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Debatte, Gesellschaft

Die Natur des Menschen

von Norbert Nelte

Über die Natur des Menschen werden im Interesse des Kapitals von der Schule und der meinungsbildenden Presse grundverkehrte Vorstellungen verbreitet. Einmal würde der Mensch immer einen Anführer aus der Elite brauchen, er wäre zu geizig und außerdem würde der Mensch schon immer Tausch betreiben und er wäre zu kriegslüstern. Für ein solidarisches Kollektiv wäre er daher gar nicht fähig.

Boss

Zu der ersten Frage bekommen wir massenhaft von den selbstverwalteten Betrieben in 16 Ländern von 120.000 Arbeitern aber genau das Gegenteil vorgeführt. Sie alle wählen aus ihrer Mitte ständig im Rotationsverfahren abwechselnd de n Sprecherrat und lernen so alle díe Aufgaben der Betriebsführung kennen. Das Selbstverwaltungssystem läuft so gut und vorbildlich, dass Fasinpat (ehemals Zanon) schon 200 Kollegen eingestellt hat.

er wäre zu geizig

Der Geiz ist bei den verantwortungsvollen Arbeitern nicht bekannt, die sind sozial, aber bei den antisozialen Arbeitern, den ehemaligen Ghettokindern und bei den leitenden Angestellten und  Bankern kennen wir Geiz. Auch bei diesen ist das antisoziale nicht von der Natur aus angelegt, sondern wurde ihnen durch eine Gouvernante von Geburt an und dann in der Schule anerzogen und die Ghettokinder werden von der so fertig und krank gemacht, dass die Mehrheit von ihnen egoistisch sein muss, wollen sie überleben.

Bekannt ist ja der Solidaritätstest bei Kleinkindern und bei Heranwachsenden.

Wissenschaftler haben bei 3jährigen einen Test durchgeführt. Zwei Kinder bekamen jeder einen Teller mit Abdeckhauben. Der Tester sagte, ich geh jetzt raus, dann dürft ihr essen. Beide deckten die Haube ab. Bei einem Kind war ein Riesenberg voller Nudeln, bei dem anderen nichts. Das Kind mit den Nudeln packte automatisch dem anderen die Hälfte auf den Teller.

Den  Krankenpflegerinnen, denen ich das erzählt habe, sagten alle, ja, bei ihren Kindern war das mit 3 Jahren auch so.

Dann haben die Wissenschaftler den gleichen Test mit 8jährigen gemacht. Dabei hatte das Kind sofort den Teller mit den Nudeln abgesichert.

Dieser Test zeigt ganz deutlich, dass der Mensch  von Natur aus solidarisch ist und das konkurente Verhalten dann erst von den Eltern, vom Kindergarten und der Schule reingepaukt wurde.

Es sitzt dann bei den Erwachsenen so tief, dass sie glauben, das wäre natürlich. Wir werden gegen unsere Natur erzogen und das kommt später  als Magengeschwür oder Herzattacken dann zutage. Deshalb werden all diese Krankheiten im Kapitalismus nicht weggehen. In der basisdemokratischen Räterepublik ohne Profit werden wir nur noch 10% der Krankheiten von heute haben und in der freien Gesellschaft, dass, was Marx Kommunismus nennt, vielleicht nur noch 1%

Der größte Teil der Menschen sind hilfsbereit. Das zeigt sich auch immer wieder bei den Spendenkampagnen. Das zeigen auch alle Tests bei den Psychologie- und Sozialwissenschaftlern. Auch die Bettler bestätigen das. Eher sind die Reichen bei Spenden zurückhaltend. Sie erkaufen sich mit einer Spende oft das Recht, in Zukunft damit nicht mehr belästigt zu werden.

Unter dem Titel „Studien zu Großzügigkeit: Onkel Dagobert ist nicht überall Was ist dran am Klischee vom geizigen Millionär? Die empirische Sozialforschung weiß es.“ Schreibt die FAZ: „finden sich zahlreiche jüngere Studien, die von einem „Negativitätseffekt sozialer Besserstellung“ sprechen: Je höher ihre soziale Stellung, desto unsozialer zeigten sich die Studienteilnehmer. Erklärt wird das damit, dass Wohlhabende es sich buchstäblich leisten könnten, auf Solidarität zu verzichten.“ FAZ vom 21.3.16

der Mensch würde schon immer einen Tausch betreiben

Den Tausch hat es schon immer gegeben, richtig. Aber vor den Klassenggesellschafen wurden die Warenwerte nicht verglichen und aufgerechnet, sondern dass Maß war die Frage, ob das Geschäft die Beziehungen untereinander verbessert?

