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Satire

Altersarmut: GroKo will Flaschenpfand verdoppeln

von Wilfried Kahrs – https://qpress.de

BRDigung: Spätestens seit Angela Merkel wissen wir verbindlich, dass Armut keine Schande ist. Wenn schon nicht gottgewollt, so ist es doch zumindest das unvermeidbare Symbol eines funktionierenden Kapitalismus. Ohne Armut, als krassen Gegensatz zu überbordendem Reichtum einiger weniger, wäre das Gefühl des “reich sein” nur halb so schön. Wer wollte dem oberen einem Prozent unserer Gesellschaft eine derartige Entwürdigung oder Schmach antun? Exakt das weiß auch die Kanzlerin aller Lobbys und bleibt mit Bezug auf den sozialen Rand deshalb zurecht eisern.

Umso mehr Leute nun in Deutschland verarmen, desto größere Glücksgefühle können jene Menschen entwickeln und erfahren, die überhaupt das Nötigste haben. So können auch sie sich noch auf der Siegerstraße wähnen. Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Menschen sogar von den Tafeln, an die dezenter zugänglichen Mülleimer verdrängt werden. Für sie ist der körperliche Einsatz bei den Schieber- und Schubsereien an den Tafeln nicht mehr machbar. Dort dominieren in manchen Regionen (wie in Essen) die starken Teens und Twens, die das wenige Geld was ihnen der Staat hier zukommen lässt, in die Heimat transferieren müssen, damit die Familien dort ihren sozialen Status verbessern können. Dafür sind sie dann auf die hiesigen Tafeln angewiesen und auch bereit, um die besten Lebensmittel zu kämpfen. Exakt wie wir es von willigen Teilnehmern einer Leistungsgesellschaft erwarten. Nachfolgend eine kurze Würdigung dieser markanten Merkel-Politik:

Altersarmut: GroKo will Flaschenpfand verdoppelnDie hier geschilderten (angeblichen) Missstände sind also bei der Regierung angekommen. Jetzt gilt es verlässliche Mittel und Wege zu erarbeiten, um diese Unpässlichkeiten für den Staat recht kostenschonend, um nicht zu sagen “billig”, zu beheben. Das sind wir den Reichen schuldig. Dank der Grünen hat sich das Flaschenpfand bereits als soziale Grundsicherung für bestimmte Gesellschaftsschichten in Deutschland bestens etabliert. Soviel soziale Weitsicht hätte damals niemand den Grünen zugetraut. Eben jene Ökofaschisten, die seinerzeit vereint mit SPD-Kanzler Gerhard Schredder die Verarmungsmöglichkeiten, dank Agenda 2010[Wikipedia], um wesentliche Spielarten bereicherten.

Leider haben die vielen Preissteigerungen bei den Lebenshaltungskosten das eher “statische Flaschenpfand” inzwischen um einiges entwertet. Genau an dieser Stelle könnte die nicht minder asozial eingestellte Angela Merkel nun erheblich bei der Bevölkerung punkten. Dazu müsste sie nur, als geschäftsführende Kanzlerin, für eine sofortige Verdoppelung des Flaschenpfands eintreten. Aufgrund dieser überaus sozialen Ambition wäre mit einer überwältigenden und vor allem parteiübergreifenden Zustimmung zu rechnen.

Um das auch für die Volksvertreter ein wenig genussvoller zu gestalten, böte es sich an, dies mit der der nächsten Erhöhung der Diäten zu verbinden. So müssten die zahlreichen Abgeordneten nicht ganz so ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich wieder mehrere hundert Euro pro Monat aus dem Staatssäckel genehmigen. Besonders geschickt wäre es, die Diätenerhöhungen generell mit der Anpassung des Flaschenpfands zu verbinden, um dieser Diäten-Zeremonie den passenden sozialen Rahmen zu verleihen. Schließlich wissen die Alten an den Mülltonnen sehr wohl was “diäten” bedeutet.

SPD um Konzepte nicht verlegen

Altersarmut: GroKo will Flaschenpfand verdoppelnArmutsbeseitigung, die dem Staat nicht kostet, ist immer eine Win-Win-Situation. Ähnlich wie die Tafeln, die auf das soziale Gewissen der Wegwerfgesellschaft setzen, sollte es sich mit dem Flaschenpfand verhalten. Sicher, hier geht es jetzt nicht darum 22 agile Flaschen von Bayern-München zu monetarisieren. Nein, es geht um größere Projekte. Es geht darum, überall in der Republik die Mülleimer wieder zu Goldgruben der Bedürftigen zu machen. Sodass sich diese abseits von dem kräftezehrenden Überlebenskämpfen an den Tafeln, still, heimlich und unbeobachtet, zu jeder Tages- und Nachtzeit, ihr Zubrot aus den Mülleimern angeln können. Um themengerecht bei einer (a)sozialen SPD-Weisheit des Franz Müntefering zu bleiben:

Altersarmut: GroKo will Flaschenpfand verdoppeln„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen” […]
“Nur wer arbeitet, soll auch essen.”
so von ihm postuliert am Dienstag 9. Mai 2006 in der Bundestagsfraktion der SPD zum geplanten „SGB II-Optimierungsgesetz“ ZEIT online 10.05.2006, taz 11.05.2006!

Nun, dahinter muss sich auch Angela Merkel nicht verstecken. Als neuer Grundsatz für die Wiederauflage der nächsten GroKo ist das ein idealer Einstieg. Jetzt gilt es, mit der Verdoppelung des Flaschenpfands, schnellstens die Anreize zu erhöhen, dass die Bedürftigen vor lauter Gier wieder ins Schwitzen kommen und zur weiteren Müllvermeidung den Müll gleich dreimal nach den inneren Werten unserer Wegwerfgesellschaft durchwühlen. Konkurrenz von den Neudeutschen an der Mülltonne brauchen die Alten nicht zu fürchten. Diese Form des Nebenerwerbs ist definitiv unter der Würde besagter Klientel und mit deren Werten daher nicht kompatibel. So wird zumindest der Verdrängung der Biodeutschen von den Mülltonnen, anders als bei den Tafeln, gesichert ein Riegel vorgeschoben.

https://qpress.de/2018/03/03/altersarmut-groko-will-flaschenpfand-verdoppeln/

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