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Theorie, Wirtschaft

Karl Marx oder Rosa Luxemburg, „Einschlummern“ oder „Todeszuckungen des Kapitalismus“

Karl Marx analysierte das Ende des Kapitalismus und zeigte auf, dass, nachdem er alle Produktivkräfte voll entwickelt habe, seine Mission beendet sei. Konkret machte er das Ende aus an der Profitrate. Wenn nur noch die großen Konzerne im Durchschnitt von den Profiten lohnend existieren können, für„die die Masse des Profits die Rate aufwiegt wäre überhaupt das belebende Feuer der Produktion erloschen. Sie würde einschlummern.«
Karl Marx, „Das Kapital,“ Bd. 3, Seite 269.

Diesen Punkt haben wir schon seit 2008 erreicht. Deshalb kauft die EZB den Konzernen ihre Schulden Anleihe-Papiere ab, und alle Marktbeobachter denken, dass das weitergehen wird: Ökonom: EZB wird ihre Anleihe-Käufe auch 2019 fortführen 18.7.08. Damit sie ihren Schrott überhaupt nochverkaufenkönnen, geben sie laut Dudenhöfer von der Uni Essen noch dazu Rabatte bis 40%: Auto-Rabatte steuern auf Rekord zu 16.7.18. Zahlen wirst die Verluste dann Du und alle Steuerzahler.

Hinzu kommt jetzt noch die Handelsschrankenpolitik von Trump mit der ganzen Welt. Die Wallsreet hat Trump zum Präsidenten gekürt, damit er für den Riesen kommenden Crash den Buhmann spielt.

Das alles sieht doch mehr nach Rosa Luxemburgs Todeszuckungen aus. Jetzt folgt eine kniffliger Text, in dem man sich ausführlich reinarbeiten muss. Aber, wenn Du alles richtig verstanden, wirst Du am Ende wissen, dass der Kapitalismus wie gegen die Wand fährt und davon sich nie mehr erholen wird. Du musst Dich nun autark machen musst, um bis zur Räterepublik durchzuhalten. Es ist vergleichbar mit dem dunklen Mittelalter zwischen 500 und 1000 nach dem das römische Reich untergegangen ist.

Marx wollte sich nicht vorstellen, dass es bei den Arbeitern zu einer Disakkumulation kommt und entwarf deshalb in seinem Modell ein Schema, dass im Produktionsmittel- und im Konsumsektor kaum mehr Maschinen nachgefragt werden. Er schrieb im 2. Band des Kapitals auf S.513, dass unter der Annahme, dass II keine Maschinen mehr kauft:

 „Es fände also relative Überproduktion in I statt, entsprechend dieser gleichzeitigen Nichterweiterung der Reproduktion auf Seite II.“

Klar Logisch. Er hatte in seiner Abstraktion sogar strebt dire Profitrate nur gegen 20%, ganz anders, wie er das im 3. Band richtig gegen Null entwickelt.

Luxemburg schrieb auf S 31 ihrer Antikritik: „Zwar schien dieser letzte Abschnitt des Bandes, nach dem Engelsschen Zeugnis, Marx selbst »einer Umarbeitung dringend bedürftig« und ist nach demselben Zeugnis »nur eine vorläufige Behandlung des Gegenstandes«  geblieben“. Das waren eben nur Notizen, er fand keine Zeit mehr, das Buch auszuarbeiten,

Luxemburg kritisierte die willkürlichen Annahmen on Marc und entwickelte ihr Modell mit einer steigenden technischen Zusammensetzung des Kapitals. Sie kommt jedenfalls auf das -Ergebnis, dass eine Überproduktion im Konsumsektor stattfindet. Das ist auch logisch, weil ja die organische Zusammensetzung des Kapitals (c/v) immer mehr ansteigt, also die Fremdrechnungen im Verhältnis zu den Löhnen zunehmen.

Das Problem dabei war, dass man in ihrem Schema auch Beispiele zeigen kann, die die Überproduktion auf dem Produktionsmittelsektor. Also auch hier kann man willkürliche Rechnungen erstellen. Daher konnte Tony Cliff ein Beispiel zeigen, dass Marx bestätigt hatte.

Aber wollen wir erst einmal Cliffs grundsätzliche Fragestellung zeigen, denn er hatte sie von allen am besten und leicht verständlich auf den Punkt gebracht.

