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Ausland, Naher Osten

Die US-Propaganda zu Syrien bricht zusammen, aber die Gefahren bleiben

von Tony Cartalucci – http://www.theblogcat.de

Die von den USA und ihren Partnern eingesetzte Propaganda in ihrem zerstörerischen Feldzug für einen Regimewechsel der syrischen Regierung ist zusammengebrochen. Westliche Medienplattformen müssen sich auf immer absurdere Erzählungen verlassen, die sie einem immer kleineren Publikum erzählen. Und sie werden rund um die Welt zu einer Zielscheibe der Kritik.

Die USA und ihre Alliierten berichten zur Zeit über „Verletzungen“ der UN-Resolution bezüglich des Waffenstillstands in Ghouta. Obwohl der Text der Resolution selbst die Fortsetzung militärischer Operationen gegen AlQaeda und deren Verwandte sowohl in Ghouta als auch dem Rest von Syrien genehmigt.

Die UN-Resolution besagt eindeutig:

…die Einstellung der Feindseligkeiten gilt nicht für militärische Operationen gegen den Islamischen Staat im Irak und der Levante (ISIL, auch Daesh genannt), ALQaeda und Al Nusra Front (ANF) und alle anderen Personen, Gruppen, Unternehmen und Einheiten mit Verbindungen zu AlQaeda oder ISIL und andere durch den Sicherheitsrat bezeichnete terroristische Gruppen.“

Sogar westliche „Menschenrechts“-Fassaden wie Human Rights Watch haben zugegeben, dass AlQaeda in Ghouta präsent ist. HRW-Direktor Kenneth Roth hat auf Twitter behauptet:

https://twitter.com/KenRoth/status/968112959770808321

Putin-Assad scheinen die Gegenwart einer mit AlQaeda verbündeten Gruppe (Ahrar al-Sham) in einer winzigen Ecke von Ost-Ghouta als Ausrede zu benutzen, um Zivilisten in der gesamten belagerten Enklave anzugreifen, trotz eines Waffenstillstands des UN Sicherheitsrats.“

Roth erklärt uns nicht, warum Syrien oder Russland ihr begrenztes Militär dazu einsetzen, „Zivilisten anzugreifen“, anstatt der bewaffneten Terroristen, deren Präsenz in Ghouta Roth selbst eingesteht und die versuchen, die syrische Regierung zu stürzen und syrisches und russisches Personal zu töten – das ist neben anderen zerbröselnden Erzählungen der Grund, warum die westliche Propaganda erheblich an Boden verloren hat.

Das ist zwar ein wichtiger Schritt nach vorne, aber die Aufdeckung und Entgleisung der Propaganda-Komponente des westlichen Kriegs gegen Syrien ist alleine nicht ausreichend, um die westliche Militäraggression aufzuhalten – die direkte und die durch Stellvertreter – oder die Gefahr zu eliminieren, vor der Syrien und seine Verbündeten – und auch die gesamte Region – immer noch stehen.

Macht geht immer noch vor Recht

Die Fähigkeit der USA, gegen Nationen wie den Irak, Libyen, Jemen und Syrien Krieg zu führen, kommt nicht von ihrer Fähigkeit, überzeugende Lügen zu erzählen. Sie kommt stattdessen zuallererst aus ihrer enormen wirtschaftlichen und militärischen Macht, was wiederum ihren gleichermaßen enormen und unberechtigten Einfluss und ihre Macht bringt.

Dies spiegelt sich in den durch Konzerne/Banken finanzierten amerikanischen politischen Denkfabriken – Institutionen nicht gewählter Politentscheider, die im Grunde die langfristige US-Außenpolitik entwerfen, die von den Politikern nur noch abgenickt wird. Und die Medienorganisationen bewerben das öffentlich.

Die Fähigkeit der USA, sich in Länder rund um den Globus einzumischen, einzumarschieren und zu besetzen, hängt von ihren massiven Ressourcen ab, einschließlich einem Netzwerk aus Militärstützpunkten und logistischen Knotenpunkten, einer Flotte an Schiffen, um Waffen und Ausrüstung an die Schlachtfelder ihrer militärischen Operationen zu befördern und mit einem Mal Truppen über Jahre hinaus zu versorgen. Das ist ein Netzwerk, für das aufsteigende Nationen so groß wie China Jahre benötigen um es zu entwickeln, wenn sie denn je so eines wie die USA entwickeln wollen.

Jene Nationen und Blöcke, die versuchen, der westlichen Hegemonie zu widerstreben und die globale Machtstruktur auszubalancieren, verstehen das vollends. Die aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie China, die Regionen in Südostasien, die BRICS-Gemeinschaft, ein wiedererstarkendes Russland und andere Entwicklungsländer der Welt werden von den Versuchen begleitet, eine völlig alternative globale Ordnung auf Grundlage einer multipolaren Geopolitik zu schaffen.

Dazu gehört die Schaffung von Alternativen zum US-Dollar im globalen Handel, Alternativen zu den von den USA und Europa dominierten Industrien und Märkten und die Schaffung und Verbreitung defensiver Militärtechnologie, die Amerikas lange bestehende Militärvorherrschaft ablehnt.

Diese Anstrengungen sind umfangreich, fortwährend und von langer Dauer. Es wird noch Jahre brauchen, um die US-Aggression und die damit verbundene militärische und wirtschaftliche Vorherrschaft zu bändigen. Bis ein globales Gleichgewicht der Macht erreicht ist, wird die Maxime „Macht geht vor Recht“ weiter gelten und die globale Geopolitik der USA und ihrer Alliierten definieren.

