann gemeinnützig, wenn die begünstigten Unternehmen ihre Arbeitskräfte zu gleichen Bedingungen beschäftigen. Die Commonfund-Überprüfung gemeinnütziger, sozialer und kultureller Organisationen hat auch ergeben, dass 70 Prozent dieser Organisationen bei ihren Investitionen die ESG-Kriterien nicht erfüllt haben.  Bei den religiösen Organisationen haben 61 Prozent die ESG-Kriterien beachtet, bei den sozialen Dienstleistern waren es nur 16 Prozent und bei den kulturellen Organisationen sogar nur 3 Prozent.

Investitionen in die Rüstungsbetriebe werden bei solchen Überprüfungen fast nie bemängelt. Religiöse Organisationen halten bei ihren Investitionen oft noch des SRI-Kriterium ein, schließen meistens aber nur Unternehmen aus, die mit Alkohol, Glücksspielen, Porno grafie oder Tabak zu tun haben. Das Interfaith Center on Corporate Responsibility (s. htt- ps://www.iccr.org/about-iccr ), an dem sich viele Kirchen orientieren, listet fast 30 Kriterien auf, die bei Investitionen beachtet werden sollten, zum Beispiel Empfehlungen der Regierung, Einflüsse auf den Klimawandel oder die Eindämmung des Drogenmissbrauchs. Vor Unternehmen, die an Waffen und Kriegen verdienen, wird nicht gewarnt. Die United Church of Christ / UCC (s. https://de.wikipedia.org/wiki/United_Church_of_Christ ), die das SRI-Kriterium mitentwickelt hat, gibt sogar eine Investitionsempfehlung heraus, in der sie dazu rät, nur in Unternehmen zu investieren deren Einnahmen zu weniger als 10 Prozentmit Alkohol oder Glücksspielen, zu weniger als 1 Prozent mit Tabakwaren, zu weniger als 10 Prozent mit konventionellen Waffen und zu weniger als 5 Prozent mit Atomwaffen erzielt werden.

Auf der Website des Art Institute of Chicago (s. unter https://de.wikipedia.org/wiki/Art_Insti- tute_of_Chicago ) wird festgestellt: „Wegen der treuhänderischen Verantwortung, die Rendite von Investitionen zu maximieren und das Risiko möglichst gering zu halten, lässt sich das Art Institute bei seinen Investitionen nicht von sozialen, moralischen oder politischen Gründen leiten.“ Als Partner ist International Honeywell verzeichnet, und zu seinen größten Spendern gehört der Konzern General Dynamics der Crown-Familie (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Lester_Crown ), die kürzlich 2 Millionen Dollar für eine Professur für Malerei und Zeichnung gestiftet hat.

Gemeinnützige Einrichtungen, Einzelpersonen und diverse Rentenfonds haben umfangreiche Investitionen in die Fonds von Finanzdienstleistern wie State Street (s. https://de.wiki- pedia.org/wiki/State_Street_Corporation ), Vanguard (s. https://www.de.vanguard/web/cf/ professionell/de/produktart/listenansicht/product=etf ), BlackRock (s. https://de.wikipe- dia.org/wiki/BlackRock ), Fidelity (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Fidelity_Investments ), CREF (s. http://newenergyevents.com/cref/ ) und anderen investiert, die ihrerseits große Portfolios von Rüstungsbetrieben halten (s. dazu auch https://worldbeyondwar.org/wp-con- tent/uploads/2016/11/indirect.pdf ). Dazu gehören auch Unternehmen der Informationstechnologie, die häufig als „sozial verantwortlich“ eingestuft werden, aber auch viele Aufträge vom US-Verteidigungsministerium erhalten.

In den letzten Jahren haben Stiftungen und andere gemeinnützige Einrichtungen wie Universitäten bei ihren Investitionen Hedge Fonds, Immobilienfonds, Derivate und nicht an  der Börse gehandelte Unternehmensbeteiligungen bevorzugt. Auch die Carnegie Endowment (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Carnegie_Endowment_for_International_Peace ), die transparenter als die meisten anderen Stiftungen ist, hat in ihrem Steuerformular 990 für das Jahr 2015 unter D Part VII solche Fonds aufgelistet. Es ist unwahrscheinlich, dass die aufgezählten Fonds keine Aktienpakete von Lockheed und Boeing halten, und die meisten haben auch durch Spenden, Sitze in Führungsgremien und Zulieferverträge enge Verbindungen zum MIC.

