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Ausland, Naher Osten

Saudischer Oppositioneller Maan Al-Jarba: Teilung ist unvermeidlich

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Der nachfolgende Text ist eine von Demeter gefertigte Übersetzung des vorgestern auf Englisch bei Al Manar veröffentlichten Interviews mit Maan Al-Jarba. Es eröffnet meiner Meinung nach seltene und wertvolle Einsichten in die im Westen nahezu unbekannte saudische Gesellschaft und Ansichten dort. Vielen Dank an Demeter für die Übersetzung.

Interview wurde geführt von:Laila Mazboudi, Israa al-Fass

Dieses Interview wurde vor einer Woche geführt, vor den letzten Entwicklungen in Saudi Arabien.

Er ist einer der politischen Gegner der Politik des saudischen Regimes und er gehört dem “Shammar” Stamm an, der sich von Saudi Arabien bis nach Kuweit und Katar ausdehnt und seine Basis in Irak und Syrien hat. Der Stamm regierte für fast ein Jahrhundert über “Nadschd” (eine Provinz in SA, d.Ü.) bevor Abdul Aziz bin Saud sie stahl, um die Macht seiner Vorfahren wiederherzustellen, die durch die Engländer unterstützt wurden und die wiederum den Shammar Stamm nicht verführen konnten. Die starken Verbindungen von al -Jarba zu wichtigen Persönlichkeiten in den Behörden des Königreiches aufgrund von Verwandtschaftsbeziehungen, wie z.B. mit dem früheren König Abdullah bin Abdul Aziz und dem früheren Kronprinzen Mohammad bin Nayef, haben ihm eine gewisse Immunität hinsichtlich seiner Meinungsäusserungen eingebracht.

Maan al-Jarbas Name tauchte in letzter Zeit auf, als er, zwar gekleidet im Gewand der arabischen Insel, doch in einem ganz anderen Ton sprach. Aus Damaskus sprach er, wo er sich während der politischen Krise von 2014 aus keinem ersichtlichen Grund niederliess ausser aber, um seiner Überzeugung treu zu bleiben, nämlich, dass Syrien verteidigen auch bedeutet, das Wesen des arabischen Widerstandes zu verteidigen, das sich verändern muss. Die Bomben der (Kämpfer) zielten zu jener Zeit auf seine Nachbarschaft. Eine traf sein Gebäude. Trotzdem beschloss er Syrien nicht zu verlassen bis die Dinge sich beruhigen würden und der Sieg der Syrischen Armee und ihrer Alliierten absehbar wurde.

Vor jener Zeit, Ende 2011, als er noch in Saudi Arabien war, wurde seine website geschlossen, weil die dort geäusserten Standpunkte eine Art Unterstützung des Widerstandes offenbarten. Ihm wurde eine wöchentliche Kolumne in der saudischen Okaz Zeitung angeboten. Er warnte vor sektiererischem Streben und verwies auf die Gefahren des Teilungsplans der aus dem Irak einsickerte. Er hat immer Unterstützung für die Widerstandsformen gezeigt, bis er 2013 gezwungen wurde mit dem Schreiben aufzuhören, ohne jedoch zur “Verantwortung” gezogen zu werden.

Zwei Tage nachdem er 2014 saudischen Boden für immer verliess tauchte Maan al-Jarba in einem Fernsehinterview auf, in dem er über ISIL und dessen Verbindung mit dem Wahhabismus sprach. Von einem Studio in Riyad begrüsste er die Unterstützung des Widerstand leistenden Syriens durch den syrischen Präsidenten Bashar al Assad und den damaligen irakischen Premier Nouri al-Maliki. Die saudischen Behörden schlossen das Studio in dem al-Jarba erschien und seitdem läuft der Gegenkrieg gegen ihn.

