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Ausland, Nordamerika

Jeder, der für einen Regimewechsel im Iran wirbt, ist ein mieses Stück Scheiße

von Caitlin Johnstonehttp://www.theblogcat.de

Das ganze Jahr habe ich schon gesagt, dass das 8chan-Phänomen „QAnon“ ist Schwindel ist, und mit der Zeit werden die Beweise immer überwältigender, dass es sich um eine PsyOp des Establishments handelt, die die populistische Rechte dazu bringen soll, das Narrativ und die Pläne des orthodoxen Establishments zu akzeptieren. Ob sie behaupten, dass jede Kapitulation der Trump-Regierung gegenüber langgehegten neokonservativen Plänen eigentlich eine brillante Strategie in 4D-Schach sei, oder ob sie sagen, dass Julian Assange in Wahrheit gar nicht in der ecuadorianischen Botschaft gefangen sei – die QAnon-Enthusiasten kauen ständig die Stichworte wieder, die ganz zufällig so wunderbar mit den Interessen der Verteidigungs- und Geheimdienstbehörden Amerikas übereinstimmen.

Ein frischer „Q drop“ (ein witziger Name für einen anonymen User, der auf einem populären Internet Troll Message Board ohne jede Rechenschaft Texte postet) macht das so klar wie nie zuvor. Der Text geht so:

Free Iran!!!
Kämpft
Kämpft
Kämpft
Regime Change.
Die Menschen haben die Macht.
Wir sind bei euch.
Q

Wenn man erst mal für einen langgehegten Plan jubelt, der in einem der Länder von George W. Bushs „Achse des Bösen“ verwirklicht werden soll, dann jubelt man dem Establishment zu. Oder um es für die Q-Anhänger deutlich zu machen: man jubelt dem Tiefen Staat zu.

Da haben wir den Salat: Rechtslastige Populisten mit Verschwörungsgedanken werden manipuliert, um die gleiche Standardstrategie der Bush-Administration zu unterstützen, die Alex Jones zu Beginn seiner Karriere angegriffen hat. Die Unterstützung für den Regime-Change-Interventionismus im Iran beschränkt sich nicht auf die QAnon-Menge. Sie ist jetzt voll im Mainstream bei den Anhängern von Trump angekommen und ich möchte ein paar der Argumente ansprechen, die sie mir entgegnen:

Der Iran ist nicht annähernd das gleiche wie Irak, Libyen oder Syrien!“

Betrachtet bitte einen Globus und denkt nochmal über eure Position nach. Der Iran ist aus den exakt gleichen Gründen wie seine Nachbarn Irak und Syrien das Ziel für einen Regimewechsel; er liegt in einer Erdölreichen Region an einer strategisch extrem wichtigen Stelle und das US-zentrierte Imperium will darüber die volle Kontrolle. Wenn man glaubt dass es dieses Mal anders sei, weil die Regierung nicht säkular ist, so ist das das Ergebnis einer jahrelangen islamophoben Propaganda; die Plutokraten und ihre alliierten Geheimdienst- und Verteidigungsagenturen kümmert es nicht, welche Religion über ihren Ölquellen ausgeübt wird, und Saudi Arabien (KSA) ist dafür der beste Beweis. Jedes Argument gegen die iranische Theokratie kann man noch viel stärker gegen die KSA-Theokratie vorbringen, aber man wird Sean Hannity (Anm.d.Ü.: ein Kriegshetzer bei FoxNews) nicht erleben, wie er für einen Umsturz gegen die saudischen Royals wirbt, nicht wahr?

Aber diese Regimewechsel-Intervention wäre etwas ganz anderes!“

Nein, wäre sie nicht. Es gab nicht eine US-geführte Regimewechsel-Intervention im Nahen Osten, die nicht katastrophal war. Das Befürworten eines Regimewechsel-Interventionismus im Iran ist ein Jubel für all die Destabilisierung, das Chaos, den Terror, Tod, Vergewaltigung und Sklaverei, der notwendigerweise mit solchen Interventionen verbunden ist. Es ist ungeheuerlich, wenn man das über die Welt bringen will.