Bei der einfachen Reproduktion sind  die

„Produktionsmittel von I = cI + cII

P von II = vI – mI + vII + mII”

Diese beiden Gleichungen können zu einer Gleichung zusammengefasst werden:

cII + vII + mII = vI – mI + vII + mII”

[vII + mII können wir auf beiden Seiten wegstreichen, bleibt]

„cII = vI + mI“

Jetzt macht Cliff die gleiche Rechnung bei der erweiterten Reproduktion:

“PI = cI + acI + cII + acII#

  1. PII = vI + rI + avI + vII + rII + avII

cII + acII = vI + rI + av

„Im Falle der einfachen Reproduktion muss cll gleich vl + ml sein. Im Fall der erweiterten Reproduktion muss cII + acII gleich vI + rI + avI sein.

Dann sind vI + rI + avI kleiner als vI + mI.“ (Da cI in den Produktionsmittel von I ist)

„Wenn nun unter den Bedingungen der einfachen Reproduktion Gleichgewicht herrschte, würde der Übergang zur erweiterten Reproduktion in Abteilung II nicht nur Nichtakkumulation voraussetzen, sondern sogar die absurde Situation der Disakkumulation.“

Aber genau das passiert auch. 50% der Jugendlichen in Deutschland haben schon einen prekären Arbeitsvertrag als Minijobber, mit Zeitverträgen oder Praktikanten. Das kostet nichts mehr. Und erst recht braucht das Kapital da immer weniger investieren.

Aber es gab auch von Anfang an des Kapitalismus` eine relative Disakkumulation. Es ist unbestritten bei allen Marxisten, dass die organische Zusammensetzung im Kapitalismus stetig ansteigt, stetig ansteigen muss. Auf der anderen Seite wuchs aber auch die gesamte Wirtschaftsprodukt. Dann hat das für den Betrachter zwar den Anschein, dass akkumuliert wird, aber relativ wird eben disakkumuliert, Tony, Deine Rechnung entsprach schon der Realität. Der Kapitalismus ist schon absurd. Das Kapital braucht immer weniger nur für den Lohn verauslagen, aber muss immer mehr für den konstanten Teil und der Gewinn wurde im Durchschnitt immer kleiner. Pech, Seht ihr immer noch nicht ein, dass Eure historische Mission  beendet ist.

Marx und Cliff haben bei ihrem Modell die Verhältnisse von c zu v nicht auseinander gehen lassen und die Sektoren I und II auch nicht. Aber auch Luxemburg hat zwar die Verhältnisse von c/v 500% auf 533,1 im Sektor I auseinander gehen lassen und II ebenso, aber nicht die Sektoren.

Ich habe entsprechend dem Modell von Cliff die Verhältnisse und die Sektoren auseinander gehen lassen.

Die Überproduktion ist immer im Konsumsektor, immer. Ich habe extra auf  Marktende unter „Download der Excell-Tabellen“ eine Tabelle Nr.7 „Do it yourself“ gemacht, wo Du das testen kannst, ob das  stimmt. Da ist auch die Entwicklung jeweils der Profitraten drauf und anderes.

Wir sehen, Rosa Luxemburg hat Recht gehabt, als sie feststellte, dass die Überproduktion im Konsumsektor entsteht, und zwar immer, wie ich feststellte. Was heißt da nun in der Praxis. In den 200 Jahren des Bestehens des Kapitalismus nichts. Nichts, denn die Überproduktion wurde immer problemlos auf den unterproduzierenden Sektor I und auch in das Ausland übertragen.

Übrigens, wenn Marx und Cliff Recht gehabt hätten, dann hätten wir jede Jahr ein großes Problem gehabt, denn was will Frau Meier in ihrer Küche mit einer Stanzmaschine? Also – Übertrag wäre nie gegangen.

Wir hatten in der Vergangenheit nur die relativ geringen Kündigungen aufgrund der steigenden Zusammensetzung des Kapitals gehabt und etwa 1,5% Insolvenzen jedes Jahr. Das drückte sich alle 9-10 Jahre in minimalen Wirtschaftsrückgängen von – 0,5 bis 1,0% aus.

Diese Statistik ist original vom Statistischem Bundesamt. Wir sehen die kleinen Wirtschaftsdellen alle 10 Jahre, aber auch den ständigen Wirtschaftsabschwung bei den roten 10-Jahres Durchschnittslinien. Ein Phänomen, das in allen Industrieländern vorkam. Mit etwa 13% Wirtschaftswachstum fingen sie alle an und enden in der 2010 Dekade mit 0%, da immer mehr 3. Weltländer auch Konkurrenten geworden sind.

Aber, Oh Schreck, was ist da hinten die -5% Marke. Ja das ist genau unser Problem.

Im Normalfall entsteht die Überproduktion im Konsumsektor. In dem Moment aber, wenn die Geschichte rückwärts verläuft, also die Sektoren und C zu V zueinander streben, fällt die Überproduktion im Produktionsmittelsektor an und kann nicht mehr übertragen werden. 2008 entwickelte sich das damit, dass im März 2008 weltweit die Investitionen ausblieben.