Aus der libanesischen Hauptstadt Beirut gab Maan al Jarba ein Exklusivinterview für die libanesische al Manar website. Er ging die saudische Innenpolitik an, hat die Lage erklärt in dem er über die religiöse Zusammensetzung der saudischen Gesellschaft sprach und die Rolle der Stämme. Gleichzeitig zeigte er mögliche zukünftige Ergebnisse im Zuge des eskalierenden innenpolitschen Machtkampfes und der drohenden ausländischen Teilungspläne auf.

Wahhabismus ist nicht Teil der Sunna

Die saudische Gesellschaft setzt sich zu 85% aus Sunniten und 15% Ismaeliten und Zwölfer-Schia zusammen. Al-Jarba sagt, dass der “Wahhabismus überhaupt nicht zur Sunna gehört und erst 300 Jahre alt ist”.

“Wahhabismus hat einen anderen Stellenwert als andere islamische Sekten und Gruppierungen,” so al-Jarba. Er lehnt die Logik des Takfirismus, die der Wahhabismus anbietet, ab. Laut dem saudischen Oppositionellen waren die Familien der arabischen Halbinsel Sufisten Aschariten und Maturidi bevor Mohammad Abdul Wahhab im 17. Jahrhundert auftauchte und bis heute leben sie noch recht zurückgezogen.

“In den Gebieten des Hijaz zum Beispiel abgesehen von der angenommenen Glaubenslehre der Sufisten, Aschariten und Maturidi gehören die meisten Häuser dort den Hanafiten und Shāfiiten (traditionelle Rechtsschulen des Islam; Anm. d. Ü.) an, wie in Medina. Während die Ismaeliten den Süden des Königreiches bestimmen ist die Glaubenslehre der Schāfiiten die hier am weitesten verbreitete. Die zwölfer Schiiten siedeln in den östlichen Gebieten, hauptsächlich in al Qatif und al-Ahsaa” so erläutert er.

“Die meisten saudischen Familien sind Sufisten und Aschariten, aber die offizielle Glaubenslehre ist der Wahhabismus und wird ihnen aufgezwungen und ist Teil des Lehrplans” sagt al-Jarba abschliessend zu diesem Thema.

Die Al Scheikh Familie ….die Familie der Schecks

“Trotz der Versuche einiger Familien ihre regionale Zurückgezogenheit zu bewahren, hat das im Königreich vorherrschende System des Überwachungsstaates und seine enorme finanzielle Macht mit zusätzlicher internationaler Deckung und ausländischer Nutzniesserschaft, hier nenne ich die Vereinigten Staaten, es erlaubt, dass dieses religiöse Muster sich verbreiten konnte. Wahhabismus hat den Amerikanischen Zielen im Krieg gegen die Sowjetunion in Afghanistan, sowie im Irak und in Syrien gedient. Die religiöse Institution innerhalb des Königreiches hatte die Aufgabe den Herrschenden einen legitimen Schutz zu bieten, einen bezahlten, so dass selbst die Saudis die Al Sheikhs die Familie der Schecks nennen, bezugnehmend auf das Geld, dass sie erhalten”, so al-Jarba.

Trotz der religiösen Machtfülle ist die Beziehung zwischen der religiösen Institution und dem Inneren Saudi Arabiens unter Kontrolle, solange es keinen bewaffneten Angriff gegen den Staat durch Nicht- “Wahhabiten” gibt. Das zeigt die Eindämmungspolitik, die manchmal in Kraft tritt, wenn der Staat gegen einige “politische” Zielgruppen vorgeht, so wie es vor kurzem in Awamiyah geschehen ist.

