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Ausland, Naher Osten

Kurden erreichen Einigung mit Damaskus zur Beendigung des Syrien-Konflikts

Übersetzung LZ

Bild: Riad Darar und Ilham Ahmed, Ko-Vorsitzende des sogenannten Syrischen Demokratischen Rates (DEZA) beim dritten Treffen am 16. Juli 2018 in der syrischen Stadt Tabqa. (Foto von Reuters)

Ein Bündnis von kurdischen und arabischen Kämpfern in Syrien sagt, es sei zu einer Einigung mit der syrischen Regierung gekommen, um Verhandlungen zur Beendigung der Gewalt in Syrien zu beginnen.

Die Ankündigung erfolgte, nachdem der sogenannte Syrische Demokratische Rat (DEZA), der politische Flügel der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Anfang dieser Woche eine Delegation zu Gesprächen mit syrischen Vertretern nach Damaskus entsandt hatte. Die SDF selbst ist eine von den USA unterstützte Koalition von hauptsächlich kurdischen Kämpfern.

Die DEZA sagte am Samstag in einer Erklärung, dass sie mit der Regierung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad vereinbart habe, Komitees zu bilden, die „einen Fahrplan für ein demokratisches, dezentralisiertes Syrien entwerfen“ würden.

Die DEZA-Delegation besuchte Damaskus zum ersten Mal, nachdem Präsident Assad sagte, dass er „Türen für Verhandlungen mit syrischen Kurden öffnet“, die er als „offenbar misstrauisch“ gegenüber ihrem unberechenbaren Verbündeten – den Vereinigten Staaten – bezeichnete.

Die Kurden erklärten sich dann bereit, die Kontrolle über den östlichen Euphrat an die Regierung zu übergeben, nachdem Washington seine Unterstützung für die kurdischen Militanten in den nordsyrischen Städten Manbij und Afrin aufgekündigt hatte.

Der Ko-Vorsitzende der DEZA, Riad Darar, sagte am Freitag, dass die Gespräche mit Damaskus darauf abzielten, „auf eine Lösung für Nordsyrien hinzuarbeiten“, da es an der Zeit sei, „unsere Probleme selbst zu lösen“.

Die Gruppe, die von Washington unterstützt wird, hat es bereits während des siebenjährigen Konflikts in Nordsyrien geschafft, eine autonome Regierung zu bilden.

Washingtons widersprüchliche Pläne in Syrien haben die kurdischen Militanten jedoch dazu veranlasst, sich an die Regierung in Damaskus zu wenden.

Ihre Präsenz in der Region nahe der türkischen Grenze hat zu Spannungen zwischen den USA und der Türkei geführt.

Ankara, das die syrischen kurdischen Militanten als eine Erweiterung der PKK-Terroristen betrachtet, hat sogar damit gedroht, „alle Terrornester zu zerstören“, nahe der syrischen Grenze.

Es hat geschworen, keinen kurdischen Gruppen die Kontrolle über die türkische Grenze zu Syrien zu überlassen.

Flüchtlinge versammeln sich in Shebaa (Libanon) zur Rückkehr nach Syrien.

Am Samstag versammelten sich Hunderte von syrischen Flüchtlingen, die in Hasbaya’s Shebaa und Western Bekaa wohnten, auf einem Schulhof in Shebaa und warteten auf Busse, die von der syrischen Regierung zur Verfügung gestellt wurden.

Die staatliche Nationale Nachrichtenagentur schätzte, dass sich um 9 Uhr morgens fast 900 Flüchtlinge in der Shebaa High School versammelten, während die General Security vor Ort die Namen der Departements prüfte.

Die Busse halten am Grenzübergang Masnaa, bevor sie nach Syrien fahren. Die Gruppe ist die vierte, die aus dem Libanon abreist.

