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Debatte, Linke Bewegung

Der Bankrott der Linken

von Chris Hedges  – http://www.rubikon.news

Linke begeistern heute niemanden mehr. Kein Wunder, übersehen sie doch in aller Regel, dass Konzernkapitalismus nicht reformierbar ist.

Die Linke in den USA hat das große Ganze aus dem Blick verloren: Den Klassenkampf. Stattdessen versucht sie, Nischenpolitik zu betreiben und innerhalb des kapitalistischen Systems kleine Verbesserungen für einzelne Untergruppen herauszuschlagen. Eine Strategie, die zum Scheitern verurteilt ist.

Innerhalb des globalen Konzernkapitalismus wird es keine wirtschaftliche oder politische Gerechtigkeit für die Armen, die Nicht-Weißen, für Frauen oder Arbeiter geben. Der Konzernkapitalismus, der Identitätspolitik, Multikulturalismus und Rassengerechtigkeit als Politik ausgibt, wird niemals der wachsenden sozialen Ungleichheit, dem ungebändigten Militarismus, dem Ausweiden von Bürgerrechten und der Allmacht der Sicherheits- und Überwachungsorgane Einhalt gebieten. Der Konzernkapitalismus kann nicht reformiert werden, und wenn er sich noch so oft ein neues Image verpasst. Je länger diejenigen, die sich selbst als Linke und als Liberale definieren, versuchen, innerhalb eines Systems zu arbeiten, das der politische Philosoph Sheldon Wolin als „umgekehrten Totalitarismus“ bezeichnet, desto enger zieht sich die Schlinge um unseren Hals. Wenn wir nicht aufstehen, um die Regierung und die Finanzsysteme unter öffentliche Kontrolle zu bringen – und dazu gehört die Verstaatlichung der Banken, der fossilen Brennstoff- und der Waffen-Industrie – werden wir immer Opfer bleiben.

Der Konzernkapitalismus ist überstaatlich. Er schuldet keinem Nationalstaat Loyalität. Er nutzt die US-Projektion militärischer Macht, um seine ökonomischen Interessen zu schützen und zu befördern. Gleichzeitig jedoch schlachtet er die Vereinigten Staaten aus, reißt ihre demokratischen Strukturen ein, gibt ihre Infrastruktur dem Verfall preis und deindustrialisiert ihre industriellen Zentren, um die Produktion ins Ausland zu verlagern, in Regionen, wo Arbeiter wie Sklaven behandelt werden.

Der Widerstand gegen diese globalen Kabale von unternehmerischen Oligarchen muss sich ebenfalls überstaatlich formieren. Er muss Bündnisse mit den Arbeitern auf der ganzen Welt eingehen. Er muss liberalen Institutionen die Stirn bieten, auch der Demokratischen Partei, die die Arbeiter verrät. In diesem Verrat liegt die Ursache für den Vormarsch faschistischer und protofaschistischer Bewegungen in Europa und Ländern anderswo. Donald Trump wäre nie gewählt worden, hätte es diesen Verrat nicht gegeben. Wir müssen eine weltweite Bewegung aufbauen, die stark genug ist, den Konzernkapitalismus in die Knie zu zwingen, oder wir werden Zeuge des Aufstiegs eines neuen, überstaatlichen Totalitarismus werden.

Die Linke, verführt von Kulturkämpfen und Identitätspolitik, ignoriert zu großen Teilen den Vorrang des Kampfes gegen den Kapitalismus und des Klassenkampfes. Solange der schrankenlose Kapitalismus die Alleinherrschaft hat, werden alle sozialen, ökonomischen, kulturellen und politischen Veränderungen kosmetischer Natur sein. Der Kapitalismus legt es in seinem Kern darauf an, die Menschen und die Natur zur Ware zu machen, um sie auszubeuten und Profit daraus zu schlagen. Um die Gewinne zu steigern, strebt er fortwährend danach, die Arbeitskosten zu senken, Regulierungen und Gesetze niederzureißen, die das Allgemeingut schützen. Doch je mehr der Kapitalismus den sozialen Zusammenhalt zerschleißt, desto mehr schädigt er wie jeder Parasit seinen Wirtskörper, auf dessen Kosten er lebt. In der aufgebrachten Bevölkerung entfesselt er dunkles, unkontrollierbares Verlangen, das den Kapitalismus selbst bedroht.

