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Ausland, Naher Osten

Preisgekrönte Fotografen rufen zum Boykott von Israel auf

von Ali Abunimahhttp://www.tlaxcala-int.org

Mehr als 40 portugiesische  Fotografen, Fotografie-Lehrer und Studenten haben  einen Aufruf veröffentlicht, professionelle Einladungen vom israelischen Staat zurückzuweisen und die Zusammenarbeit mit israelischen Institutionen, die mit Israels Besatzungsregime, Kolonialismus und Apartheid zusammenarbeiten, zu verweigern.

Die Fotografen verpflichten sich, Israel zu boykottieren, bis es „das Völkerrecht befolgt und die Menschenrechte der Palästinenser respektiert“.

Sie drängen andere Fotografen, sich diesem Aufruf anzuschließen, der  am Samstag mit dem Weltfototag, einem jährlichen Feiertag des transformativen Einflusses der Fotografie, zusammenfällt.

Ihr Aufruf kommt als Antwort  auf den palästinensischen  Aufruf zu einem kulturellen Boykott Israels, da Israel  die Kultur benützt, um seine Verletzungen der palästinensischen  Rechte weiß zu waschen und zu verdecken.

Palästinensischer Fotograf an der Arbeit während Proteste an der Grenze zwischen Israel und Gaza Oktober 2015. Yasser Qudih APA images

Die Fotografen „können nicht länger schweigen“

Zu denjenigen, die den Aufruf unterstützen, gehört João Pina, Preisträger des 2017 Prémio Estação Imagem Viana do Castelo, Portugals einziger  Fotojournalismuspreis und Nuno Lobito, eine Fotografen- und Fernseh-Persönlichkeit, die in fast jedem Land der Welt gereist ist.

„Es wird Zeit für Israels Markenzeichen der Apartheid, dass es genauso behandelt wird wie die südafrikanische Apartheid und Ziel eines  umfassenden internationalen Boykotts wird, bis es die Menschenrechte achtet“, sagte Lobito.

„Die Fotografen können nicht länger über die  Behandlung ihrer palästinensischen Kollegen schweigen, die  unter einer unhaltbaren Besatzung leben, die länger als ein halbes Jahrhundert dauerte“, fügte Lobito hinzu.

„Die Palästinenser  haben durch Boykott zur Solidarität  aufgerufen, und dieser Engagement ist unser praktischer Beitrag zu ihrem Kampf.“

Angriffe auf Fotografen

Palästinensische Kunstfotografen, Fotojournalisten und Videofilmer sind häufige  Ziele der Gewalt von israelischen Besatzungskräften.

Im Jahr 2014, als Israel einen massiven Militärangriff auf den Gazastreifen ausführte, war Israel das zweittödlichste Land der Welt für Journalisten.

Im Mai dieses Jahres schoss ein israelischer Siedler auf Majdi Mohammed, einem Fotografen der Associated Press, als er einer Protestdemo in der Westbankstadt von Nablus folgte.

Der Siedler schoss bei demselben Vorfall einen palästinensischen Demonstranten  tot.

Das  Komitee zum Schutz von Journalisten verurteilte die Untätigkeit der israelischen Besatzungskräfte dem verdächtigten  Schützen gegenüber.

„Die israelischen Behörden sollten einem Mann, der nach einem Bekunden in eine Menschenmenge geschossen, einen Journalisten verletzt und einen jungen Mann getötet hat, nicht erlauben, es sich zu Hause unbehelligt von der Polizei bequem zu machen“, sagte der Koordinator der Gruppe Nah-Ost und Nord-Afrika Sherif Mansour .

„Israel muss zeigen, dass seine Bürger nicht einfach straflos auf Journalisten oder andere unbewaffnete Zivilisten schießen dürfen.“

Nicht provozierte Angriffe auf Pressefotografen und Journalisten durch israelische Besatzungskräfte sind mit ähnlicher Straflosigkeit angegangen worden.

„Ein  natürlicher Schritt“

Im letzten Monat gab es vermehrte Angriffe auf Journalisten, einschließlich Fotografen durch israelische Kräfte, die mit Gewalt auf palästinensischen zivilen Ungehorsam gegen verschärfte Restriktionen, was den Zugang zur Al-Aqsa-Moschee betraf,  reagierten.

Anfang dieses Monats erzählte Oren Ziv, ein Fotograf des AktiveStills-Kollektivs der Electronic Intifada, dass israelische Soldaten und Polizisten regelmäßig  palästinensische und  andere Journalisten angreifen, die über kleinere palästinensische Demonstrationen  berichten, doch die Ereignisse in Jerusalem waren ungewöhnlich, da sie große Aufmerksamkeit erreichten.

Miguel Carriço, Preisträger  des 2012 Concelho da Bienal de Vila Franca de Xira-Preises, drängte  seine Fotografen-Kollegen, am Boykott teilzunehmen.

„Wenn man aus erster Hand die Verbrechen Israels kennt, die täglich gegen die Palästinenser  begangen werden, dann ist das Unterzeichnen dieser Initiative  ein natürlicher Schritt gewesen“, sagte  Carriço. „Es ist wichtig, diese Bemühung mit allen erdenklichen Mitteln voranzutreiben“.

Übersetzt von  Ellen Rohlfs

Danke Tlaxcala
Quelle: https://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/prize-winning-photographers-launch-israel-boycott-pledge
Erscheinungsdatum des Originalartikels: 21/08/2017
Artikel in Tlaxcala veröffentlicht: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=21405

 

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Preisgekrönte Fotografen rufen zum Boykott von Israel auf

  1. Das sognannte Volk Gottes ist ein Volk aus Mördern geworden, gell?

    Gefällt mir

    Verfasst von reiner tiroch | 4. September 2017, 11:14

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