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Ausland, Naher Osten

Palästinenser zu hinrichten, ist israelische Politik

von Maureen Clare Murphy – http://www.tlaxcala-int.org

Bis heute kann niemand leugnen, dass außergerichtliches  Hinrichten von Palästinensern, die keine unmittelbare tödliche Bedrohung  darstellen, israelische Politik ist.

Keiner  der 100 US-Senatoren, die einen schändlichen Brief  an die UN unterzeichneten, in dem  sie Bemühungen anprangern,  Israel  für seine Menschenrechtsverletzungen vor den UN  zur Rechenschaft zu ziehen, indem sie den israelischen Diskurs nachplappern und behaupten, dass der Staat  unfair ausgesucht wurde, während sie  die Finanzierung durch die US-Regierung der  militärische Besatzung  seit fast 50 Jahren überhaupt nicht erwähnen .

Auch nicht die Israel Lobby-Gruppen in den USA, die sich darüber  ärgern, dass der letzte israelische Schritt zur Legalisierung der Staatsdiskriminierung gegen die einheimischen palästinensischen Bürger es schwieriger  machen wird, Israel  als liberale Demokratie zu  verkaufen.

Auch nicht die Staatsanwälte, die dabei sind, Israels Kriegsverbrechen  am Internationalen Gerichtshof zu prüfen .

Da gibt es keine Leugnung dieser Politik der Hinrichtung –   schon lange  für  die Palästinenser und  die Menschenrechtsbeobachter offensichtlich und vom  Chef der Sicherheit einer Siedlung  vor einem  israelischen Gericht bestätigt –  nachdem  Polizisten in einem Video gezeigt wurden,  die vor einer  Menge von Fünftklässlern in der Stadt von Ramat HaSharon demonstrierten, wie  ein Töten  zu bekräftigen sei.

Das Video, das  von einem beim Vorfall anwesenden  Verwandten  aufgenommen  und  auf  Facebook geladen wurde, zeigte  vier  Offiziere, die auf zwei Motorädern  fuhren und einen Offizier, der ein Fahrrad  fuhr, während der andere vom Rücksitz auf einen Scheinangreifer schoss, der zu Boden fiel.

Die Offiziere, die vom Fahrrade absteigen, schießen mehrmals auf den  am Bodenliegenden Angreifer. Bald  schließen sich ihnen die  Offiziere an, die die Motorräder fahren, an, die auch auf den am Boden liegenden Mann schießen. Die vier Offiziere schießen weiter, als sie sich  den Schein-Angreifer nähern, der  wie in vielen Videos von realen Hinrichtungen von Palästinensern, kein Lebenszeichen mehr von sich gibt.

Die reale Ermordung eines Mädchens

Die Hinrichtungsdemonstration wurde  während eines Tages der „Beziehungen Polizei-Bevölkerung“ am Montag gemacht, einen Tag nach der realen  Umsetzung dieser Politik, die ein 16-jähriges palästinensisches Mädchen, das nur wenige Jahre älter als  die Schulkinder  in Ramat HaSharon war,  tot auf dem Boden ließ.

Bei diesem Vorfall  näherte sich Fatima Hjeiji einer Polizeisperre aus Metall nahe dem Damaskus-Tor zu Jerusalems Altstadt.

Nach der Menschenrechtsgruppe B’tselem, „hielt Hjeiji an, stand  und schwang ein Messer vor fünf israelischen Polizisten und Grenzpolizisten, die auf der anderen  Seite der Sperre standen . Die Offiziere schossen tödlich auf sie“.

Sie stand mehrere Meter von den bewaffneten Offizieren,  die  Schutzkleidung trugen – das Mädchen „stellte keine Gefahr  für sie“. Man hätte  sie überwältigen  können ohne Anwendung von tödlicher  Gewalt, sagte B’tselem, das hinzufügt“, dass „Offiziere wenigsten zehn Kugeln auf sie geschossen haben, von denen eine ein in der Nähe stehendes Taxi traf“.

Der Jerusalemer Polizeikommandant verteidigte seine Leute gegenüber B’tselem und sagte, dass „jeder, der versucht  Zivilisten und Polizei-Offiziere anzugreifen, eine entschlossene Sofortreaktion erhalten“.

