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Ausland, Naher Osten

„Unser Kampf und nicht Trump wird das Schicksal Jerusalems entscheiden“

Die Volksfront zur Befreiung Palästinas betrachtet die Erklärung von US – Präsident Donald Trump als eine Kriegserklärung gegen das palästinensische Volk und seine Rechte. Sie verdeutlicht die Position der USA als Feind unseres Volkes und als Partner des zionistischen Staates und seiner Verbrechen gegen das palästinensische Volk und Land, und es muss von dieser Grundlage ausgegangen werden.

Darüber hinaus vertritt die Front die Einschätzung, dass Trump auch der sogenannten Zwei-Staaten-Lösung, dem Siedlungsprojekt und den Wahnvorstelungen eines Friedensprozesses den „Gnadenschuß“ erteilt hat. Sie appelliert an die palästinensische Führung, aus der verheerenden Erfahrung des Vertrauens auf Verhandlungen und die Vorherrschaft der USA die notwendigen Lehren zu ziehen und den sofortigen Rückzug vom Oslo-Abkommen und allen nachfolgenden und damit verbundenen Verpflichtungen anzukündigen.

Die PFLP appelliert an die palästinensischen Massen und ihre Organisationen, ihre Bemühungen zu vereinigen und gemeinsam, praktisch und energisch auf diese Entscheidung durch Aktion und Eskalation der Dynamik der Volksbewegung zu reagieren.

Der Kampf um Jerusalem ist einer für ganz Palästina. Für uns ist Jerusalem Haifa, Safad, Yafa, Gaza, Ramallah und jedes Dorf und jede Stadt in Palästina.

Ferner betont die Front die Notwendigkeit, das Dreieck der Verschwörung gegen Jerusalem und Palästina und die Rechte des palästinensischen und arabischen Volkes, das Dreieck bestehend aus Imperialismus, Zionismus und den reaktionären arabischen Regimen zu konfrontieren und die Tür zu geeigneten Optionen zu öffnen, um dieser Bedrohung zu widerstehen.

Auch die arabischen Massen lehnen diese Entscheidung Trumps klar ab, die das Wesen des US-Imperialismus als Hauptsponsor des zionistischen Terrors in der Region, welcher ständig versucht, die Region zu entzünden, um seine Vorherrschaft zu bewahren, weiter verdeutlicht.

Jerusalem wird immer die Hauptstadt des palästinensischen Volkes und des Staates Palästina bleiben und die imperialistisch-zionistische Allianz wird nicht erfolgreich sein, die arabische Identität der Stadt und ihren Status in der arabischen und islamischen Welt auszulöschen.

Volksfront für die Befreiung Palästinas
6. Dezember 2017

http://pflp.ps/english/2017/12/06/pflp-our-struggle-not-trump-will-decide-the-fate-of-jerusalem/

 

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Diskussionen

3 Gedanken zu “„Unser Kampf und nicht Trump wird das Schicksal Jerusalems entscheiden“

  1. Das zionistische Gebilde war von Anfang an ethnisch und religiös definiert. Das Kolonialprojekt des britischen und französischen Imperialismus sollte zugleich dem jüdischen Volk Territorium und Staat geben, das eigene „Judenproblem“ lösen und an strategischer Stelle als Militärstützpunkt im nahen Osten fungieren.
    Das Groteske an der antideutschen Ideologie ist, für das jüdische Volk einen Nationalstaat durch Vertreibung der einheimischen Bevölkerung zu fordern, dem deutschen Volk aber bei unbegrenzter Einwanderung ein Recht auf einen Nationalstaat zu verweigern. Das Wort „Volk“ im Zusammenhang mit Deutschland nur in den Mund zu nehmen, brandmarken sie sofort als „völkisch“ und rechtsextrem.
    Gerade weil das zinonistische Gebilde sich selber als völkisch (im Sinne von Privilegien fordernder Überlegenheit) und und religiös definiert ist es nicht verwunderlich, daß arabische Nationalisten und muslimische Radikale ebensolche völkisch-religiöse Perspektiven für Palästina entwickeln.
    Das linke Konzept eines säkularen Staates „aller dort lebenden Menschen“ erscheint auf den ersten Blick richtig. Doch diese Formulierung vermeidet eine Antwort auf die entscheidende Frage, wem was am Ende gehören soll und wird. Die europäischen, sich Juden nennenden Kolonisten haben den Palästinensern das meiste und beste Land geraubt und pferchen sie in „Bantustans“ zusammen. Es ist naheliegend, daß die Vertriebenen auf das ihnen geraubte Land zurück wollen und in ihre Häuser in den Städten. Nicht umsonst wehren sich die Kolonisten gegen nichts mehr als ein Rückkehrrecht der Vertriebenen.
    Eine wirklich gerechte Lösung könnte nur eine sozialistische sein, bei der Land und Häuser vergesellschaftet werden und alle Menschen mit gleichen Rechten entsprechend ihren Bedürfnissen leben. Das setzte aber ein entsprechendes Bewußtsein der Menschen voraus, die angesichts des historischen Scheiterns der sozialistischen Projekte zunehmend ihre Zuflucht suchen zu Rückvertreibung der Kolonisten unter der grünen oder gleich schwarzen Fahne eines Gottesstaates.

