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Ausland, Europa

Katalonien – Frau Dagdelen vertritt antimarxistische Positionen

von Max Brym – http://kosova-aktuell.de

Zusammenstellung Enver Haliti -Frau Sevim Dagdelen ist Bundestagsabgeordnete der Partei „Die Linke“. Aber in der Frage des Selbstbestimmungsrechtes steht die Frau auf bürgerlich rechten proimperialistischen Positionen. In der Vergangenheit lehnte die Dame das Selbstbestimmungsrecht Kosovas ab. Aktuell steht sie an der Seite des postfrancistischen spanischen Staates. Zwar lehnt sie die Gewalt dieses

Staates ab, aber gleichzeitig spricht sie sich entschieden gegen die Trennung Kataloniens von Spanien aus. Ihre heilige Kuh ist die Unverletzlichkeit der Grenzen. Das hat mit Dialektik so viel zu tun wie eine Kuh mit dem Eiskunstlauf. Sie steht nicht an der Seite der kämpfenden katalonischen Bevölkerung und nicht an der Seite der kämpfenden katalonischen Arbeiter. Die Haltung in dieser Frage ist nicht links. Diese Haltung ist rechts. Außerdem ist ihre Haltung antidemokratisch. Weder die Menschen in Kosova, noch die Kurden und schon gar nicht- die Katalanen wollen in den ihnen einst aufgezwungenen Staatlichkeit verbleiben.Frau Dagdelen steht an der Seite der EU – Bürokratie, an der Seite von Frau Merkel und des spanischen Königs. Darüber  kann auch nicht hinwegtäuschen, dass sie in der Erklärung etwas von sozialer Gerechtigkeit schreibt. Es gibt aber noch andere links stehende Personen in Deutschland, welche das Selbstbestimmungsrecht akzeptieren und den Kampf der Massen in Katalonien unterstützen.Dazu etwas vom Altmeister Lenin unten Ob diese Lektüre hilft darf bewusst bei Frau Dagdelen bezweifelt werden. Hier der Link zum Erguss von Frau Dagdelen. https://www.linksfraktion.de/themen/nachrichten/detail/am-scheideweg-1/

Max Brym

Lenin zum Selbstbestimmungsrecht 

Das Selbstbestimmungsrecht der Nationen bedeutet ausschließlich das Recht auf Unabhängigkeit im politischen Sinne, auf die Freiheit der politischen Abtrennung von der unterdrückenden Nation. Konkret bedeutet diese Forderung der politischen Demokratie die volle Freiheit der Agitation für die Abtrennung und die Lösung der Frage über die Abtrennung durch das Referendum der betreffenden, d.h. der unterdrückten Nation, so daß diese Forderung nicht der Forderung der Abtrennung, der Zerstückelung, der Bildung kleiner Staaten gleich ist. Sie ist nur ein folgerichtiger Ausdruck für den Kampf gegen jegliche nationale Unterjochung. Je mehr die demokratische Organisation des Staates bis zur vollständigen Freiheit der Abtrennung ausgestaltet ist, desto seltener und schwächer wird in der Praxis das Bestreben nach Abtrennung sein, denn die Vorteile der großen Staaten sind sowohl vom Standpunkt des ökonomischen Fortschritts als auch von demjenigen der Interessen der Massen zweifellos, wobei diese Vorteile mit dem Kapitalismus steigen.

Erklärung von Thies Gleiss auf Facebook – Gleiss ist Bundessprecher der „Antikapitalistischen Linken“ AKL inerhalb der Partei die Linke

WAS IST LINKS UND WAS IST RECHTS?

Wenn mensch sich so manche Stellungnahme aus den Einschätzungs- und Tiefschürfungsabteilungen der Bundestags-Abgeordneten der LINKEN anschaut, dann kommt der Wunsch auf, dass vielleicht doch mal so etwas wie ein „linker gesunder Menschenverstand“ Einkehr findet.
Zwei Vorschläge:

– Wenn gute GenossInnen und BeobachterInnen der eigenen Partei und von befreundeten Parteien vor Ort in Barcelona und anderen katalanischen Orten sind, sollte vielleicht auf deren Schilderungen, Eindrücke und Analysen mehr gehört werden als auf schräge diplomatische Lehrbücher der Riesenstaatsmännerei (die auch gern von Frauen betrieben wird), die im Regal gefunden werden.