“Diese Krise hat eine globale Dimension“, sagte mir David North, der Vorsitzende der Socialist Equality Party in den USA, als wir uns in New York unterhielten. „Es ist eine Krise, die jedes Element amerikanischer Politik dominiert. Das Echo, das wir bekommen, die erstaunlichen Veränderungen im Zustand der Regierung, im Verfall des politischen Lebens, das verblüffend niedrige Niveau des politischen und intellektuellen Diskurses, all dies ist in gewisser Weise Ausdruck der Verwirrung der herrschenden Elite angesichts dessen, was sie derzeit erlebt.“

“In den Vereinigten Staaten ist ein massiver Ausbruch des Klassenkampfes zu erwarten“, sagte er. „Ich halte dieses Land für ein soziales Pulverfass. Es herrscht Wut über die Arbeitsbedingungen und die soziale Ungleichheit. Die Arbeiter, so verwirrt sie auch in vielen Fragen sein mögen, glauben fest an demokratische Rechte. Das Narrativ von einer rassistischen Arbeiterklasse lehnen wir strikt ab. Meiner Ansicht nach wird dieses Narrativ von der Pseudo-Linken propagiert, von Leuten aus der Mittelklasse, die trunken sind von lauter Identitätspolitik, die ein Eigeninteresse daran haben, die Menschen von den grundlegenden Klassenunterschieden in der Gesellschaft abzulenken. Wenn man alle auf der Grundlage von Rasse, Geschlecht oder sexueller Ausrichtung auseinanderdividiert, geht man das Hauptproblem gar nicht an.“

Völlig zu Recht argumentiert North, dass der Kapitalismus seiner Anlage nach von einer Krise in die nächste stolpert. Deshalb ähnelt unsere aktuelle Notlage früheren Krisen.

“Alle unbeantworteten Fragen des 20. Jahrhunderts – das grundlegende Problem des Systems der Nationalstaaten, der reaktionäre Charakter des Privateigentums an den Produktionsmitteln, die Konzernmacht, all diese Probleme, die zum Ersten und Zweiten Weltkrieg geführt haben – stellen sich uns heute wieder und tragen zu diesem Faschismus bei“, so seine Worte.

“Wir leben in einer globalen Ökonomie, alles hängt mit allem eng zusammen. Wir haben einen globalisierten Produktionsprozess, ein globalisiertes Finanzsystem. Die herrschende Klasse verfolgt eine internationale Politik. Sie organisiert sich auf internationaler Ebene. Die Arbeiterbewegung dagegen ist weiterhin auf rein nationaler Ebene organisiert. So war sie bislang vollkommen außerstande, der Politik der herrschenden Klasse etwas entgegenzusetzen. Und daher stellt sie sich hinter die ganzen nationalen protektionistischen Programme. Die Gewerkschaften unterstützen Trump.“

Dem stimmt der Soziologe Charles Derber zu, mit dem ich mich ebenfalls in New York unterhalten hatte:

“Wir haben eigentlich keine Linke, weil wir über den Kapitalismus gar keine Gespräche führen. Wie oft kommt es vor, dass man einen Mainstream-Nachrichtensender wie CNN anschaltet und dort dann eine Diskussion über den Begriff ‚Kapitalismus‘ zu hören bekommt? Bernie [Sanders] tat eines: Er bezeichnete sich als demokratischen Sozialisten, das bewirkte rein rhetorisch einen kleinen Wandel. Damit sagt er, es gibt da noch etwas anderes als den Kapitalismus, und darüber sollten wir sprechen.“

“Genauso wie das [kapitalistische] System allgemein Tritt fasst und zunehmend intersektional wird, brauchen wir intersektionalen Widerstand. Ende der 1960er, als ich meine politische Bildung erfuhr, löste sich der Anspruch der Linken auf Allgemeingültigkeit auf, der in den 60ern gewachsen war. Frauen hatten zunehmend den Eindruck, dass ihre Themen nicht angesprochen wurden. Sie wurden von weißen Männern, von Studentenführern schlecht behandelt. Schwarze, [Black] Panthers, bekamen das Gefühl, dass Weiße das Problem des Rassismus nicht thematisieren konnten. Sie gründeten also eigene Organisationen. Mit dem Ergebnis, dass die Linke ihren Blick aufs große Ganze und damit ihre universalisierende Rolle verlor. Sie befasste sich nicht mehr mit der Schnittmenge all dieser Problemfelder im Kontext eines militarisierten, kapitalistischen hegemonialen US-amerikanischen Imperiums. Sie behandelte Politik als voneinander isolierte Gruppenidentitätsprobleme. Frauen stießen an gläserne Decken. Ebenso Schwarze. Desgleichen Schwule.”