Yemen, Awamiyah und Katar….als Ausgleich

Al-Jarba glaubt, dass diese Vorfälle im Zusammenhang stehen mit den verbissenen saudischen Bestrebungen, einen Sieg vorzuweisen, der den Amerikanern zeigt, dass das Königreich immer noch stark und verlässlich in Bezug auf eine nützliche Rolle in der Region sein kann. “ “Es ist erwähnenswert, dass die Rückschläge des Königreichs im Irak, Libanon und in Syrien im Yemen nicht ausgeglichen wurden, eher wurden sie noch verschlimmert. Der Angriff auf Katar diente auch dem Ausgleich, hat sich jedoch als nutzlos erwiesen, dann hatten sie keine andere Wahl als militärisch im Landesinnern einzugreifen und Awamiyah anzugreifen.”
Al-Jarba weiter: “die saudischen Medien haben den Angriff auf Awamiyah als Eroberung dargestellt und als eine Operation zur Befreiung von al-Qatif von den Schiiten beschrieben, die von den saudischen Medien als Eindringlinge dargestellt werden. Wobei al-Jarba darauf verweist, dass die al-Mosawara Nachbarschaft bereits vor 400 Jahren existierte, also 100 Jahre älter als der erste saudische Staat ist. Das bedeutet, dass die Menschen in Awamiyah hartnäckig und tief verwurzelt in der Region sind, mehr als die Sauds dort “verwurzelt” sind und Einfluss haben…”

Der armselige und sinnlose “Sieg” in Amawiyah wurde von den offiziellen Medien benutzt, um die “Iranphobie” und die “Schiitenphobie” in die Höhe zu treiben. Irgendwann müssen wir gestehen, dass sie Erfolg haben mit dieser Phobie und dieser Barriere, die den Völkern Angst vor dem Widerstand machen soll.”

Palästina ist eine Geisteshaltung

Anders als die Kälte, die das herrschende System gegenüber der palästinensischen Sache zeigt, hegt das saudische Volk eine unvorstellbare Sympathie für Palästina, so al-Jarba.
Er meint, dass die “Achse des Widerstandes Palästina verteidigt. Trotz dieser Phobie verbessert sich die Lage tagtäglich, Dank der Aufdeckung der saudischen Beziehungen mit ‘Israel’ und Dank der saudischen Pläne, den Staat säkularisieren und das emiratische Modell auf Saudi Arabien anwenden zu wollen, wurden die Leute wachgerüttelt. Der Staat, der den Iran und die Schiiten im Allgemeinen im Namen der Religion als Satan bezeichnet hat und der Verteidiger der zwei Heiligen Moscheen sein will, scheint sich heute mit ‘Israel’ zu versöhnen und gemischte Feiern und Tänze zu erlauben (gemeint sind gemeinsame Tänze von Männern und Frauen; Anm. d. Ü.), die die reale Gefahr für die Religion und das Land der zwei Heiligen Moscheen zeigen.”

Normalisierung bedeutet das Ende Saudi Arabiens

“Der Sturz des saudischen Regimes geht einher mit der Normalisierung der Beziehungen mit ‘Israel’”, sagt al-Jarba voraus.
“Beziehung mit ‘Israel’ überschreitet eine sehr sensible rote Linie für Diejenigen, die stolz darauf sind, in dem Land der zwei Heiligen Moscheen zu leben. Sie haben eine eindeutige Haltung zu den Besatzern der Ersten Qibla der ‘Muslime” (Qibla: Ort wo Mohamed die Gebetsrichtung von Jerusalem auf Mekka ausrichtete; Anm. d. Ü.) und denen, die Verbrechen gegen Muslime in Palästina, Libanon und anderswo begehen. Besonders in diesem Hinblick verliert das saudische Regime seine Legitimität. Womit liesse sich das saudische Volk sonst unterdrücken? Mittels der Fatwas, die es verbieten, sich gegen den Herrscher zu stellen, es sei denn, er begeht klare Gotteslästerung? Für das saudische Volk ist der Verzicht auf Palästina eine klare Gotteslästerung. Können die Prediger der Macht diesen Verzicht rechtfertigen?”

In einer Ära bedeutender internationaler Umwandlungen ist die Hälfte der Prediger des Königreichs im Gefängnis. Dabei geht es nicht um die Haltung von Katar, die Sache ist tiefer und grösser.

