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Geschichte, Kultur

Zu: Tagesdosis 4.11.2017 – Die Russische Revolution 1917. Ein Kommentar von Ernst Wolff.

von A. Holberg

https://kenfm.de/tagesdosis-4-11-2017-die-russische-revolution-1917/

Was für ein „idealistischer“ Mist! 1. Heerr Wolff schreibt sinngemäß: „Die Bolschewiki konnten in Russland an die Macht kommen, weil sie – gewissertmaßen als Agenten des deutschen Kaisers – über Deutschland einreisen konnten“ Warum konnten dann andere Revolutionäre in anderen Ländern, die entweder ohnehin im Land waren oder aber auch einreisen konnten, seitdem nie eine im politischen Sinn proletarische Revolution machen? 2. Der Autor schreibt sinngemäß: „Die Bolschewiki haben von Anfang an nur ihre Macht im Sinn gehabt und ihr politischen und sozialen Versprechen mit Füßen getreten.“ Warum haben sie das nationale Selbstbestimmungsrecht der nicht-russischen Nationen im zaristischen Völkergefängnis deklariert und in dem Maße auch implementiert (s. z.B. Unabhängigkeit Finnlands) , wie dieses nicht genutzt wurde zur Unterstützung der Konterrevolution? Warum haben sie unter vielem Anderen sofort das Recht auf Scheidung für beide Ehepartner, die Gleichstellung von Kindern aus ehelichen und nicht-ehelichen Beziehungen und die Legalität der Homosexualität verfügt – neben solchen „Kleinigkeiten“ wie der Trennung von Staat und Kirche, der Abschaffung des Großgrundbesitzes usw. verfügt? Wo wären andererseits all diese nicht nur für das damalige Russland revolutionären Errungenschaften geblieben, wenn die von der internen und externen bewaffneten Konterrevolution umzingelten Bolschewiki es nicht im Sinn gehabt hätten, ihre Macht zu verteidigen? Dass sie angesichts der – unvermeidlichen? – Erschlaffung des revolutionären Impetus nicht zuletzt auch der zahlenmäßig ohnehin schwachen Arbeiterklasse und vorallem auch des Ausbleibens entsprechender Revolutionen in den entwickelteren Ländern des Westens, auf deren Eintreten die Bolschewiki als notwendige Voraussetzung des Aufbaus des Sozialismus gesetzt hatten, schließlich die Herrschaft ohne und letztlich über das Proletariat beibehielten und ausbauten und somit dem Sozialismus im Marx’schen Sinn den Boden entzogen, gehört zur historischen Tragödie der Oktoberrevolution. Ohne Zweifel sind die Fehler und der – auch kulturell bedingte – Mangel an Liebe zu Demokratie und politischen und individuellen Menschenrechten, so real und bedauernswert sie waren, historisch dazu im Vergleich sekundär. Aber davon kein Wort bei Herrn Wolf.

 

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Zu: Tagesdosis 4.11.2017 – Die Russische Revolution 1917. Ein Kommentar von Ernst Wolff.

  1. gutes Statement Herr Holberg

    Gefällt mir

    Verfasst von andre | 6. November 2017, 11:56

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