„Eine moderne Version davon“, so Derber, „verfolgt Sheryl Sandberg, die Geschäftsführerin von Facebook, die den Weg des Feminismus der „Dritten Welle“ einschlug. Sie sagte: „lean in“. Diese Haltung ist der Inbegriff der Identitätspolitik, die bei der Linken so einen Schaden anrichtet. Was bedeutet „lean in“? Es bedeutet, dass sich Frauen in einem Konzern hocharbeiten sollen, soweit sie können. Sie sollen, wie es der Autorin selbst gelungen ist, wichtige, reiche Führungskräfte in führenden Unternehmen werden. Als man den Feminismus in diese Art des „Hineinlehnens“ verwandelte, hat er eine Identitätspolitik geschaffen, die genau das System legitimiert, das kritisiert werden muss. Die frühen Feministen waren ganz offen Sozialisten. Genauso wie [Martin Luther] King. Aber all das wurde ausgelöscht.

Die Linke ist zu einer Art Wundertüte separater, voneinander isolierter Identitätsbewegungen geworden. Das hängt eng mit dem Streben nach sittlicher Reinheit zusammen. Man ist besorgt um das eigene Fortkommen im bestehenden System. Man konkurriert mit anderen im bestehenden System. Jeder andere genießt Privilegien. Man selbst ist nur bedacht darauf, seinen angemessenen Teil abzubekommen.

Die Menschen in den Bewegungen sind Produkte des Systems, das sie bekämpfen. Wir alle sind in einer kapitalistischen, individualistischen, egoistischen Kultur aufgewachsen, insofern ist das nicht überraschend. Man muss es sich aber bewusst machen und diesem Trend den Kampf ansagen. Jedes Mitglied einer Bewegung ist in den Systemen aufgewachsen, die sie abstoßend finden. Daraus entstand eine strukturelle Umformung der Linken. Die Linke bietet keine groß angelegte Kritik der politischen Ökonomie des Kapitalismus. Sie ist vor allem eine Partei der Identitätspolitik. Sie nimmt Reformen für Schwarze und Frauen, etc. in den Fokus. Sie bietet jedoch keine Kontextanalyse innerhalb des Kapitalismus.“

Wie North ist Derber der Auffassung, dass die kurzsichtige Politik mit ihren voneinander isolierten Politikfeldern den Weg für rechtsgerichtete, nativistische, protofaschistische Bewegungen weltweit, wie auch für den Aufstieg Trumps bereitet hat.

“Wenn man Politik darauf reduziert, lediglich der eigenen Gruppe ein Stück vom Kuchen zu sichern, verliert man die systemische Analyse. Man ist zersplittert. Man hat keine natürliche Beziehung oder Solidarität zu anderen Gruppen. Es entgeht einem der größere systemische Zusammenhang. Wenn ich als homosexueller Mensch sage, dass ich beim Militär kämpfen will, legitimiere ich auf eine seltsame Art das US-amerikanische Imperium. Lebte man in Nazi-Deutschland, würde man dann wohl auch sagen: Ich möchte, dass Schwule das Recht haben, zusammen mit den Nazi-Soldaten ins Gefecht zu ziehen?

Damit will ich nicht sagen, dass wir jedwede Identitätspolitik verbannen sollen. Doch jede Identitätspolitik muss innerhalb des Rahmens eines Verständnisses der größeren politischen Ökonomie stehen. Dieser Rahmen wurde weggerissen und ausgelöscht. Selbst in der Linken lässt sich kein tiefgehender Diskurs über den Kapitalismus und den militarisierten Kapitalismus finden. Das wurde einfach getilgt. Und darum ist Trump ins Spiel gekommen. Er verbindet eine sehr einflussreiche rechtsgerichtete Identitätspolitik, die rund um den Nationalismus aufgebaut ist, mit dem Exzeptionalismus des US-amerikanischen Imperiums.

Identitätspolitik ist zu einem hohen Grade ein rechter Diskurs. Im Mittelpunkt steht eine Art Stammessystem, welches in der Moderne mit dem Nationalismus verknüpft ist, der immer militaristisch ausgerichtet ist. Wenn man die Linke in diese separaten Identitätspolitiken unterteilt, die nicht in Zusammenhang gebracht werden, landet man leicht in diesem dogmatischen Fundamentalismus. Die Identitätspolitik der Linken reproduziert die schlimmsten soziopathischen Züge des Systems als Ganzem. Das macht Angst.