– Wenn die deutsche Regierung (das Exekutivbüro des Staates also); der deutsche Außenminister sowieso; die EU-Kommission und die EU-Außenministerin; die Großfürsten der einzelnen EU-Regierungen; das US-Außenminsterium; der Nato-Rat; der spanische König und wahrscheinlich auch der Dalai Lama (habe ich jetzt nicht überprüft) gegen das Referendum in Katalonien und natürlich gegen eine mögliche Unabhängigkeit sind, dann spricht sehr viel dafür, sich als Linke oder als Linker, die im Alltagsstress nur wenig Zeit finden, sich kundig zu machen, im Zweifel FÜR das Referendum und eine mögliche Unabhängigkeit Kataloniens zu engagieren. Die Chance, damit richtig zu liegen, ist sehr groß. (Das hätte auch beim Brexit in Britannien schon ganz gut getan).

Sich kundig machen, ist allerdings immer die bessere Lösung.
Das ein paar Jahrzehnte mühsam zusammengehaltene post-francistische Staatsmodell in Spanien bricht heute unter beispiellosen Großmobilisierungen, Generalstreiks und selbstorganisierten Widerstandsaktionen offenkundig zusammen. Damit ist auch einer der wichtigen Stützpfeiler des kapitalistischen Großprojektes EU gefährdet. Diese Ergebnisse sind für Linke nicht neutral, sondern spannende Veränderungen gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse.
In jedem gesellschaftlichen Aufbruch sind radikale, linke, ja revolutionäre Kräfte am Werk, wie auch bewahrende, zaudernde, reformerische und auch politisch rückständige. (Hundert Jahre nach der Oktoberrevolution gibt es ja genügend Neuauflagen und Dokumentationen, sich das mal einem historischen Beispiel reinzuziehen).
Es scheint ebenso offenkundig, dass in Katalonien die linken Kräfte, auch die links-nationalistischen (die CUP ist zurzeit einer meiner Favoriten, vor allem wegen ihres wunderbaren anti-parlamentaristischen Kurses) die treibenden Kräfte sind.
Wo die ganze Sache hintreibt, ist wie immer eine offene Geschichte, aber wenn es nach links geht und von links ausgeht, dann ist es schon mal ein guter Anfang.
Eine LINKE in Deutschland, sollte diese Entwicklung mit aller Macht und unter schamloser Verletzung aller Diplomatie der Außenministerien und des „Völkerrechtes“ unterstützen und radikalisieren. Einmischung und Solidarität, nicht Zurückhaltung und Abwarten sind angesagt!

Und diese groteske Peinlichkeit aus LINKEN-Büros, über eine Unabhängigkeit Kataloniens müsse die Gesamtheit der Bevölkerung im spanischen Staat abstimmen und nicht nur die Katalanen und Katalaninnen, möchte ich nie wieder hören und lesen….

Erklärung des bekannten linken Bloggers Herold Binsack aus Hessen

Es geht nicht darum, in dieser Frage nach Kleinstaaterei zu äugen, oder sich gar der eigenen weltmännischen Sicht sicher zu sein. Und auch bunt kann ein Europa nicht sein, wo es ungerecht zugeht, wie überhaupt ein Europa eigentlich nicht sein kann (http://blog.herold-binsack.eu/…/nein-zu-dem-europa-des-kap…/). Jedenfalls keines, dass sich als das Europa des jeweils dominierenden nationalen Kapitals präsentiert. Es geht immer konkret um den jeweiligen nationalen Widerstand, und um die Frage, ob dieser ganz konkrete nationale Widerstand dem Kampf gegen den Imperialismus nützt oder schadet? Und es geht natürlich immer auch um die jeweilige Stellung aus der eigenen Rolle heraus. Es ist für mich kein Zufall, dass jetzt Türken zum Beispiel ihr Déjà-vu zu eleben glauben und daher den nationalen Widerstand in Katalonien ebenso verteufeln, wie den der Kurden in ihrem Land. Und natürlich liegt es nahe, dass wir Deutsche den lächerlichen Führungsanspruch unserer eigenen herrschenden Klasse schon so verinnerlicht haben, dass wir den dahinterliegenden kleindeutschen Dünkel gar nicht bemerken. Was hat denn bitte der Widerstand des katalanischen Volkes gegen den anmaßenden Zentralstaatschauvinismus der Spanier mit der Kleinstaaterei in der deutschen Geschichte zu tun? Was hat denn ein deutscher Pfahlbüger mit dem Weltbürger in Katalanien gemein? Ein solcher, der in seiner Geschichte mehrfach bewiesen hat, dass er weiß, wo die Seite des Rechts und des Unrechts ist. Wir sollten uns nicht gegenseitig unseres „Herrenmenschentums“ vergewissern, und schon gar nicht, wenn dieses sich kleinbürgerlich-bunt maskiert, also nicht philiströs rumschwätzen, sondern die Frage so konkret-historisch, wie dialektisch-materialistisch stellen: Ist der Kampf gerecht oder nicht?!

