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Ausland, Naher Osten

Syrische Armee kommt in Deir Ezzor weiter voran

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete, ist es der syrischen Armee und ihren Partnern am gestrigen Freitag gelungen, den rund 20 Kilometer westlich der Stadt Deir Ezzor liegenden Ort Sholah sowie umgebende Hügel und den Hügel Aloush, der das noch von ISIS-Terroristen beherrschte Gelände des Friedhofs, das den Flughafen vom Rest der gerade befreiten Stadt trennt, überblickt, einzunehmen.

Für die nächsten Tage ist damit zu rechnen, dass die syrische Armee und ihre Partner die Belagerung des Flughafens von Deir Ezzor durch ISIS-Terroristen beenden, die Sicherheitszone um den befreiten Teil der Stadt und ihre Zugangswege Stück für Stück erweitern und dann weiter in der Provinz Deir Ezzor aufräumen. Da das russische Militär mit dem US-Militär in der Provinz Deir Ezzor vor zehn Tagen „Linien vereinbart“ hat, sind dabei keine großen Überraschungen mehr zu erwarten, wenn man davon absieht, dass erst durch die Fortschritte der syrischen Armee und der US-gestützten Kräfte in der Provinz öffentlich klar werden wird, was die vereinbarten Linien sind.

Weiterhin berichtete SANA, dass die Armee weitere Fortschritte bei der Eliminierung der zentralsyrischen ISIS-Tasche östlich von Salamiyah gemacht und dabei auch zahlreiche Waffen der dortigen ISIS-Terroristen beschlagnahmt hat. Einer Karte von @EmmanuelGMay zufolge sieht die Lage da nun wie folgt aus:

Auch an dieser Front ist im Grunde so ziemlich alles geklärt. Offen ist da nur noch die Frage, ob die dortigen ISIS-Terroristen in den nächsten Tagen kapitulieren oder ob sie es vorziehen, sich eliminieren zu lassen.

Spannender ist die Frage, wie es mit der Terroristentasche in der Provinz Idlib weitergehen wird. Bekannt ist, dass die Astana-Garantiemächte Russland, Türkei und Iran beabsichtigen, am 15. September in Astana weitere Dokumente zur Einrichtung einer Deeskalationszone dort zu unterzeichnen. Die Umsetzung dürfte jedoch nicht einfach werden, weil die von Al Kaida geführte Terroristenallianz „Hayat Tahrir Al Sham“ (HTS) inzwischen weite Teile der Tasche beherrscht.

Bei dem Vorhaben der Einrichtung einer Deeskalationszone Idlib mag es hilfreich sein, dass die wahhabitischen Terrorsponsorstaaten Saudi Arabien und Katar sich im Frühjahr schwer verkracht haben und Katar sich seitdem Iran wirtschaftlich und politisch annähert. Als ermutigendes Zeichen darf es da gesehen werden, dass am Donnerstag das erste Mal seit Monaten wieder LKWs mit Hilfsgütern die seit Jahren von Terroristen umzingelte regierungstreue Enklave Fuah und Kafriya nordöstlich der Stadt Idlib erreicht haben. Ansonsten bestimmen nach wie vor Morde unter den Terroristen und Explosionen das Bild in der Provinz Idlib. Gestern sollen bei einer Explosion von Munition neun HTS-Terroristen in Idlib getötet und weitere verletzt worden sein.

Weiterhin berichteten inoffizielle Quellen am Freitag, dass offenbar von „Israel“ unterstützte Terroristen der von Al Kaida geführten HTS-Allianz in der Provinz Quneitra eine Offensive gegen Positionen der syrischen Armee gestartet und dabei anfänglich Geländegewinne erzielt haben, bevor der syrischen Armee es gelang, die Terroristen zurückzuschlagen und ihre Positionen zurückzuerobern.

Nicht zuletzt deshalb darf gegenwärtig mit Spannung beobachtet werden, ob, und wenn ja, welche Konsequenzen der am Donnerstag Morgen von israelischen Kampfflugzeugen aus dem Libanon ausgeführte Raketenangriff auf eine Einrichtung des syrischen Militärs in der Provinz Hama haben wird, der syrischen Angaben zu zwei Toten und Sachschaden geführt hat. Stand der Dinge scheint da im Moment zu sein, dass die israelische Regierung offiziell keine Stellung zu dem israelischen Angriff bezieht, sie jedoch Übereinstimmung mit der Meinung regierungsnaher inoffizieller Stellen signalisiert, die das israelische Aggressionsverbrechen als richtige Handlung zum Unterstreichen israelischer roter Linien und berechtigte israelische Warnung an den amerikanischen Präsidenten Trump und den russischen Präsidenten Putin öffentlich einhellig loben. Syrien hat noch am Donnerstag den UNO-Sicherheitsrat offiziell aufgefordert, „entschlossene Maßnahmen“ gegen die fortgesetzten israelischen Aggressionen gegen Syrien zu ergreifen, die die Verbrechen der Terrorgruppe ISIS ergänzen, die Mora der Terrorgruppen stärken und das Feuer des Terrorismus in der Region weiter anfachen. Am Freitag hat der Libanon nach einer Sitzung des obersten libanesischen Sicherheitsrates, an der Staatspräsident Aoun und Regierungschef Hariri teilgenommen haben, bekannt gegeben, ebenfalls eine offizielle Beschwerde beim UNO-Sicherheitsrat wegen der israelischen Verletzung des libanesischen Luftraumes und des vom Libanon aus erfolgten libanesischen Angriffes auf Syrien einzureichen. Die Präsidenten der USA und Russlands, Trump und Putin, die israelischen Medienberichten zufolge das eigentliche Ziel des Angriffes gewesen sein sollen, haben es bislang hingegen vorgezogen, zu diesem israelischen Angriff auf Syrien zu schweigen. Der Israel nahestehende ehemalige stellvertretende US-Außenminister Elliot Abrams zeigte sich daraufhin am Freitag enttäuscht, dass US-Präsident Trump auf die von Israel mit dem Angriff auf Syrien ausgedrückte Warnung an die USA, den US-geführten Anti-Terror-Kampf in Syrien nach eigenem Ermessen sabotieren zu können, bislang nicht mit öffentlichen und praktischen Solidaritätsbekundungen für Israel wie einer Generalerlaubnis zur israelischen Nutzung von in Israel gelagerten US-Waffen reagiert hat.