“Nichts deutet darauf hin, dass sie wegen der Krise mit Katar inhaftiert wurden. Das sind nur die gängigen Analysen. Die Krise mit Katar war nur ein Vorwand. Sie wissen, dass sie (die Prediger) gegen die Führungsriege und gegen Säkularisierung sind und sogar gegen eine Normalisierung mit ‘Israel’…würden sie den Menschen sagen, dass man sie inhaftiert hat, weil sie gegen die Säkularisierung des Staates sind? Die beste Entschuldigung ist, zu behaupten, dass es wegen Katar ist. Damit können sie jede Stimme zum Schweigen zu bringen, die sich gegen ihre neue Politik erhebt, die angefangen mit gemischten Tänzen (Erklärung s.o.) bis hin zur öffentlichen Normalisierung und anderen Dingen reicht.”

Saudis gegen Normalisierung

Maan al-Jarba betont, dass Saudi Arabien der “perfekte Überwachungsstaat” ist. Trotzdem sind die sozialen Netzwerke zu einem wichtigen Messgerät der Tendenzen in der öffentlichen Meinung geworden. Vor einiger Zeit haben ‘israelische’ Medien Nachrichten über den saudischen Kronprinzen und seinen Besuch in den besetzten Gebieten durchsickern lassen. Saudische offizielle Institutionen schwiegen und saudisch finanzierte Medien sagten nichts dazu.
“Nur Twitter stand in Flammen mit der “Saudis gegen Normalisierung” Kampagne und war Spitzenreiter in Saudi Arabien und in der arabischen Welt. Folglich gab es die Notwendigkeit eine anti elektronische Armee zu schaffen, um für die offizielle Kampagne mit dem Titel Terrorbekämpfung zu werben. Allerdings, mit Blick auf Palästina, kann die Armee gegen diejenigen, die gegen den Betrug an der palästinensischen Sache sind, nichts ausrichten. Im Angesicht von Palästina versagt Jeder” unterstreicht al-Jarba.

Das Brechen des Schweigens

Er meint weiterhin, dass es drei Faktoren gibt, die das Schweigen in Saudi Arabien brechen würden:

Der Kampf der Herrscherfamilie, den es gibt und der eskaliert. Das wird den Menschen die Möglichkeit geben, auf die Strasse zu gehen. Diejenigen, die Palastneuigkeiten an die “Mujtahidd” (twitterer; Anm.d.Ü) weitergeben, sind Mitglieder der Herrscherfamilie. Es wird gesagt, dass bis jetzt 5 Prinzen inhaftiert wurden, darunter Mohammad bin Nayef und Abdul Aziz bin Fahd, die unter Hausarrest stehen. Die Nachrichten über den inneren Konflikt sind bekannt und wurden veröffentlicht.

Den religiösen Deckmantel herunterreissen und sich Richtung Säkularisierung bewegen, wäre ein direkter Grund für die Menschen auf die Strasse zu gehen. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass der saudische Lehrplan seit 80 Jahren predigt, dass Säkularisierung gleichbedeutend mit Gotteslästerung ist und dem Herrscher zu gehorchen eine Pflicht ist, es sei denn, er begeht Gotteslästerung. Nach saudischen Lehrplänen ist Ungehorsam gegenüber einem atheistischen Herrscher nicht nur erlaubt, sondern wird als Kampf im Sinne Allahs gesehen. Daher wird , sobald der Staat sich in Richtung Säkularisierung bewegt, der religiöse Faktor, der dem Staat als eine den Herrscher schützende Säule diente, fallen.

Den internationalen Deckmantel von Saudi Arabien herunterreissen ist inzwischen weder schwierig noch unmöglich. Die Amerikaner brauchen das Öl und das Geld. Der amerikanische Präsident hat sich da klar ausgedrückt. Im Fall irgendeines internen Chaos oder Kampfes werden die Amerikaner für keine Allianzen ihre Interessen aufgeben; lieber würden sie als Alternative andere Allianzen eingehen.

