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Krisen, Wirtschaft

Der endgültige „Point of no Return“ in der Produktion ist im Anmarsch.

von Norbert Nelte

Der erste Point of no Return 2008 war nur ein sanfter KO Schlag, nach dem die Weltwirtschaft sich ächzend und torkelnd noch einmal eine Runde weiter dahinschleppen konnte.

Nun ist aber die letzte und endgültige Runde eingeläutet, in der wir den letzten KO-Schlag zu erwarten haben, wovon die kapitalistische Weltwirtschaft sich nie mehr erholen wird. Der Gegner ist sie selber, weil die selbstzertörende Autoimmunkrankheit in Form des tendenziellen Falls der Profitrate bei ihr mit eingebaut wurde.

Am 25.3.2009 schrieben wir: Wirtschaftszusammenbruch: Der „Point of no Return“ der Produktion wird gerade überschritten.

„In einem normalen Wirtschaftsverlauf mit Boom und Krise fällt der Konsummittelsektor weltweit immer noch schneller als der Produktionsmittelsektor und es entwickelt sich immer ein Überschuss im Konsummittelsektor. Der Überschuss im Konsumsektor kann, wenn er nicht mehr in dem ausländischen Markt ausweichen könnte, dann immer noch in den unterproduzierenden Produktionsmittelsektor durch Kapitalübertrag oder Verkauf von Konsumgütern als Produktionsmittel verschoben werden.

Die permanente Überproduktion des Konsummittelsektors im Kapitalismus liegt daran, dass der Arbeiter von seiner Wertschöpfung in beiden Sektoren nur einen Teil um 60% ausgezahlt bekommt und der Kapitalist sich den Rest für die Kapitalakkumulation, und für die Revenue, seinen eigenen Verbrauch behält. Er kann gar nicht so viel Schnitzel essen, wie er den Arbeitern abknöpft und der Puddingpulverhersteller investiert den Profit in normalen Zeiten z.B. im Maschinenbausektor.“

Die Feststellung, dass in normalen Zeiten der Überproduktion im Konsumsektor entsteht, ist Rosa Luxemburg zu verdanken. Aber dies sollte aber eigentlich auch selbstverständlich sein, da relativ immer weniger Arbeiter an der Produktion arbeiten und immer mehr konstantes Kapital in den Waren enthalten ist.

Sobald aber am Ende des Kapitalismus die Investitionen stärker zurückgehen als die Löhne, fällt der Überschuss im Produktions-mittelsektor an, wenn auch nicht mehr im Ausland der Überschuss abgesetzt werden kann. Also bei einem weltweiten Investitionsrückgang. Und dieser Überschuss kann nicht mehr übertragen werden (Siehe Titelbild)

Jetzt läuft genau das Umgekehrte wie bei einem Wirtschaftsauf-schwung ab, für jeden verlorenen Arbeitsplatz in der Produktions-mittelindustrie werden 5 weitere verloren gehen. Die Volkswirtschaften stürzen wie im Steilflug ab.

In den Volkswirtschaften, die hauptsächlich für den Export produzieren, wie in Deutschland, werden die Investitionen als erstes zurückgefahren. Deutschland ist beim Weltbank Ranking vom 2. auf den 20. Platz zurückgefallen. FAZ Boom ohne Incestitionen 10.11.17 – Spiegel. Liebe Unternehmer, was macht ihr mit all dem Geld? 3.11.17 – Bund will ab 2019 Zukunfts-Investitionen kürzen 2.5.18  Spiegel: Brüssel fordert mehr Investitionen von Deutschland 3.5.18

Die Importländer der Investitionen werden direkt danach folgen, da sie jetzt die Geschwindigkeit bei dem Wettlauf um die Produktivität durch Deutschland verlangsamt sehen und somit ist der Investitionsdruck geringer. Im Laufe von 2018 und des nächsten Jahres werden die anderen folgen, so dass es zum Ende 2019 zu dem Point of no Return kommen wird.

Durch den Fall der Profitrate wurde die lohnende Amortisationszeit (auch Pay-Back Methode) der Rationalisierung immer unwahrscheinliche. Amortisationszeit ist die Zeit, nach der die Ausgaben für die Maschine wieder zurück geflossen sind. Je geringer aber der Gewinn ist, den der Kapitalist durch die neue kostensparende Maschine hat, umso länger ist die Amortisationsdauer. Sätestens dann, wenn diese länger ist als die Lebenszeit der Maschine, lohnt sich das Ganze nicht mehr.

In den 1970er Jahren hatte Ate Autobremsenherstellung Investitionen mit  einer Amortisationszeit von nur 2 bis 3 Jahren. Immobilien dagegen haben eine durchschnittliche Amortisationszeit von 10 Jahren und mehr. Es lohnt sich also mehr für das Kapital, direkt die Arbeiter auszubeuten, auch wenn sie heute nicht mehr so günstige Amortisationszeiten erreichen können wie 1970. Je entwickelter ein Land ist, umso weniger Investitionen wird es tätigen.

