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Ausland, Nordamerika

Warum hasst die USA den Frieden?

von Ted Rall – http://freiesicht.org

„Give peace a chance“, mahnt das Lied.

Aber nicht mit den USA !

Olympische Diplomatie scheint auf der koreanischen Halbinsel zu funktionieren. Nachdem ein paar südkoreanische Gesandte Pyöngyang besucht hatten, veröffentlichten sie ein vielversprechendes Kommuniqué. „Die nordkoreanische Seite hat eindeutig ihre Bereitschaft zur Denuklearisierung erklärt“, heißt es in der Erklärung. In Anbetracht der Tatsache, dass die Korea-Krise und ein vertrottelter Beamter der Sicherheitsbehörden vor ein paar Monaten die Hawaiianer in Schächte springen ließen, ist diese Nachricht eine Erleichterung.

Nun kommt der Haken an der Sache. Die südkoreanische Erklärung fuhr fort: „[Nordkorea] stellte klar, dass es keinen Grund gäbe, Atomwaffen zu behalten, wenn die militärische Bedrohung für den Norden beseitigt würde und für ihre Sicherheit garantiert wird [meine Betonung].“

Mit anderen Worten, die DVR Korea sagt – vernünftigerweise – „wir werden unsere Atomwaffen aufgeben, aber nur, wenn Ihr versprecht, uns nicht zu überfallen“. Diese Garantie müsste von zwei Ländern erteilt werden: Südkorea und den Vereinigten Staaten.

Dies würde in direktem Widerspruch zur langjährigen US-Außenpolitik stehen, die klar und wiederholt erklärt, dass der Einsatz militärischer Gewalt immer dann auf der Tagesordnung steht, wenn es in einem internationalen Streit nicht nach unserem Willen geht.

Kim Jong-Un hat gute Gründe, vor uns Angst zu haben. In einer Rede vor dem UN-Präsidenten drohte Trump, Nordkorea „völlig zu zerstören“. Präsident George W. Bush erklärte Nordkorea zu einem Mitglied der „Achse des Bösen“. Wir sind einmarschiert und besetzen derzeit den Irak, einen der beiden anderen vermeintlichen Übeltäter (nach der Absetzung und Freigabe zur Hinrichtung des irakischen Präsidenten). Letzte Woche veröffentlichte Bushs UN-Botschafter John Bolton eine Rechtsgrundlage, um Nordkorea ohne Provokation zu attackieren.

Ob Sie es glauben oder nicht, das ist die softe Seite der US-Außenpolitik.

Jahrzehntelang hat Südkorea versucht, seine Beziehungen zum Norden zu entschärfen; und nicht selten seinen Wunsch zum Ausdruck gebracht die offiziellen Feindseligkeiten zu beenden, die nach dem Koreakrieg rechtlich nie beendet wurden, und auf das langfristige Ziel eines vereinten Korea unter einer einzigen Regierung hinzuarbeiten. Und seit Jahrzehnten stehen die Vereinigten Staaten im Weg und versuchen unbeholfen vernünftig zu erscheinen, wenn sie sich dem Frieden widersetzen. „Wir versuchen nicht, die Wiedervereinigung zu beschleunigen“, sagte kürzlich ein Sprecher des Außenministeriums.

„Die Süd-Nord-Gespräche sind untrennbar mit den Beziehungen zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten verbunden“, sagte der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung 2001, nachdem Bush den Dialog mit dem Norden abgebrochen hatte. Der Süden, der auf mehr als 20.000 US-Soldaten angewiesen war, die an der Nordgrenze stationiert waren, musste die Wiedervereinigungsgespräche ebenfalls einstellen.

Die Reagan-Regierung hat ihre südkoreanischen Verbündeten 1985 unter Druck gesetzt, die Wiedervereinigungsgespräche abzubrechen.

Nixon machte das gleiche 1974. Nach dem Rücktritt von Nixon, später in diesem Jahr, stellte sich Präsident Gerald Ford gegen eine UNO-Resolution, die Grenze durch den Abzug von US-Truppen zu entmilitarisieren.

