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Ausland, Naher Osten

Christen kehren zurück nach Syrien – aber nicht in den Irak

von William Murrayhttp://www.antikrieg.com

Die Christen im Nahen Osten stimmen mit den Füßen für die Regierung von Präsident Assad in Syrien. Bei all dem, was amerikanische Regierungsbeamte und die Medien von sich gegeben hatten, um die säkulare Regierung Syriens anzuprangern, sollte sicherlich niemand dorthin zurückkehren wollen, da der Krieg zu Gunsten von Präsident Assad zu enden scheint. Aber das ist nicht der Fall.

Im Jahr 2017 sind bisher mehr als 600.000 Syrer, Christen und Muslime, in ihre Häuser in Syrien zurückgekehrt, nachdem der islamische Staat und die sunnitischen muslimischen „Rebellen“, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Staaten von Amerika (und ihren verbrecherischen Handlangern in Europa, d.Ü.) unterstützt werden, zurückgedrängt wurden. Von den Christen, die aus ihren Häusern in Syrien geflohen sind, kehren viele aus dem Libanon, Jordanien und der Türkei zurück. Auch reichere Christen, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind, kehren aus Europa zurück.

Im Gegensatz zu Irak und anderen muslimischen Ländern hat Syrien eine säkulare Verfassung, so dass das Scharia-Gesetz nicht als Gesetz des Landes durchgesetzt wird. Christen haben ihr eigenes Gerichtssystem für Familienangelegenheiten, getrennt vom Scharia-Gerichtssystem der Muslime. Tatsächlich bezeichnen christliche religiöse Führer in Syrien die jahrzehntelange Herrschaft der Assad-Familie als „goldene Ära für Christen“.

Kein Wunder also, dass syrische Christen in großer Zahl nach Syrien zurückkehren.

Aber Christen kehren nicht zurück in den Irak, wo die Vereinigten Staaten von Amerika und andere westliche Nationen eine „Demokratie“ etabliert haben. Warum? Vermutlich deshalb, weil die Verfassung des Irak, die nach dem Sturz von Saddam Hussein in einer „demokratischen Versammlung“ erstellt wurde, besagt: „Der Islam ist die offizielle Religion des Staates, und er ist eine fundamentale Quelle der Gesetzgebung“, und um dies zu bekräftigen, steht in einer zweiten Klausel: „Kein Gesetz, das den Bestimmungen des Islam widerspricht, darf eingeführt werden.“

Wie wirkt sich das auf Christen aus? Hier nur einige Beispiele: Muslime dürfen per Gesetz nicht zum Christentum konvertieren. „Gotteslästerung gegen den Islam“ ist ein Verbrechen. Kein Kind darf einen Namen auf seiner oder ihrer Geburtsurkunde haben, der nicht im Koran aufscheint, so dass Christen ihre Kinder offiziell ihre Kinder zum Beispiel nicht Peter oder Paul nennen dürfen. (Viele christliche Kinder im Irak heißen Yusef [Joseph] oder Maryam [Maria], weil diese beiden Namen im Koran vorkommen).

Kaum ein syrisch-christlicher Flüchtling, der bei den Vereinten Nationen registriert ist, sucht Asyl in einem anderen Land, aber viele irakische Christen wollen den Nahen Osten verlassen.

Ein Bericht der Heritage Foundation fand heraus, dass syrische Christen winzige Prozentsätze von Asylbewerbern ausmachen, die bei der UN-Flüchtlingshilfe (UNHCR) in Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten registriert sind – 1,5 Prozent, 0,2 Prozent, 0,3 Prozent bzw. 0,1 Prozent. Der Bericht fand jedoch heraus, dass über 16 Prozent der registrierten irakischen Asylbewerber Christen waren. Der Bericht zeigt sehr deutlich, dass christliche Flüchtlinge aus Syrien planten, nach Hause zurückzukehren, wenn die Regierung siegte, während christliche Flüchtlinge aus dem Irak nicht zurück wollen, auch nicht mit einer amerikanisch unterstützten Regierung im Irak.