Das ist doch etwas anderes! Dieses Mal macht es Trump! Schaut, was er alles mit Nordkorea erreicht hat!“

Okay, drei Dinge:

  1. Alles was Trump mit Nordkorea erreicht hat ist nur der erste Schritt zu grundlegenden Anfängen für Friedensgespräche. Ich stehe bei diesem Schritt voll hinter ihm, aber man kann es doch nicht als einen „Erfolg“ bezeichnen, der beweist, dass er ein strategisches Genie sei, der die unmögliche Aufgabe eines nicht-katastrophalen Regimewechsels im Iran vollbringen würde.
  2. Selbst wenn Trump zu einem haltbaren Frieden auf der koreanischen Halbinsel beiträgt, so rechtfertigt das nicht einen Regimewechsel-Interventionismus im Iran. Herrgott, selbst wenn Trump es schafft, dass sich Nordkorea denuklearisiert (und er wird es nicht schaffen), dann rechtfertigt das immer noch keinen Regimewechsel-Interventionismus im Iran. Der US-geführte Regimewechsel-Interventionismus ist immer katastrophal, vor allem in der leicht zu destabilisierenden geopolitischen Region des Nahen Ostens.
  3. Die Neokons liegen mit ihrer Außenpolitik immer falsch. Immer. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, Trumps Vorantreiben langgehegter Neokon-Pläne würde besser funktionieren als die von Bush oder irgendeinem anderen Neokon.

Aber was ist mit den Iranern im Iran, die einen Regime Change wollen?“

Was soll mit ihnen sein? Die Tatsache, dass einige Iraner wollen, dass sich ihre Regierung ändert, das hat nichts mit dir oder deiner Regierung zu tun. Die Experten von Fox News und der Washington Post, die ständig darauf hinweisen, dass es im Iran, so wie in Amerika Menschen gibt, die mit ihrem gegenwärtigen Regierungssystem unzufrieden sind, sie wollen nur den Westen gegen Teheran zusammenschweißen. Es gibt keinen vernünftigen Grund, sich wie ein echter CIA-Propagandist aufzuführen, der herumläuft und den Westlern erzählt, wie großartig es wäre, wenn die Mullahs weg wären.

Also ich will ja nicht, dass die USA intervenieren, ich will nur, dass sich die Iraner selbst befreien!“

Zwei Dinge:

  1. Diese Regierung ist bereits am Regimewechsel-Interventionismus im Iran beteiligt. Es gibt zunehmend verdeckte Operationen der CIA und heftige Wirtschaftssanktionen. Und die Beteiligung am iranischen Terror-Kult MEK lässt vermuten, dass die Sache noch viel tiefer geht, ähnlich wie bei der US-Beteiligung an extremistischen Gruppen in Syrien, Libyen und Ukraine.
  2. Warum redet man dann überhaupt darüber? Schon mal darüber nachgedacht, warum du dauernd die Iraner anfeuerst, ihre Regierung zu stürzen? Warum jubelst du ständig für etwas, das überhaupt keine westliche Einmischung benötigt? Wem soll das helfen? Glaubst du die Iraner wüssten nicht längst, dass Amerika ihre Regierung hasst?

Das einzige was ihr damit erreicht ist eine Signalverstärkung der Regimewechsel-Propaganda, die die US Verteidigungs- und Geheimdienstagenturen seit vielen Jahren in das öffentliche Bewusstsein Amerikas eingepflanzt haben. Euer „Jaa, befreit den Iran!“ hilft nicht den Iranern, es hilft nur den westlichen Propagandisten dabei, das westliche Publikum zu attackieren. Ihr helft nur dabei mit, dass die Öffentlichkeit zu allen Aktionen gegen die iranische Regierung Ja und Amen sagt, genauso wie die Russiagater dabei mithelfen, eine Eskalation gegen Russland herzustellen.

Kommt schon, Leute! Strengt euren Grips an! Das ist ganz leicht. Es ist kein reiner Zufall, dass ihr alle zur Unterstützung eines Regimewechsels getrieben werdet, der den Endpunkt der berühmten „Sieben Länder in Fünf Jahren“-Liste der neokonservativen Regimewechsel-Agenda darstellt, die General Wesley Clark vor 17 Jahren aufzählte. Das Einzige was sich geändert hat, ist das Gesicht auf der Agenda.