Wie viele von der Linken reproduzieren genau das, was wir in der Gesellschaft bekämpfen?“


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst unter dem Titel „ The Bankruptcy of the American Left „. Er wurde vom ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzungsteam übersetzt und vom ehrenamtlichen Rubikon-Korrektoratsteam lektoriert.

https://www.rubikon.news/artikel/der-bankrott-der-linken

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Diskussionen

3 Gedanken zu “Der Bankrott der Linken

  1. „Der Bankrott der Linken“

    Besser wäre: Der Bankrott des Opportunismus und des modernen Revisionismus, eingeleitet von Chruschtschow und vollendet von Gorbatschow und Jelzin.
    Seit dem 20. Parteitag war und ist dieses Ende absehbar, spätesten seit 1989/91. Die albanischen und chinesischen Kommunisten haben immer davor gewarnt. Und ich warne jetzt auch schon 15 Jahre davor, dass die PdL den Weg der Grünen gehen wird.
    Der Marxismus-Leninismus ist 1956 zwischen zwei Mühlsteinen gekommen, dem der rechten Reaktion und dem der linken Opportunismus und Revisionismus. Und das war und ist tödlich.
    Heute spielen die Revisionisten mit der rechten Reaktion in ein und der selben Liga, nur sind die Revisionisten schlimmer als die Reaktion, denn sie geben ihren Lügen-Kritik einen marxistischen Anstrich.
    (Eines der schlimmsten Bücher des modernen Revisionismus ist das Machwerk von Alfred Kosing: Aufstieg und Untergang des realen Sozialismus.)
    Die Urenkel von Goebbels leisten gute Arbeit, selbst die, die in der DDR groß gewordenen und an der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft angepassten Wendehälse. („Erst kommt das Fressen, und dann die Moral!“ – B. Brecht)
    Wenn der Autor schreibt: „Linke Bewegungen verkommen hierdurch zu Reparatureinrichtungen des Systems“ und „Die Linke in den USA hat das große Ganze aus dem Blick verloren: Den Klassenkampf“, so trifft das auf alle linken Bewegungen zu. Revisionismus und Reformismus sind Eineiige Zwillinge.
    Ich möchte noch einmal an den Artikel:
    Die Überwindung des Anti-Stalinismus – Eine wichtige Voraussetzung für die Wiederherstellung der kommunistischen Bewegung als einer einheitlichen marxistisch-leninistischen Bewegung, von Kurt Gossweiler erinnern.
    https://saschasweltsicht.wordpress.com/2017/12/25/die-ueberwindung-des-anti-stalinismus/
    Solange wie diese „Überwindung“ unmöglich ist, ist eine Veränderung der Situation ausgeschlossen; die Linken werden noch mehr an Bedeutung verlieren.
    Luxemburgs Lösung: Revolution oder Krieg – Sozialismus oder Barbarei, wird umgewandelt in: Mit dem linken Revisionisten in die imperialistische Barbarei.
    Googelt auch nach offen-siv.

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    Verfasst von Sascha Iwanow | 12. Februar 2018, 4:56
  2. „Linke begeistern heute niemanden mehr. Kein Wunder, übersehen sie doch in aller Regel, dass Konzernkapitalismus nicht reformierbar ist.“

    „Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert.“

    Carl von Ossietzky Schriftsteller und Chefredakteur der Zeitschrift „Die Weltbühne“, Friedensnobelpreis 1935, geb. 1889, 1938, ermordet im KZ Esterwege

    Wer das Nürnberger Statut kennt, weiß, dass der Hitler-Faschismus damals deshalb vorrangig des Aggressionskriegsverbrechens angeklagt wurde, weil als schwerstes überhaupt mögliches Verbrechen, durch den Aggressionskrieg alle anderen Verbrechen erst möglich gemacht werden, also auch Auschwitz, also auch hinzunehmen, dass durch wertewestliche Einmischung in ihrer Heimat, Menschen als Flüchtlinge vertrieben werden und dann auch noch auf „Refugees Welcome“ zu machen. Dass heute Nato-aggressionskriegshumanitär flüchtlingsmachende Pseudolinke niemanden mehr begeistern, ist daher historisch richtig und gut so, denn in Sachen links getarnter Rechtsextremismus hatte das Großkapital 1933 leider noch mehr Erfolg. Und so steht auch, wer den Kapitalismus für reformierbar hält, selbstverständlich im Ergebnis bei selbigem rechts statt auf der Seite des sozialen Fortschritts der Menschheit links – unbewusst oder bewusst.