Teilung ist das unvermeidliche Projekt

Der saudische Oppositionelle versichert, dass die USA ihre Interessen immer an erster Stelle sehen. Der neokoloniale Plan sieht vor, dass die USA aus Saudi Arabien 4 Staaten machen wollen. “Teilung liegt auf dem Tisch und es ist ernst. Die Karte kann man auf der website des US Verteidigungsministerium (Krieg) einsehen. Saudi Arabien wird in 4 Staaten aufgeteilt. Innerhalb der Vereinigten Staaten gibt es Flügel die die Teilung unterstützen und andere, die dagegen sind. Aber jeder will mit uns spielen.”

Die vier Regionen sind:
– Grossjordanien: bestehend aus Tabouk, Yunbu und al-Hejaz, es würde an Jordanien angeschlossen werden und als alternative Heimat für die Palästinenser dienen. Somit wäre die Krise gelöst, die es dem Besatzungsgebilde verbietet einen jüdischen Staat auszurufen.
– das östliche Gebiet: bestehend aus al-Qatif, al-Ahsaa und al-Dammam, den ölreichen Gebieten an der Grenze zu Kuweit und Bahrein. Das würde den Amerikanern den Zugang und die Kontrolle des Öls erleichtern. Laut Quellen in den Ostprovinzen ist man sich dort bewusst, dass die Amerikaner Teilung vorgeschlagen haben, aber sie haben abgelehnt.
– Nadschd: die zentralen Gebiete, wo die Herrschaft der Al Sauds begrenzt wäre
– der Süden: die Gebiete von Assir, Najran und Jizan die yemenitische Gebiete waren und für 99 Jahre von den Saudis gemietet wurden. Dieser Vertrag lief zur Amtszeit des früheren yemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh aus, der zugunsten Saudi Arabiens “verzichtete”.

Al-Jarba meint, dass die Amerikaner viel von ihrer Irak Erfahrung profitiert haben. Sie werden ihre Truppen in keinem arabischen Land stationieren, es sei denn sie erscheinen als Held und Retter. Dies würde in Saudi Arabien geschehen, sollte der Kampf unter den Prinzen der Herrscherfamilie eskalieren und in eine offene Konfrontation hinauslaufen. Das würde den Amerikanern die Möglichkeit eröffnen mit einer grösseren Truppenstärke in Saudi Arabien zu sein. Andererseits, so al-Jarba ist der Teilungsplan unvermeidlich und 2017 erleben wir 100 Jahre Sykes-Picot Abkommen, das die arabische Region zwischen Frankreich und Britannien aufteilte. Mit dem neuen Jahrhundert kommt die neue Teilung.

Die Stämme, eine Zeitbombe

Neben der Religion spielen die Stämme eine Hauptrolle in der Durchsetzung oder dem Scheitern von Schlichtungen innerhalb des Königreiches, so al-Jarba.

Ausserdem führt er an:

“1902 kehrte Abdul Aziz bin Abdul Rahman al Saudi als ehemaliger Flüchtling im englischen Protektorat Kuweit nach Riad zurück, um die Macht zu einer Zeit zu übernehmen, als der Norden der arabischen Halbinsel von der Führung des “Shammar” Stammes beherrscht wurde und komplett Teil des Osmanischen Reiches war. “Shammar” wurde eine Zusammenarbeit mit den Engländern angeboten, aber sie lehnten ab und kämpften im 1. Weltkrieg auf der Seite des Osmanischen Reiches als ein islamischer Staat gegen die Engländer…