Aber auch schon dann, wenn der Kapitalist einen niedrigeren Profit zu erwaten hat als der Zinssatz am Finanzmarkt. Je entwickelter also ein Land ist, umso schneller wird es dazu kommen, dass die Investition sich nicht mehr lohnt. Je entwickelter ein Land ist, umso geringer ist der Profit. Je entwickelter ein Land also ist, umso geringer sind s

Denn wir müssen wissen, dass zwar eine Einsparung sich nur kurz lohnt, aber wenn die Konkurrenten ebenfalls diese Einsparungen vorgenommen haben, sinkt der Preis der Ware auf die niedrigeren errechneten Kosten und damit fällt tendenziell die durchschnittliche Profitrate.

2008 führte die Verstopfung durch den Point of no Return allein in Deutschland zu 5 Monaten mit einem BIP von -7%. Nach 10 Jahren sind die Weltschulden viel höher, mehr als 200% vom Welt BIP: Wir sprechen auch von einem „Point of no Return“  bei den Schulden. Ab diesem Punkt können die Schulden nie mehr zurückbezahlt werden, nie mehr, und der ist im Weltmaßstab erreicht.

Das wissen auch die Reichen und ihr Personal in den Regierungsämtern. Sie sind in die Überschuldung willentlich hinein spaziert. Ich kann  mir das nur so erklären, dass sie von  dem Ende des kapitalistischen Systems wissen und vor dem Ende noch mal astronomisch viel Kapital akkumulieren wollen, um damit in ihren unterirdischen Städten auch in der zukünftigen Welt-Commune zu überleben – so glauben sie.

Die Banken haben eine noch niedrigere Kapitaldecke als 2008 von oft unter einem Prozent. Sie weisen Schulden oft als Guthaben aus.

Die Staaten weisen ihre Schulden oft überhaupt nicht mehr gesamt aus, bezeichnen große Teile als Geheim, so dass wir noch von höheren Schulden in eklatanten Höhen ausgehen müssen. Die FED, die EZB, die Bank of China und Japan haben Billionen von Euros und Dollars für Null % Zinsen in die Staaten, Banken und Konzerne gesteckt, so dass unter Ihnen schon etwa 20% Pleitekandidaten sich befinden (10 Jahre mal 2%).

Zu dem Ganzen kommt dann noch, dass in Europa schätzungsweise sich mehr als eine halbe Millionen IS Terroristen und zwielichtiges Verbrecher Gesindel, Lumpenproletarier oft mit militärischer Ausbildung sich rumtreiben, die bei dem kommenden Crash dann die Plünder- und Vandalenheere verstärken werden.

Dieser Crach läuft jetzt unter der Meeresoberfläche auf uns zu wie ein Tsunami, wie dies Ernst Wolff sagt. Alle Staaten werden von ihm betroffen sein, je mehr sie mit den Zockerbanken arbeiten, am meisten die USA und Britannien und am wenigsten Russland und Südamerika.

Ich hoffe doch, dass die Städte mit Notgeld, Häuserbeschlagnahmung und linken Arbeiterbürgerwehren die Ordnung aufrecht erhalten werden. Sie haben mit den Großbetrieben und den Arbeitern dazu bessere Möglichkeiten als die Dörfer.

Alle unabhängigen Marktbeobachter sind sich einig in der Beurteilung der Konjunktur. Das System ist kaputt und  je länger man diesen Crash hinauszögert, umso katastrophaler wird er werden, sehen Dirk Müller (Mr. Dax), Ernst Wolff, Prof. Max Otte, Holger Strohm, Florian Homm, Dr. Markus Krall, Weik und Friedrich. Fabian Scheidler, Egon von Greyerz und unzählige ausländische Kollegen.

Bisher fielen durchschnittlich alle 8-9 Jahre die Krisen an, weil in dieser Zeit sich genügend Überproduktion angesammelt hat, dass die  Blase wieder platzt. Dieser Crash ist schon seit 2016 überfällig.

Die Überproduktion hatte die Massen zuerst in den USA 1929 in die Arbeitslosigkeit geschickt. 1932 hatte die USA dann versucht, mit Protektionismus, also Zollschrankenpolitik, dem entgegenzutreten.

Das hatte die Krise erst richtig verschärft, so dass die Weltwirtschaft um 50% weltweit eingebrochen ist. Nun, damit und noch viel mehr sollten wir auch dieses Mal 2018/19 rechnen.

Es war klar, dass die Halbwertzeit des Kapitalismus kürzer sein musste, als die 800 Jahre Feudalismus. Aber dass sie nur 224 Jahre währen wird, war doch erstaunlich.

Damit schließen wir die Vorgeschichte der Menschheit und betreten seine eigene Geschichte, die er endlich voll bewusst selber aus freien Stücken macht, ohne von etwas feindlichen, fremden Unbekannten getrieben zu werden.

 

 

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Der endgültige „Point of no Return“ in der Produktion ist im Anmarsch.

  1. Dank Refugies leben wir im Schulden-Überfluss und dieses Schuld-Kapital kann nie mehr zurück gezahlt werden, inbesondere USA, welche nun nur mehr Schulden aufbaut – um damit die restliche Welt zu zerstören.

    Gefällt mir

    Verfasst von biersauer | 12. Mai 2018, 2:59
  2. Und die Krux an der Geschichte ist, dass die Verursacher und Mega-Arschlöcher auch noch am Warnen sind, gell Regling?

    Gefällt mir

    Verfasst von reiner tiroch | 10. Mai 2018, 9:31

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