    „Der Faschismus ist als Geschichte bewahrt, als flackernde Filme im Stechschritt marschierender Schwarzhemden, ihre Verbrechen schrecklich und klar. Doch in denselben liberalen Gesellschaften, deren Krieg fabrizierende Oberschichten uns dazu drängen, nie zu vergessen, wird das Bewusstsein für die ständig schneller wachsende Bedrohung durch eine zeitgemäße Art des Faschismus unterdrückt – weil es ihr Faschismus ist.“

    John Pilger, journalistischer Aufklärer von Washingtons Kriegsverbrechen u. a. in Vietnam, Warum der Aufstieg des Faschismus wieder das Problem ist, 2015

    http://johnpilger.com/articles/why-the-rise-of-fascism-is-again-the-issue

    „Der Kapitalismus in der Krise wird aufrechterhalten mit den despotischen Mitteln des Faschismus. Deshalb soll vom Faschismus schweigen, wer nicht auch vom Kapitalismus reden will.“

    – Prof. Max Horkheimer, verfolgt durch Großkapitals Hitler-Faschismus

    „Der Krieg kann mit keinen Friedensgesprächen in Genf beendet werden, nur durch eine Wirtschaftsweise, in der Krieg kein Geschäft ist.“

    US- Major-General Smedley D. Butler, War Is A Racket, 1935

    „Der Krieg ist die großzügigste und wirkungsvollste ‘Reinigungskrise zur Beseitigung der Überinvestition’, die es gibt. Er eröffnet gewaltige Möglichkeiten neuer zusätzlicher Kapitalinvestitionen und sorgt für gründlichen Verbrauch und Verschleiß der angesammelten Vorräte an Waren und Kapitalien, wesentlich rascher und durchgreifender, als es in den gewöhnlichen Depressionsperioden auch bei stärkster künstlicher Nachhilfe möglich ist. So ist … der Krieg das beste Mittel, um die endgültige Katastrophe des ganzen kapitalistischen Wirtschaftssystems immer wieder hinauszuschieben.“

    Ernst Winkler, 1952, zitiert von Ernst Wolff in seinem Artikel: Crash oder Krieg? Die unheimliche Bedrohung, 2015

    http://antikrieg.com/aktuell/2015_04_17_crash.htm

    „Hitler fand alles fertig vor.“

    Karl Retzlaw, antifaschistischer Widerstandskämpfer

    „Als Nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann.“

    Mark Twain, Der geheimnisvolle Fremde‚ 1908

    Also, Linke? Wer? Wo beginnt links? In den Betrieben, bei den Vertrauensleuten, bei starken Gewerkschaften beginnt links. Ob 1933 in Deutschland, 1973 in Chile oder 2014 in der Ukraine; nicht umsonst greifen Rechte immer zuerst die Gewerkschaftshäuser an. Ein Gespräch einfach auf das Thema Betriebsräte und Gewerkschaft bringen, dann wird schnell klar, wer wo steht.

    Wer behauptet, beim sozialen Fortschritt links zu stehen, soll wenigstens aufhören, die durch Konzern- und Staatsmedien verbreitete rechte CIA-Propaganda nachzuplappern und Solidarität mit dem seit nun fast 20 Jahren vom Imperialismus durch den Rechtsextremismus, den Rassismus und den Terrorismus einer wertewestlich auslandsgestützten sogenannten „Opposition“ angegriffenen Venezuela zeigen, dann können wir weiterreden.

    „Die Wahrheit über Venezuela (gegen die Lügenpropaganda der Medien)“

    Gefällt 1 Person

    Verfasst von Tag Heute | 12. Februar 2018, 1:46
  3. Das ist genau die Analyse die die derzeitige Resignation gerade unter den jüngeren Menschen auf diesem Globus umtreibt.
    Am Beispiel jüngster Geschichte Westdeutschlands seit den Anfängen der 60er ist über die Zerschlagung und Kriminalisierung progressiven marxistischen Denkens Stück für Stück, für den Monopolkapitalistisches, nur noch ungefährliches aufgepoptes homöopathisches Herumdoktoren übriggeblieben.
    Die Kritik der derzeitigen Generation gilt nicht der 68er Bewegung sondern den 68gern die sich immer noch als links bezeichnen obwohl sie schon seid ende der 70er sich in die Strukturen des Kapitalismus eingepasst haben und in letztlich auch noch vehement schützen.Bestes Beispiel sind die Grünen.
    Einziger Ausweg ist ein konsequenter Marxismus, und das heißt sich mit den Arbeitern, die es sehr wohl noch gibt wenn auch in veränderter Form, gegen den zerstörerischen Kapitalismus zu verbünden und das weltweit.

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    Verfasst von emanuelkantblog | 11. Februar 2018, 21:03

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