Der Iran unterscheidet sich nicht von den anderen Regimewechsel-Zielen Irak, Libyen oder Syrien. Barack Obama leistete die dritte und vierte Amtszeit von George W. Bush, und Donald Trump dient als seine fünfte. Sie wurden von Amerikas ungewähltem Machtestablishment auf verschieden Weise unter Druck gesetzt, damit sie die verschiedenen Regimewechsel-Pläne vorantreiben, abhängig davon, woher ihre politische Unterstützung kam und welche öffentliche Stimmung zu der Zeit herrschte. Aber alles deutet genau aus den gleichen Gründen auf die genau gleiche Region hin.

Lasst den Iran in Ruhe. Lasst das iranische Volk in Ruhe. Es gibt keinen legitimen Grund für euch, einen Regimewechsel im Iran anzufeuern, und jeder, der euch etwas anderes sagt, ist ein mieses Stück Scheiße. Erteilt ihnen eine Absage.

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https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/caitlin-johnstone-23-06-2018/

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Diskussionen

4 Gedanken zu “Jeder, der für einen Regimewechsel im Iran wirbt, ist ein mieses Stück Scheiße

  1. Bei solchen Beiträgen frage ich mich dann doch, wen die Autorin erreichen will mit einer solchen Szenensprache, aber auch die LZ, die so etwas abdruckt. Was denkt Ihr Euch dabei? Ihr habt unter dem Titel Eurer Seite Euer Programm stehen: „Alle Macht den Räten“. Das nimmt Bezug auf die Rätedemokratie der Arbeiterklasse nach dem 1. WK. Glaubt Ihr allen Ernstes, dass Arbeiter sich von einer LZ und Artikeln angezogen fühlen, die solche Fäkal- und sektiererischen Szeneauftritte für revolutionär ausgeben? Arbeiter sind gewiss nicht immer zimperlich, wie ich aus eigener Erfahrung aus meiner Zeit in der Druckindustrie weiß. Aber sie wissen doch immer noch, was sich gehört und wie man miteinander umzugehen hat. Haltet Ihr das für revolutionär, überzeugend, erkenntnisfördernd oder was sonst auch immer der Anspruch sein sollte an Marxisten und Materialisten, was diese Frau da von sich gibt?
    Dabei ist der Artikel in der Betrachtung mancher politischer Fragen gar nicht so schlecht. Aber solche Formulierungen wie „Kommt schon, Leute! Strengt euren Grips an!“ oder „Das ganze Jahr habe ich schon gesagt, dass das 8chan-Phänomen „QAnon“ ist Schwindel ist“ und viele andere mehr sind doch eher was für eine Gemeinde, die weitgehend unter sich ist. Allein schon der Titel ist einfach geschmacklos. Ist Euch der Sinn für guten Geschmack und Seriosität abhanden gekommen? Meint Ihr, dass solche Beiträge die linke Entwicklung voranbringen, was Ihr bei meinen Beiträgen immer als Ausschlusskriterium vorgebt?

    @A. Holberg: „Wir können unmöglich die herrschende Mollahrchie, die das Blut von Abertausendenden linken Revolutionären an den Händen hat, verteidigen“.
    Wenn ich auch im Allgemeinen Ihre Beiträge hier sehr schätze, weil sie ein seltener Lichtblitz an Vernunft und Kompetenz sind, so kann ich Ihnen in dieser Frage nicht zustimmen. Erstens sehe ich es nicht so, dass die Autorin das Mullah-Regime verteidigt sondern dass sie einen eventuellen Angriff der USA auf Iran verurteilt und gegen diejenigen versucht zu argumentieren, die daraus einen Akt der Befreiung konstruieren wollen. Ich sehe nicht, dass sie Partei für die Mullahs bezieht sondern gegen die US-Pläne.
    Zweitens sehe ich „uns“, wer immer das auch sein soll, nicht in der Lage oder in der Pflicht, etwas zu verteidigen. Nicht in der Lage, weil die Linke, falls die gemeint sein sollte, nicht die Autorität und schon gar nicht die Kraft zu einer wie auch immer gearteten Verteidigung hat. Dazu ist die Linke hierzulande, aber auch weltweit zu bedeutungslos. Was aber natürlich nicht heißen soll, dass sie nicht Stellung beziehen muss. Nur sollte sie sich nicht von moralischen Überlegungen und von Gefühlen übermannen lassen. Denn mit Ihrer Argumentation, die Mullahs wegen ihrer Verbrechen nicht zu verteidigen, kann auch weiter gedacht werden, offensiv gedacht werden. Wenn es gute moralische Gründe gibt, ein Regime nicht zu verteidigen, dann gibt es auch ebenso gute moralische Gründe es anzugreifen. Das eine ist dann nur die Weiterentwicklung des anderen. Nicht wegen des Blutes von Revolutionären, sondern wegen des Blut der Demokraten oder anderer gesellschaftlicher Gruppen, die vom Westen auserkoren wurden, von ihm gerettet zu werden, ist mit einer solchen Argumentation der Willkür Tür und Tor geöffnet.
    Dann wäre auch das Vorgehen gegen die UdSSR unter Hinweis auf die Stalin’schen Verbrechen gerechtfertigt gewesen. Denn es gibt immer politische Kräfte, die unter dem Vorwand ihrer Verteidigung einen Angriff rechtfertigen. Siehe dazu auch Jugoslawien, Syrien usw.
    Die Pflicht der Linken besteht unter den heutigen Verhältnisse darin, die Hintergründe für das Handeln der Kriegstreiber offen zu legen. Im Moment geht es vornehmlich darum, ihnen die verlogene Maske der WErteorientierung vom Gesicht zu reißen, um darunter die Fratze des eigenen politischen und wirtschaftlichen Interesses zum Vorschein zu bringen.