Mehrere Gruppen waren zuvor, insbesondere aus der nordöstlichen Stadt Arsal, auf Initiative von General Security abgereist.

https://www.presstv.com/Detail/2018/07/28/569493/SyriaKurdishSyrian-Democratic-Councilpeace-talks

 

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Diskussionen

5 Gedanken zu “Kurden erreichen Einigung mit Damaskus zur Beendigung des Syrien-Konflikts

  1. Da sind doch einige Unwahrheiten richtig zu stellen.
    Die sich bisher dem US-Regime an den Hals schmeißenden Kurden haben auf schlimmste Weise sich als Verräter des syrischen Volkes erwiesen. Die haben auch keine Autonomie im Norden Syriens erreicht, sie wollten sich (und werden das auch in Zukunft wollen) Autonomie aneignen. Die syrische Zentralregierung aber wollte und will den Kurden nur Selbstverwaltung zugestehen. Die Kurden haben als Fußtruppen (oder besser gesagt Fußlappen) für das US-Regime gewirkt, haben ihrem in jeder Hinsicht völkerrechtsverbrecherischen Komplizen USA ermöglicht ein Dutzend Flugstützpunkte in Nordsyrien einzurichten, haben in Raqua und Des e Sur für die Amis und gegen die syrische Armee gekämpft. Viele syrische Soldaten haben diese ehrlosen Verräter auf dem Gewissen.
    Sie wollen jetzt ihre Haut retten, weil sie merken, dass das US-Regime die fallen lassen wird. Das geschieht denen Recht. Diesen Kurden darf man niemals vertrauen, die werden sich bei nächster Gelegenheit wieder als wortbrüchig erweisen.

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    Verfasst von alblbo | 31. Juli 2018, 19:53
    • Das sogenannte „taktische Bündnis“ mit dem US-Imperialismus mußte in einer Katastrophe enden. Man ging es ein in der Annahme, nur so einer Vernichtung durch den türkischen Chauvinismus zu entgehen. Womit man nicht gerechnet hatte, war der militärische Sieg der syrischen Regierung über die vom zionistischen Gebilde und dem Imperialismus geschaffene terroristische Internationale. Als sich dieser Sieg der Achse des Widerstands abzeichnete, gingen dem Imperialismus die Fußtruppen aus und so rekrutierte er die Kurden, die er gefügig hielt mit der Drohung, sie Erdogan auszuliefern. Mit der Schaffung diverser Stützpunkte im kurdischen und von ihnen beherrschten arabischen syrischen Nordosten schuf man ein nicht unerheblich großes territoriales Faustpfand für künftige politische Verhandlungen zur Zukunft Syriens. Gleiches tat Erdogan mit der Besetzung Afrins.
      An dieser Lage hat sich auch nach den aktuellen Verhandlungen mit der syrischen Regierung wenig geändert. Die Türken sind weiter in Afrin und die Amis im kurdischen Nordosten. Jeder militärische Angriff der syrischen Armee würde zu einer direkten Konfrontation mit der Türkei und den USA führen.
      Es wird also nach der jetzt anstehenden Befreiung Idlibs und der Vernichtung oder Vertreibung der von ihren Förderern längst aufgegebenen Terroristen zu diesen Verhandlungen kommen.
      Erdogans will auf keinen Fall eine kurdische Autonomie an seiner Südgrenze.
      Israels will keine gestärkte Front der Achse an seiner Nordgrenze und die Vernichtung Irans.
      Die USA wollen an Stelle des Sturzes der syrischen Regierung die Unterwerfung Irans.
      Putin will die territoriale Einheit Syriens, die Vernichtung der Terroristen und Frieden in der Region.
      Die Kurden wollen einen eigenen Staat oder mindestens eine Autonomie wie im Irak.
      Wenn es nicht vorher zum vom zionistischen Gebilde gewollten Überfall auf den Iran kommt, zeichnet sich als einzig erkennbare Lösung für Syrien ab:
      Syrien bleibt territorial unverändert, USA und Türken ziehen ihre Truppen ab. Die Kurden erhalten wie auch andere Ethnien eine gewisse Selbstverwaltung und kulturelle Eigenständigkeit. Russland und die USA garantieren, daß es zu keinerlei Truppenkonzentrationen jeder Art an der zionistischen Grenze kommt, daß die Achse des Widerstandes also nichts mehr gegen die Zionisten unternimmt. Gleiches gilt für den kurdischen Norden in Bezug auf die Türkei. In Syrien werden Wahlen abgehalten, die aller Vorraussicht nach Assad mit überwältigender Mehrheit gewinnen wird.
      Auf Grundlage dieser Perspektive verhielt sich das zionistische Gebilde passiv beim aktuellen Sieg der Regierung an der Südfront. Ebenso passiv wird sich Erdogan bei der Befreiung Idlibs verhalten. Ohne die Unterstützung ihrer Paten sind die Terroristen keine ernsthaften Gegner für die syrische Armee. Die Syrer unter ihnen werden angehalten, auf die Versöhnungsangebote der syrischen Regierung einzugehen und der Rest wird sich in die Türkei und in ihre jeweiligen Herkunftländer absetzen.

