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Asien, Ausland

Russischer Analyst: Ein Koreakrieg 2.0 ist wahrscheinlich, weil Pjöngjang nichts zu verlieren hat

von https://deutsch.rt.com

Fjodor Lukjanow, der neben seiner Tätigkeit als Chefredakteur bei der Zeitschrift ‚Russia in global affairs‘ noch dem Rat für Außen- und Verteidigungspolitik vorsteht, sieht wenig Handlungsspielraum im Korea-Konflikt. Doch ein umfassender nuklearer Krieg sei bislang noch Fantasie.

Im Interview mit der russischen Zeitung Izvestija erklärte der bekannte Analytiker Fjodor Lukjanow, warum für beide Konfliktparteien mit jedem Tag die Optionen auf eine friedliche Lösung in dem sich zuspitzenden Konflikt ausgehen.

Die Einsätze für die beiden ungleichen Seiten seien einfach zu hoch, so der Experte. Für Donald Trump und sein Kabinett geht es mit jeder Verschärfung ihres Tons gegenüber Nordkorea darum, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen, um ihre Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren:

Man kann nicht eine Supermacht endlos provozieren und dadurch zeigen, dass sie gegenüber der Volksrepublik Nordkorea machtlos, insbesondere wenn so ein Mensch wie Donald Trump deren Präsident ist. Für ihn ist die Realisierung der Drohungen eine Sache des Prinzips.

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Andererseits verstehe das amerikanische Militär, das bis vor Kurzem noch mäßigender als Präsident Trump wirkte, dass ein Schlag gegen Nordkorea unausweichlich fatale Folgen für Südkorea und möglicherweise für Japan haben wird. Auch die eigenen Verluste, die ein Krieg mit Nordkorea erfordern würde, wollen die Amerikaner nur ungern in Kauf nehmen:

Ich denke nicht, dass die amerikanische Gesellschaft nach Afghanistan und Irak zu einem neuen Krieg mit neuen Opfern bereit wäre, sagte Lukjanow.

Das gelte nicht für Pjöngjang. Für das nordkoreanische Regime gehe es um das Überleben. Deswegen setze Pjöngjang alles ein, damit es als nukleare Macht anerkannt wird. Die Erinnerung an die unsäglichen menschlichen Verluste des letzten Koreakrieges sitzt nicht nur tief, sie sei einer der Stützpfeiler der nordkoreanischen Ideologie.

Ein Schütze aus Nordkorea, der feindliche Flugzeuge abschoss. Eine Aufnahme aus dem Korea-Krieg, 1951.

Auch die Sanktionen, selbst eine vollständige Blockade, könnte Kim Jong-un im Unterschied zum Iran nicht von der nuklearen Aufrüstung abhalten, da menschliche Verluste ihn sowieso nicht interessierten.

Außerdem bestehen Zweifel, ob eine vollständige Blockade Nordkoreas überhaupt möglich ist. Diese sei nur mit und durch China zu erreichen. Peking werde sich aber nicht soweit für die außenpolitischen Ziele der USA instrumentalisieren lassen, so der Experte. Im Gegenteil, falls es in der Tat zu einem heißen Krieg kommen sollte, sei mit Unterstützung durch Freiwillige und Kriegsgerät aus China und Russland zu rechnen.

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Damit hält Fjodor Lukjanoiw das Kriegsszenario für sehr wahrscheinlich. Aus militärischer Sicht würden Schläge gegen mutmaßliche Nuklearobjekte in Nordkorea nicht ausreichen. Eine Bodenoffensive der Amerikaner und Südkoreaner müsste die Schläge unterstützen.

Sollte diese tatsächlich beginnen, wären die Tore für einen neuen verlustreichen Koreakrieg geöffnet. Ein umfassender Krieg mit nuklearen Schlägen sei hingegen unwahrscheinlich:

Ein umfassender Weltkrieg mit gegenseitigen nuklearen Schlägen – also Gegenschlägen und nicht nur einem punktuellen Einsatz solcher Waffen – dies liegt immer noch im Reich der Fantasie, sagte der Verteidigungsexperte.

https://deutsch.rt.com/asien/56782-russischer-analyst-neuer-koreakrieg-wahrscheinlich/

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