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Ausland, Naher Osten

Russland wird für die Krise in Ost-Ghouta beschuldigt – die Heuchelei des Westen kennt keine Grenzen

von Peter Korzunhttp://www.theblogcat.de

Wie üblich hat der Westen seine Fähigkeit gezeigt, eine rasche Antwort abzufeuern, wenn es darum geht, Russland für etwas zu beschuldigen, das man selbst getan hat. Dieses Mal geht es um Ost-Ghouta, einen Vorort von Damaskus unter Kontrolle von Terroristen. Der Vorwurf? Russland und sein Alliierter Syrien würden unschuldige Zivilisten töten, mit ihren „vernichtenden“ Angriffen und einer „Belagerungs- und Aushungerungstaktik“. Immer die gleiche Leier – gegen die Terroristen sind keine Aktion erlaubt, denn da besteht das Risiko der Kollateralschäden. Die westlichen Medien sind auf den Anti-Russland-Zug so rasch aufgesprungen wie die Mitglieder eines Orchesters, die dem Taktstock ihres Dirigenten folgen. Und Nikki Haley, die US-Botschafterin bei der UN hat keine Zeit verloren, dabei mitzumachen. („Die UN muss die ‚barbarischen‘ Angriffe in Ost-Ghouta beenden“)

Man muss sich schon etwas näher mit dem Problem befassen, um zu sehen was in Ost-Ghouta geschieht. Am 21. Februar wurde berichtet, dass Gespräche zur Einstellung der Feindseligkeiten daran scheiterten, weil die Terroristen sich weigerten, ihre Waffen niederzulegen. Die regierungsfeindlichen Gruppen wie die berüchtigte Al-Nusra (Hayat Tahrir al-Sham) haben Zivilisten daran gehindert, das gefährliche Gebiet zu verlassen. Sie verhindern die humanitären Bemühungen internationaler Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz und des World Food Program. Die UN hat wiederholt ihre Besorgnis über die Situation in der Region zum Ausdruck gebracht und darauf gedrängt, dass der humanitäre Zugang zu dem Gebiet gewährleistet wird.

Die Anwesenheit bewaffneter Dschihadisten in Ost-Ghouta, was das Hauptproblem ist, wird in der westlichen Presse nie erwähnt. Die Angriffe auf die russische Botschaft in Damaskus, ausgeführt von eben diesen „Jungs“, die das Leid der Zivilbevölkerung in Ghouta verursachen, erhalten keine oder wenig Aufmerksamkeit in den Medien.

Russische Flugzeuge haben keine Angriffe auf diesen Vorort durchgeführt. Die westlichen Vorwürfe sind grundlos und sie liefern keine Details. Das russische Militär ist bei den humanitären Bemühungen beteiligt, damit Flüchtlinge dieses gefährliche Gebiet verlassen können. Es war allein Moskau, das zu der Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats aufrief, um die Lage zu diskutieren.

Die syrischen Behörden haben nie ein Hehl daraus gemacht, dass es ihre Absicht ist, das Gebiet von Dschihadisten zu säubern. Eine Bodenoffensive steht bevor, aber wäre das eine schlechte Sache? Ist es nicht Aufgabe einer jeden Regierung, Sicherheit für seine Bürger zu gewährleisten, indem man Terroristen bekämpft, die Zivilisten als Geiseln halten? Die Terroristen in Ost-Ghouta beschießen regelmäßig Damaskus und töten dabei Zivilisten.

Je eher der Vorort befreit wird, um so besser für jeden. Wenn die Anti-Assad-Kämpfer echte Patrioten wären, dann hätten sie das bevölkerte Gebiet bereits lange verlassen. Stattdessen benutzen sie Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Sind es nicht sie, die man für diese ernste Lage beschuldigen muss? Aber nein, die westlichen Medien nennen sie „Rebellen“ und nicht „eine Bande ruchloser Mörder“. Die Terroristen in Ghouta werden nicht aufgeben, denn sie hoffen darauf, dass sie der Westen herauspaukt.

Wie sieht es mit den Kosten für die Luftangriffe der US-geführten Koalition aus? Wie steht es mit dem Leid der Bevölkerung nach der Befreiung der irakischen Stadt Mosul von ISIS durch die US-geführte Koalition? Während der Schlacht um Mosul starben mehr Zivilisten als ISIS-Kämpfer. US Luftschläge haben in Rakka eine große Anzahl Zivilisten getötet. Wenn dazu Fragen gestellt werden, dann ist die Antwort immer die gleiche – im Krieg seien zivile Opfer unvermeidlich. Aber wenn das zutrifft, warum hat sich dann die Einstellung zu der Operation in Ost-Ghouta um 180 Grad gedreht und wird als menschliche Tragödie beschrieben, während die zivilen Opfer der US-geführten Operationen auf die irakischen Städte Ramadi, Falludscha, Mosul und Rakka in den westlichen Medien ganz anders beschrieben wurden? Eine riesige Anzahl ziviler Opfer wurde als „Kollateralschaden“ und als der unglückliche, aber unvermeidliche Nebeneffekt urbaner Kriegsführung beschrieben. Die Doppelmoral könnte nicht krasser sein.

Terroristen stehen im Zentrum des Problems, aber sie können nur Widerstand leisten, wenn ihnen jemand zur Seite steht. Erinnert ihr euch an die zahlreichen Berichte über eine Bewaffnung terroristischer Fraktionen in Syrien durch die USA? Kommandeure von Al-Nusra haben diese Informationen bestätigt.

Im Krieg ist nichts eindeutig. Zwielichtige Geschäfte und sehr seltsame Allianzen gibt es zuhauf. Wir werden über der Krieg in Syrien mit der Zeit noch viel mehr lernen. Wenn die Terroristen keine materielle Hilfe erhalten würden, dann gäbe es keine Notwendigkeit für eine Befreiung großer städtischer Gebiete aus ihren Klauen, was zivile Opfer verursacht. Es sollte alles getan werden, um die schreckliche Folgen zu mindern, aber es ist unmöglich, menschliches Leid auszuschließen, wenn in Städten und Dörfern Kampfhandlungen durchgeführt werden.

Ost-Ghouta war eine der Deeskalationszonen, aber die mit Al-Qaeda verbündeten Gruppen halten sich an kein Abkommen.Die einzige Lösung ist, sie auszulöschen. Je schneller das geschieht, umso mehr Menschenleben werden gerettet. Ohne westliche Hilfe und Aussicht auf irgendwelche „Deals“ würden die Terroristen aufgeben. Aber der Westen versucht, diese „Rebellen“ zu schützen und lenkt die Schuld für alles auf Russland und seine Alliierten. Die Dschihadisten werden weiterhin Widerstand leisten.

https://www.strategic-culture.org/news/2018/02/25/russia-blamed-eastern-ghouta-crisis-the-west-hypocrisy-knows-no-bounds.html

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/die-heuchelei-des-westens/

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