Sogar „Mr. Vernünftig“, Barack Obama, weigerte sich, den Südkoreanern zuzuhören, die Frieden wollen (und lang verlorene Verwandte in Nordkorea besuchen). Anlässlich des 60. Jahrestags des koreanischen Waffenstillstands drohte Obama, die „Kriegs-Sau“ raus zulassen: „Die Vereinigten Staaten von Amerika sind die stärkste Militärmacht, die die Welt je gekannt hat, ohne Einschränkung, immer. Das ist, was wir tun. „Was Obama nicht tun würde, war, Nord- und Südkorea zu erlauben, sich hinzusetzen und ihre Differenzen zu klären. Vor Gesprächen, sagte Obama, müsse Nordkorea denuklearisieren. Danach wären natürlich keine Gespräche mehr nötig, denn, Regimewechsel macht Spaß!

Warum – würde ein geistig gesunder Mensch an dieser Stelle fragen – würden die US-Politiker den Dritten Weltkrieg für zwei Ländern riskieren, die immer wieder sagen, dass sie Frieden schließen und wieder zusammenkommen wollen?

Für mich kommt eine Analyse des geopolitischen Thinktanks Stratfor aus dem Jahr 2007 am ehesten in Frage, als Erklärung für das was hier wirklich vor sich geht: „Die grundsätzliche, globale Situation lässt sich einfach beschreiben. Die USA haben überwältigende Macht. Sie nutzt diese Macht, um zu verhindern, dass konkurrierende Kräfte entstehen. Sie engagiert sich daher ständig auf politischer, wirtschaftlicher und militärischer Ebene. Der Rest der Welt versucht, die Vereinigten Staaten zu begrenzen und zu kontrollieren. Keine Nation kann das alleine tun, und deshalb gibt es einen ständigen Versuch, Koalitionen zu bilden, um die Vereinigten Staaten einzudämmen. Bisher sind diese Koalitionen eher gescheitert, weil potentielle Mitglieder durch amerikanische Drohungen oder Anreize aus der Koalition herausgeholt werden können. “

Die USA sind der „Große Globale Disruptor“: mit neu entstehenden Vorherrschaften folgen die Vereinigten Staaten einem dreistufigen Programm. Als erstes stellen sie schwächeren Mächten Hilfe zur Verfügung, um aufkommende Vorherrschaften einzudämmen und zu unterminieren. Dann treffen sie formale Vereinbarungen mit diesen Mächten. Und schließlich senden sie, wenn nötig, eine relativ kleine Anzahl von US-Truppen nach Eurasien, um die Großmächte zu blockieren und Regionen zu destabilisieren.

Zum Beispiel ist der Iran die aufstrebende Vormacht im Nahen Osten. Die USA unterminieren den Iran mit Handelssanktionen, unterstützen Rivalen wie Saudi-Arabien und entsenden US-Truppen nach nebenan, nach Afghanistan und in den Irak.

Ähnlich halten die USA China im Ungleichgewicht, indem sie Taiwan unterstützen und neue US-Militärbasen in der Region errichten. Wir spielen Indien gegen Pakistan und Europa gegen Russland aus.

Ein vereintes Korea würde ein neues Machtzentrum, möglicherweise einen neuen wirtschaftlichen Rivalen für die USA im pazifischen Raum schaffen. Also nutzen die USA Drohungen gegen den Norden („total zerstören…“) und geben dem Süden Anreize (kostenlose Sicherung der Grenze).

Es wäre fast lustig, wenn es nicht so krank wäre.

Ein Hoch auf den Tag, an dem die zwei Koreas uns durchschauen!

Quelle: https://www.counterpunch.org/2018/03/09/why-does-the-u-s-hate-peace/

Übersetzt für freiesicht.org

http://freiesicht.org/2018/warum-hasst-die-usa-den-frieden-ted-rall/

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Warum hasst die USA den Frieden?

  1. Eine Erklärung warum der Ami keinen Frieden will scheint darin zu liegen, dass die Welt daran Schuld hat. Warum?….. na die Welt hat doch 500 Jahrelang alle ihre Mörder, Verbrecher, Diebe und sonstiges Gesindel in Amerika abgeladen die sich bis heute vermehrten, gell?

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    Verfasst von reiner tiroch | 11. März 2018, 10:40

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