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Ausland, Europa

Griechenlands „Freund“ Macron und seine Fregatten

von Dimitris Milakas – http://www.griechenland-blog.gr

Griechenlands sogenannte Freunde und Partner fahren unbeirrt darin fort, die bankrotte Wirtschaft des Landes auszusaugen.

Emmanuel Macron brachte schließlich fertig, was seine beiden Vorgänger nicht zu schaffen vermochten: nämlich zu Gunsten der Rüstungsindustrie ihres Landes die Absaugung von Ressourcen aus der bankrotten Wirtschaft Griechenlands fortzusetzen.

Tatsächlich vermochten weder Sarcozy (2009) noch Hollande (2013) den griechischen Premierministern Karamalis, Papandreou, Samaras die Unterschrift abzuluchsen, die nun Emmanuel Macron von Alexis Tsipras sicherstellte.

Griechenland „least“ französische Fregatten für 5 Jahre

Natürlich zeigt sich heute angesichts der Situation, die in den griechisch-türkischen Beziehungen entstanden ist ist, die von der griechischen Regierung beschlossen worden zu sein scheinende fünfjährige Anmietung französischer Fregatten gerechtfertigt und von den Umständen erfordert. (Anmerkung: Laut dem stellvertretenden Verteidigungsminister Fotis Kouvelis sollen bis August 2018 zwei französische Fregatten vom Typ FREMM – höchstwahrscheinlich die „Languedoc“ und die „Aquitaine“ – in die griechische Kriegsmarine eingegliedert werden und in kommender Zeit zwei weitere Kriegsschiffe folgen.)

Gleichzeitig beschreibt diese Entscheidung jedoch auch die praktisch inexistente griechische Planung, die zur „Entkleidung“ der griechischen Streitkräfte und der schwierigen Lage Griechenlands geführt hat, das mit Flickschustereien einem aggressiven Nachbarn und der Praxis seiner sogenannten Partner und Freunde zu begegnen versucht, die erst mit der Durchsetzung von Kürzungen (auch) der Rüstungsausgaben die operativen Möglichkeiten der Streitkräfte untergruben und nun zurückkehren, um Profit zu machen.

Etwas, das diese Geschichte mit den französischen Fregatten ebenfalls beschreibt, ist aber auch die unerbittliche Kollision zwischen den mächtigen Partnern (Frankreich – Deutschland) wegen der Kontrolle und Entwendung von Ressourcen aus (ihrem) griechischen „Claim“.

Das Märchen vom französischen Philhellenismus

Das Märchen von dem „französischen Philhellenismus“ mit der „Offerte“ von Fregatten begann um 2004, vielleicht auch etwas früher. Jedenfalls wurde am 09/04/2009 bei dem Treffen, das der damalige Premierminister Kostas Karamanlis mit dem damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy hatte, von der griechischen Seite unterstrichen, dass unter den gegenwärtigen gespannten Verhältnissen der internationalen Wirtschaftskrise die Spielräume für die umgehende Realisierung der Bestellung (sechs französischer Fregatten) außerordentlich beschränkt seien.

Mit dem Ausbrechen der Krise und Griechenlands Eintritt in die Zange des IWF und die Memoranden hätte man erwartet, dass die französische Bemühung um den Deal mit den Fregatten nachlässt, da Frankreich zusammen mit Deutschland die beiden Länder waren, die zur Rettung ihrer Banken Mittel aus der griechischen Wirtschaft Mittel transferierten. Trotz allem setzte die französische Bemühung um einen weiteren Aderlass der griechischen Wirtschaft sich unvermindert fort.

Am 17/10/2011 entbrennt ein deutsch-französischer Streit um den eventuellen Kauf französischer Fregatten durch Griechenland, wobei die deutsche Opposition der Kanzlerin Angela Merkel Beunruhigungen zum Ausdruck brachte, da „der Kauf nicht mit Geldern des griechischen Volks erfolgen wird„. Die Reaktion bezog sich auf das Angebot einer französischen Firma, drei oder vier Stealth-Fregatten zu bauen.