Enge Beziehungen zwischen dem Militär und Vorstandsmitgliedern und Managern gemeinnütziger Unternehmen und Organisationen sorgen dafür, dass sich diese Unternehmen und Organisationen bei gegen den Krieg gerichteten Verlautbarungen oder Aktivitäten zurückhalten. Das Aspen Institute (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Aspen_Institute ) ist ein Thinktank, dessen Experten gelegentlich auch mit Aktivisten von sozialkritischen Organisationen zusammenarbeiten. Seinem Stiftungsrat sitzt James Crown, der Direktor von General Dynamics, vor. Dem Stiftungsrat gehören auch Madeleine Albright (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/Madeleine_Albright ), Condoleezza Rice (s. https://de.wikipedia.org/ wiki/Condoleezza_Rice ), Javier Solana, ein ehemaliger Generalsekretär der NATO, und die ehemalige Kongressabgeordnete Jane Harman (s. https://de.wikipedia.org/wiki/ Jane_Harman ) an. Frau Harman hat schon mehrere Auszeichnungen erhalten: 1998 die Medal for Distinguished Service des US-Verteidigungsministeriums, 2007 die Seal Medal der CIA und 2011 den CIA Director’s Award und die National Intelligence Distinguished Public Service Medal. Gegenwärtig gehört sie der Senior Advisory Group des Direktors aller US-Geheimdienste (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Director_of_National_Intelligence ), der Trilateralen Kommission (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Trilaterale_Kommission ) und dem Council on Foreign Relations (s. unter https://de.wikipedia.org/wiki/Council_on_Fo- reign_Relations ) an. Zu den lebenslangen Mitgliedern des Aspen-Stiftungsrates gehören auch Lester Crown (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Lester_Crown ) und Henry Kissinger (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Kissinger ).

In den letzten Jahren sind Condoleezza Rice und der pensionierte General Lloyd Austin III in den Carnegie-Stiftungsrat aufgerückt. Der General war während des Überfalls auf den Irak im Jahr 2003 Kommandeur des (US-Regionalkommandos) CENTCOM (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/United_States_Central_Command ) und sitzt auch im Aufsichtsrat von United Technologies. Rear Admiral (Konteradmiral) Harold Bernsen, der früher die US-Streitkräfte im Mittleren Osten kommandiert hat und kein Arzt ist, war zeitweilig Vorsitzender der Organisation Physicians for Peace (s. https://www.physiciansforpeace.org/ ) die nicht mit der bekannteren Ärzteorganisation IPPNW (s. https://de.wikipedia.org/wiki/ IPPNW ) verwechselt werden sollte.

Geschäftsführer des TIAA (s. https://de.wikipedia.org/wiki/TIAA ), des Pensionsfonds der Universitätslehrer, war von 1993 bis 2002 John H. Biggs, der gleichzeitig auch Direktor bei Boeing war. Dem gegenwärtigen Verwaltungsrat des TIAA gehören auch ein leitender Angestellter der Militärforschung betreibenden MITRE Corporation (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Mitre_Corporation ) und mehrere Mitglieder des Council on Foreign Relations an. TIAA-Vizepräsident Rahul Merchantist ist auch Direktor der beiden Informationstechnologie-Unternehmen Juniper Networks (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Juniper_Net- works ) und AASKI (s. https://aaski.com/ ), die umfangreiche Lieferverträge mit dem Pentagon haben.

Chris Hansen, der von 2002 bis 2007 Cheflobbyist der American Association of Retired Persons / AARP (s. https://de.wikipedia.org/wiki/American_Association_of_Retired_Per- sons ) war, hatte vorher in gleicher Funktion für Boeing gearbeitet. Lisa Davis, die gegenwärtige Vizepräsidentin für Kommunikation bei Northrop Grumman, war von 1996 bis 2005 in gleicher Position für die AARP tätig.

Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer großer Rüstungsbetriebe sitzen häufig auch in Aufsichtsgremien gemeinnütziger Organisationen, zum Beispiel bei der National Fish and Wildlife Foundation (s. https://de.wikipedia.org/wiki/National_Fish_and_Wildlife_Foundation ), der Newman’s Own Foundation (s. http://newmansownfoundation.org/ ), der New York Public Library (s. https://de.wikipedia.org/wiki/New_York_Public_Library ), der Carnegie Hall Society (s. https://www.rockefellerfoundation.org/our-work/grants/carnegie-hall-so- ciety/ ), bei der Conservation International (s. unter https://de.wikipedia.org/wiki/Conserva- tion_International), bei der Wolf Trap Foundation (s. https://www.wolftrap.org/about.aspx ), der WGBH (s.https://en.wikipedia.org/wiki/WGBH_Educational_Foundation ), bei den Boy Scouts, bei der Newport Festival Foundation (s. https://www.newportfestivals.org/our-mis- sion/ ), der Toys for Tots (s. https://www.toysfortots.org/ ), den STEM Organizations (s. http://www.stemedcoalition.org/ ), bei Catalyst (s. https://catalystusa.com/ ). beim National Science Center (s. http://www.nscdiscovery.org/ ), beim US Institute of Peace (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/United_States_Institute_of_Peace ) und bei vielen anderen Stiftungen und Universitäten.

Das US-Verteidigungsministerium fördert die Beschäftigung pensionierter Offiziere als Vorstandsmitglieder oder Geschäftsführer bei gemeinnützigen Organisationen mit mehreren Programmen. Eden Murrie (s. https://business.vanderbilt.edu/stories/eden-murrie/ ), eine pensionierte Generalin der U.S. Air Force, ist jetzt Direktorin der Abteilung Government Transformation and Agency Partnerships bei der gemeinnützigen Einrichtung Partnership for Public Service (s. https://ourpublicservice.org/ ). Sie behauptet: „Ehemalige Offiziere bringen genug Führungserfahrung, Talent und Integrität mit, um in gemeinnützigen Organisationen von Nutzen zu sein.“ Wegen ihrer frühen Pensionierung seien ehemalige Offiziere und Reservisten gut geeignet für führende Positionen in der US-Regierung, in Behörden von Bundesstaaten und Kommunen, in Schulverwaltungen und anderen gemeinnützigen Einrichtungen. Viele seien auch bereit, ehrenamtlich zu arbeiten.

Die direktesten Beziehungen des MIC zu gemeinnützigen Organisationen entstehen durch Verträge, die das US-Verteidigungsministerium direkt an diese vergibt. Die diesbezüglichen Angaben in den Online-Datenbanken des Pentagons sind notorisch ungenau und widersprüchlich. Trotzdem vermittelt sogar dieses verwirrende Bild einen guten Einblick in die vielfältigen Verflechtungen.

Im Jahresbericht 2016 des TNC (s.https://www.nature.org/ ) ist zu lesen: „Der Naturschutzbund / TNC ist eine Organisation, die sich um die Menschen und die Natur sorgt und dazu Partner braucht. Wir sind unpolitisch. Nichtregierungsorganisationen wie der TNC möchten die Bürger mobilisieren. Wir stehen mit beiden Füßen auf dem Boden, verstehen die Menschen und die Politiker und schätzen Partnerschaften. Organisationen wie der TNC sind notwendig, um Dinge zu tun, um die sich die Regierung nicht kümmert.“ Formuliert hat das Mamie Parker (s. https://www.npr.org/2015/07/14/421141198/from-fishing-with-mom-to-becoming-a-top-fisheries-official?t=1533114972101 ), die frühere Stellvertretende Direkto- rin vom U.S. Fish and Wildlife Service (s. https://www.fws.gov/ ) und Vertreterin des Bundesstaates Arkansas beim TNC.

In den Jahre 2008 bis 2018 hat das US-Verteidigungsministerium dem TNC 44 direkte Aufträge über mehrere Millionen Dollar erteilt. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen wie die Wiederaufforstung eines Präriegebietes für 100.000 Dollar, um biologische Sicherungsarbeiten an einer Startbahn auf dem 1.650 km südwestlich von Hawaii gelegenen Palmyra Atoll für 82.000 Dollar. In den Jahren 2000 bis 2016 hat das Pentagon nach Angaben auf der Website governmentcontractswon.com / GCW (s. S. 2 dieses Artikels) Aufträge für insgesamt 5,5 Millionen Dollar an den TNC vergeben.