In einem Artikel des World Watch Monitor kam die Menschenrechtsanwältin und Expertin für Völkermord, Ewelina Ochab, nach Interviews mit Christen aus dem Irak, die nach Kurdistan geflohen oder Flüchtlinge in Jordanien geworden waren, zu dieser Schlussfolgerung: Sie erklärte, dass irakische Christen seit der von den USA angeführten Invasion zum Sturz von Saddam Hussein im Jahr 2003 verfolgt wurden. Christen wurde die Schuld an der Invasion zugeschrieben, und in dem folgenden Chaos zerstörten verschiedene islamische Extremisten ihre Kirchen, stahlen ihre Häuser und vertrieben sie aus dem Land nach Nordirak (Kurdistan), Jordanien oder Libanon.

In dem Artikel wird Ochab zitiert, dass die Realität für Syrien anders ist, weil Assad als Verteidiger christlicher Minderheiten wahrgenommen wird. Sie fuhr fort: „Viele syrische Christen befürchten, dass wenn Assad einmal weg ist, sie dasselbe Schicksal erleiden werden, wie die irakischen Christen nach dem Sturz von Saddam Hussein.“

Als Leiter von Hilfsprogrammen für christliche Flüchtlinge kann ich persönlich bezeugen, dass die irakischen Christen, die nicht zurückkehren wollen, die Wahrheit sagen. Viele der Christen, mit denen ich in der kurdischen Region zusammenarbeite, stammen aus Bagdad und sind vor der Gewalt dort geflohen. Die Christen, die ich interviewt habe, die aus der Nineveh Ebene geflohen sind, erklären unverblümt, dass sie nur im Irak bleiben werden, wenn sie keine Möglichkeit haben, woanders hinzugehen.

Insgesamt gesehen ist die Zahl der Syrer, die in ihre Häuser in Syrien zurückkehren, während die säkulare Regierung Gewinne macht, erstaunlich hoch. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kehrten fast 67 Prozent der über 600.000 Menschen, die in den ersten sieben Monaten dieses Jahres zurückkehrten, in die Provinz Aleppo zurück, die von US-geförderten sunnitischen Rebellen und verschiedenen dschihadistischen Gruppen, die mit diesen zusammenarbeiteten, zurückgewonnen wurde. Im Dezember 2016 hat die Regierung den von Rebellen gehaltenen Teil der Stadt Aleppo zurückerobert. Damit wurde das fast konstante Mörser- und Scharfschützenfeuer in die 80 Prozent der Stadt beendet, die nie von den Rebellen gehalten wurden, wodurch vielen Menschen die Rückkehr ermöglicht wurde.

Sogar sunnitische Moslems, die den sunnitischen Aufstand nicht unterstützten, der durch Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten von Amerika unterstützt wurde, kehren von der Türkei und anderen Plätzen zurück, um ihr Eigentum zu behaupten und zurück in ihre Häuser zu siedeln. Nur die extremistischen Elemente des sunnitischen Islam akzeptierten die von Saudi-Arabien gelieferten Waffen und Geld und versuchten, die säkulare Regierung zu stürzen.

Die Türkei, die ebenfalls den Sturz der Assad-Regierung unterstützte, profitierte von der Plünderung Aleppos und anderer Gebiete. Raubgüter im Wert von Milliarden Dollar aus Fabriken, Läden, Häusern und sogar Museen wurden in die Türkei gebracht und verkauft. Erst nachdem die jihadistische Schlange, die sie gefüttert hatte, sich bei der türkischen Muslimbruderschaft-Regierung mit Terroranschlägen auf den Istanbuler Flughafen „bedankte“, wurde die Unterstützung der sunnitischen Radikalen gestoppt. Jetzt kehren viele der Familien, die in die Türkei geflohen sind, in ihre geplünderten Häuser in Syrien zurück.

Die Reparatur der Infrastruktur in Syrien wird von den Sanktionen und Boykotten westlicher Länder behindert, die verärgert darüber sind, dass sie nicht in der Lage waren, die säkulare Regierung Syriens zu vertreiben und eine saudi-arabische Marionettenregierung mit einer Schariah-konformen Verfassung einzurichten >>> LINK.

Eines steht fest: Die Vereinigten Staaten von Amerika werden nicht dafür bezahlen, auch nur eine der Hunderte von Brücken, Überführungen und Straßen, die sie bei der Bombardierung Syriens als Teil ihrer „Strategie zur Niederlage des islamischen Staates“ zerstört haben, wieder aufzubauen.

Das Trauma des syrischen Volkes wird Generationen brauchen, bis es überwunden ist.

Erschienen am 27. September 2017 auf Ron Paul Institute for Peace and Prosperity > Artikel

http://www.antikrieg.com/aktuell/2017_09_29_christen.htm

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