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Debatte, Gesellschaft

Du wirst noch die Revolutionen erleben und die freie Gesellschaft ist dann nicht mehr weit

von Norbert Nelte

Das Endziel der Marxisten ist nicht die Arbeiterrätegesellschaft, sondern die freie Gesellschaft, das, was wir Marxisten Kommunismus nennen. Das kommt aus dem Lateinischen und heißt „Das Gemeinwohl“ Die basisdemokratische Arbeiterrätegesellschaft ist nur ein notwendiges Übergangssystem für die freie Gesellschaft.

  1. Räterepublik (Sozialismus)

In 16 Ländern heben schon weit mehr als 100 Tausend Arbeiter selbstverwaltete Betriebe ohne Boss sich erkämpft. Das ist der erste Schritt zum Sozialismus, sagt Marx. Wir sind schon mitten iu der Zukunft. Sie hat schon begonnen.

Die Koordinationen werden immer mehr staatliche Aufgaben wie Preis- und Mietenkontrolle übernehmen (2.Schritt) und ab der Größe von etwa der Hälfte der Arbeiterklasse werden sie sich in Arbeiterräte oder Arbeiter- und Solldatenräte umbenennen (3. Schritt). Nun werden sie immer mehr die Rolle der Doppelherrschaft übernehmen (4. Schritt). Der 5. Schritt ist die Übernahme der gesamten Verantwortung, nachdem die große Mehrheit der Arbeiterklasse ihre Betriebe besetzt und in Selbsterwaltung übernommen haben.

In den Räten, Arbeiterräte im Betrieb, in der Stadt, Bezirk, Land und Bund bestehen wie beim Streiktat in den besetzen Betrieben 3 Prinzipien, der Streikrat wird dann nur Arbeiterrat genannt:

Imperatives Mandat. Die Abgeordneten sind an die Beschlüsse der Basis gebunden.

Jederzeitige Abwählbarkeit.

Facharbeiterlohn für die Abgeordneten

In allen Betrieben wird dann gleicher Lohn für gleiche Arbeit bezahlt, Für Ingenieure und Führungspersonal z.B. 120%, Facharbeiter 100% und Hilfskräfte 80%. Alle Gebiete werden gleichmäßig entwickelt. Das wird zentral überwacht, diese Zentralstelle rotiert alle halbes Jahr wie z.B. die EU-Ratspräsidentschaft

Das Patentrecht ist im Staat abgeschafft, gilt aber nach wie vor für das kapitalistische Ausland. Wichtige Konsumgüter werden zum Preis unter den Kosten und Luxusgüter zum Preis über den Kosten angeboten. Deshalb muss auch der Staat das Außenhandelsmonopol erhalten

Der Staat wird die Monopole verstaatlichen, geregelten Urlaub und eine gute Rente für alle Bauern und andere Kleinbürger anbieten, wenn sie sich den staatlichen Kollektiven anschließen. Zwangskollektive wie bei Stalin im Staatskapitalismus gibt es bei uns im Sozialismus nicht, davon steht bei Marx nichts drin und sie widersprechenauch dem marxistischen Geist. Betriebe, die besetzt werden, werden in staatliche Kooperative umgewandelt. Profit wird es nur noch bei wenigen Kleinbürgern geben. Es bringt der Gesellschaft nichts, wenn sie jeden Eselskarren vergesellschaftet.

Die Arbeiterstaaten versuchen sich so bald wie möglich mit anderen Räterepubliken zu einer Union zusammenzuschließen. Diese Möglichkeit sehe ich schon im Lauf der 2020 auf uns zukommen, da der große Crash noch in den nächsten Jahren explodieren wird.

Das Interesse der Arbeiter an mehr Bildung setzt schon sehr früh ein. In Portugal gab es 1974 während der Kämpfe bei den Betriebsbesetzungen und dem 2. Kongress der revolutionären Arbeiterräte eine gut besuchte Arbeiteruniversität.