Die Gefahren für den Einzelnen

Für die Nationalstaaten auf der Erde ist dieser Prozess zur Schaffung von Alternativen, um mit der US- und westlichen Hegemonie zu konkurrieren und diese vielleicht zu ersetzen, bereits in Gang. Leider werden von den meisten Menschen auf dem Globus sowohl die fundamentalen Gründe als auch die Lösung des Problems nicht recht verstanden.

Von den vielen Menschen, die sich gegen die westliche Propaganda engagieren, finden sich viele, die immer noch tagtäglich in eben jene Konzerne und Finanzinstitute einzahlen, die genau jene Propaganda unterstützen und jene Agenda vorantreiben, die von der Propaganda betrieben wird. Sehr wenige – selbst wenn sie sich dessen bewusst sind – haben das Verlangen, sich auf einen vollständigen Boykott jener westlichen Konzerne einzulassen, die die westliche militärische Aggression global vorantreiben.Noch weniger haben das Verlangen oder die Fähigkeit, zu den Alternativen zu den uralten Monopolen des Westens beizutragen.

Es gibt jedoch Hoffnung. Die alternativen Medien selbst sind ein Beispiel für viele normale Menschen auf der ganzen Welt, mit verschiedenen politischen und ideologischen Hintergründen, Alternativen zu den etablierten Westmedien einzurichten. Sie haben die westlichen Medienmonopole dazu gebracht, zu reagieren und sich der wachsenden Konkurrenz anzupassen. Und auf vielerlei Art war es diese wachsende Konkurrenz, die viele der andauernden Narrative des Westens kompromittiert hat, die man einst straflos fortsetzen konnte. Dazu gehört das Narrativ, das die USA gegen Syrien benutzt haben.

Der ausschlaggebende Faktor für die alternativen Medien war die Technologie. Es bedurfte einst großer Mengen an Kapital – sowohl finanziell als auch menschlich – um ein Nachrichtenbüro zu betreiben, um Tausende oder Millionen von Lesern zu erreichen. Heute sind die Werkzeuge zur Veröffentlichung von geschriebenen, Audio- oder Videoinhalten kostenlos oder praktisch für jeden billig genug, der es sich leisten kann. Eine einzige Person kann Tausende, ja Millionen Betrachter erreichen. Die in den Entwicklungsländern verfügbaren kleineren Budgets reichen locker aus, um mit der etablierten westlichen Propaganda zu konkurrieren, vorausgesetzt ihre Inhalte haben mehr Substanz als die des Westens.

Zwar schlagen die westlichen Monopole mit einer Reihe technologischer Lösungen zurück, darunter Algorithmen zur Bevorzugung von Konzernmedien, aber diese Lösungen liefern nur einen zeitweiligen Aufschub.

Der technologische Fortschritt in anderen Industrien, von der Energie bis zur Produktion, helfen dabei mit, die vielen ökonomischen und militärischen Felder zu dezentralisieren, die der Westen so lange dominiert hat. Sogar im Westen selbst ermöglicht die Technologie aufstrebenden Unternehmern, die nicht die Prinzipien (oder den Mangel an Prinzipien) der Wall Street und Washingtons teilen, nach anderen und konstruktiveren Richtungen für den Westen zu suchen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Syrien-Konflikt Teil einer viel größeren globalen Weltanschauung ist. Wenn wir das verstehen, dann können wir gemeinsam jene Spezialinteressen aufdecken und untergraben, die diesen Konflikt befeuern. Momentan haben die USA und ihre Alliierten ihre Stellvertreter aufgebraucht und sind auf dem Weg zu einer direkteren militärischen Intervention in Syrien.

Um diese Verschwörung gegen das syrische Volk und den Frieden und die Stabilität der Nahost-Region niederzuschlagen, reicht es nicht aus, dass man die Stellvertreter des Westens aufdeckt und eliminiert. Das muss auch eine Strategie zur Aufdeckung und Eliminierung jener Machtquellen beinhalten, die die westliche Agenda erst antreiben, jenseits der Grenzen Syriens – in der Wall Street, in London und Brüssel. Das muss durch eine Identifizierung und Verdrängung der unbefugten Macht und des Einflusses der westlichen Konzern- und Bankenmonopole geschehen.

Der kommende Sieg über die westliche Propaganda ist nur der Anfang. Aber es ist ein Anfang auf dem wir aufbauen können und den wir zu einer fortdauernden Kampagne erweitern können, um die Aufmerksamkeit und den Druck auf die westliche Aggression gegen Syrien zu erhöhen. Aber auch eine Kampagne, die darauf abzielt, den Druck auf jene Spezialinteressen zu erhöhen, die für diese Aggression verantwortlich sind. Und sie vielleicht sogar zu vertreiben.

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/die-us-propaganda-zu-syrien-bricht-zusammen/

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Die US-Propaganda zu Syrien bricht zusammen, aber die Gefahren bleiben

  1. Ein Beispiel für den Vorteil der preiswerten Veröffentlichung via Internet, Video und Überwachungskammera in den Händen der Unterdrückten ist das Beweisvideo aus der Westbank. Da wird das Verbrechen der Besatzer an einem wehrlosen Mann, nachdem die ihn durch einen Bauchschuß schon niedergeschossen haben, noch zu Tode trampeln.
    Die Weltverbrecher und Oligarchen können sich nicht mehr verstecken.

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    Verfasst von emanuelkantblog | 4. März 2018, 13:49

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