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    Verfasst von Eugen Hardt | 11. Dezember 2017, 14:26
    • Ich stimme insgesamt zu, bin mir nur bei einem Punkt noch (oder schon) unsicher: Das Rückkehrrecht der Flüchtlinge und Vertriebenen besteht zweifellos. Die Frage jedoch ist die, ob es im Interesse eines säkularen demokratischen Staates in Gesamtpalästina angesichts der inzwischen wohl überwiegenden Zahl von Juden im 67er Gebiet (d.h. dem heutigen Israel ohne die 1967 eroberten Teile Palästinas), die dort seit ihrer Geburt leben, nicht angebracht wäre, auf die Rückkehr dorthin zu verzichten, jedenfalls von Seiten der Palästinenser, deren Eltern zwar dort gelebt haben, die aber selbst diese „Heimat“ nie kennengelernt haben. Was eine reaktionäre „Lösung“ des Konflikts seitens der Palästinenser im von E.H. zum Ende seines Kommentars angesprochenen Sinn betrifft, denke ich, dass diese nicht nur nicht wünschenswert, sondern vor allem ebenso wenig möglich ist wie eine solche auf der Basis der Fortexistenz der reaktionären arabischen Nachbarregime. Die Geschichte ist bekanntlich kein Ort der allgemeinen Durchsetzung der Gerechtigkeit.

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      Verfasst von Anton Holberg | 11. Dezember 2017, 19:33
  2. Die Frage des „Dreiecks“ der „Verschwörung ist die zentrale Frage überhaupt. Die PFLP hat recht, wenn sie die Lösung der „Palästinafrage“, die nur ein säkularer Staat aller dort Lebenden im gesamten Gebiet des historischen Palästinas sein kann, von der politischen und sozialen Revolution im gesamten arabischen Osten abhängig macht (ob die von ihr unternommene Unterscheidung zwischen den „reaktionären“ arabischen Regimen von anderen nur taktisch ist, weiß ich nicht. Es ist allerdings zu befürchten, dass dem nicht so ist). Jedenfalls bedeutet das, dass der Widerstand gegen Trumps neueste Maßnahme erfolglos bleiben wird, denn vom Sturz der „reaktionären arabischen Regime“, dem reichen Saudi Arabien an der Spitze, kann – soweit man die Zukunft überblicken kann – keine Rede sein. Auch wenn Trump alles Andere als das beabsichtigt hat, muss man vielleicht seine jüngste Maßnahme doch begrüßen insofern sie das Gerede von einer „Friedenslösung“ auf der Basis der Anerkennung zweier Staaten, einem ausdrücklich ethnisch definierten Israel einerseits und einem palästinensischen Rumpfstaat, der mehr eine Aneinanderreihung mehrerer „Bantustans“ oder palästinensischer Ghettos wäre, auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt hat. Die eher mäßigen Proteste in Palästina und der arabischen Welt deuten darauf hin, dass „die“ Araber sich ihrer Lage durchaus bewusst sind, auch wenn sie noch keine Alternative im Auge haben. Die Anerkennung des realen Kräfteverhältnisses ist aber die unverzichtbare wenngleich noch nicht automatisch ausreichende Voraussetzung für dessen Veränderung. Eine andere Voraussetzung ist im übrigen die Verabschiedung von allen „antisemitischen“ bzw. im Fall der Araber korrekter „antijüdischen“ Reflexe wie sie sich bei den jüngsten Demonstrationen in Europa wieder gezeigt haben. Die Grenze zwischen „Antizionismus“ und „Antijudaismus/Antisemitismus“ (religiös oder rassistisch) muss eindeutig sein, denn nur so ist ein demokratisches Palästina/Israel oder wie immer es heißen mag vorstellbar.

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    Verfasst von Anton Holberg | 11. Dezember 2017, 12:31

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