Wegen der abrupten ausbleibenden Investitionen weltweit schrieben wir am 25.3.2009 „Wirtschaftszusammenbruch: Der „Point of no Return“ der Produktion wird gerade überschritten“ und in der Tat kamen dann mit Vorankündigungen im Juli 2009 der schrecklichen Wirtschaftseinruch von 5%. 2009 wurde eine Abwrackprämie von 2.500 Euro europaweit und mit Statistikbetrug hauptsächlich bei der Inflation, dem Bruttoinlandsprodukt, der Bankenrettung, den Haushaltsschulden und den Arbeitslosenzahlen, eigentlich bei allem, konnte man zumindestens in Deutschland noch eine Wirtschaftswachstum vorgaukeln.

Aber der 10 Jahre Krisenzyklus ist im nächsten Jahr wieder da und nichts ist gelöst. Im Gegenteil, die ganzen Blasen sind zehn mal größer als 2008/9 und viele sind dazu gekommen, hauptsächlich die Statistiklügen. Die Investitionsunterlassungen haben sich in Deutschland  und Japan angekündigt (siehe „Der endgültige „Point of no Return“ in der Produktion ist im Anmarsch„).

Um von dem Wirtschaftscrash 2019 abzulenken hat die Wallstreet extra Trump als Rumpelstilzchen einbestellt, damit er überall auf der Welt Schrecken verbreitet, besonders den Zollschrankenkrieg. 1932 hatte das weltweit zu 50% Wirtschaftseinbruch geführt und dann kann die Wallstreet sagen, ja, das war nicht der normale Kapitalismus, das war das Rumpelstilzchen.

Wir müssen mindestens diesmal mit -50% rechnen. Wenn die weltweiten Investitionsverweigerungen zu einer Überproduktion im Produktionsmittelsektor gekommen ist, dir diesmal zu vielen Betriebsschließungen führen wird, da kein Staat mehr wird helfen können. Jeder Arbeitsplatzverlust im Produktionsmittelbereich wird 5-7 weitere Arbeitsplatzverluste im Dienstleistungsbereich nach sich ziehen. Ich rechne mit 20 Millionen Arbeitslosen und einer jahrelangen Superhyperinflation.

Das Wort von Rosa Luxemburg „Sozialismus oder Barbarei“ wird wahr werden. In Südamerka werden alle sehr schnell zur Räterepublik kommen. In den 1950 bis 1970Jahre waren dort alles rechte Regierungen bis Militärregierungen. Viele Menschen sind hierher geflüchtet und haben in Europa die bürgerlich linken Regierungen und Gewerkschaften kennen gelernt. Diese Erfahrungen haben sie mit nach Südamerika genommen und heute ist das alles viel linker als bei uns in Europa. Deshalb sind in Argentinien, Brasilien, Uruguay und Brasilien schon hunderte von selbstverwalteten Betrieben auch staatlich anerkannt. Die Demonstrationen, Generalstreiks und Betriebskämpfe sind dort zigmal militanter und größer als hier.

Wie schnell wird das basisdemokratische Räteparlament dann auf Ehropa und besonders auf Deutschland übergreifen, wenn der Kapitalismus in Flammen stehen wird?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Karl Marx oder Rosa Luxemburg, „Einschlummern“ oder „Todeszuckungen des Kapitalismus“

  1. Es verlangt schon sehr viel Disziplin und auch Durchhaltevermögen, diesen Text bis zu Ende zu lesen. Nicht nur dass er einige Fehler aufweist, die sich auf mangelndes Korrektorat zurückführen lassen, er enthält auch so manche hanebüchenen Vereinfachungen und naive Weltsichten, dass man von Glück reden kann, dass der Marxismus heute ohnehin nur noch eine Randerscheinung ist. Das wird durch diesen Text nicht besser, aber glücklicherweise kann es auch nicht viel schlechter werden. Aber solche Texte machen Marx und Marxismus nur unverständlicher und bestätigen nur die bürgerliche Propaganda von Marxismus als einer weltfremden Theorie von Wirrköpfen.