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      Verfasst von Eugen Hardt | 31. Juli 2018, 21:44
      • „Syrien bleibt territorial unverändert, USA und Türken ziehen ihre Truppen ab. Die Kurden erhalten wie auch andere Ethnien eine gewisse Selbstverwaltung und kulturelle Eigenständigkeit“.
        Dieser Abschnitt beinhaltet eine zentrale Kritik an der Herrschaft der „Sozialistischen Partei der Arabischen Wiedergeburt“(ASBP). Bereits der Name der Partei wie auch überhaupt die Praxis des Organisationen des kleinbürgerlichen arabischen Nationalismus (es gibt keinen ernsthaften Hinweis darauf, dass die Sache bei den Organisationen nicht-arabischen Nationalismus in der Region sehr viel anders aussähe!) weisen darauf hin, dass die nicht-arabischen Bestandteile der jeweiligen Staatsangehörigen nicht als Gleichberechtigte betrachtet werden. Das sollte nicht übersehen werden, wenn man die Haltung der PYD/YPG in Syrien betrachtet. Die syrischen Kurden hatten allen Grund, den Aufstand großer Teile der sunnitischen arabischen Massen gegen die Regierung in Damaskus zu nutzen, um sich der repressiven Herrschaft der arabischen Nationalisten zu entledigen. Diese können froh sein, dass die Rebellen (die „gemäßigten“ ebenso wie die jihadistischen Takfiristen) den Kurden entweder auch als arabische Chauvinisten oder aber als religiöse Extremisten gegenübertraten und es ihnen so unmöglich machten, eine gemeinsame Front gegen das Regierungslager zu bilden. Wieweit das Bündnis mit den USA wirklich taktisch gemeint war, bleibt uns Außenstehenden wohl weitgehend verborgen. Es ist auf jeden Fall zweischneidig: einerseits könnte es ökonomisch und militärisch notwendig gewesen sein, um der PYD/YPG zu ermächtigen, mit der Regierung sinnvolle Verhandlungen aufzunehmen: andererseits belastet es ihre Akzeptanz seitens der arabischen Bevölkerungsmehrheit. Es bleibt zu hoffen, dass die ASBP-Regierung aus der Haltung eines Großteils „arabischen Brüder“ (darunter solcher, die sie wie die Golfmonarchien einstmals finanziell unterstützt haben) gelernt hat, dass ihre bisherige Form des arabischen Nationalismus der Einheit und Stabilität des Landes nicht dient.

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        Verfasst von A.Holberg | 1. August 2018, 10:31
        • Das mit dem „taktischen Bündnis“ stammt von einem, der es wissen muss: Peter Schaber vom lower class magazin. Er hielt sich mehrfach vor Ort in Rojava auf und versteht sich als Vertreter der Position der syrischen Kurden.
          Siehe dazu auch meinen Artikel: https://linkezeitung.de/2016/08/26/rojava-taktisches-buendnis-mit-us-imperialismus-fuehrt-zur-niederlage/
          Ein wie auch immer geartetes Bündnis mit dem US-Imperialismus, dem Hauptfeind der Menschheit, ist prinzipiell abzulehnen, weil es zur Aufgabe des Kampfes eben gegen den Imperialismus führt. Konkret in Syrien war das Ziel des Imperialismus der Sturz der Regierung in Damaskus als Teil der Achse des Widerstands mittels islamistischer Terroristen. In dieser Lage der Abwehr eines militärischen Angriffs durch den Imperialismus muss man die syrische Regierung und die Achse des Widerstands unterstützen – ganz unabhängig vom Charakter der jeweiligen Regierung der Staaten der Achse. Das sehen Iran und Hisbollah genauso, denn klar sollte sein, daß das laizistische, multireligiöse, Frauen Gleichberechtigung gebende System Syriens an sich ein rotes Tuch und Gegner der Gottesstaatler in Teheran ist und bleibt.

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          Verfasst von Eugen Hardt | 1. August 2018, 11:17
  2. Hoffentlich werden die Kurden nicht weiter verarscht.

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    Verfasst von reiner tiroch | 31. Juli 2018, 9:33

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