Die Deutschen waren gegen die besagte griechisch-französische Vereinbarung. Eine deutsche Reederei-Gesellschaft (Konkurrentin der französischen) behauptete, ein solcher Kauf sei nicht gerecht, da er – wegen des Rettungspakets – letztendlich „mit Geldern des deutschen Volks“ geschehen werde. Diese Ansicht macht sich auch der deutsche Abgeordnete der Sozialdemokraten, Klaus Barthel, zu eigen, der erklärt, „das einzige, was Griechenland in der gegenwärtigen Phase nicht braucht, sind Kriegsschiffe„.

Im Februar 2013 empfängt der damalige griechische Premierminister Antonis Samaras den damaligen französischen Präsidenten Hollande in Athen. Die Fregatten standen im Mittelpunkt der Unterredungen. Frankreichs Präsident strebte die indirekte Aktivierung einer älteren Vereinbarung (Sarkozy – Karamanlis) über den Verkauf französischer Fregatten an den griechischen Staat an, mit Erweiterung auch auf die Verfahren rund um die möglichen Kohlenwasserstoffe. Die Methode, die Hollande wegen der Krise in Griechenland vorgeschlagen hatte, war ein Leasing (Anmietung mit Kaufoption), auf dass Griechenland zu keinen – abgesehen von den für Überführung, Wartung usw. erforderlichen – Zahlungen in unmittelbarer Zukunft schreitet, sondern erst, wenn die Forschungen bezüglich des Abbaus von Kohlenwasserstoffen (sprich Erdöl / Erdgas) beginnen.

Griechenland wird nicht zur Verteidigung eigener Interessen aufgerüstet

Wir gelangen also beim Heute an:

  • Die griechischen Streitkräfte begegnen (trotz der Milliarden der Vergangenheit für Waffen für Bedürfnisse der NATO) ungeheuren Defiziten.
  • Die Türkei hat das Niveau in der Weise erhöht, auf die sie in der Ägäis vollendete Tatsachen verfolgt und durchsetzt.
  • Die Kollision zwischen dem Westen und der Türkei eskaliert.
  • Das Spiel um die Verteilung der Kohlenwasserstoffe in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Zyperns kommt zum Abschluss.

Aus allen diesen mit den Interessen der Mächtigen in Verbindung stehenden Gründen wird Griechenland von seinen französischen und amerikanischen „Freunden“ aufgerüstet – und zwar nicht, um seine eigenen Interessen zu verteidigen, sondern damit es ein „störender Kieselstein“ im Schuh des Sultans Erdogan ist.

PS: Bei Ausbruch der wirtschaftlichen Krise ist berechnet worden, dass die Rüstungsausgaben Griechenlands 25% der Verschuldung ausmachten, die es zum IWF und in die Memoranden führten. Wie sich erweist, haben die besagten Ausgaben jedoch nichts gebracht, weil sie sich hauptsächlich auf NATO-Pflichten und einen Mechanismus der Profite und Schmiergelder bezogen. Frankreich war zusammen mit Amerika und Deutschland grundlegender Empfänger der griechischen Rüstungsbestellungen.

Schlussfolgerung: Unsere höchst ehrbaren Freunde liehen uns Geld, damit wir bei ihren Rüstungsindustrien einkaufen, sie trieben uns in den Bankrott, um ihre Banken zu retten, sie leihen uns erneut Geld / rüsten uns auf, um sich unserer in ihrem großen Spiel um die Verteilung der Energie-Ressourcen der östlichen Ägäis zu bedienen. Glaubt – außer der griechischen Regierung – wirklich jemand, sie werden kommen, um Griechenlands Interessen zu schützen, wenn sich bei diesem ganzen Prozedere die Türkei derweilen irgendwelche griechischen Inseln, Eilande oder Inselfelsen unter den Nagel reißt?

(Quelle: topontiki.gr, Autor: Dimitris Milakas)

http://www.griechenland-blog.gr/2018/04/griechenlands-freund-macron-und-seine-fregatten/2142208/

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