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Krisen, Wirtschaft

Die Inflation der Crash-Propheten und das Schweigen der Linken

von Norbert Nelte

Immer mehr Artikel und Bücher gibt es von den Banker und Börseninsidern gibt es zu der kommenden Krise. Im Kapitalismus gibt es immer alle paar Jahre eine Krise. Das ist nicht naturgegeben, sondern liegt speziell an der kapitalistischen Produktionsweise.

In den Naturgesellschafen waren die Krisen naturgegeben. Ein Jahr mit kaltem Wetter oder eine Tierkrankheit hat die Naturgesellschaft zurückgeworfen. Aber man entwickelte immer mehr die Lagerhaltung, so dass diese Frage heute kein Problem mehr darstellen könnte. Die Krisen im Kapitalismus aber hängen nicht vom zufälligen Wetter ab, sondern unterliegen einem zwingenden Zyklus.

Am bekanntesten ist der „Schweinezyklus“. Wenn es eine starke Nachfrage und einen hohen Preis für Schweinefleisch gibt, gehen die Bauern vermehrt in die Schweinezucht.

Wenn dann die Schweine genug Fett angesetzt haben, gibt es plötzlich ein Überangebot der Schweinepreis sinkt und die Bauern suchen sich eine Alternative.

Am stärksten aber führt die Optimierungskrise zu einem Stau in der Wirtschaft. Allgemein geht das IWF davon aus, dass das PIP jedes Jahr mindestens um 3,3% wachsen muss, sonst steckt man in der Rezession. Woher kommt das?

Der Kapitalist will natürlich nicht von seiner Konkurrenz überholt werden. Deshalb rationalisiert er ständig selber. Ich selber war Controller bei der Rockefeller Firma ITT Teves. Wir mussten jedes Jahr 3% rationalisieren, das heißt, um 3% wachsen oder Arbeiter entlassen.

Das führt, als wir die Sollvorgaben des Wachstums in den 1970er Jahren nicht mehr einhalten konnten, zu einem ständigen Überangebot.

Wenn dies Überangebot aller Waren zu mächtig wurde, kam es zu einer Absatzkrise. Firmen verschwanden vom Markt und 1980 überstieg die Arbeitslosenzahl die 1.000.000 Marke.

Die Wegrationalisierung der Arbeiter im Konsumbereich konnte auch mit der Verlagerung der Arbeiter und der Waren in den Produktionsmittelbereich kompensiert werden,

Als aber 2008 hier mehr Kürzungen vorgenommen wurden als bei den Konsummitteln, konnten die Waren nicht mehr übertragen werden und die Wirtschaft kam weltweit fasst zum Stillstand und in vielen Ländern zur Rezession.

Ein weiterer Grund für die ständigen Krisen besonders seit 1980 sind die ständigen Entnahmen des Kapitals aus dem Wirtschaftskreislauf zu den Derivaten.

Marx und Engels fragen im Kommunistischen Manifest „Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; anderseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung alter Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.“ (MEW , Band 4, S.468)

Und nun haben wir die Situation, dass es keine „neuen Märkte“ mehr gibt, keine Inneren und keine Äußeren, nur „Investoren aus mehreren Ländern, Syrien: Internationale Messe als Auftakt für den Wiederaufbau“. Naja, Syrien wird alleine auch nicht die Weltwirtschaft wieder antreiben.

Und es sieht schlimm aus. Z.B. „James Rickards: Größter bisher erlebter Crash steht bevor – Kaufen Sie jetzt Gold!“. Er schreibt: „Es ist ganz klar und man kann es wissenschaftlich beweisen. Der nächste Zusammenbruch wird größer sein als alles bisher Erlebte […]“ Er schreibt für die New York Times und das Manager Magazin, weil er auch die 2008 Krise voraussah.