Allein schon durch die Form des Arbeiterrates ist die internationale Solidarität, die Abschaffung der internationalen Ungleichgewichte gewährleistet. Was hat ein VW Arbeiter davon, wenn sein südafrikanischer Kollege nur die Hälfte verdient? Nichts, nur ein Dumpingauto, das ihn arbeitslos macht.

Da die Arbeiterklasse heute 85% der Bevölkerung in Europa beträgt und sie im Zentrum des Arbeiterräteparlaments steht, werden sich ihre objektiven Interessen auch durchsetzen. Die 15% Bauern, selbstständigen Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, kleine Ladenbesitzer, Rentner und Studenten werden auch ihre Abgeordneten im Räteparlament vertreten haben.

Die meisten glauben ja noch, dass der Imperialismus noch genug Vitalität hat, um sich gegenüber den Betrieben ohne Chefs, die aufkommende Alternative, zu behaupten, erst recht militärisch. Aber die Krise und der kommende Supercrash werden ihm jedes Selbstbewusstsein nehmen. Die Deagel-Liste schätzt ja dann Amerikas Lebensstandard in der Höhe von Angola ein. Die Welt ist schon bis 700% überschuldet, da kommt der Meteoriteneinschlag in naher Zeit. Wir leben nur noch in einer vorgegaukelten Welt. In Wirklichkeit gehr es schon in allen Ländern abwärts. Mit jedem besetzten Betrieb steigen unsere Chancen. Jetzt wurde Pepsi von 600 Arbeitern in Buenos Aires besetzt, es gehr voran.

Die kommenden Revolutionen werden die meisten von uns noch erleben.

Keine Profitinteressen treiben mehr in der Räterepublik die Menschen auseinander. Die Arbeiterklasse hat die Fähigkeit, die Kapitalisten zu sich herabzuziehen, stellt Marx fest. In dem Maße, das ihr das mit Umschulungen und positiven Beispielen gelingen wird und wenn die meisten Länder sich der Arbeiterunion angeschlossen haben, können wir in die nächste Stufe einschreiten.

Karl Marx sieht weiter de Bedingungen für die freie Gesellschaft dann gegeben:

»In einer höhern Phase der Kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung des einzelnen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz zwischen geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern das erste Lebensbedürfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch die Produktivkräfte gewachsen sind und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen – erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahnen schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.«
Karl Marx: „Kritik des Gothaer Programms“, MEW, Bd. 19, S. 21

  1. Freie Gesellschaft (Kommunismus)

Die historische Mission des Geldes, der Staaten und der Arbeiterpartei hat sich damit erfüllt. Der Staat als Kontrollorgan der Reichen ist abgestorben, weil es ja gar keine Reichen mehr geben wird. Diese Situation wird umso schneller erreicht werden, je mehr Länder diesen Reifegrad erreichen. Bei der Globalisierung der Wirtschaftskrise und der Kriege wird dieser Punkt sehr schnell, innerhalb von eins, zwei Generationen nach der ersten Revolution erreicht werden.

Es gibt keine Arbeiter und keinen Kapitalisten mehr, es gibt nur noch Menschen. Das nennen wir Marxisten „Kommunismus“, wie in einer Kommune. Du arbeitest, was Du willst, morgens Arzt, nachmittags Kindergärtner und in einem Jahr schaust Du Dir Amerika an und arbeitest in Peru nach dem Studium als Archäologe. Arbeit und Hobby kannst Du wie bei den Indianern nicht mehr unterscheiden. Die Trennung von Kopf- und Handarbeit gibt es auch nicht mehr. Jeder ist Kopf- und Handarbeiter. Arbeit ist Dir zu einem Lebensbedürfnis geworden, Du arbeitest nicht mehr für die schnöden 1,50 Unzen oder Penunzen.

  • Wenn Du eine neue Küche brauchst für Deine Wohnung oder die der Wohngemeinschaft, gehst Du zur städtischen Lagerverwaltung und der Verwalter wird für Dich eine schöne raussuchen und noch ein besseres Fahrrad, alles ohne Geld.

