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Ausland, Nordamerika

Die U.S. Air Force will fehlende Piloten durch Ruheständler ersetzen

von Jennifer H. Swan – http://luftpost-kl.de

Die U.S. Air Force holt 1.000 pensionierte Piloten und Offiziere, die Erfahrung mit Waffen – systemen und der Planung von Luftangriffen haben, in den aktiven Dienst zurück.

KAISERSLAUTERN, Deutschland – Normalerweise werden pensionierte Militärpiloten von zivilen Fluglinien angeworben, jetzt versucht das auch die U.S. Air Force.

Am Mittwoch hat sie mitgeteilt, sie wolle mindestens 1.000 pensionierte Kampfjet-Piloten und Offiziere, die Erfahrung mit Waffensystemen und der Planung von Luftangriffen haben, für bis zu 48 Monate in den aktiven Dienst zurückholen; das ist sehr viel länger, als es bisher bei freiwilligen Rückholprogrammen üblich war.

Wenn ältere Piloten der Air Force über die benötigten Erfahrungen verfügen, könnten sie sogar für Kampfaufträge in das Cockpit zurückkehren.

Nach einer offiziellen Auskunft der Air Force wird nicht nur das Programm zur freiwilligen Rückkehr pensionierter Piloten in den aktiven Dienst stark ausgeweitet, auch die maximale aktive Dienstzeit wird mehr als verdoppelt, um den großen Bedarf an qualifizierten Offizieren decken zu können.

„Es handelt sich um eine bedeutende Ausweitung unseres Rückholprogramms,“ betonte Michael Dickerson, ein Sprecher des Personalamtes der Air Force.

Aus einer Anfang Mai veröffentlichten Studie des Government Accoutability Office / GAO (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Government_Accountability_Office ) geht hervor, dass nicht nur die Air Force, sondern auch die Navy und das Marine Corps seit einigen Jahren unter einem großen Mangel an erfahrenen Kampfjet-Piloten leiden.

In Gesprächen mit dem GAO haben sich Kampfjet-Piloten darüber beklagt, dass ihre Arbeitsbelastung in den letzten Jahren stark zugenommen habe – unter anderem wegen Veränderungen bei der Technologie und dem taktischen Einsatz der Kampfjets und wegen der reduzierten administrativen Unterstützung für einzelne Staffeln.

Weil kommerzielle Luftfahrtgesellschaften mehr Lebensqualität zu bieten haben, heuern immer mehr pensionierte Militärpiloten bei ihnen an. Auch dadurch hat sich der Stress für diejenigen, die bei der Air Force bleiben, erhöht.

„Wir muten unseren Piloten zu viel zu, weil wir einfach zu wenig Leute für die vielen zu erledigenden Aufgaben haben,“ hat Heather Wilson (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Hea- ther_Wilson ), die für die Air Force zuständige Staatssekretärin, bereits im November 2017 vor Reportern erklärt – nach einem Gespräch mit einem Piloten, der gerade von seinem Fronteinsatz zurückgekehrt war.

Schon im September 2017 hatte die Air Force angekündigt, sie werden bis zu 25 pensio nierte Piloten für 12 Monat in den aktiven Dienst zurückholen, um besonders problematische Lücken zu schließen. Es handelte sich nur um Kampfjet-Piloten, und ihre Anzahl musste wegen einer damals noch geltenden Verordnung auf 25 beschränkt werden.

Weil Präsident Donald Trump im Oktober eine entsprechende Präsidentenverfügung erlassen hat, kann die Air Force jetzt bis zu 1.000 pensionierte Piloten in den aktiven Dienst zurückrufen.

Die Air Force versucht seither herauszufinden, wie sie mit der Präsidentenverfügung ihren Mangel an fast 2.000 Piloten ausgleichen könnte.

Frau Wilson hat die Rückholaktion am 11. Mai genehmigt. Die Air Force will die Eignung aller pensionierten Piloten, die sich gemeldet haben, überprüfen, sucht aber vor allem Piloten und Offiziere, die sich mit Waffensystemen und der Planung von Luftangriffen auskennen – also aus den Rangstufen 11X-Pilot, 12X-Combat Systems Officer und 13B-Air Battle Manager (s. http://www.af.mil/News/Article-Display/Article/1530202/retired-air-force-rated- officers-welcomed-back-on-active-duty/ ).

Das Programm sieht auch vor, dass Piloten, die vor der Pensionierung stehen, ihre Dienstzeit verlängern können.

Die ausgewählten Rückkehrer sollen hauptsächlich freie Stellen in Stäben und beim fliegenden Personal ausfüllen und als Tester, Ausbilder und im operativen Betrieb eingesetzt werden,“ erläuterte Dickerson vom Personalamt. „Die pensionierten Offiziere können mit ihren Erfahrungen für jede bestehende Einheit sehr nützlich sein; weil die Air Force wachsen soll, werden auch ganze Staffeln reaktiviert.“

Mit den Rückkehrern sollen offene Stellen im In- und Ausland besetzt werden.

Die Teilnahme an Kampfeinsätzen solle freiwillig bleiben, wenn ein Pilot nicht von Anfang an damit einverstanden sei, einer kämpfenden Einheit zugeteilt zu werden. Flugzuschläge und Beförderungen seien nicht vorgesehen.

In den aktiven Dienst zurückkehren können nur Offiziere der Rangstufen Hauptmann, Major und Oberstleutnant, die nicht älter als 50 Jahre  und  nicht  länger   als 5 Jahre pensioniert sind. Bei älteren Rückkehrwilligen werde im Einzelfall entschieden.

Bewerber müssen aus medizinischer Sicht diensttauglich sein und mindesten 15 Jahre in Stäben gearbeitet haben oder 10 Jahre geflogen sein, wenn sie als Pilot zurückkehren wollen.

Offiziere, die wegen körperlicher Probleme pensioniert wurden, können nicht in den aktiven Dienst zurückkehren.

Bewerber müssen unter anderem einen Lebenslauf und Leistungsnachweise aus ihren letzten fünf Dienstjahren vorlegen. Wer wieder fliegen will, muss seine Flugerfahrung und die geflogenen Flugzeugtypen nachweisen.

Wer in einem Stab arbeiten möchte, kann Wünsche zum Einsatzort und zur Verwendung äußern.
Rückkehrwillige können sich bis zum 31. Dezember bzw. bis zur Besetzung aller freien Stellen melden.

Bewerber sollten sich auf eine Bearbeitungsfrist von mehreren Monaten einstellen. Zusatzinformationen sind unter http://www.afpc.af.mil/Retirement/VRRAD/ verfügbar.

Pensionszahlungen enden mit dem Tag der Wiederaufnahme des aktiven Dienstes. Bei erneuter Pensionierung wird die zusätzliche Dienstzeit angerechnet.

(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in Klammern und Hervorhebungen versehen. Solche Rückholaktionen gibt es eigentlich nur, wenn neue Kriege geplant sind. Da eigentlich 2.000 zusätzliche Piloten und Offiziere, die sich mit Waffensystemen und der Planung von Luftangriffen auskennen, gesucht werden, kann es sich nur um einen größeren Krieg – gegen den Iran oder Russland? – handeln.)

https://www.stripes.com/news/air-force-tries-to-ease-pilot-shortage-by-asking-more-reti- rees-to-come-back-1.528869

http://luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP09518_040718.pdf

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