    Ich kenne die Verhältnisse im Iran zu wenig, um Aussagen über den Entwicklungsstand einer eventuell proletarischen Bewegung machen zu können, aus der die Forderung nach einer Unterstützung der revolutionären Kräfte in Iran durch die internationale Linke geboten wäre. Angesichts des Zustands der internationalen Linken will ich nur hoffen, dass die iranische niemals auf deren Unterstützung angewiesen ist. Das ist eine Forderung, die auf dem aktuellen Stand der Entwicklung nach meiner Meinung im Moment nicht den politischen Kräfteverhältnissen im Iran und in der Welt entspricht.
    Wichtiger wäre es vielmehr der Propaganda entgegen zu arbeiten, die hierzulande gegen den Iran gemacht wird. Denn es geht doch dabei nicht um das Mullah-Regime. Das müssten wir doch nach all den Lügen der Kreuzritter für Menschenrechte und Demokratie inzwischen wissen. Wenn die Mullahs den westlichen Konzernen freie Hand ließen bei der Durchdringung der iranischen Märkte, wäre eine geistlich-orientierte Herrschaft über die iranische Gesellschaft doch überhaupt kein Problem. Das zeigen die hervorragenden Beziehungen, die der Westen zu anderen autoritären Regimes in der Region pflegt. Da wird sogar mal kurzerhand die Jahrzehnte alte Tradition der Fußball-WM über den Haufen geworden, um den Emiren einen Gefallen zu tun. Und all die Verbrechen der Saudis an der eigenen Bevölkerung und der des Jemen werden gedeckt durch die Berichterstattung einer Journaille, die überall auf der Welt mit zweierlei Maß misst. Wären die Mullahs so sehr auf amerikanische Unterstützung angewiesen wie die Saudis und Emire und damit auch so geschmeidig wie diese, dann gäbe es keine Sanktionen, keine Regime-Change-Drohungen und vermutlich dürften sie auch Atomwaffen haben. Aber die Mullahs, die ja immer noch weitgehend getragen werden von der Mehrheit der iranischen Gesellschaft, sind so unbeugsam gegenüber den westlichen Interessen und Drohungen, weil sie vermutlich über eine solidere Unterstützung in der eigenen Bevölkerung verfügen als die meisten westlichen Regierungen und Staatschefs.

    Ich denke, dass auf dem jetzigen Stand der Kräfteverhältnisse im Iran und weltweit die Forderung nur lauten kann: „Hände weg vom Iran“ und „Das iranische Volk entscheidet selbst darüber, was das beste für es ist“. Da hat sich keiner einzumischen. Und mit der Vertreibung des Schah vor fast 40 Jahren hat es ja offensichtlich unter Beweis gestellt, dass es die richtigen Entscheidungen zu treffen weiß, auch wenn der Westen es ihm bis heute nicht verziehen hat. Oder gelten etwa in den internationalen Beziehungen unterschiedliche Maßstäbe und unterschiedliches Recht? Dabei war gerade die Gleichheit vor dem Gesetz einer der westlichen WErte, der nach dem Willen des Westens auch die internationalen Beziehungen bestimmen sollte. Aber sieht dieser Rechtsgrundsatz in den Augen des Westen so aus, dass man selbst Regime-Change betreiben darf, während ein Sturm der Empörung ausbricht, dass „der Russe“ sich in den USA oder in Deutschland in Wahlen eingemischt haben könnte? Dabei wäre es da ja noch nicht einmal um etwas Bedeutendes gegangen im Verhältnis zum erzwungenen Regime-Change. Nicht ein einziger Schuss wäre gefallen.