Das Prinzip „Jedem nach seinen Bedürfnissen, Jedem nach seinen Fähigkeiten“. wird aber letztlich nur möglich sein, wenn das Geld, der Leistungsdruck und der Staat als Kontrollorgan abgeschafft sind. Und hier erkennt man schon das Problem, warum man diese Gesellschaft nicht direkt einführen kann, wie es die Anarchisten wollen. Anfangs werden noch einige Kapitalisten oder Kapitalistenhelfer trotz ihrer kleinen Minderheit von 5% mir Personal in Europa im Untergrund alle Hebel in Bewegung setzen, um ihre Entmachtung wieder rückgängig zu machen.

Aufgrund der Gleichzeitigkeit durch die Globalisierung der Betriebsbesetzungen werden die Revolutionen relativ gleichzeitig verlaufen und die freie Gesellschaft, das Reich der Vernunft wird dann eius, zwei Generationen später kommen. Der Staat als Kontrollorgan der ehemaligen Supererreichen ist wie die Superreichen auch abgestorben. Diese Situation wird umso schneller erreicht werden, je mehr Länder diesen Reifegrad erreichen. Bei der Globalisierung der Wirtschaftskrise und der Kriege wird dieser Punkt sehr schnell, innerhalb von eins, zwei Generationen nach der ersten Revolution erreicht werden.

Die Wissenschaftler haben einen Test gemacht bei 2 Dreijährigen. Sie stellten 2 Teller hin, einen mit Nudeln, den anderen mit Nichts. Der Junge mit den Nudeln packte automatisch dem anderen den leeren Teller voll. Das ist die Natur des Menschen, solidarisch.

Dann den gleichen Test bei 2 Achtjährigen. Der Junge mit den Nudeln klammerte sofort seinen Teller fest. Er wurde in der Schule Im Interesse des Kapitals voll auf Konkurrenz getrimmt. Das fängt schon im Kindergarten an. Da gibt es einen Spielkaufladen und Du musst erst 1,50 hinlegen, sonst gibt’s nix.

So wird der Mensch also gegen seine Natur erzogen und muss sein Leben darunter leiden. Wenn er sich frei entfalten könnte, gäbe es viel, viel weniger Krankheiten und alle wären in ihren Fähigkeiten Supergenies. So wird uns die freie Gesellschaft wie ein Paradies vorkommen.

Aber erst musst Du in dem Auslaufmodell hart und mühselig im Schweiße Deines Angesichts Dir die 1,50 verdienen, sonst gibt’s nix.

 

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Du wirst noch die Revolutionen erleben und die freie Gesellschaft ist dann nicht mehr weit

  1. Ich bin zwar kein Linker, aber das wäre ja zu schön um wahr zu sein (zumindest in Teilen).
    Nur leider, ja leider, glaube ich nicht daran.

    Wir sind doch mehr oder weniger alle dazu erzogen, immer etwas mehr vom Kuchen abzubekommen, als der andere (jedem das seine, mir etwas mehr).
    Das mit dem Teller-Experiment in dem Beitrag ist da ein wunderbares Beispiel.

    Man nehme nur einmal die Geiz-ist-geil-Mentalität. Mit dieser rationalisieren wir uns doch alle gegenseitig weg.
    Oder die jungen Mädchen, die einem TV-Team vor einem H&M-Markt eingestehen, dass die Arbeitsbedingungen der Textilindustrie (z. B. in Bangladesh) ja so schrecklich wären und drehen dann dem Kamera-Team den Rücken zu und betreten den H&M-Markt.

    Was das Thema Nelkenrevolution angeht, bin ich doch wirklich überrascht.
    1974 war ich acht Jahre alt. Nun frage ich mich, warum ich davon noch nie etwas gehört habe? Ist das ein Wissensdefizit meinerseits oder blieb das Ganze bei uns (im Westen) weitenstgehend unerwähnt.

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    Verfasst von Claus | 23. Juli 2017, 16:57

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