Die nicht durch Verträge belegten Zuwendungen, die das Pentagon dem TNC für spezielle Projekte zukommen ließ, waren sogar noch viel höher und betrugen insgesamt mehr als 150 Millionen Dollar. Für ein Gelände in der Umgebung des Forts Benning, das die U.S. Army zeitweise für Übungszwecke nutzte, erhielt der TNC 55 Millionen Dollar. Solche Nutzungsentschädigungen wurden auch für Gelände in der Nähe anderer Militärbasen gezahlt

– die höchste betrug 14 Millionen Dollar. Bezahlt wurde auch für die Durchführung einer ökologischen Bestandsaufnahme auf der Army-Base Fort Benning. Die Zahlungen für derartige Dienstleistungen wurden folgendermaßen begründet: „Damit soll erreicht werden, dass Staaten oder Kommunen nicht dauerhaft zu viel ziviles Land für militärische Zwecke abgeben müssen, die erforderliche militärische Nutzung aber trotzdem gewährleistet bleibt.“

Nach dem Steuerformular 990 hat der TNC im Jahr 2017 insgesamt rund 21 Millionen Rendite aus seinen Investitionen, 108,5 Millionen Dollar staatliche oder kommunale Zuschüsse und 9 Millionen Dollar durch Regierungsaufträge erhalten. Das Innenministerium, das für die Ländereien zuständig ist, die für Bombenabwürfe oder Schießübungen mit scharfer Munition genutzt werden, zahlt dem TNC ebenfalls Entschädigungen.

Auch andere Umweltschutzorganisationen erhalten Geld für vom Pentagon erteilte Aufträge: die National Audubon Society (s. https://de.wikipedia.org/wiki/National_Audubon_Soci- ety ) bekam in 6 Jahren nach GCW-Angaben 945.000 Dollar und das Point Reyes Bird Observatory (s. https://www.birdnote.org/show/point-reyes-bird-observatory ) erhielt nach der gleichen Quelle in 6 Jahren ebenfalls 145.000 Dollar. Für Verträge mit Stichting Deltares (s. https://www.deltares.nl/nl/ ), einem niederländischen Küstenschutzunternehmen, wurden im Jahr 2016 rund 550.000 Dollar gezahlt, der Zoo in San Diego erhielt 367.000 Dollar und das Institute for Wildlife Studies (s. http://www.iws.org/ ) bekam 1,3 Millionen Dollar für die Beobachtung von „Rotschwanzwürgern“ (s. https://www.fotocommunity.de/ photo/rotschwanzwuerger-barbara-as/33670823 ).

Auch das Unternehmen Goodwill Industries (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Goodwill_Industries ), das Behinderte, entlassene Straftäter, Kriegsveteranen und Obdachlose betreut und beschäftigt, wickelt viele Aufträge des Pentagons ab. Die Firma betreibt in einzelnen Staaten und Regionen eigenständige Unternehmen und verdient damit Milliarden. Nach GCW-Angaben wickelte Goodwill of South Florida von 2000 bis 2016 Verträge für insgesamt 434 Millionen Dollar mit dem Pentagon ab, bei Goodwill Southeastern Wisconsin waren es sogar 906 Millionen Dollar. Die Verträge umfassten Warenlieferungen, zum Beispiel Lebensmittel und Kampfhosen für die Army, und Dienstleistungen wie Transporte, Datenerhebungen, Pflegschaften, Wachdienste, Umzüge und die Verwertung von Abfall. Für das Pentagon hat auch der Vocational Service and Community Workshop (s. https://ww- w.bloomberg.com/research/stocks/private/snapshot.asp?privcapId=4486720 ) gearbeitet, der in 5 Jahren 12 Millionen Dollar für Hausmeistertätigkeiten kassiert hat; Lighthouse for the Blind (s. http://lighthouse-sf.org/ ) hat für die Lieferung von Wasserfiltern 4,5 Millionen Dollar erhalten und Ability One (s. http://www.abilityone.com.au/ ), das National  Institute for the Blind (s. http://www.daisy.org/member/national-institute-blind ), Pride Industries (s. https://www.prideindustries.com/ ) und das Melwood Horticultural Training Center (s. https://www.guidestar.org/profile/52-0857690 ) hatten ebenfalls gut dotierte Verträge mit dem Pentagon.