Erklärung von Heino Berg aus Göttingen Mitglied der Linken, der AKL und der SAV

Sevim Dagdelen verweigert in ihrer Stellungnahme den Massenprotesten in Katalonien die notwendige Solidarität der Linken und bezweifelt die „demokratische Legitimation“ des Referendums, weil sich durch den Polizeiterror und die Beschlagnahmung von Wahlurnen „nur“ 42% der Katalanen daran beteiligen konnten.Wenn für territoriale Loslösungen die Zustimmung „der Bevölkerung des Gesamtstaates“ notwendig wäre, wie das Dagdelen und Gysi ebenso wie die EU-Vertreter behaupten, wäre Indien noch heute eine britische Kolonie.
Die Überwindung von Nationalstaaten kann für MarxistInnen nur durch die freiwillige Entscheidung der betroffenen Nationen erfolgen. Nicht „einseitige Unabhängigkeitserklärungen“ waren und sind die „Quelle für Bürgerkriege um Ressourcen und neue Grenzen“, sondern die kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse INNERHALB diesen Staaten. Das gilt sowohl für Vielvölker- als auch für Nationalstaaten. Die Gründung von neuen Nationalstaaten ist in der Tat nicht „per se fortschrittlich“. Aber wenn SozialistInnen die Unterdrückung von Nationen rechtfertigen, können sie nicht glaubwürdig für die soziale Befreiung der Arbeiterklasse eintreten. Die Massenproteste und der politische Generalstreik in Katalonien schwächen den imperialistischen Zentralstaat in Spanien, die neoliberale Regierung Rajoy und die EU. SozialistInnen sollten diese Bewegung im Kampf für ein sozialistisches Katalonien unterstützen, weil nur auf dieser Grundlage eine freiwillige Förderation der Völker Spaniens entstehen kann.

Foto Demonstration in Barcelona

Bildergebnis für katalonien unabhängigkeit

 

http://kosova-aktuell.de/kommentare/14-analysen/3482-fuer-die-redaktion-ilir-berisha

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Katalonien – Frau Dagdelen vertritt antimarxistische Positionen

  1. der Verfasser spricht von „Anti-Marxismus „, ohne anzuführen, was denn Marx zu so einem fall sagte..(nur von Lenin wusste er was dazu )…also müsste er sagen : anti-Leninistisch..am Ende bringt die abspatung aber garnichts, ausser pspaltung der arbeiter ..siehe jugoslawien

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    Verfasst von andre | 11. Oktober 2017, 21:00
  2. vielleicht ist es in Zukunft hilfreicher nur noch von der FAKE ‚Linke Partei‘ & Soros Antifa zu sprechen,
    wir können sie auch die transatlantischen Pseudolinken oder imperialistische NATO Linke nennen,
    auch mgl. die Bankenkritik = Antisemitismus – Linke , Kritisiere nicht Israels Morden Linke ,
    Ukrainischer Faschismus – Blindheit & Schweigen Linke, oder Sklavenlohn 12€ Linke , oder
    Hauptsache Regieren – Linke

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    Verfasst von Georg Dieling | 11. Oktober 2017, 13:03

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