Solch eine „Antwort“  erhielt vor ein paar Wochen  Siham al-Nimir, 49 Jahre: sie wurde getötet nachdem sie ein Messer   vor Offizieren geschwenkt hatte, die hinter einer Sperre  am selben Ort, wo auch Hjeiji  getroffen wurde. Al-Nimir, deren Sohn  ohne  Rechtfertigung von  der Polizei vor ein paar Monaten und unter schwerem psychischen Druck an diesem Tag, an dem sie getötet wurde, schrie sie die Offiziere an: „Ihr habt meinen Sohn getötet“. Sie wurde  in die Brust und die Hüfte geschossen.

Einem Bericht zufolge litt ein Israeli an emotionalen Stress und  rechnete anscheinend mit solch einer „Antwort“, als er versuchte  Selbstmord  zu begehen und  von einem  zivilen Sicherheitswächter getötet wurde, der ihn  letzte Woche vermutlich für einen  Palästinenser  an einem Kontrollpunkt in Jerusalem hielt.

Bei allen drei  Morden – den des 19-jährigen Israeli, dessen Name nicht  veröffentlicht wurde, die trauernde Mutter Siham al-Nimir und Fatima Hjeiji –  wurde kein  Polizist verletzt.

Getötete Kinder

Hjeiji ist das siebte palästinensische Kind, das von israelischen  Soldaten  allein in diesem Jahr getötet wurde – nach  Berichten  von Defense for Children International– Palästina.

Im letzten Jahr wurden  35 palästinensische Kinder von israelischen Soldaten, Polizisten und bewaffneten Zivilisten getötet, etwa ein Drittel aller palästinensischen Todesopfer durch israelische Kräfte im besetzten  Westjordanland und im Gazastreifen 2016. Die meisten dieser Kinder wurden  im Lauf von  Attacken oder versuchten Angriffen, hauptsächlich von Soldaten an Kontrollpunkten im Westjordanland getötet. Es war das tödlichste Jahr für die palästinensischen Kinder im Westjordanland in mehr als einem Jahrzehnt.

In der Mehrheit jener angeblichen Angriffe, die ein palästinensisches Kind tot ließen, wurde kein israelischer Zivilist oder Soldat  verletzt. In einigen Fällen  wurden  laut Berichten Soldaten nur leicht verletzt.

B’tselem meint seinerseits, dass hohe Beamten der israelischen Regierung und des militärischen Kommandos verantwortlich für  diese  Schießpolitik gemacht werden sollten, die  schwerwiegende  Missachtung für das Leben der Palästinenser zeigt.

Die Menschenrechtsgruppen legen die Schuld nicht auf die israelischen  Streitkräfte, sondern auch  auf  ihre  politische Führung, „ deren öffentliche Erklärungen es  klar machten, dass  jeder Palästinenser, der Israelis angreift -oder verdächtigt wird, es zu versuchen –  getötet werden sollte“.

Tausende von Palästinensern sind während der fünfzig Jahre  militärischer Besatzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens getötet worden. In nur wenigen Fällen sind  einzelne niederrangige  Soldaten  für ihre Taten bestraft worden.

Wie B’tselem feststellt, „muss es einen Preis für  die kontinuerliche militärische Kontrolle  eines anderen Volkes geben, während man   grundlegende moralische Werte und das Völkerrecht missachtet“.

Dieser  Preis, von außerhalb auf Israel gesetzt, heißt Sanktionen von der UNO, Beurteilung von Kriegsverbrechen durch den Internationalen Strafgerichtshof, Kultur-  und Sportboykott  des Landes.

Für diejenigen, die  durch das routinemäßige Töten von Palästinensern  auf den Straßen entsetzt sind, bedeutet  dies, Israels  Kumpane zur Rechenschaft zu ziehen.

 

Danke Tlaxcala
Übersetzt von Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس – Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

Quelle: https://electronicintifada.net/blogs/maureen-clare-murphy/executing-palestinians-israeli-policy
Erscheinungsdatum des Originalartikels: 10/05/2017
Artikel in Tlaxcala veröffentlicht: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=20551
 

 

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Palästinenser zu hinrichten, ist israelische Politik

  1. wie soll man denn sonst schnell an Land kommen. noch dazu, dass da keiner Berstraft wird dafür. aber da war ja mal was in den USA, nur eine tote Rothaut ist eine gute, gell? die Töterei hat immer Methode, was?

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    Verfasst von reiner tiroch | 3. Juni 2017, 13:38

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