Das US-Verteidigungsministerium lässt auch von der Firma Federal Prison Industries (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Federal_Prison_Industries ) beschäftige Straftäter für sich arbeiten und kauft Möbel und andere Produkte, die sie herstellen. Dieses der Regierung gehörende, also nicht gemeinnützige Unternehmen hat 2016 rund 500 Millionen Dollar durch Verkäufe an staatliche Behörden eingenommen. Prison- und Goodwill Industries, andere Unternehmen, die Behinderte beschäftigen, und Firmen, die aus Profitgründen illegal eingewanderte Arbeitskräfte, Teenager, Ruheständler oder Wanderarbeiter zu Niedrigstlöhnen beschäftigen, produzieren hauptsächlich Nahrungsmittel nicht nur für das Militär, sondern auch für die US-Bevölkerung. Diese Betriebe nehmen der US-Arbeiterklasse einen Großteil ihrer Arbeit weg, machen sie dadurch mutlos und verhindern damit gleichzeitig jeden Widerstand gegen das ausbeuterische kapitalistische System.

Die gut bezahlten und deshalb keinesfalls an Veränderungen interessierten Beschäftigten und Manager der Rüstungsindustrie werden auch keine hölzernen Barrikaden errichten. In den Aufsichtsräten und Vorständen von Rüstungsbetrieben sind Frauen und Vertreter von Minderheiten durchaus willkommen. Die Vorstandsvorsitzenden von Lockheed, General Dynamics und Northrop Grumman sind Frauen. Deren Aufstieg weckt Sehnsüchte bei nicht so erfolgreichen Frauen, und verhindert, dass sie das bestehende System infrage stellen.

Die Verträge des Pentagons mit Universitäten, Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen sind so zahlreich, dass sie hier nicht aufgezählt werden können. Auch daran zeigt sich, wie vielfältig die Verzahnung mit dem MIC ist. Wie weit der Einfluss des MIC geht, lässt sich aber auch am Beispiel der (britischen ) Oxford University (s. https://ww- w.ox.ac.uk/about/international-oxford/oxfords-global-links/north-and-central-america-carib- bean/united-states-america?wssl=1 ) nachweisen, die vom Pentagon 800.000 Dollar für ihre medizinische Forschung erhält. Auch Berufsverbände haben hoch dotierte Verträge mit dem Pentagon geschlossen: das Institute of International Education (s. https://en.wiki- pedia.org/wiki/Institute_of_International_Education ), der American Council on Education (s. https://en.wikipedia.org/wiki/American_Council_on_Education ), die American Association of State Colleges and Universities (s. https://en.wikipedia.org/wiki/American_Associati- on_of_State_Colleges_and_Universities ), die National Academy of Sciences (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/National_Academy_of_Sciences ), die Society of Women Engineers (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Society_of_Women_Engineers ), die American Indian Sci-ence and Engineering Society (s. unter https://en.wikipedia.org/wiki/American_Indian_Sci- ence_and_Engineering_Society ), die American Association of Nurse Anesthetists (s. htt- ps://en.wikipedia.org/wiki/American_Association_of_Nurse_Anesthetists ), die Society of Mexican-American Engineers (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Society_of_Mexican_Ameri- can_Engineers_and_Scientists ) und der U.S. Green Building Council (s. https://de.wikipe- dia.org/wiki/U.S._Green_Building_Council ). Der Council of State Governments (s. https:// en.wikipedia.org/wiki/Council_of_State_Governments ), eine gemeinnützige Vereinigung von Regierungsangestellten, hat 193.000 Dollar zur Erhaltung der „Arbeitsbereitschaft“ bekommen. Hoffen wir, dass sie arbeitsbereit geblieben sind.

Die Vorsitzenden, Mitarbeiter, Mitglieder, Spender und ehrenamtlichen Helfer gemeinnützi ger Organisationen sind die Art von Menschen, die eigentlich Friedensaktivisten sein müssten, aber durch die Zuwendungen des MIC davon abgehalten werden. Auch Menschen, die nicht direkt oder indirekt vom MIC profitieren, engagieren sich nicht für den Frieden, weil sie ständig der pausenlosen Kriegspropaganda der Regierung (und des MIC) ausgesetzt sind, die über digitale und gedruckte Medien, das Fernsehen, die Filmindustrie, Paraden, Sportshows und Computerspiele verbreitet wird; durch solche Spiele wird schon Kindern jede Tötungshemmung genommen.