Es darf gerätselt werden, was jetzt im UNO-Sicherheitsrat passieren wird. Üblicherweise wurden die zahlreichen Beschwerden Syriens über die ebenso zahlreichen israelischen Angriffen auf Syrien in den letzten Jahren, die zwischenzeitlich vom früheren israelischen Luftwaffenchef Amir Eshel öffentlich zugegeben wurden, vom UNO-Sicherheitsrat schlicht ignoriert und nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt. Nun ist es aber so, dass die US-amerikanische Botschafterin bei der UNO dringend die russische Zustimmung dazu benötigt, die DVR Korea übermorgen wie geplant für die Verletzung des Völkerrechts durch einen UNO-Sicherheitsratsresolutionen gegen die DVR Korea zuwiderlaufenden Atomtest mit schärferen Sanktionen zu bestrafen, was Russland bislang ablehnt. Während die USA, eben nicht zuletzt weil die DVR Korea über Atomwaffen und dazu passende ballistische Raketen verfügt, über keine realistische Möglichkeit verfügen, militärisch gegen die DVR Korea vorzugehen, hat die DVR Korea die USA am Freitag vorgeführt, indem sie die US-UNO-Botschafterin Nikki Haley öffentlich als „politische Prostituierte“ beleidigte und erklärte, die USA würden für ihre „hysterischen“ Drohungen einen hohen Preis bezahlen.

Um jetzt nicht das Gesicht zu verlieren und vor der Weltöffentlichkeit als völlig impotent dazustehen, brauchen die USA nun also unbedingt die Zustimmung des russischen Präsidenten Putin zu schärferen Sanktionen gegen die DVR Korea. Doch Putin scheint sich jedoch am Mittwoch mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon darauf verständigt zu haben, die Situation auf der koreanischen Halbinsel dadurch zu verbessern, dass sie zusammen mit der DVR Korea gemeinsame Projekte auf den Weg bringen. Nun steht Putin der Zug offen, den USA, der diplomatischen Gepflogenheit des beim Botschaftspersonal bereits praktizierten Tit-for-Tat folgend, zu erklären, dass Russland grundsätzlich bereit sei, schärfere Sanktionen wegen Völkerrechtsbrüchen gegen die DVR Korea im UNO-Sicherheitsrat mitzutragen, aber Russland dafür auch von den USA erwarte, Sanktionen wegen Völkerrechtsbrüchen – wie den jüngsten israelischen Angriff auf Syrien – gegen Israel im UNO-Sicherheitsrat mitzutragen.

Für Israel könnte so aus dem israelischen Angriff eine Lose-Lose-Situation entstehen. Sollte Trump machen, was die USA bisher immer gemacht haben, nämlich Sanktionen gegen Israel prinzipiell ablehnen, könnte Israel vorgeworfen werden, mit seinem zur Unzeit erfolgenden und auf US-Interessen keine Rücksicht nehmenden Angriff auf Syrien nicht nur – wie von Israel geplant – nur den US-geführten Anti-Terror-Kampf in Syrien behindert zu haben, sondern auch die diplomatischen Möglichkeiten der USA zur Beseitigung der angeblichen Bedrohung der USA durch Atomraketen der DVR Korea sabotiert zu haben. Sollten die USA hingegen Sanktionen des UNO-Sicherheitsrates gegen Israel überraschenderweise zustimmen, so wäre die durch den Angriff auf Syrien beabsichtigte israelische Machtdemonstration hingegen völlig nach hinten losgegangen.

Denkbar ist es dabei sogar, dass Putin und Trump dabei hinter den Kulissen zusammenarbeiten und die entstandene Situation öffentlichkeitswirksam melken, um Israel einen Denkzettel zu verpassen, dass es – große Macht der Israel-Lobby in den USA hin oder her – mit negativen Konsequenzen zu rechnen hat, wenn Israel es sich nochmal wagen sollte, sich tätlich gegen von den Präsidenten der USA und Russland getroffene Vereinbarungen zu stellen. Trumps zentrales Wahlversprechen war schließlich nicht „Make Israel Great Again.“ Die nächste Woche stattfindende UNO-Generalversammlung würde jedenfalls eine hervorragende Kulisse für so einen amerikanisch-russischen Showdown mit maximaler Theatralik bieten.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/09/09/syrische-armee-kommt-in-deir-ezzor-weiter-voran/

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