Die Engländer stellten Ibn Saud Waffen zur Verfügung und sie glaubten, dass seine Kontrolle über Nadschd und al-Hejaz die religiöse Legitimität der Osmanen aufheben würde. Als das Osmanische Reich im ersten Weltkrieg besiegt wurde, drang Abdul Aziz in die Regionen vor und gründete das Emirat von Nadschd. Dann besetzte er für ein Jahr lang Ha’il und während dieser Zeit hörte seine Armee die Rufe zum Gebet aus dem Umkreis und wunderte sich, dass dort ja “Muslime sind”, während andere sagten, dass es sich dabei um “Schlauheit und Täuschung” handelt. Ibn Sauds’ Armee tötete Kinder in den Moscheen. Und als sie in al_Hejaz einzogen, töteten sie weitere Menschen in der Moschee.”
Der saudische Oppositionelle hat aufgedeckt, dass im Namen der Religion, Abdul Aziz für seine Kriege gegen die anderen Emirate Stämme mobilisierte, die seinerzeit bekannt waren unter dem Namen “Brüder dessen der Allah gehorcht”.

“Als er die von den Engländern gezogenen Grenzen erreicht, benutzt er englische Dronen, um die Stämme zu treffen, die ihren Widerstand fortsetzen wollen, um die gesamte islamische Welt wiederherzustellen! Bis dahin werden die Al Saud die Stämme mit Beunruhigung betrachten, sie werden die Stellung und Relevanz der Stämme respektieren, sie werden Frauen ihrer Stämmen heiraten mit dem Wissen, dass die Stämme eine Zeitbombe sind, die jeden heimischen Konflikt entscheiden werden, der im Königreich ausbrechen würde.

Die besorgten Prinzen

Heute richten sich die Augen auf die Stämme angesichts der Eskalation des Kampfes unter den Prinzen. Mut’ab bin Abdullah zum Beispiel ist für Mohammad bin Salman die besorgniserregendste Figur. Er besitzt eine Nationalgarde von 150 Tausend Kämpfern aus Stämmen, deren Frauen in seine Familie eingeheiratet haben und die sich nun darauf vorbereiten, mit ihm bis zum letzten Soldaten zu kämpfen. Die Nationalgarde ist, was Zahlen und Ausrüstung angeht eine Hauptmacht, die soviel wiegt wie die saudische Armee.”

Neben Mut’ab stehen Ahmad bin Abdul Aziz, der Bruder des jetzigen saudischen Königs und die Söhne von Nayef, Fahd und Sultan.
Al-Jarba sagt, dass “ihr Unmut über die Politik des Kronprinzen im ganzen Königspalast zu hören ist. Viele Briefe wurden an den König geschickt, mit der Forderung, den nicht-qualifizierten Prinzen von der Tronbesteigung abzuhalten”. Der letzte dieser Versuche war ein bewaffneter Angriff auf den Friedenspalast in Jeddah.

“Der letzte Angriff zeigte, dass die Briefe der Prinzen sehr ernst gemeint sind. Das führte dazu, dass Mohammad bin Salman zu jener Zeit ersteinmal verschwand,” worüber bereits ausführlich auf der al-Manar website berichtet wurde.

Der Zauber richtet sich gegen den Zauberer

Kurz gesagt, der saudische Oppositionelle sieht Saudi Arabien als ein Land auf einem Vulkan, der jederzeit ausbrechen kann. Alle Faktoren innerhalb des Königreichs sind besorgniserregend: der Kampf der Prinzen, Mohammad bin Salmans’ Streben nach Macht und die neue Tendenz hin zu Säkularisierung, als auch die Rolle der Stämme bei all dem.

Al-Jarba warnt, dass der wachsende Kampf mit “Teilung” enden wird, sollten die Schlüssel zu allem an die Amerikaner übergeben werden. Er führt auch weiter an, dass das Königreich nicht weit entfernt von dem sein wird, was gerade die gesamte Region erfasst. Die Pläne zur Spaltung und Aufteilung durch Saudi Arabien würden sich nun definitiv gegen das Königreich richten. Dann wird sich der Zauber gegen den Zauberer richten…

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/11/09/saudischer-oppositioneller-maan-al-jarba-teilung-ist-unvermeidlich/

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