Indoktrination findet überall statt. Sie durchdringt das gesamte Bildungssystem, das die von Gewalt geprägte Geschichte der USA verherrlicht. In den Schulen findet sie im norma len Unterricht, in den STEM-Programmen (s. https://www.livescience.com/43296-what-is- stem-education.html ) oder in „lustigen“ Roboter-AGs statt, die von Beauftragten der Waffenindustrie durchgeführt werden. Kleine Kinder können die damit verfolgten Absichten noch nicht durchschauen, prägen sich aber die Firmenlogos der Waffenhersteller ein. JROTC-Programme (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Junior_Reserve_Officers%27_Trai- ning_Corps ), die militärische Werte vermitteln, begeistern auch Jugendliche, die keine Offizierslaufbahn anstreben. Im Rahmen dieser finanziell sehr gut ausgestatteten Rekrutierungskurse finden auch „begeisternde“ Kriegsspiele statt.

In die weltweite Propaganda-Kampagne des MIC sind auch die NATO, andere Militärallianzen, die Verteidigungsministerien anderer Staaten, die ausländische Rüstungsindustrie und die US-Militärbasen im Ausland einbezogen, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Millionen Menschen, die mit dem MIC unter einer Decke stecken, auch die Soldaten, die ihr Leben für ihn aufs Spiel setzen, sind kaum dafür haftbar zu machen. Nur wenige werden mit Begeisterung töten und zerstören. Die meisten versuchen nur ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ihren Job im Rostgürtel nicht zu verlieren, ihre Organisation finanziell über Wasser zu halten oder gesellschaftlich akzeptiert zu bleiben. Viele würden eine konstruktive Arbeit, die dem Frieden dient, sicher vorziehen. Viele sind aber auch schon so verhetzt, dass sie den Militarismus für normal und notwendig halten. Für diejenigen, die das Leben auf unserem Planeten erhalten wollen, ist es deshalb sehr wichtig, zu durchschauen, welcher vielfältigen Mittel sich der „militärisch-industrielle, den Kongress und fast alles andere manipulierenden Komplex“ bedient.

Die „freie Marktwirtschaft“ ist ein Mythos. Die Regierung beeinflusst nicht nur den riesigen gemeinnützigen Sektor, um die Interessen (des MIC und) des mit gigantischen Summen finanzierten Militärs durchzusetzen, sie richtet auch die Landwirtschaft, das Bildungs- und Gesundheitssystem und die Entwicklung der Infrastruktur und der gesamten Wirtschaft am Profitstreben des MIC aus. Für die vielen Billionen, die sie dafür ausgibt, könnten wir uns auch ein Wirtschaftssystem leisten, das die Umwelt schützt, allen US-Bürgern einen höheren materiellen und kulturellen Lebensstandard bietet und dem Weltfrieden dient.

 

Joan Roelofs ist eine emeritierte Professorin der politischen Wissenschaften des Keene State College in New Hampshire. Sie hat u. a. folgende Bücher über Stiftungen und die Aufgaben des Staates veröffentlicht: „The Mask of Pluralism“ (Unter der Maske des Plura – lismus, SUNY Press, 2003), „Greening Cities“ (Begrünte Städte, Rowman and Littlefield, 1996). Außerdem hat sie das von (dem französischen Autor) Victor Considerant (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/Victor_Considerant ) bereits 1834 verfasste Buch „Principles of So- cialism“ (Die Prinzipien des Sozialismus, Maisonneuve Press, 2006) und zusammen mit Shawn P. Wilbur auch Charles Fouriers Antikriegsmärchen „The World War of Small Pastries“ (Der Weltkrieg der kleinen Pasteten, Autonomedia, 2015) übersetzt. Auf ihrer Websi te hat sie auch eine allgemeinverständliche Abhandlung über den MIC veröffentlicht, die für Schulungszwecke verwendet werden kann (s. http://www.joanroelofs.wordpress.com ). Zu erreichen ist sie über joan.roelofs@myfairpoint.net .

(Wir haben den sehr informativen Artikel komplett übersetzt und mit vielen Links und Ergänzungen in Klammern versehen.)

https://joanroelofs.files.wordpress.com/2018/07/insecurity-blanket.pdf

http://luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP11318_100818.pdf

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