Und diese Krise wird entsprechend grauenvoll sein, weil es keine kapitalistische Alternative mehr dazu gibt, aber die Meinungsmacher in den großen Wirtschaftszentren wollen nur Kapitalismus, Kapitalismus oder Tod. Dass es grauenvoll werden wird, sagen schon die bürgerlichen unabhängigen Autoren, Hier nur die deutlichsten daraus:

Egon von Greyerz: Die Welt ist am Ende 3.4.17

John Embry: Das katastrophale Endspiel kommt rapide auf uns zu 11.4.17

Egon von äGreiez: Illusionen und Lügen: Die Supernova-Schuldenblase und die Totenglocke für das globale Finanzsystem 15.4.17

Wie werden die größte Finanzblase und Anti-Blase der Geschichte enden? 4.5.17

Erst der Crash, dann die Hyperinflation, – Das Ende aller Fiatwährungen 9.5.17

Doug Casey on the End of Western Civilization 5.5.17+

John Embry: Die Risse im weltweiten Finanzsystem zeigen sich überall 16.5.17

Finanzielle Massenvernichtungswaffen“ und die Zerstörung des weltweiten Finanzsystems 15.5.17

1

Interview mit Marc Friedrich & Matthias Weik „Die nächste Krise wird 2008 wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen“ 27.5.17

John Embry: Weltweite Geld- und Kreditschöpfung – Auf dem Weg in einen entsetzlichen Zusammenbruch 1.6.17

Jim Rogers: Der nächste Crash wird „der größte, den ich je erlebt habe“ 12.6.17

»Wir werden einen Crash erleben und er wird sagenhaft sein« 13.6.17

Egon von Greyerz: Das perfekte Rezept für ein Desaster 16.7.17

Eine Krise historischen Ausmaßes 26.7.17

10 Jahre nach Beginn der Finanzkrise Vor dem nächsten Großbrand 28.7.17

Ökonomen: „Nächste Finanzkrise ist unvermeidlich“ – Euro wird kollabieren 21.8.17

Es droht keine neue Krise – einfach, weil die alte noch nicht vorbei ist! 21,8.17

Also haben wir seit 10 Jahre eine Dauerkrise. Meint ihr nicht, dass das verkrüppelte System schon längst am Ende ist. Im Volkswagen ist schon zu 97% Roboterarbeit drin. Roboter kaufen keine Roboter.

Wenn ihr wollt, dass nach dem Supercrash das System, wieder neu anfangen soll, müsst ihr alle Roboter und Maschinen zerstören, alle Bücher verbrennen und alle Ingeneure töten.

Maschinen schaffen keinen Mehrwert. Nur der Arbeiter schafft mehr Werte, als er für den Kapitalisten kostet. Der Kapitalist rationalisiert seinen Gewinnweg. Er kann nur durch die Rationalisierung gewinnen, wenn er weltweit der erste ist.

Aber warum glauben die revolutionären Linken nicht den Wirtschaftsautoren? Sie glauben denen grundsätzlich nichts. Aber man muss zwischen den Zeilen lesen. Klar, wenn regierungsfreundliche Zeitungen große Erfolge feiern, dann ist Skepsis angesagt. Aber wenn sie die Regierungsarbeit gegen die Wand fahren sehen, dann hat das einen realen Hintergrund.

Aber noch klarer ist das bei unabhängigen Zeitungen wie telepolis, Russia Today oder den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Auch bei unabhängigen Börsen-Autoren ist ein Wahrheitsgehalt gegeben, denn sie wollen nur eine gute Vorhersage machen, sonst würden sie ja nicht mehr gelesen werden.

Aber die Ignoranz bei den revolutionären Linken geht so weit, dass die meisten das Kapital gar nicht verstehen und wenn, sie gar nicht auf dem Laufenden sind.

