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Debatte, Gesellschaft

Die Superreichen in der Räterepublik

von Norbert Nelte

Wie, was, ich dachte  bisher, in der Arbeiter-Räterepublik gibt es keine Reichen mehr, die werden vom Arbeiterstaat mit den anderen gleichgestellt.

Richtig, nur die anderen sind auch Superreich, alle sind Superreich und so gesehen letztlich normal

Aber in der DDR waren doch alle außer der herrschenden Klasse der führenden Funktionäre, ärmer als die Arbeiter im westdeutschen Kapitalismus.

Wieder richtig, bloß, das war ein kleinbürgerlicher „Sozialismus“, eine Funktionärs-Diktatur, kein marxistische Sozialismus, eben keine Räterepublik.

Wie kam denn das?

Es gab nur eine Arbeiterklasse von 2,5% und 80% Bauern, wie in Afghanistan. So konnte Stalin leicht nach Lenins Tod seine schleichende Konterrevolution durchführen und alle marxistischen Theorien in ihr Gegenteil verkehren.

Funktionäre können von außen einfach keine optimale Arbeitszeitverkürzung für die Produkte organisieren. Das war auch nicht ihr allgemeines Interesse.

Aber die Arbeiter im Betrieb können das, die Ingenieure der Arbeitsvorbereitung, die Mechaniker an den Maschinen und de Betriebswirte der Kostenanalyse und Wirtschaftlichkeitsrechnung. Sie hatten dies ja im Kapitalismus auch immer gemacht, da werden sie das ja auch in Eigenregie weiter machen können.

Der Unterschied wird nur der sein, dass die Arbeiter die Rationalisierung im Kapitalismus machen mussten, damit der Kapitalist ihre Kollegen entlassen konnte.

In der Räterepublik machen sie die Rationalisierung aber, damit alle entweder ihre Arbeitszeit kürzen können, oder allgemein der Reichtum steigt.

Karl Marx sieht deutlich, dass der Reichtum in der Räterepublik massiv steigen wird

»In einer höhern Phase der Kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung des einzelnen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz zwischen geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern das erste Lebensbedürfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch die Produktivkräfte gewachsen sind und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen – erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahnen schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.«

Karl Marx: „Kritik des Gothaer Programms“, MEW, Bd. 19, S. 21

und auch Leo Trotzki spricht über die genauen Bedingungen, ab wann der Reichtum uns in die Welt ohne Geld führen kann.

»Für den Anarchismus charakteristische Forderungen wie die “Abschaffung” des Geldes, die “Abschaffung” des Arbeitslohns oder die “Aufhebung” des Staates und der Familie können nur als Musterbeispiele von mechanischem Denken Interesse beanspruchen. Das Geld kann man nicht willkürlich “abschaffen” und den Staat oder die traditionelle Familie nicht “aufheben”; sie müssen ihre historische Mission erfüllen, kraftlos werden und vergehen. Der Geldfetischismus empfängt erst auf jener Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung den Todesstoß, auf der ein unaufhörliches Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums den Zweifüßlern das Geizen um jede Minute Mehrarbeit und die demütigende Angst um die Größe ihrer Ration abgewöhnt hat. Mit dem Verlust seiner Fähigkeit, Glück zu bringen oder in den Staub zu werfen, wird sich das Geld in einfache Rechnungsbelege zur Erleichterung der Statistik und der Planung verwandeln. Noch später wird es wahrscheinlich auch solcher Quittungen nicht mehr bedürfen. Doch diese Sorge können wir getrost unseren Nachkommen überlassen, die klüger sein werden als wir.«
Leo Dawidowitsch Trotzki: „Verratene Revolution“, Schriften, Bd. 1.2, Hamburg 1988, S. 758, ff

Du musst bedenken, dass ab der Revolution schon niemand mehr gegen seine Natur erzogen wird und wir alle dann große Erfinder sein werden. Alle Arbeiter werden immer mehr die Optimierung der Maschinen zu ihrer eigenen Sache machen.

Direkt nach der Revolution stellen wir sofort die Produktion auf „ohne geplanten Verschleiß“ um (siehe KenFM im Gespräch mit: Dr. Christian Kreiß („Geplanter Verschleiß“) Obsoleszens), das alleine verdoppelt schon Deinen Lohn. Dann haben wir schon im Sozialismus nur eine kleine stehende Armee, im Kommunismus gar keine mehr. Weiterhin fällt die Werbung weg, wir haben nur noch Information. Alle überflüssigen Waren fallen weg, die nur dafür da sind, um den Profit zu erhöhen. Wir verhindern keine Entwicklung, wie es der Kapitalismus ständig macht.

Alles zusammenfassend kann man sagen, dass wir locker in einer Generation nach der Revolution 10 bis 20.000 Euro im Monat verdienen. Alle 7 Jahre das Doppelte sind nach 21 Jahren das 8-fache. Bei 3.000 € heute wären das 24.000 €. Dann werden die Menschen sich „das Geizen um jede Minute Mehrarbeit und die demütigende Angst um die Größe ihrer Ration abgewöhnt haben“.

Unser schneller Reichtum wird uns schnell in die freie Gesellschaft führen. Vorraussetzung ist aber, dass bis dahin auch die wichtigsten Länder sich der Arbeiterunion angeschlossen haben. Aus Deutschland können wir dann ein Museum machen. Mit den Leuten, die lieber arm bleiben wollen, aber in der „richtigen“ Partei. Somit können wir im Jahre 4.000 als solidarische geldlose Weltenbürger immer noch bestaunen, wie die Menschen früher in der barbarischen Zeit eine Welt um Kriege und den Geldgott bauten.

Nun können wir in das Reich der Vernunft treten und „auf unsere Fahne schreiben: Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfmissen“.

 

 

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