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Kultur, Satire

Kurzerhand das Schwein in der Bank erschossen

von Wilfried Kahrs – https://qpress.de

Da wackelt (die) Heide: Bei der Wahrnehmung der Überschrift stellt sich im ersten Moment so eine Art überraschendes Glücksgefühl ein. Man möchte meinen, endlich kommt da etwas in Bewegung, was in unserer Gesellschaft längst überfällig ist. Riecht es gar nach Systemwechsel und erneutem Bankentod? Dessen ungeachtet, galt es bis heute als absolutes Tabu, die Schweine in der Bank zu erschießen. Ab jetzt ist alles anders und das erste Schwein liegt in der Bank tot vor dem Tresen, mit einem einzigen Schuss niedergestreckt. Der aufwühlende Hintergrund dieser Geschichte ist nicht zu bestreiten.

Für gewöhnlich sucht man sich geeignetere Orte aus, wenn man einem großen Schwein nach dem Leben trachtet. Aber in diesem speziellen Fall haben es die Schweine nicht anders gewollt. Sie haben es völlig übertrieben. Sie randalierten solange, bis dem bewaffneten Aufpasser nichts anderes übrig blieb als abzudrücken. Kein Schwein gehabt, Kopfschuss und erledigt. Das zweite Schwein soll allerdings noch flüchtig sein. Offenbar hatte es, entgegen dem ersten Schwein, nichts mit der Bank oder irgendwelchen Bankgeschäften am Hut gehabt. Es hatte sich nicht an der widerrechtlichen Glückssuche in der Bank beteiligt.

Die Schweine in der Bank sind an sich kein Geheimnis. Wildschweine gehören da nach allgemeiner Auffassung allerdings wirklich nicht hin. Wobei man aber auch die angeblich zivilisierten Schweine dort nicht mehr so gut leiden kann. Dementsprechend wird hier berichtet: Heide: Wildscheine randalieren in der Innenstadt – ein Tier erschossen[Stern]. Das Ganze ist also kein Jägerlatein.

Über die Auswirkungen auf die Kundschaft, als auch über den genauen Ort des Ablebens des randalierenden Schweins scheint es unterschiedliche Angaben zu geben. Folgt man diesem Bericht: Aggressive Wildschweine in der Sparkasse[Kieler Nachrichten], hat die Sparkasse tatsächlich “Schwein” gehabt. Aber daran erfreuen mochte sich wohl auch niemand aus dem Geldhaus. Und um ein wildgewordenes Sparschwein handelte es sich definitiv auch nicht. Die Kunden waren wohl noch weniger amüsiert und so hat man aus ihrer Rettung mehr oder minder einen Staatsakt gemacht. Erstaunlich ist und bleibt, dass die Wildschweine in einer Bank für gefährlicher gehalten werden, als diejenigen die dort regulär den Betrieb am Laufen halten. Dessen ungeachtet, könnte das nunmehr standrechtlich erschossene Schwein in/vor der Bank ein neues Symbol für die seit der Bankenkrise kursierende Weisheit sein: “Too Pig to Jail“.

https://qpress.de/2017/10/20/kurzerhand-das-schwein-in-der-bank-erschossen/

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  1. Pingback: Kurzerhand das Schwein in der Bank erschossen | pcarbeiter - 22. Oktober 2017

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