    Nach diesem Text erscheint das Ende des Kapitalismus und der Übergang zu einem Was-auch-immer-Gesellschaftssystem als das Ergebnis einer Rechenaufgabe. Je weiter die Profitrate fällt, um so höher steigt der Untergangsfaktor und endet scheinbar zwangsläufig im ???. Wenn es so einfach wäre, könnte man den Kapitalismus doch ganz einfach den Kapitalisten überlassen, die ihn dann ordentlich herunter wirtschaften und morgens, wenn wir dann alle wach werden, leuchtet auf einmal die Sonne des Sozialismus oder was auch immer.
    Wie anderer Stelle schon einmal erwähnt, ist der Übergang in eine neue Gesellschaft nicht Ergebnis einer Rechenaufgabe. Wenn der Kapitalismus, wie er sich derzeit darstellt, nach den Vorstellungen der obigen Autoren zerbricht, entsteht nicht automatisch eine nachkapitalistische Gesellschaft sondern wieder eine kapitalistische, die sich nur anders darstellt. Die Überwindung des K. ist weniger eine ökonomische Rechenlösung als vielmehr eine Lösung, die auf der Veränderung des politischen Bewusstseins beruht dergestalt, dass der überwiegende Teil der Menschheit erkennt, dass der K. nicht mehr den Lebensbedürfnissen der Menschheit gerecht wird.

    Aber vollkommen realitätsfern und elitär wird es, wenn da vermutet wird: „Wallsreet hat Trump zum Präsidenten gekürt, damit er für den Riesen kommenden Crash den Buhmann spielt.“ Was ist ein „Riesen kommender Crash“, außer dass es miserables Deutsch ist? Und nach meiner Kenntnis wurde Trump nach den Regeln gewählt, nach denen bisher alle amerikanischen Präsidenten gewählt wurden. Man kann das US-Wahlsystem als nicht sehr repräsentativ kritisieren, aber es wurde nicht ausgerecht für Trump von der Wahlstreet geändert. Es war und ist ein System, das auf Regeln beruht, und nach diesen Regeln ging Trump als Sieger aus diesen Wahlen hervor, egal ob einem die Regeln passen oder gar Trump. Und es ist auch nicht bekannt, dass Wallstreet eine Person sei, die Gottvater gleich aus dem gesellschaftlichen Off alles bestimmt und regelt. Wallstreet ist eine Börse, und da gibt es sehr unterschiedliche Interessen, die nur wenige ökonomische Gemeinsamkeiten haben, außer sicherlich dem gemeinsamen Interesse an Unternehmenssteuersenkungen. Aber ansonsten ist das kein homogener Wille, kein Zeus oder Gottvater, der die Geschicke von langer Hand plant, unerreichbar durch die Menschen, unbeeinflussbar durch die Menschen und unsichtbar entrückt von den Menschen. Es sind gerade die Menschen, die hier handeln,unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Interessen, nicht Gottvater, nicht Zeug, nicht Kaiser noch Tribun, kein verklärter, idealisierter oder entrückter Allgemeinkapitalist. Dieses Bild, das der Autor über den ökonomischen Prozess oder den Kapitalismus allgemein zu vermitteln versucht, bewegt sich im Bereich der Religion, aber nicht der materialistisch-marxistischen Analyse.
    Zudem vermittelt das obige Zitat den Eindruck, dass der Verfasser des Beitrags nicht viel vom Volkswillen zu halten scheint, wenn er der Meinung ist, dass Wallstreet und nicht das amerikanische Volk den Trump gewählt hat. Man muss Trump nicht mögen und kann sich auch über seine Wahl aufregen, nur kommt man nicht umhin, dass nicht Herr oder Frau Wallsteet die Stimmzettel ausgefüllt haben sondern Millionen von Amerikanern. Sind die in den Augen der Verfasser nur Deppen, die sich von Wallstreet sagen lassen, was sie zu wählen haben? Traut der Verfasser den Wählern nicht zu, dass sie da eigene Entscheidungen getroffen haben, nach ihrem eigenen Willen und der eigenen Einschätzung der politischen Verhältnisse, den eigenen Interessen udn Vorstellungen? Auch wenn es sich dabei vielleicht um eine falsche Sicht der politischen Lage handelt, so ist es vonseiten des Verfassers eine elitäre und überhebliche Einstellung gegenüber den Trumpwählern, diese als politisch unmündig oder von der Wallstreet ferngesteuert anzusehen, nur weil sie anders abstimmten, als der Verfasser es für richtig gehalten hätte.
    Noch zählt der Volkswille, auch wenn er dem ein oder anderen „Linken“ nicht passt. Aber auch die „Linke“ kommt um ihn nicht herum und anstatt zu verurteilen, weshalb Menschen so wählen, wie sie wählen, wäre es die Aufgabe der politischen Linken zu analysieren, WESHALB die Menschen so wählen, wie sie gewählt haben. Was kommt bei diesen Wahlen zum Ausdruck? Das sind die politisch wichtigen Fragen, nicht irgendwelche abstrakten Rechenaufgaben, die nichts erklären.

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    Verfasst von Rüdiger Rauls | 22. Juli 2018, 14:57

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