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    Verfasst von Rüdiger Rauls | 26. Juni 2018, 16:04
    • Ich scheine mich missverständlich ausgedrückt zu haben. Selbstverständlich bin ich für die Unterstützung des Irans – auch mit seinem gegenwärtigen Regime – gegen imperialistische Umsturzversuche. Ich wollte nur – im Gegenzug zum Titel des Beitrags der Autorin – deutlich machen, dass nicht „jeder, der für einen Regimewechsel im Iran wirbt, ein Stück Scheiße“ sein muss. Und ich denke, dass ich auch deutlich gemacht habe, dass ich gegen jede Bewegung bin, die ohne Aussicht auf einen revolutionär-proletarischen Wechsel im Iran, jetzt einen „regime change“ anstrebt. Das richtet sich z.B. gegen jene spontaneistischen Linken, die jede Bewegung von „unten“ begrüßen, auch wenn diese keinen Hinweis darauf gibt, dass ihr Erfolg ein besseres Regime als das herrschende hervorbringen könnte (Beispiele für eine solche Haltung finden sich in den letzten Jahren etwa im Falle der Ukraine oder Syriens auf der Seite gewisser „trotzkistischer“ Gruppen). Also in diesem Sinn bin ich mit der Parole „Hände weg vom Iran“ durchaus einverstanden und weise auf die britische Organisation HOPOI (Hands Off the People of Iran“) hin.

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      Verfasst von A.Holberg | 26. Juni 2018, 18:13
      • Dann habe ich Sie offensichtlich missverstanden. Aber es ging mir auch nicht um eine Kontroverse mit Ihnen sondern in erster Linie um eine Diskussion um die Frage, wie man sich zu solchen Vorgängen stellen sollte. Denn es ist ja nicht zu übersehen, dass die Propaganda der Medien auch nicht auf die „Linientreuesten“ ohne Auswirkungen bleibt, wenn man sich mal auf das von Ihnen erwähnte Beispiel jener spontaneistischen Linken bezieht. Und auch die Autorin dieses Beitrags mit dem unsäglichen Titel scheint zu glauben, dass die politische Überzeugungskraft umso höher ist, je markiger man auftritt. Da herrscht offensichtlich sehr viel Verwirrung und Orientierungslosigkeit. Gerade das macht ja diese unsere Diskussionen hier so wichtig, die um der ERkenntnis willen geführt wird und nicht aus Gründen der Selbstdarstellung. Leider ist nur die Beteiligung sehr gering.

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        Verfasst von Rüdiger Rauls | 26. Juni 2018, 20:05
  2. Richtig ist sicher, dass (auch) im Iran z.Z. kein progressiver Regimewechsel ansteht, dass also jede unpräzisierte Unterstützung für einen Regimewechsel auf eine Unterstützung für einen proimperialistischen Regimewechsel hinausläuft. Dennoch ist zumindest der Titel dieses Beitrags verfehlt. Als Marxisten sollten wir zumindest von der theoretischen Möglichkeit einer proletarischen Revolution ausgehen, im Iran eher als irgendwo sonst in der Region auf Grund seines sozio-ökonomischen und kulturellen Entwicklungsstandes. Wir können unmöglich die herrschende Mollahrchie, die das Blut von Abertausendenden linken Revolutionären an den Händen hat, verteidigen. Die Aufgabe der internationalen Linken wäre es also gegenwärtig (und wohl auch noch für geraume, wenngleich unabsehbare Zeit) die Entwicklung proletarisch-revolutionärer Kräfte im Iran zu unterstützen und auf einen Sturz des Regimes unter deren Führung (und nicht unter der Führung offen oder verdeckt proimperialistischer oder auch nur durch eine führungslose „Massenbewegung“) zu orientieren.

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    Verfasst von A.Holberg | 26. Juni 2018, 10:31

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