Die Ethnologin Jean Liedloff berichtet von einem Aufenthalt bei den brasilianischen Yequana Indianern: „Ich hatte soeben  einen Glasschmuck gegen sieben Zuckerrohre eingetauscht und war auch dabei, eine Lektion über die Handelsmethoden eines Volkes in mich aufzunehmen, dem gute Beziehungen untereinander wichtiger sind als ihre Geschäfte“

Der Tausch war ja nur so möglich, den Tauschwert einer Ware kannten sie noch gar nicht, weil sie das noch nicht als Arbeit empfanden.

Erst nach der neolithischen Revolution vor vielleicht 15.000 Jahren, nachdem der Mensch sesshaft wurde und Ackerbau und Viehzucht betrieb, empfand er diese Tätigkeit als Arbeit, nachdem er also viel mehr und regelmäßig geleistet hat, als er zum Überleben benötigt. Mit der regelmäßigen Mehrarbeit entstand der Tauschwert.

Diese Mehrarbeit behielt er aber noch für sich, so lange die Gemeinschaft die Feldarbeit gemeinschaftlich betrieb und der Häuptling den Tausch für den Stamm mit anderen Stämmen besorgte.

„Es ist also nur … die zur Herstellung eines Gebrauchswert-sgesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, welche seine Wertgröße bestimmt. … Waren, worin gleich große Arbeitsmengen enthalten sind oder die in derselben Arbeitszeit hergestellt werden können, haben daher dieselbe Wertgröße.“ Karl Marx, Kapital I,

Den Warrenwert gibt es erst seit der Zeit, seitdem es einen großen Überschuss und einen regelmäßigen Austausch gibt, vorher waren die Beziehungen zueinander das Maß für einen Austausch.

An den Naturvölkern können wir natürlich am besten unsere Natur erforschen. In einer Phönix-Dokumentation über die brasilianischen Urwaldindianer bekam ein Junge als er 14 wurde, sein eigenes Blasrohr
Der beste Blasrohrbauer im Dorf baute mit ihm zusammen das Blasrohr, das ziemlich kompliziert war und eine Woche dauerte. Der Blasrohrmeister erhielt von den Eltern das Essen in dieser Zeit, mehr nicht. Geld gab es noch nicht, es gab die Anerkennung vom Dorf.

Der Mensch wäre zu kriegslüstern

Also, 80% ded Deutschen wollen keinen Afghanistan-Krieg, keinen Irak-Krieg, keinen Syrienkrieg, keinen gegen Russland, den Jemen, Somalia und überhaupt keinen Krieg. Wer ständig einen Krieg will, sind die Großbanken und die Wallstreet. Waffen verkaufen, es muss brummen, Profit hecken. Dem Angebot folgt schon die Nachfrage, Städte bombardieren. Das gibt ein fettes business mit dem Wiederaufbau, dann wieder alles zusammengrätschen, sonst stoppt die Nachfrage.

Zusammenfassend noch einmal einen klaren Beweis, dass der Mensch von Natur aus nicht in Konkurrenz denkt, sondern solidarisch ist an einem Naturvolk.

Die Kaffern“ (von den Europäern im 19. Jhdt. erst wertneutral so benanntes Volk in Südafrika, die Bantu) Kafir ist arabisch und heißt Ungläubiger und im jüdischen heißt kafir Bauer

Die Encyclopaedia Britannica nach Leo Trotzki, „Ihre Moral und unsere“, S.. 42

„In ihren politischen und sozialen Beziehungen entfalten sie viel Takt und große Intelligenz; sie sind bemerkenswert tapfer, kriegerisch und gastfreundlich und waren ehrlich und rechtschaffen, bis sie durch Kontakt mit den Weißen misstrauisch, rachesüchtig und diebisch wurden und außerdem die meisten europäischen Laster erwarben.“

Das Schlussfolgerung Trotzkis: „Man kommt unvermeidlich zu dem Schluss, dass die weißen Missionare, die Prediger der ewigen Moral, an der Korrumpierung der Kaffern Teil haben.“

Nachdem die Europäer ihnen also alle Laster beigebracht hatten, wurde Kaffer dann ein Schimpfwort. Die Laster hat das Bantuvolk von den Europäern gelernt. Also hat die Elite Europas eine Kaffernmoral. Übrigens, nicht nur damals.

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