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Ausland, Europa

Griechenland tauschte Hölle gegen Fegefeuer

von http://www.griechenland-blog.gr

Anstatt in der Hölle sogenannter Rettungsprogramme soll Griechenland nun im ewigen Fegefeuer absurder Primärüberschüsse schmoren.

Es sind nicht nur die deutschen Massenmedien, die – hinsichtlich Griechenlands – dem am 21 Juni 2018 gefassten Beschluss der Eurogruppe bezüglich der griechischen Verschuldung pessimistisch begegnen.

Auf der selben Wellenlänge bewegt sich in einer einschlägigen Analyse auch die Nachrichtenagentur Reuters, die über die von der (derzeitigen …) Koalitionsregierung SYRIZA – ANEL abgezogene „Jubel-Show“ offensichtlich nicht gerührt war.

Tragfähigkeit der Verschuldung Griechenlands bleibt zweifelhaft

Konkret gelangt die Nachrichtenagentur zu dem Schluss, „Griechenland tauschte die Hölle der Rettung gegen das ewige Fegefeuer„. Wie Reuters betont, kann Athen sich acht Jahre nach der ersten erhaltenen wirtschaftlichen Hilfe nun mithilfe zusätzlicher Gelder von der Eurozone und der Erleichterung seiner Verschuldung endlich selbst stützen. Jedoch muss Griechenland über Jahrzehnte einen straffen Staatshaushalt haben, während bezüglich der Tragfähigkeit seiner Verschuldung weiterhin Zweifel bestehen bleiben.

Laut dem besagten Artikel „dient“ die Vereinbarung sowohl (anderen Quellen zufolge primär!) den europäischen Gläubigern als auch dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras, da keine der beiden Seiten einen Ausgang Griechenlands aus den Hilfs- / Rettungsprogrammen („Memoranden“) mit einer sogenannten präventiven Kreditlinie wollte. Die Länder der Eurozone stellten sich dem Gedanken entgegen, Griechenland ein noch größeres Kreditvolumen zu gewähren, während Alexis Tsipras zum Ziel hatte, zu behaupten, das Land sei von der Austerität befreit worden.

Griechenland muss jahrzehntelang absurde Primärüberschüsse „liefern“

Die Vereinbarung wird Griechenland erlauben, wenigsten ein Jahrzehnt lang ohne weitere wirtschaftliche Hilfe zu überleben. Die „ramschige“ Bonitäts-Bewertung des Landes und das Fehlen einer Stützung bedeutet jedoch auch, dass die Staatsanleihen nicht als Sicherheit („Collateral“) für die Kredite seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) dienen können und die griechischen Banken somit andere, sprich teurere Finanzierungsquellen finden müssen.

Zusätzlich wird die Regierung ihre die Zusage realisieren müssen, bis einschließlich 2022 jährliche fiskalische Primärüberschüsse von über 3,5% des BIP – sprich dreimal über dem Durchschnittswert der Eurozone – und danach bis 2060 in Höhe von 2,2% des BIP aufrechtzuerhalten. Hinzu kommt, dass in Griechenland die bei 20% liegende (statistische, nicht reale!) Arbeitslosenquote mehr als doppelt so hoch als im übrigen Europa ist.

Griechenland ist der Hölle der Rettung entkommen, jedoch (nur) mit Müh und Not frei„, endet Reuters in seiner Analyse.

(Quelle: parapolitika.gr)

http://www.griechenland-blog.gr/2018/06/griechenland-tauschte-hoelle-gegen-fegefeuer/2142589/

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