Bei Marx 21 fand ich einen Artikel von Thomas Walter, „Immer noch aktuell: Marx‘ Krisentheorie“, na haben sie wieder einen gefunden, der was vom Kapital versteht. Aber nichts, er schreibt:

„Dabei scheint etwa ab 1982 eine Art Stabilisierung eingetreten, ohne dass deshalb aber der Kapitalismus zu seiner alten Dynamik der Nachkriegszeit zurückkehren konnte.“ Also mit dem Genscher Putsch sei dann bei Kohl eine Stabilisierung eingetreten. Und dann nimmt er die Daten für die Profitrate vom IWF und der O            ECD:

.“Die Daten für solche Berechnungen stammen von Weltorganisationen wie dem Internationalen Währungsfonds IWF und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD“

Die sind ja noch in den 1980er Jahren. Wo haben sie dann den aufgetrieben?

Nein, in 1993 stand die Profitrate nach Robert Brenner im verarbeitenden Gewerbe bei 3,5%, also schon beimu Kapitalmarktzins. In 1995 erzielten die Konzerne nach Oscar Lafontaine 90% ihrer Gewinne aus ihren Aktienpaketen.

Ab Anfang 2000 waren das im Wesentlichen nur noch Rohstoffaktien, Teakholz, Billiglohnländer Derivate u.a. Zockerpapiere, Hedgefonds und Wetten auf Nahrungsmittel.

2008 war aber auch damit Schluss und die EZB ging dazu über. Den Staaten, Banken und Konzernen
Anleihen für 0% (Null%) Zinsen zu geben, nur für das Versprechen, das irgendwann zurück zu zahlen. Es srind praktisch Kredite für die Staaten, Banken und Konzernen für lau.

Karl Marx nennt das fiktives Kapital. Die Welt heute besteht nur noch aus Statistikfälschung und Scheinkapital. Vgl. mit Norbert Tränkle: Die große Entwertung, bei 6.00..

Nun kommen 2 Zentristen. Mit Robert Misik hatte ich mich schon in meinem letzten Artikel auseinander gesetzt.

Er wollte den „revolutionären Reformismus“ einführen. Also Letztlich den Kapitalismus behalten, nur in einer lieben Form.

Das ähnliche sagt Elmar Altvater, nur nicht in der primitiven Form, er drückt sich etwas eleganter aus. Er ist 2007 in die Linke eingetreten und sagt in einem Interview mit der Zeit. „Höchste Zeit, sich etwas Neues auszudenken,“ Er stellt sich etwas vor wie Bolivien, Ecuador oder Venezuela, auf alle Fälle keine Räterepublik, wie die Parsiser Kommune, auf die Karl Marx sein Schwergewicht legte.

Da bin ich bis jetzt der einzigste von den Crash-Autoren. Aber es gibt über 1.000.000 Wähler der Vorwahlen in Argentinien, die darauf abzielen.

In dein Buch beschäftige ich hauptsächlich mich mit der Überproduktion im Produktionsmittelbereich. Im Gegensatz zum Konsummittelbereich lässt der Überschuss sich nicht übertragen und das führte 2008/9 zu einem BIP Einbruch in weltweit von 5 bis 7%. Die südeuropäischen Staaten haben sich bis heute davon erholt.

2017 beträgt die Summe aller weltweiten Schulden das 40fache vom BIP: Die Staatsanleihen werden noch für 0% Zinsen von den Menschen gekauft, weil sie davon ausgehen, dass der deutsche Staat sie zurück kaufen wird. Sollte aber dieser Glaube weg sein, bricht alles doppelt und dreifach so stark ein. Oder die italienischen Banken brechen ein, immer mehr amerikanische Studentenkredite können nicht zurück bezahlt werden, der Preis der chinesischen Wohnungen fällt oder Draghi bekommt heiße Füße und eine Bank kracht nach der anderen ein, Löhne und Renten werden um die Hälfte gekürzt und der Strom fällt aus.

Aus Deinem Wasserhahn kommt nur noch eine braune Brühe. Deinen Lohn, wenn Du ihn überhaupt noch bekommst, musst du Dir in Wäschekörben abholen. Alle Supermärkte sind leergeplündert.

Meinst Du nicht, dass es dann besser wäre, wir alle haben die Betriebe besetzt und wechseln den Staat von einer Illusionsdemokratie in eine basisdemokratischen Räterepublik um ?

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